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Trüffelkäse, Blätterteig und Birnen…

Von Blät­ter­teig, Trüf­fel­käse und Birnen…

Manchmal darf es gerne etwas mehr sein. Für mich zumin­dest. Da plane ich einen Abend oder Nach­mittag mit Gästen, über­lege, backe, koche, deko­riere und habe Spaß an einer beson­deren Insze­nie­rung. Aber manchmal ist weniger auch mehr! Dann möchte ich einfach nur liebe Menschen um mich haben, sehne mich nach einem guten Gespräch, nach Gesel­lig­keit und einem unkom­pli­zierten Abend ohne Planung und Groß­ein­kauf.
Zuhause ist der perfekte Ort für diese Abende. Frei von Hektik und Abhän­gig­keiten, ein Ort der Entspan­nung. Ob um einen großen Tisch oder dicht gedrängt um einen kleinen – ganz egal wie – Platz ist in der kleinsten Hütte.
Das Handy aus, die Hände frei für das Glas und diese köst­li­chen Blät­ter­tei­gröll­chen mit Trüf­fel­kä­se­fül­lung. Die übri­gens über­haupt keine Arbeit machen und trotzdem etwas ganz Beson­deres sind, aber dazu unten mehr…

Trüffelkäse, Blätterteig und Birnen…

Wein, Wasser, Weis­heiten

Wie schön ist es, immer mal wieder mit Freunden die Welt neu zu ordnen. Eine gute Flasche Wein und ein paar Klei­nig­keiten kommen auf den Tisch. Es braucht nicht viel, um einen Platz einla­dend und gemüt­lich zu gestalten. Kerzen, natür­lich, Blumen stehen sowieso auf dem Tisch. So eine vertraute kleine Runde hat etwas Beglü­ckendes. Es wird gescherzt, gelacht, debat­tiert, geträumt und erzählt – meis­tens kommt die eine oder andere Geschichte zum wieder­holten Male ans Licht, egal!
Diese Privat­heit, dieses Beisam­men­sein ohne Ziel, ohne Zweck, einfach nur so, ist so wichtig und so wohl­tuend.

Im Licht der Kerzen…

Trüffelkäse, Blätterteig und Birnen…

Gute Nacht Freunde

Der Lieder­ma­cher und Sänger Rein­hard Mey hat 1972 ein wunder­schönes Lied geschrieben. Ich höre es immer wieder gerne, und es hat mich zu diesem kleinen Beitrag inspi­riert. “Gute Nacht Freunde” (hier zu hören) gehört zu meinen Lieb­lings­lie­dern.

Gute Nacht, Freunde, es wird Zeit für mich zu geh‘n.
Was ich noch zu sagen hätte, dauert eine Ziga­rette und ein letztes Glas im Steh‘n.
Für den Tag, für die Nacht unter eurem Dach.
Habt Dank für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas, das ich trank,
Für den Teller, den ihr mit zu den euren stellt, als sei selbst­ver­ständ­li­cher nichts auf der Welt.
(…)”

Irgendwie trifft es das.  Und auch wenn wir manche Freunde lange nicht gesehen haben, so ist doch gleich wieder diese beson­dere Gesprächs­ebene da. Als wären in einem kost­baren Käst­chen all die schönen Erin­ne­rungen, die gemein­samen Erleb­nisse und  Empfin­dungen aufbe­wahrt. Sieht man sich, wird der Deckel gelüftet, und alles ist einfach da. Und – ganz wichtig – es kommen ja auch immer wieder neue Erleb­nisse hinzu.

(…)Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verplau­dert hab‘
Und für Eure Geduld, wenn‘s mehr als eine Meinung gab.
Dafür, daß ihr nie fragt, wann ich komm‘ oder geh‘,
Für die stets offene Tür, in der ich jetzt steh‘. (…)”

 

Zeit für Freunde

Blät­ter­teig mit Trüf­fel­käse und Birnen

Natür­lich würden für einen Abend mit Freunden auch ein paar Salz­stangen als Knab­be­reien  genügen. Schließ­lich geht es darum, dass man sich sieht. Aber nicht viel aufwän­diger und doch ungleich köst­li­cher sind selbst­ge­zau­berte Blät­ter­tei­gröll­chen mit Trüf­fel­weich­käse, und Honig-Ingwer-Birnen, die man mit Käse­wür­feln genießen kann. Frisches Baguette vom Bäcker oder aufge­ba­cken aus der Tief­kühl­truhe und dazu eine Mohn­butter.

Selbst kurz­fris­tiger Besuch kann mit diesen Lecke­reien verwöhnt werden. Und wer im Super­markt um die Ecke keinen Trüf­fel­weich­käse bekommt, nimmt einfach einen anderen fran­zö­si­schen Weich­käse. Wunderbar passt z.B. auch ein Chaource aus gesal­zener Kuhmilch. Er stammt aus der Cham­pagne oder dem Burgund, ist fein buttrig, leicht salzig, cremig und köst­lich.

Trüffelkäse

Blät­ter­tei­gröll­chen mit Trüf­fel­käse:

Zutaten:

Blät­ter­teig aus dem Kühl­regal (1 Pck. reicht für ca. 10 Röll­chen)
Trüf­fel­weich­käse (z.B. l’Or­tolan Trüffel), Alter­na­tive ohne Trüffel: z.B. Chaource
etwas Rosmarin, Mohn
1 Eigelb

Zube­rei­tung:

Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen.
Den Blät­ter­teig aus dem Kühl­schrank nehmen, er sollte 10 Minuten bei Raum­tem­pe­ratur ruhen.
Den Trüf­fel­käse in schmale Streifen schneiden.
Den Blät­ter­teig quer vor sich legen und einmal mittig quer teilen. Jede Hälfte in fünf Teile schneiden. 
Trüf­fel­kä­se­streifen auf die linke Seite eines Blät­ter­teig­stücks legen, die Kanten mit Eigelb bestrei­chen. den Blät­ter­teig rechts neben dem Käse­streifen ein paar mal quer einschneiden (nicht bis zum Rand!). Nun den Blät­ter­teig aufrollen, die Seite zudrü­cken und die Rollen mit den Einschnitten nach oben auf ein Back­blech mit Back­pa­pier legen. Mit Eigelb bepin­seln und etwas Rosmarin oder Mohn aufstreuen. Mit allen Blät­ter­teig­stü­cken so verfahren.
Im Ofen ca. 10–12 Minuten backen.
Die Röll­chen schme­cken auch kalt noch lecker.

Blätterteig mit Trüffelkäse füllen

Blätterteig mit Trüffelweichkäse gefüllt

Birnen mit Trüffelkäse

Honig-Ingwer Birnen mit Rosmarin:


Zutaten:

Birnen (z.B. Abate)
Ingwer
Honig
Rosmarin

Trüf­fel­hart­käse  und Gruyère Réserve in Würfeln

Zube­rei­tung:

Die Birnen schälen (Kern­ge­häuse entfernen) und in Würfel schneiden. Ingwer schälen und fein schneiden. Rosmarin spülen und klein hacken.  Etwas Butter in einer Pfanne erhitzen, die Birnen­würfel, Ingwer, Rosmarin hinein­geben. Etwas Honig hinzu­geben und solange  in der Pfanne schwenken, bis die Birnen leicht weich sind.

In einem Schäl­chen mit Holz­spießen zu den Käse­wür­feln servieren.

Honigbirnen mit Ingwer und Rosmarin

Honigbirnen mit Ingwer und Rosmarin

Honigbirnen mit Ingwer und Rosmarin

Mohn­butter:

2 Esslöffel Blau­mohn in der Pfanne kurz rösten, abkühlen lassen. Mit 250 g Butter und etwas Fleur de Sel vermengen.
Die Mohn­butter schmeckt toll zu Baguette oder Ciabatta.

Mohnbutter mit Fleur de Sel

Kost­bare Momente

Bei allem Fort­schritt, allen Trends und tech­ni­schen Inno­va­tionen sollten wir nicht vergessen, das Leben zu feiern. Das echte, das wahr­haf­tige und wunder­schöne Leben. Dazu brau­chen wir weder eine High­tech-Küche noch ein insta­gramtaug­li­ches Super­zu­hause… nur Menschen, die uns wichtig sind – und Zeit!

Trüffelkäse, Blätterteig und Birnen…

 

Zum Abschluss noch etwas Süßes?
Scho­ko­la­dent­rüffel mit Kakao­nibs

 

 

 

 

 

 

100 Jahre lenkbares Licht – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

100 Jahre lenk­bares Licht – ein Austel­lungs­tipp

Mit welchen Dingen du dich auch beschäf­tigst, du wirst immer merken, dass den guten und nütz­li­chen auch Schön­heit gegeben ist.”

(Baldas­sare Castiglione, 1478 – 1529, ital. Schrift­steller) 

So manche Anti­quität und viele Vintage-Klas­siker verbergen unter ihrer Patina eine span­nende Geschichte. Viel­leicht handelt es sich um das Ergebnis einer außer­ge­wöhn­li­chen Vision oder einer lang­wie­rigen Tüftelei? Viel­leicht handelt es sich um etwas damals Revo­lu­tio­näres, gar eine tech­ni­sche Inno­va­tion?
Einst als Novum gefeiert, haben wir vieles mitt­ler­weile in die Kate­gorie der “zeit­losen Klas­siker” einge­ordnet.

Ich mag diese Objekte, die eine Geschichte in sich tragen und umgebe mich gerne mit ihnen. Sie sind mehr als die Summe all ihrer Teile. Manchmal, wenn mein Blick sie streift, frage ich mich: Wo kommst du eigent­lich her? Was hast du erlebt? Wer hat dich geschaffen? Woher stammt die Delle?

Ganz selbst­ver­ständ­lich richte ich die Vintage-Leuchte – auch so ein zeit­loser Klas­siker – auf mein Buch aus. Und wenn ich einen Knopf annähen möchte, drehe ich den Schirm so, dass meine Arbeit optimal ins Licht gerückt ist. Selbst­ver­ständ­lich, oder?
Die Leuchte stammt etwa aus den 2oer Jahren des vergan­genen Jahr­hun­derts, als im Zuge der Indus­tria­li­sie­rung viel in Werks­hallen und Fabriken gear­beitet wurde – auch in den dunklen Morgen- und Abend­stunden. Elek­tri­sches Licht war eine wegbe­rei­tende Errun­gen­schaft, und meine Leuchte hatte sicher einen wich­tigen Job! Denn gutes Licht ist beim Arbeiten doch so wichtig.

Den Blick zurück lenken

Wie inno­vativ meine Leuchte aber wirk­lich einmal war, habe ich gerade erst auf einer inter­es­santen Ausstel­lung im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe erfahren.
100 Jahre lenk­bares Licht”.
Denn natür­lich war es keines­falls immer selbst­ver­ständ­lich, dass man eine Leuchte  auf sein Werk­stück ausrichten konnte. Große Pendel­leuchten hingen von den Decken der Fabrik­hallen. Licht war da, aber von oben kommend, warfen die über die Werk­ti­sche gebeugten Körper der Arbeiter Schatten auf ihre Werk­stücke. Kennen Sie das? Sie sitzen sich selbst im Licht? Ein höchst unbe­frie­di­gender Zustand!

100 Jahre lenkbares Licht – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

Ausstel­lungs­raum im Museum für Kunst und Gewerbe. Die Ausgangs­si­tua­tion: Das Licht in den Werks­hallen kam von oben. Kopf und Körper des Arbei­ters warfen Schatten auf seinen Arbeits­platz und sein Werk­stück.

Raffi­nierte Licht­ge­stalt

Das dachte sich auch der junge Funk­in­ge­nieur Curt Fischer aus Thüringen, der 1919 in Auma eine Werk­zeug- und Maschi­nen­fa­brik über­nahm.  Fischers Ziel war es, eine lenk­bare Leuchte zu entwi­ckeln, die möglichst mit einer Hand genau zu posi­tio­nieren war.

Ausstellungstipi: Curt Fischer - 100 Jahre lenkbares Licht im Museum für Kunst und Gewerbe

Porträt Curt Fischer (1890 – 1956), Foto: privat, Heidel­berg

Ausstellungstipi: Curt Fischer - 100 Jahre lenkbares Licht im Museum für Kunst und Gewerbe

Zeich­nung zum “Verstell­baren Univer­salarm”, Gebrauchs­muster, 1919, Midgard-Archiv Hamburg.

Mit der Entwick­lung seiner ersten Sche­ren­leuchte kam Curt Fischer seinem Ziel schon sehr nahe. Weitere Entwürfe folgten.  Fischers “Lenklampen” mit beweg­li­chen Gelenken ließen sich viel­fach verstellen, blieben in gewünschter Posi­tion, der Schirm ließ sich drehen. Das Licht konnte dahin gebracht werden, wo es gebraucht wurde. Eine Neuheit! Lenk­bares Licht. Logisch, dass das große Poten­tial hinter der Idee schnell auch andere Erfinder und Unter­nehmen inspi­riert hat und  die funk­tio­nalen Leuchten rasch sogar in Privat­räumen  Einzug hielten.

Ausstellungstipi: Curt Fischers scherenwandarmleuchte - 100 Jahre lenkbares Licht im Museum für Kunst und Gewerbe

Sche­ren­wandarm Midgard Nr. 110, Entwurf: Curt Fischer, Hersteller: Indus­trie-Werk Auma, um 1925. Foto: Jenner-Egberts Foto + Film

Die paten­tierten Gelenk­leuchten, die unter dem Firmen­namen Midgard konzi­piert und gefer­tigt wurden, machten Curt Fischer zum Erfinder des lenk­baren Lichtes.
Beson­ders die Midgard  “Typ 113” sorgte für Begeis­te­rung und wurde zum ange­sagten Einrich­tungs­ge­gen­stand, ist sie doch mit ihrem geschwun­genen “Hals“äußerst elegant! Einer der größten Fans der Midgard-Leuchten war Walter Gropius, und nicht nur die Metall­werk­stätten des Bauhauses waren mit der “113” ausge­stattet –  Gropius nutzte die Leuchte auch Zuhause.

Ausstellungstipi: Curt Fischers Midgard Typ113 - 100 Jahre lenkbares Licht im Museum für Kunst und Gewerbe

Lenk­bares Licht in seiner schönsten Form: Tischarm Midgard Nr. 113, Entwurf: Curt Fischer, Hersteller: Indus­trie-Werk Auma, um 1924. Foto: Jenner-Egberts Foto + Film

100 Jahre lenkbares Licht – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

Mehr als schöner Schein

Geprägt durch die Design­sprache des Bauhauses verzichten die damals entstan­denen Entwürfe auf über­flüs­sige Dekors. Verein­fachte Elemente ermög­lichten die Produk­tion hoher Stück­zahlen für die Indus­trie. Viel Wert wurde auf die Qualität der Konstruk­tion und des Mate­rials gelegt.

Das macht diese Stücke unver­wüst­lich und repa­rabel. Sie scheinen für die Ewig­keit gebaut. Zeitlos, unab­hängig von Moden, von beein­dru­ckender Funk­tio­na­lität und schlichter Schön­heit. Kein Wunder, dass sich diese Arbeits­leuchten heute noch größter Beliebt­heit erfreuen. Dank der grund­so­liden Konstruk­tion sind viele Origi­nale erhalten geblieben. Sie über­dauern Genera­tionen und stehen somit auch beim Thema Nach­hal­tig­keit ganz vorne! Ein Aspekt, den die Erfinder, Konstruk­teure und Desi­gner damals wohl noch nicht im Blick hatten.

Auch andere Erfinder und Unternehmen ließen sich von der Idee inspirieren, das Licht lenkbar zu machen

Einige lenk­bare Leuchten anderer Hersteller, wie z.B. AEG oder Siemens.

Mit voller Kraft voraus

Thomas Alva Edison, Erfinder der prak­tisch nutz­baren Glüh­birne, “erleuch­tete den Pfad des Fort­schritts”. So hieß es 1928 auf einer Ehren­me­daille, die er vom ameri­ka­ni­schen Kongress erhielt.
Claus Fischer brachte die Erleuch­tung in Bewe­gung und damit in die rich­tige Posi­tion. Also ein echter Pionier der modernen Beleuch­tung.

Und wieder einmal wird mir klar, wie span­nend es ist, die Dinge, die uns umgeben, manchmal ein biss­chen genauer zu betrachten. Liebe­voll drehe ich meine Vinta­ge­leuchte zu mir heran. Vintage – ob wohl damals, im goldenen Zeit­alter der Erfin­dungen, jemand daran gedacht hat, dass die Zukunft auch irgend­wann einmal Vergan­gen­heit sein würde? Heute ermög­li­chen die LEDs ein völlig neues Denken, und Lampen­formen lösen sich aus alten Mustern, mit voller Leucht­kraft voraus…

100 Jahre lenkbares Licht – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

100 Jahre lenkbares Licht – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

Der Ausstel­lungs­raum mit Mobilar der Firma Thonet. Die Foto­grafie an der Wand zeigt zwei Mitar­beiter der Bauab­tei­lung des Bauhauses – einge­schlafen auf den Schreib­ti­schen während der Arbeit an einem Wett­be­werb. Aber die Midgard Typ 113 leuchtet uner­schüt­ter­lich weiter…

100 Jahre lenk­bares Licht

Die Ausstel­lung  im Museum für Kunst & Gewerbe ermög­licht einen Blick auf den Ursprung und die Entwick­lung lenk­baren Lichtes vom frühen 20. Jahr­hun­dert bis heute. “100 Jahre lenk­bares Licht. Ursprung und Aktua­lität beweg­li­cher Beleuch­tung” zeigt 44 Origi­nale der Firma Midgard und 20 weiterer Hersteller sowie zahl­reiche Zeich­nungen, Patente, Briefe und kurze Filme. Die Expo­nate werden auf Endlos­re­galen der Firma Thonet  präsen­tiert – sehr ästhe­tisch! Die rekon­stru­ierte, lichte Bogen­halle  von 1910 mit 12 decken­hohen Fens­tern ist ein wunder­bares Ambi­ente für diese Ausstel­lung.

100 Jahre lenk­bares Licht” ist  bis 1. Juni 2020
im Museum für Kunst und Gewerbe, Stein­vor­platz, Hamburg, zu sehen.

Konzi­piert wurde die Ausstel­lung von dem Jour­na­listen Thomas Edel­mann.

Lenkbares Licht

 

Und was ist aus der Firma Midgard geworden?

2015 zog die Firma Midgard nach Hamburg. Joke Rasch und David Einsiedler über­nahmen das Unter­nehmen von der dritten Genera­tion der Fischers. Seit 2017 werden die Maschi­nen­leuchten unter Verwen­dung des Origi­nal­werk­zeugs und der alten Maschinen in Deutsch­land wieder herge­stellt. Wer Lust auf weitere Infor­ma­tionen über das tradi­ti­ons­reiche Unter­nehmen und seine wunder­baren Leuchten hat, wird hier fündig: www.midgard.com

Midgard Prospekt von 1925

Flexible leuchten für Tisch, Wand oder Maschine. Ein Prospekt von 1925. (Bild: Midgard)

Aktuelle Midgard-Leuchten

Das Design der “Modular”-Leuchte ist die Weiter­ent­wick­lung unter anderem des Modells “Typ 113”. Im Laufe der 20er Jahre entwi­ckelte Curt Fischer mit Midgard ein modu­lares Licht­system, mit Beleuch­tungs­lö­sungen für das beruf­liche und private Umfeld. Das frei konfi­gu­rier­bare Licht­system ist natür­lich heute  auch noch zu bekommen.  (Foto: Midgard)

Tipps:

Die viel­schich­tige Ausstel­lung “Sagmeister & Walsh Beauty” (noch bis zum 26.4.2020 zu sehen), in der sich alles um das Thema Schön­heit dreht, ergänzt einen Besuch im Museum für Kunst und Gewerbe sehr passend – und wenn man schon einmal da ist…
Spek­ta­ku­läre inter­ak­tive und multi­me­diale Instal­la­tionen laden ein, den Kosmos des Schönen zu entde­cken. Übri­gens: Die tolle Ausstel­lung eignet sich unbe­dingt auch für einen Besuch mit Kindern!

100 Jahre lenkbares Licht – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

Das passt dazu:

Industrieleuchten – aufgearbeitet von flat sixZu Besuch bei flat six. Möbel und Leuchten aus dem Zeit­alter der Indus­tria­li­sie­rung

 

 

 

 

 

 

Soweit nicht anders ange­geben, stammen alle Foto­gra­fien von mir.

Weiß wie Schnee – Blumen in frischem Winterweiß

Weiß wie Schnee…

Weiß ist die Summe aller Farben. Weiß ist Licht, Hellig­keit, Rein­heit – und Neuan­fang. Wie eine leere Lein­wand oder ein Blatt Papier, das darauf wartet, gefüllt zu werden… Weiß birgt Raum für Fantasie, für Gedan­ken­spa­zier­gänge…

Un matin au réveil,
on s’aper­çoit
que tout est blanc…

Eines Morgens beim Erwa­chen
erkennt man, dass alles weiß ist…

Jules Renard (franz. Schrift­steller, 1864–1910)

Ich mag Weiß. Sogar das Weiß mag ich, das langsam mein Haar durch­wirkt. Zeichen meiner zuneh­menden Weis­heit?
Aber beson­ders mag ich den Anblick einer weiß verschneiten Winter­land­schaft. Das betö­rende Glit­zern, wenn Sonnen­strahlen sich in den Schnee­kris­tallen brechen. Das Geräusch des knir­schenden Schnees unter den Füßen. Den Tanz der wirbelnden Flocken.  Ich mag die dicken weißen Schnee­mützen, die sich so freund­lich über Tannen­wipfel und Äste legen.
Sie strahlt so über­wäl­ti­gend, diese helle, weite, stille Land­schaft.

Weiß wie Schnee - Dekoration mit weißen Blumen

Dieses Jahr fehlt mir dieses Weiß… das geliebte Winter­weiß! Aber statt schwer­mütig zu werden, hole ich mir Hilfe: Blumen!
Weiße Blumen bringen ein frisches Strahlen ins Haus, ist es auch draußen noch so grau. Die Nuancen dieser unbunten Farbe sind mannig­faltig.
Einla­dend nickt die gefüllte Christ­rose mir schon draußen entgegen. Tulpen, Mohn, Chry­san­themen und viele andere stillen meine Sehn­sucht nach Weiß. Betö­rend: der Duft des weißen Gins­ters!  Draußen finde ich Schnee­beeren und die flau­schig weißen Frucht­stände der Wald­rebe (Clematis Vitalba), getrock­nete Gräser und knor­rige Zweige mit Moos und Flechten. Alles passt zusammen…

Winterdekoration mit weißen Blüten

Winterweiß: Zweige mit Flechten besetzt

Flechten ziehen sich über die kleinen Zweige.

Schneebeeren, Waldrebe und getrocknet Gräser passen hübsch zu weißen Blüten

Zauber­haft: Die flau­schigen weißen Frucht­stände der Wald­rebe.

Schneebeeren, Waldrebe und getrocknet Gräser passen hübsch zu weißen Blüten

Weiß wie Schnee

Die gefüllte Christ­rose empfängt uns draußen schon mit strah­lendem Weiß (so gesehen beim 7. Zimmer)

Getrocknete Datteln und weißer Agapanthus

Getrock­nete Datteln, Vintage-Leinen und weißer Agapan­thus

Eine helle Freude

Im ganzen Hause verteile ich weiße Still­leben. An tristen Tagen reflek­tieren sie das spär­liche Licht und lächeln mir aufmun­ternd zu. Scheint die Sonne, strahlen die Blüten um die Wette und verbreiten heitere Frische.
Ich streife durchs Haus, sammle Vintage-Gefäße und Vasen zusammen, arran­giere, grup­piere – und meine Laune steigt.

Wunderschön: Weiße Blumen in Vintage-Gefäßen

Papa­gei­en­tulpen, Wachs­blumen und Ranunkel

Wunderschön: Weiße Blumen in Vintage-Gefäßen

Zarter Ginster in einer Vintage-Biskuit­por­zel­lan­vase

Winterweiß: Marshmallows im Kakao

Die Kinder bekommen Marsh­mellow-Flocken auf ihren heißen Kakao… hmm!

Im Garten finde ich erste Schnee­glöck­chen. Winzige Zinn­ge­fäße passen gut zu den kurzen Stän­geln. Statt ihre Köpf­chen durch den Schnee zu recken, stehen sie nun als Minia­tur­strauß auf dem Schreib­tisch.
Etwas üppiger geben sich die gefüllten Tulpen. Rasch öffnen sie sich und zeigen ihre zahl­rei­chen Blüten-Petti­coats.
Für ein wenig Puder­schnee sorgen meine Kinder in der Küche: die selbst­ge­machten Scho­ko­la­dent­rüffel (Rezept gibt es hier) bestäuben sie mit Puder­zu­cker – und damit es noch winter­li­cher wird, bringen sie mir die Eisbä­ren­fa­milie aus der Spiel­zeug­kiste. Danke!

Weiß wie Schnee - Winterdekoration mit weißen Blumen

Schokoladentrüffel bekommen ein weißes Kleid aus Puderzucker

Schokoladentrüffel bekommen ein weißes Kleid aus Puderzucker

Die Scho­ko­la­dent­rüffel habe ich diesmal mit einer halben gerie­benen Tonkabohne verfei­nert.

Gefüllte Tulpen – Dekorationen in Winterweiss

In der Küche leuchten gefüllte Tulpen und Mairüb­chen um die Wette.

 Auftritt der Tänze­rinnen

Und dann die Balle­rinen unter den Blumen: Mohn und Fran­zö­si­sche Tulpe. Lang­stielig, grazil und voller Anmut ziehen sie die Blicke auf sich. Wie schön ihr seid!

Mohn und Französische Tulpe – die Ballerinen unter den Blumen

Auf dem Tisch versam­meln sich allerlei kleine Gefäße. Alle passen plötz­lich zusammen – die weißen Blumen lassen sie mitein­ander harmo­nieren. Ein guter Trick, um ein Sammel­su­rium zusam­men­zu­fügen und eine Tafel char­mant zu schmü­cken.

Weiß wie Schnee - Tischdekoration mit weißen Blüten und Vintagevasen

Weiß wie Schnee - Tischdekoration mit weißen Blüten und Vintagevasen

Wachs­blumen, Tulpen und Schlei­er­kraut statt Schnee?

Schnee­weiße Dauer­blüher

Inspi­riert durch das fran­zö­si­sche Kreativ-Magazin marie claire ideés” (No 136), habe ich aus goldenem Bastel­draht und dünnem weißen Leinen zarte Blumen gefer­tigt. Sie eignen sich z.B. gut für Gefäße, die nicht wasser­dicht sind.

Weiss wie Schnee – Blüten aus Draht und Stoff

Weiss wie Schnee – Blüten aus Draht und Stoff

Weiss wie Schnee – Blüten aus Draht und Stoff

Mit der Schmuck­zange wird der Gold­draht zu einem Blät­ter­zweig gebogen. Aus dem Stoff kann man einfache Blüten­formen ausschneiden und mit einigen Stichen an kleinen gebo­genen Drah­tösen fest­nähen.

Mit Leich­tig­keit durch den Winter

Wie Schnee­flo­cken tummeln sich die Blüten des Schlei­er­krautes in der Vase. Ich mag Schlei­er­kraut gerne alleine, locker in einer Vase oder lässig mit anderen weißen Blumen. So wirkt es frisch, leicht und über­haupt nicht spießig.

Schleierkraut - wie tanzende Schneeflocken

Weiß wie Schnee – Schleierkraut - kurz geschnitten für kleine Gefäße

Kurz­ge­schnit­tenes Schlei­er­kraut sieht hübsch in kleinen Gefäßen aus.

Schleierkraut

Weiß wie Schnee - Winterdekoration mit weißen Blumen

Zartes Schlei­er­kraut in einem irdenen Krug für die Schlaf­zim­mer­kom­mode.

Weiß gegen Wintergrau

Weiß – gut gegen Winter­grau!

Winter­weiße Träu­me­reien

Eine weiße Blume macht noch keinen Winter – aber ich bin bezau­bert von all der “Weiß­heit” im Hause, und meine Sehn­sucht nach einem weißen Winter ist ein wenig gestillt. Und auch wenn mit all den Blumen schon ein wenig der Früh­ling bei uns einzieht, singe ich natür­lich weiter fleißig mit meiner Tochter “Schnee­flöck­chen, Weiß­röck­chen, wann kommst Du geschneit?…”  und wir träumen… von Schlit­ten­par­tien, Schnee­ball­schlachten und einem weißen Winter­wun­der­land…

Weißer Ginster verströmt einen betörenden Duft.

Weißer Ginster verströmt einen betö­renden Duft.

Buch-Empfeh­lung:

Weißer Tee für gemütliche Winternachmittage

Weißer Tee und ein gutes Buch – so lass ich mir den Wintertag schme­cken.

Ein Wintertag, ein Tulpen­strauß, ein heißer Tee, ein köst­li­cher Trüffel… fehlt nur noch ein gutes Buch!
Mit dieser Novelle habe ich einen wunder­vollen Nach­mittag verbracht. Zwar geht es nicht um Blumen und auch nicht um verschneite Winter­nächte, dennoch  passt das Buch ganz vorzüg­lich zu dieser Jahres­zeit, in der alles etwas stiller, ruhiger und poeti­scher zugeht.

Weiße Nächte von Fjodor M. Dostojewski

Die Novelle “Weiße Nächte” von Fjodor M. Dosto­jewski gilt als eine der schönsten Liebes­ge­schichten der Welt­li­te­ratur. Das hat mich neugierig gemacht.
Der Erzähler, ein etwas schrul­liger Träumer, ein einsamer junger Mann, spaziert begleitet von schwer­mü­tigen Gedanken aus seiner Stadt, St. Peters­burg – in der er mehr Häuser seine Bekannten nennt, als Menschen – raus aufs Land.

Auf dem Rückweg, nun schon deut­lich heiterer, trifft er auf eine junge verzwei­felte Frau, die er, wie es sich für einen Kava­lier gehört, aus einer miss­li­chen Lage befreit. 
Die beiden kommen ins Gespräch und erzählen sich ihre Lebens­ge­schichten. Der junge Mann ist entzückt vom Lieb­reiz der jungen Frau, hatte er doch bislang keinen Kontakt zur Damen­welt gefunden. Doch er muß ihr verspre­chen, sich nicht in sie zu verlieben.
Was sich aus dem Gespräch der beiden liebens­werten Prot­ago­nisten entspinnt, verrate ich nun nicht. Aber es war mir eine große Freude, diesen russi­schen Klas­siker zu lesen, um am Ende noch einmal an den Anfang zu blät­tern und die Zeilen zu Beginn des Buches wieder­holt auf mich wirken zu lassen…

Viel­leicht erschuf ihn die Natur, 
Damit, ob auch ein Weil­chen nur, 
Er deinem Herzen nahe stände?…

                                  Iwan Turgenjew

Ich hoffe, ich konnte Sie neugierig machen?
Das Büch­lein (109 Seiten), über­setzt von Hermann Röhl,  ist als Taschen­buch im Insel Verlag erschienen.

Übri­gens: Beim Foto­gra­fieren, Arran­gieren und krea­tiven Werkeln höre ich gerne inspi­rie­rende Musik. Hier gehts zur Der blaue Distel­fink-Play­list auf Spotify…

 

 

Von der Kinderzeichnung zum Stofftier. Ein DIY.

DIY: Von der Kinder­zeich­nung zum Stoff­tier

Manchmal entstehen die großen Ideen aus den kleinen Alltags­si­tua­tionen.
Meine elfjäh­rigen Söhne waren auf der Suche nach einem Geburts­tags­ge­schenk für ihre große Schwester.  Sie wollten etwas kaufen, Dusch­schaum oder so. “Macht doch lieber etwas selber”, schlug ich vor. Aber was? Viel­leicht ein Stoff­tier? “Das können wir doch nicht selber­ma­chen!” kam es wie aus einem Munde. Aber da halte ich es mit Pippi Lang­strumpf:

Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.”

Wir haben Stoff­reste, Woll­reste, etwas Füll­wolle, Nadel, Faden und Stick­garn. Mehr braucht man nicht, um einen kleinen Gefährten aus Stoff selber zu nähen. Ach doch – natür­lich einen Entwurf! Meine Söhne zeichnen  Tiere. Einfache Formen eignen sich gut für unser Projekt und lassen der Fantasie viel Spiel­raum.

DIY: Stofftier – Gefährte für Herz

Von der Zeich­nung zum Stoff­tier

Wir über­tragen die Silhou­ette mit 1 cm Naht­zu­gabe auf ein doppelt gelegtes Stück Leinen. Meine Jungs zwei­feln – noch nie haben sie etwas genäht. Aber das lasse ich nicht gelten, man muss es einfach mal probieren!

Perfek­tion ist nicht wichtig, wohl aber die Fantasie und Leiden­schaft, mit der so ein kleines Stoff­tier gefer­tigt wird!

Jetzt ausschneiden. Damit die Stoff­stücke beim Ausschneiden nicht verrut­schen, steckt man sie am besten mit Steck­na­deln zusammen. Schnipp Schnapp – schon liegt ein ausge­schnit­tener Bär vor uns. Mit Stick­garn und einer Stick­nadel verpassen wir dem Tier­chen ein Gesicht. Von unten einste­chen, von oben wieder zurück und so weiter. Ich zeige meinen Jungs, wie man mit ganz einfa­chen Stick­sti­chen Augen, Nase und Mund auf den Kopf stickt. Keine Angst – gerade ein schiefes Gesicht ist ein süßes Gesicht! Die Jungs sind begeis­tert – so ein Gesicht verleiht einem Stoff­tier irgendwie eine Seele.

Stooftier-DIY: Das Gesicht wird aufgestickt

Nun legen wir die Stoff­stücke rechts auf rechts, stecken sie wieder zusammen und beginnen mit der Hand­naht. Wie man das Nähgarn in die Nadel einfä­delt, ist schnell gezeigt und –glauben Sie mir – die Kinder mit ihren scharfen Augen sehen die kleine Öse besser als wir. Am Ende des Fadens einen Knoten, und schon sind wir start­klar.

Mit Handstichen ein Stofftier nähen

Stepp­stich mit der Hand

Wir wählen den festen Stepp­stich. Genäht wird von rechts nach links, 1 cm vom Rand entfernt. Die Nadel wird einge­sto­chen und nach circa 5 mm wieder ausge­sto­chen. Nun 3 mm hinter dem Ausstich wieder einste­chen und nach doppelter Stich­länge ausste­chen. (Ich verlinke hier einmal eine hilf­reiche YouTube-Anlei­tungbei der man den Stepp­stich sehr gut nach­voll­ziehen kann.)
So wird das Tier­chen Stich für Stich umrundet. Die Kinder bekommen schnell raus, wie der einfache Stich funk­tio­niert. Seit­lich am Bauch (oder oben auf dem Kopf, wenn das Tier Mähne bekommt) wird ein ca. 5–6 cm langes Stück offen gelassen. Durch die Öffnung wird der Stoff nachher gewendet.

Natür­lich kann man die Naht auch mit der Nähma­schine schließen, aber für Kinder ist es viel­leicht zu schwer, ganz kleine Rundungen und Formen zu umnähen. Einfache Formen laden hingegen dazu ein, Kindern den Umgang mit der Nähma­schine zu zeigen.

DIY-Stofftier mit Steppstich genäht

DIY-Stofftier mit Steppstich genäht

Stofftiere mit Kindern an der Nähmaschine nähen

Mit einer kleinen Schere schneiden wir an den Rundungen die Naht­zu­gabe bis knapp (1–2 mm) vor die Naht ein, damit nach dem Wenden keine unschönen Knubbel entstehen. Auch hier noch mal ein Link zu einem hilf­rei­chen Video)

Füllwatte für das DIY-Stofftier

Füll­watte und Wolle

Jetzt kommt der span­nende Moment: wir wenden den Stoff, stülpen die “gute Seite” nach außen, zupfen alles zurecht und füllen die Hülle mit Füll­watte. Abschlie­ßend wird das letzte Stück offene Naht mit dem Staf­fier­stich  (siehe hier) unsichtbar geschlossen.

Stofftier Selbermachen mit Kindern

Stoff­tiere – kleine Gefährten fürs Herz

Toll, wie das Stoff­tier jetzt schon aussieht. Nun kann man noch Haare, Mähne, einen  Schwanz oder Ohren anbringen. Einfach Woll­stücke mit Nähgarn an den entspre­chenden Stellen fest­nähen – so, dass es süß aussieht. Einen Schwanz kann man gut flechten und dann annähen.

Das Stofftier bekommt Haare aus Wolle

Das Stofftier bekommt Haare aus Wolle

Stofftiere mit der Hand nähen

Meine Jungs sind begeis­tert, wie süß die ersten Tiere geworden sind. Für ihre Schwester haben sie einen Bären in Gemein­schafts­ar­beit gefer­tigt und hätten ihn am liebsten selber behalten. Und das zeichnet gute Geschenke ja bekannt­lich aus! Natür­lich hat sich die große Schwester sehr gefreut!

DIY-Stofftier

Noch ein Stoff­tier!

Von der Moti­va­tion gepackt, haben die Kinder noch mehr Entwürfe gezeichnet, und wir haben uns eine kleine Herde weicher Gefährten genäht. Jogi der Löwe mit üppiger Woll­mähne (die Woll­stücke doppelt nehmen und mit Nähgarn am Kopf fest­nähen), der gefähr­liche Hai Schnuffi aus Papas alter Jeans, Oktopus Haar-Peter aus Leinen (meine Kinder sind sicher: der ist bestimmt riesiger HSV-Fan!), das freche Monster Kriem­hild und das weiße Elefan­ten­mäd­chen Rose­linde. 

Jogi der Löwe - Stofftier -DIY

Jogi der Löwe

DIY-Oktopus

Oktopus Haar-Peter

DIY-Stofftier mit Kindern nähen

Rose­linde das Elefan­ten­mäd­chen

DIY-Stofftier mit Kindern nähen

Ich finde die selbst­ge­machte Tier­bande bezau­bernd und hatte selber viel Spaß dabei. Ob als kleines Geschenk oder einfach als Mitbringsel – diese Stoff­tiere, denen Kinder­zeich­nungen zu Grunde liegen, haben einen ganz beson­deren Charme. Und es ist immer wieder faszi­nie­rend zu sehen, wie begeis­tert Kinder sind, wenn sie selber schöp­fe­risch tätig werden.

Jogi der Löwe

DIY - Von der Kinderzeichnung zum Stofftier

Monster Kriem­hild ist ein biss­chen in R2D2 verliebt…

 

Empfeh­lungen:

Na, auf den Geschmack gekommen? Hier noch ein paar Tipps für krea­tive Tier­freunde…

Edwards freche Tier­pa­rade – 40 kuschel­weiche Häkel­freunde” 
Das Buch der Britin Kerry Lord ist einfach wunderbar! Die deut­sche Ausgabe ist bereits 2014 erschienen – ich habe das Buch aber erst jetzt entdeckt und möchte es hier unbe­dingt empfehlen. Es hat mich sofort bezau­bert. Alle 40 Häkel­tiere sind so nied­lich! Gemeinsam mit meinen Kindern habe ich die lustigen Beschrei­bungen von Emma, der Häsin, Bridget, der Elefantin, Seamus, dem Alpaka und all den anderen drol­ligen Tier­chen gelesen.

Meine Kinder haben sich auf den ersten Blick in all die Tiere aus Alpa­ka­wolle verliebt. Die Anlei­tungen sind gut aufge­baut und in drei Schwie­rig­keits-Stufen einge­teilt. Stufe 1 eignet sich für Anfänger, Tech­niken sind im Buch erklärt. Bauch und Beine der Tiere werden meist nach einem Grund­prinzip gefer­tigt. Kopf, Mähne, Ohren und Schwänze sind natür­lich bei jedem Tier anders. Und auch für Kinder sind beson­ders die leichten Anlei­tungen auf jeden Fall machbar.
Beim Durch­blät­tern des Buches möchte man sich sofort die Häkel­nadel schnappen und loslegen.
So ein kleines Tier­chen ist ein ganz persön­li­ches Mitbringsel oder Geschenk – nicht nur für Kinder.  

Mein geheimer Favorit: Blake, der zotte­lige Orang-Utan!

Edwards freche Tier­pa­rade” von Kerry Lord ist im Topp-Verlag erschienen.

Buchtipp Häkeltiere

Buchtipp Häkeltiere

Buchtipp Stofftier-DIY

 

…und noch ein Buch:

Ich kann nicht zeichnen…” Diesen Satz höre ich immer wieder von Kindern und Erwach­senen. Dabei helfen manchmal schon ganz einfache Tipps.
“Wie wir zeichnen was wir zeichnen”
von E. G. Lutz ist 1913 erst­mals in Groß­bri­tan­nien unter dem Titel “WHAT TO DRAW and HOW TO DRAW IT” erschienen. Der Knese­beck-Verlag hat das Buch neu aufge­legt. Das Ergebnis: ein richtig hübsches Buch mit genialen Tricks. Schwie­rige Formen werden auf einfache Linien redu­ziert und dann immer weiter ergänzt – und so kann sogar jemand mit zwei linken Händen plötz­lich einen kunst­vollen Fisch, einen flie­genden Vogel oder gar einen Herrn mit Zylinder zeichnen. Ich habe es mit meinem Mann getestet… das Ergebnis ist beein­dru­ckend! Es macht wirk­lich Spaß, die Schritt für Schritt-Anlei­tungen von E. G. Lutz nach­zu­zeichnen.

Ein nost­al­gi­sches, aber zeit­loses Buch für Klein und Groß. Ein echter Hand- und Augen­schmeichler!

Wie wir zeichnen was wir zeichnen” von  E. G. Lutz ist im Knese­beck-Verlag erschienen.

Buchtipp Zeichenschule

Buchtipp Zeichenschule

…und wo wir schon dabei sind:

Da gibt es noch ein Buch, das die Lust weckt, einen Blei­stift zu Hand zu nehmen und ein paar Zeichen­ver­suche zu starten:

WIR ZEICHNEN TIERE von Ann Davidow ist erst­mals 1960 unter dem Titel “Let’s draw animals” erschienen. Ich nehme das Buch immer wieder gern zur Hand, um den Kindern an Hand von ganz einfa­chen Schritt-für-Schritt-Anlei­tungen zu zeigen, wie man Tiere zeichnen kann. Die Beispiele sollen Mut machen – auch denje­nigen, die viel­leicht immer geglaubt haben, sie seien völlig unta­len­tiert. Es ist span­nend zu sehen, wie Mäuse, Pferde, Schafe, Löwen und viele mehr aus wenigen Stri­chen entstehen können.

Das beson­dere an diesem Buch sind die amüsanten Verse, die James Krüss dazu geschrieben hat. Mit seinen Reimen nimmt er uns an die Hand durch die liebens­werte Zeichen­schule im Retro-Look.

Wir zeichnen Tiere” von Ann H. Davidow mit Versen von James Krüss ist im Boje-Verlag erschienen.

Buchtipp Zeichenschule

 

DIY - Von der Kinderzeichnung zum Stofftier

 

vergoldete TierskulpturenNoch mehr Krea­tives auf dem Blog?

Tier­skulp­turen aus Papp­maché lassen sich auch toll mit Kindern fertigen. Mehr dazu gibts hier oder hier.

 

 

 

 

 

 

 

 

Weihnachten – Willkommen zu Hause

Weih­nachten – Will­kommen zu Hause!

Mein Lieb­lings-Weih­nachts­re­zept? Zeit! Denn nichts ist kost­barer als Zeit. Zeit, die wir mit lieben Menschen  verbringen, in der fest­li­chen Atmo­sphäre des weih­nacht­lich geschmückten Hauses.Wie schön, wenn wir abends beim Essen zusam­men­sitzen und meine Eltern die Geschichten meiner Kind­heit erzählen. Ich habe sie schon so oft gehört und kann nie genug davon bekommen. Wenn mein Bruder und ich darüber lachen, dass wir früher die Kartof­fel­chips abge­zählt haben, damit es keinen Streit gibt. Und heute sitzen wir gemeinsam mit unseren eigenen Kindern um den Tisch und spüren die Kraft der Familie.

Driving home for christmas, with a thousand memo­ries…” singt Chris Rea. Mir geht es genauso. Es sind die Erin­ne­rungen an den ganz beson­deren Zauber der Weih­nachts­zeit, die ich niemals missen möchte. An den Duft von selbst­ge­ba­ckenen Plätz­chen mit Streu­seln, an Schnee (der früher immer dicker lag), an das 24. Türchen des Advents­ka­len­ders, an den Gottes­dienst, dessen Ende man vor Aufre­gung kaum erwarten konnte. Erin­ne­rungen  an die Lieder und die flackernden Kerzen  am Weih­nachts­baum, den ich  zur Besche­rung das erste Mal sah. Ach ja, die Besche­rung – so unend­lich lang kam einem die Warte­zeit vor! Und erst der Kartof­fel­salat  meiner Groß­mutter – ein Gedicht!
Jede Familie hat ihre eigene Tradi­tion und jedes Kind seine eigenen Erin­ne­rungen. Bestimmt erin­nern wir uns nicht mehr an jedes einzelne Geschenk, aber die unver­gleich­liche Atmo­sphäre der Weih­nachts­zeit, die Tradi­tionen und Rituale vergessen wir nie und sollten versu­chen sie weiter­zu­geben.

Fenster zu Weihnachten

Erleuch­tete, geschmückte Fenster verspre­chen Gemüt­lich­keit…

Weihnachten

Weihnachtsstern

Den Papps­tern hat meine Tochter mit Gloss-Acryl­farbe bemalt.

Weihnachtsmarkt im Museumsdorf

Bunte Lichter, Weih­nachts­man­deln… ein geheim­nis­volles Knis­tern liegt in der Luft…

Und jedes Weih­nachts­fest schreibt seine eigenen kleinen Geschichten…

Sägst du mir eine Kirche?

Irgend­wann in der Advents­zeit kam mir die Idee, eine schlichte Kirche aus Holz in unsere Deko­ra­tion einzu­bauen. Grob gesägt aus Holz.
Mein Nachbar hat berge­weise davon am Haus liegen. Ein Friese, der mit seiner Ketten­säge jedem gefällten Baum zu Leibe rückt, um Brenn­holz daraus zu machen.
“Kannst Du mir viel­leicht eine Kirche sägen?” fragte ich ihn spontan. “Eine Kirche, so wie ein alter Frie­sendom – uner­schüt­ter­lich, schlicht und beein­dru­ckend… .”

Einige Tage später klin­gelte es an meiner Tür. Und wer stand da? Mein Nachbar, und er war nicht allein gekommen… neben ihm der kleine Frie­sendom aus Holz. Besser als ich ihn mir hätte erträumen können. Grob gesägt, die Spuren der Arbeit sichtbar, roh, mit Spalten und Rissen. Ein Glocken­turm und das Kirchen­schiff aus Kirsch­holz. Perfekt! Mein Nachbar ist mit seiner wuch­tigen Ketten­säge zum Künstler geworden! Das Ergebnis ist wunder­schön, einzig­artig und nach­ah­mens­wert.

Zuschnitt der Holzkirche

Aus zwei Baum­stü­cken wurden Turm und Kirchen­schiff gesägt.

Weihnachten: Kirche aus Kirschholz

Die Schön­heit des Wahr­haf­tigen

Die Holz­kirche wird nun von 4 Kerzen beleuchtet und ist für mich ein Symbol dafür, wie wenig man braucht, um etwas Wunder­bares zu kreieren.

Weihnachten: Kirche aus Kirschholz

Was zählt, sind die Liebe und die Sorg­falt, die wir in etwas inves­tieren, nicht das Geld. Hilfs­be­reit­schaft, ein offenes Ohr für andere Menschen  statt gestresster Blicke und Gehetze – dafür sollten wir uns gerade zu Weih­nachten sensi­bi­li­sieren.
Und so freue ich mich über die selbst­ge­machten Weih­nachts­an­hänger aus Walnüssen, die selbst­ge­drehten Honig­kerzen meiner Söhne und die Papps­terne, die meine Tochter mir für meinen Advents­ka­lender bemalt hat. Sie sehen so herr­lich vintage aus!
Deko­ra­tionen mit Natur­ma­te­ria­lien und Selbst­ge­machtem kosten nicht viel und sind doch häufig am schönsten.

Weihnachten: Dekoration mit Naturmaterialien

Eine alte guss­ei­serne Back­form wird Leuchter für die Honig­kerze. Schle­hen­zweige und selbst­ge­machte Sterne passen schön dazu.

weihnachten – dekorieren mit Naturmaterialien

Selbst­ge­machte Walnuss-Anhänger mit Gold­draht und Jute-Troddel.

Weihnachten: Stern aus kleinen Zweigen

Stern aus gesam­melten kleinen Zweigen.

Meine Empfeh­lungen:

 

Buch­tipp:

Weihnachten Buchtipp Theresa Baumgärtner

Weih­nachten. Rezepte für die schönste Zeit des Jahres.
Mir gefällt es richtig gut, das neue, wunder­schöne Koch- und Ideen­buch
 von Theresa Baum­gärtner. Die leiden­schaft­liche Köchin und Bäckerin kocht zweimal im Monat im ARD-Buffet. Sie bezeichnet sich selbst als “Weih­nachts­mensch”, liebt Tradi­tionen und liefert zauber­hafte Anre­gungen, wie man das Weih­nachts­fest nach­hal­tiger, entspannter und einfach wunder­schön zele­brieren kann. Ideen zum Selber­ma­chen, stim­mungs­volle Fotos und natür­lich ihre fantas­ti­schen Rezept­ideen machen das hübsche Buch zu einem echten Weih­nachts­schatz, in dem ich gerne blät­tere und von dem ich mich  inspi­rieren lasse.  Schon das Buch­cover, ein Linol­druck von Illus­tra­torin Clare Melinsky, stimmt herr­lich weih­nacht­lich.

Theresas Liebe zur Weih­nachts­zeit ist anste­ckend und ich mag ihren unkom­pli­zierten Ansatz. Keine Küche ist zu klein, keine Wohnung zu winzig, um Freunde einzu­laden und gemein­same Zeit zu verbringen. Köst­liche Rezepte, die keine Profi­aus­stat­tung in der Küche erfor­dern, bringen die Augen der Gäste zum Leuchten.

Das Buch aus dem Brand­stätter Verlag ist im Buch­handel erhält­lich oder zu bestellen. Weitere Infor­ma­tionen und Einblicke gibt es  hier.

Übri­gens, Theresa Baum­gärtner lebt in Luxem­burg, in ihrem “Hazelnut House” von 1851. Umgeben von Hasel­nuss­sträu­chern, einem herr­li­chen Garten und einer zauber­haften Land­schaft. Hier bietet sie sogar Events und Retreats an – auch eine schöne Geschenk­idee, finde ich. Mehr dazu gibt es hier.

 

weihnachten

Tipps zum Vorlesen:

Die Apfel­sine des Waisen­knaben (Charles Dickens)
Eine schöne kleine Geschichte zum Vorlesen für Jung und Alt, z.B. hier zu finden.

Vorlesen ist eine der schönsten Formen der Unter­hal­tung. Man ist beisammen, lauscht einer Geschichte und lässt sich von ihr davon­tragen…
Man kann natür­lich auch wunderbar ein Gedicht vortragen. Mein Lieb­lings­ge­dicht dieses Jahr ist dieses:

Vom Himmel bis in die tiefsten Klüfte
Ein milder Stern hernie­der­lacht;
Vom Tannen­walde steigen Düfte
Und hauchen durch die Winter­lüfte,
Und kerzen­helle wird die Nacht.

Mir ist das Herz so froh erschro­cken,
Das ist die liebe Weih­nachts­zeit!
Ich höre fernher Kirchen­glo­cken,
Mich lieb­lich heimat­lich verlo­cken
In märchen­stiller Herr­lich­keit.

Ein frommer Zauber hält mich nieder,
Anbe­tend, stau­nend muß ich stehn,
Es sinkt auf meine Augen­lider,
Ein goldner Kinder­traum hernieder,
Ich fühl’s, ein Wunder ist geschehn.

Theodor Storm

Vorlesen an Weihnachten

 

Film-Tipp für die ganze Familie:

Stille Nacht – Eine wahre Weih­nachts­ge­schichte.
Die Geschichte des wohl berühm­testen Weih­nachts­liedes “Stille Nacht, heilige Nacht”, das – in über 300 Spra­chen über­setzt – ein wirk­li­cher Weih­nachts­klas­siker wurde. Priester Joseph Mohr hat es 1818 mit dem Lehrer und Orga­nisten Franz Xaver Gruber  in Obern­dorf bei Salz­burg kompo­niert, um den Menschen die wahre Bedeu­tung der Heiligen Nacht näher zu bringen.
Ein stiller schöner Film, den man sehr gut auch mit Kinder anschauen kann. Mehr Infor­ma­tionen gibt es hier.

Film-Tipp: Stille Nacht.

Weihnachten: Lüneburger Holzschaf vor Holzkirche

 

 

Tragt mehr Hut! Zu Besuch bei Modistin Ulla Machalett

Tragt mehr Hut! Zu Besuch bei “Rotkäpp­chen designs.”

Es gibt viele gute Gründe, einen Hut zu tragen – warum tun es nur so wenige? Hüte werden oft da als Requisit einge­setzt, wo es witzig oder cool werden soll. Klar, setz einem kugel­runden Mann eine Melone auf und alle fangen an zu grölen. Und wenn ein Kerl in Jeans und Karo­hemd einen Cowboyhut trägt, rufen ihm alle fröh­lich  “Howdy” entgegen.

Der Hut – noch bis in die 60er Jahre ein Mode-Acces­soire, das einfach dazu­ge­hörte – wirkt heute auf viele von uns wie eine Verklei­dung. Wir bewun­dern Hüte viel­leicht in Filmen,  und trägt mal eine  charis­ma­ti­sche Person einen Hut, denken wir: “Wow!” Aber das reicht offen­sicht­lich nicht, um den Hut mit einer gewissen Ernst­haf­tig­keit und Selbst­ver­ständ­lich­keit in unsere Garde­robe zu inte­grieren. Oder doch?

Mehr Mut zum Hut

Auf den Hut gekommen. Zu Besuch bei Ulla Machalett aus Hamburg

Im Hutatelier

Kann ein guter Hut nicht dafür sorgen, dass wir besser aussehen? Uns besser fühlen? Ein Hut, der so gut zu uns passt, dass er wie das i‑Tüpfelchen unsere Persön­lich­keit krönt. Natür­lich müssen wir mit einem Hut den Kopf oben tragen. Ein Hut braucht Haltung und Persön­lich­keit – auch, weil wir mit Hut in den Fokus rücken.

Und es darf natür­lich nicht irgendein Hut sein. Es sollte ein Hut von tadel­loser Form und tadel­loser Qualität sein.

Hut von Rotkäppchen designs.

Rotkäpp­chen designs.

Ich habe die Modis­ten­meis­terin Ulla Anna Macha­lett in ihrem Hutate­lier Rotkäpp­chen designs. im Karo­li­nen­viertel in Hamburg besucht. Sie trauert nicht den “guten alten Zeiten” des Hutes nach. Ihr ist es eine Freude, den Hut abseits von Konven­tionen und Mode­diktat zu sehen. Heute ist das Tragen eines Hutes mehr Ausdruck einer Stim­mungs­lage als eine Frage der Etikette. Viel­leicht birgt der Hut für jüngere Genera­tionen  wieder den Reiz des Neuen? Eine frische, sehr viel­sei­tige Möglich­keit der Selbst­dar­stel­lung.
Nach dem Motto: Nicht die Erwar­tungs­hal­tung erfüllen, sondern über­ra­schen!
Ulla Macha­lett hat unter anderem auch ganz junge Kunden. “Ich freue mich sehr über junge Leute, die mein Hand­werk zu schätzen wissen. Einige sparen ihr Taschen­geld für einen meiner Hüte. Ich empfinde das als großes Kompli­ment!” berichtet sie.

Rotkäppchen designs.

Tragt mehr Hut. Mützen bei Rotkäppchen designs.

Hut, Mütze, Kappen von Rotkäppchen designs.

Ein Hut, ein State­ment

Bei Rotkäpp­chen designs. gibt es alle Arten von Hüten, Kappen und Mützen. Wunder­volle Phan­ta­sie­schöp­fungen für beson­dere Anlässe, aber eben auch – und darauf liegt mein Augen­merk – diese Hüte, die man nicht mehr loslassen möchte, ange­lehnt an klas­si­sche Herren­hüte wie den Trilby oder den Fedora. Schmeichler aus weichem Hutfilz, längst keine reine Männer­sache mehr. Hüte, die man aufsetzen möchte, nicht, weil man sich heraus­putzen will, sondern weil sie einfach so schön sind. Unkom­pli­zierte Hüte, über die man sich nicht den Kopf zerbre­chen muss.

Filzhut von Ulla Machalett

Sind diese Hüte en vogue? “Ja, diese schlichten Filz­hüte mit mini­ma­lis­ti­scher Deko­ra­tion – viel­leicht einer kleinen Pointe – sind gefragt”, erklärt Ulla Macha­lett, “sie sind viel­fältig zu kombi­nieren, passen zu allem und setzen das Gesicht positiv und inter­es­sant in Szene.”
“Ach ja”, werden viele denken, “aber mir stehen Hüte nicht. Mein Kopf ist zu groß, zu klein, zu rund oder zu eckig.”
Was sagt die Expertin dazu? “Mir ist eine gute Bera­tung sehr wichtig”, betont die Modistin, “ein Hut muss perfekt passen und mit der Form des Gesichtes harmo­nieren. Der Kunde soll mit seinem Hut glück­lich werden, ihn wirk­lich gerne tragen. Ganz in Ruhe, mit kompe­tenter, ehrli­cher Bera­tung findet jeder einen passenden Hut.”
Zeit, Arbeit, Sorg­falt und Leiden­schaft, die in jeder einzelnen Kopf­be­de­ckung stecken, machen sie so luxu­riös. “Die Hüte sollen meine Kunden lange begleiten”, wünscht sich Ulla Macha­lett.

Wahre Liebe

So ein Lieb­lings­stück entdecke ich in der Werk­statt der Modistin. Ein Kunde hat es zum Über­ar­beiten vorbei­ge­bracht. “Das finde ich fantas­tisch! Wenn ein Hut mit Gebrauchs­spuren zu mir zurück­kommt,  kann ich ihn wieder in Form bringen. Das ist das Schöne an quali­tativ hoch­wer­tigen Hüten. Man kann sie repa­rieren, neu anpassen, ja sogar verän­dern. Sie entwi­ckeln sich mit uns, viel­leicht kommt eine neue Deko­ra­tion hinzu. Alles ist möglich!”, so Ulla Macha­lett.

Der Hut – ein ständiger Begleiter

Für einen Kunden hat Ulla Macha­lett diesen beson­deren Hut kreiert. Der viel getra­gene Lieb­lingshut ist nun zur Auffri­schung wieder in der Werk­statt.

Altes Hand­werk neu gedacht

Modistenmeisterin Ulla MachalettMit 15 Jahren hat sie den Entschluss gefasst, Modistin zu werden. Eine Doku­men­ta­tion im Fern­sehen hat ihr Inter­esse geweckt. “Ich war ein krea­tives Kind, konnte meine Hände nicht still­halten, musste ständig werkeln und basteln.”

Das Modisten-Hand­werk, das heute das des Hutma­chers mit umfasst (Hutma­cher erstellten früher die Form, Modisten sorgten für den Schmuck),  exis­tiert gefühlt schon ewig, aber die Uten­si­lien und Maschinen haben sich kaum weiter­ent­wi­ckelt. Das wich­tigste Werk­zeug? Die Hände! Solides Hand­werk statt High­tech. Genäht wird bei Rotkäpp­chen designs. an Pfaff-Nähma­schinen aus den 60er Jahren. Der Hutweiter stammt aus den 30er Jahren und die kleine Maschine aus New York zum Nähen von Stroh­hüten ist etwa  100 Jahre alt.
Das heißt aber nicht, dass sich nichts tut in der Hut-Szene. Ulla Macha­lett fährt regel­mäßig zur “London Hat Week”, besucht span­nende Kurse, bildet sich weiter, ist wach und neugierig. “Es gibt neue Mate­ria­lien, mit denen inno­va­tive, sehr inter­es­sante Designs möglich werden”, erzählt sie.

Strohhutnähmaschine

Mit dieser 100 Jahre alten Maschine werden Stroh­bänder für Stroh­hüte zusam­men­ge­näht

Rotkäppchen designs.

Hut-Atelier von Ulla Machalett, Modistin

Werkstatt von Modistin Ulla Machalett

Hüte, Mützen, Kappen von Rotkäppchen designs.

Filz­roh­linge in den schönsten Farb­nu­ancen

Wissen weiter­geben

Auf den Hut gekommen: Natalie Uhl macht die Ausbildung zur ModistinEs gibt eine lange Tradi­tion des Hand­werks, die Weiter­gabe von Fähig­keiten ist so wichtig, damit diese nicht verloren gehen. Ulla Macha­lett  bildet in ihrem Hutate­lier aus. Gerade hat eine junge Auszu­bil­dende die Lehre bei ihr begonnen. Natalie Uhl ist  moti­viert und sehr begeis­tert von den schönen Hüten, die ihre Meis­terin kreiert. 3 Lehr­jahre wird es dauern, bis sie alle Tricks und Kniffe von Ulla Macha­lett gelernt hat. “Ich habe Betriebs­wirt­schaft studiert und gemerkt, dass ich lieber etwas Krea­tives, etwas mit den Händen machen möchte”, erzählt mir  Natalie.
Sie schneidet den Stoff für eine Kappe zu, hinter ihr biegen sich die Regale unter unzäh­ligen hölzernen Hutformen.  Laut Hand­werks­kammer gibt es in Hamburg zwei Auszu­bil­dende zum Modisten. Nicht viel, aber das Inter­esse an Ausbil­dungs­plätzen ist da. “Ich hatte mehrere Anfragen, auch schon für 2022”, lacht Ulla Macha­lett. Gerne gibt sie ihr Wissen weiter.

Natalie Uhl, Auszubildende bei Rotkäppchen designs

Natalie Uhl ist ein Hut-Fan und lernt das Hand­werk von der Pike auf.

Mehr Mut zum Hut

Kann es in Zeiten des “Downd­res­sings” eine echte Renais­sance des Hutes geben?  Ich denke ja! Wir könnten heute alles tragen, ein strenges Mode­diktat gibt es nicht. Ein Hut kann Looks komplett verän­dern. Wäre das nicht Grund genug, noch mutiger und schöp­fe­ri­scher zu agieren? Klar, was nicht auffällt, kann auch beim Betrachter nicht durch­fallen. Aber: Seien wir doch etwas mutiger!
Ulla Macha­lett kann die Mode­welt nicht auf den Kopf stellen, aber mit den Krea­tionen, die sie aus ihrem Hut zaubert, verleiht sie Köpfen Stil, Klasse und Indi­vi­dua­lität.

Einen Hut trägt man am besten mit Selbst­be­wusst­sein und einem Lächeln!

Modistenmeisterin Ulla Machalett

Rotkäpp­chen designs.
Modis­ten­meis­terin Ulla Anna Macha­lett
Glas­hüt­ten­straße 102
20357 Hamburg

Telefon: 040–88 14 53 64

www.rotkaeppchen-designs.de

Hüte, Mützen, Kappen von Rotkäppchen designs.

8 Gründe, die eindeutig für das Tragen von Hüten spre­chen:

  • Ein Hut schützt vor Regen und Sonne.
  • Unter einem Hut bleibt die Frisur, anders als unter einer Mütze, in Form.
  • Mit einem Hut lassen sich Outfits einfach aufwerten. Ein guter Hut hat einfach Klasse!
  • Auch Haare, die mal nicht so sitzen, können unter einem Hut einfach versteckt werden.
  • Mit Hüten kann man seinen Stil sehr indi­vi­duell gestalten.  Und irgend­wann hat sich unser Umfeld daran gewöhnt…
  • Unter einem Hut mit brei­terer Krempe kann man sich an “schlechten Tagen” einfach mal verkrü­meln…
  • Ein Hut verleiht einem Größe. Er schum­melt locker einige Zenti­meter hinzu.
  • Es gibt so tolle, wunder­schöne Hüte! Glück­li­cher­weise gibt es Hutmacher/Modisten, die wunder­volle, sehr schmei­chelnde Hutmo­delle maßfer­tigen und ihre Kunden gut beim Kauf beraten.

Rotkäppchen designs. Hamburg

Hüte – Rotkäppchen designs.

tragt mehr hut

Hut-Atelier von Ulla Machalett

Hutsalon von Ulla Machalett

Lust selber kreativ zu werden? Hier gehts zu den DIY-Ansteck­blüten mit Fransen

 

 

 

 

Novemberinspiration: Kekse und Papeterie

Novem­be­rinspi­ra­tion: Kekse & Pape­terie

November – wenn draußen das Wetter vor sich hin grault, das gefal­lene Laub aufge­klaubt und Garten oder Balkon winter­fest gemacht sind, können wir unsere Frei­zeit ruhig und gemüt­lich gestalten. Die eine oder andere Einla­dung zu Freunden trudelt ein, und es beginnt die Zeit der kleinen Aufmerk­sam­keiten und Mitbringsel.
Viel­leicht schreiben wir schon einmal ein paar Gruß­karten an liebe Menschen und wünschen ihnen eine schöne Vorweih­nachts­zeit? Oder wir backen die ersten Kekse. Hübsch verziert in kleinen Beuteln oder Schach­teln sind sie ein süßes, ganz persön­li­ches Mitbringsel. Wir können sie natür­lich auch selber naschen… zu einer guten Tasse Tee.
Setzen wir doch dem Grau draußen etwas Glanz entgegen! Dann wirken sogar die Regen­tropfen, die die Scheibe hinun­ter­rinnen, poetisch ‚und der Wind, der durch die kahlen Wipfel saust, klingt wie Musik.

Papeterie & Kekse

Kekse und Papeterie

Grußkarten schreiben...

Grußkarte von Rabe von Pappenheim

Gruß­karten 

Ich habe in Hamburg auf einem kleinen feinen Markt diese wunder­schönen Gruß­karten entdeckt. Der Papagei mit seinem leuch­tenden Gefieder hat es mir sofort angetan. Dazu ein geprägter Gold­stern (Dresdner Pappen, siehe unten) – wunder­schön!
Eigent­lich machen meine Kinder und ich Gruß­karten gerne selber (siehe  hier), aber manchmal ist die Zeit eben knapp, oder man benö­tigt sehr viele Karten für einen beson­deren Anlass. Da freut man sich über schön gestal­tete Gruß- oder Einla­dungs­karten aus profes­sio­neller Hand.
Der Papagei stammt aus einer sehr sympa­thi­schen Druckerei in der Nähe von Osna­brück, die vorwie­gend online ihr reiches Angebot vertreibt.

Gründerin Alex­andra Rabe von Pappen­heim war lange auf der Suche nach einer Druckerei, bei der nicht nur die Entwürfe stimmen, sondern auch die Qualität des Papiers. Nicht fündig geworden, grün­dete sie selber die Design- und Druck­ma­nu­faktur “Rabe von Pappen­heim” und bietet nun kreativ und sehr indi­vi­duell gestal­tete Druck­sa­chen für jeden Anlass auf exqui­siten Papieren an. Wer Lust hat, kann hier seine eigenen Vorstel­lungen  einbringen oder man verlässt sich einfach auf die Profis.

Es lohnt sich, auf der Seite von “Rabe von Pappen­heim”, www.von-pappenheim-druck.de einmal vorbei­zu­schauen. Dort findet man auch die Termine der Märkte, auf denen man die hübschen Produkte ganz analog anschauen und erwerben kann, sowie Gedichte, Verse und Text­vor­schläge für Karten und Einla­dungen aller Art.

(Gruß­karte “Papagei” mit Umschlag, Stk. 2 Euro zzgl. Versand)

Grußkarte von Rabe von Pappenheim

Wie gemalt…

Gruß­karten aus Italien

Ein weiteres Gruß­karten-Set, in das ich mich sofort verliebt habe, stammt aus der tradi­ti­ons­rei­chen Druckerei “Rossi” in Florenz (seit 1931 ein Fami­li­en­un­ter­nehmen!).
Auf 10 Klapp­karten aus Recy­cling­karton sind  Tier­mo­tive aus dem 17. und 18. Jahr­hun­dert im Letter­press­druck aufge­bracht. Das heißt, die Motive wurden mit einem Präge­stempel gedruckt, der nach histo­ri­schen Zeich­nungen erstellt wurde (mehr zu Letter­press gibts hier). Optik und Haptik der Karten sind fantas­tisch! Die Zusam­men­stel­lung der Tiere ist herr­lich unge­wöhn­lich.  Octopus, Hummer und Chamä­leon tummeln sich mit Sardinen, Affen und anderem pitto­resken Getier.  Passend zu Karten und Umschlägen gibt es auch Geschenk­an­hänger mit passenden Bändern. Erhält­lich ist beides unter www.manufactum.de.

Gruß­karten-Set und Geschenk­an­hänger sind übri­gens auch ein sehr beson­deres Mitbringsel oder Geschenk!

(10 Gruß­karten mit Umschlägen, 17 Euro, 10 Anhän­ge­eti­ketten mit Baum­woll­kor­deln, 9,80 Euro; zzgl. Versand)

Letterpress-Papeterie aus Italien

Geschenkanhänger aus einer italienischen Letterpress-Manufaktur

Papeterie aus Italien

Papeterie aus Italien

Dresdner Pappen

Die Dresdner Pappen gibt es in unter­schied­li­cher Ausfüh­rung (Sterne, Tannen­bäume, Tiere, etc.) sehr schön bei Angela Wieg­ling­hoff-Klei­ne­diek­mann unter  www.dresdner-pappen.de. Ihre Dresdner Pappen werden in kleinen Manu­fak­turen nach histo­ri­schen Vorlagen gear­beitet und haben eine ganz beson­dere Ausstrah­lung. Außerdem sind sie so viel­seitig einsetzbar – zu jeder Jahres­zeit und zu jedem Anlass.
Die kleinen Figuren und Schmuck­ele­mente aus fein geprägtem Karton werden seit Ende des 19. Jahr­hun­derts produ­ziert. Mit Gold- oder Silber­folie belegt, mutet die Pappe wie Metall an. Früher wurden Dresdner Pappen auch gerne als Christ­baum­schmuck verwendet.
Zieht man mit einer Nadel einen feinen Faden hindurch, kann man sie an Zweige hängen. Im Kerzen­licht schim­mern sie so schön!

(z.B. Sterne, 54er Set, 5,90 Euro zzgl. Versand)

Dresdner Pappen, nostalgisch und wunderbar

Dresdner Pappen, nostalgisch und wunderbar

Dresdner Pappen, nostalgisch und wunderbar

Kekse und Papeterie

Und die Kekse?

Sind ebenso wie die Karten und die Dresdner Pappen was fürs Auge! Und für den Gaumen.
An einem Markt­stand mit Kräu­tern und Tees habe ich beim Flanieren Zellofan­beu­tel­chen mit getrock­neten Rosen­knospen und getrock­neten Malven­blüten aus Bioanbau entdeckt. Schwups war ich inspi­riert. Und ja, es macht so viel Spaß, diese unkom­pli­zierten Kekse zu backen und zu verzieren!
Für den Zucker­guss habe ich aus dem Reform­haus schwarzen Johan­nis­beer-Mutter­saft und Aronia-Direkt­saft besorgt. Das färbt den Zucker­guss ganz natür­lich und verleiht ihm sogar noch ein wenig Geschmack.

Kekse - ein süßes Mitbringsel

Zutaten:
  • 500 g Mehl
  • 150 g Puder­zu­cker
  • 350 g kalte Butter
  • Puder­zu­cker zum Verzieren
  • Schwarze Johan­nis­beere, purer Mutter­saft oder Aronia-Direkt­saft
  • Gold-Zucker­perlen
  • Getrock­nete Rosen­knospen und Malven­blüten 
Zube­rei­tung:

Den Ofen auf 200 Grad vorheizen.
Mehl und Puder­zu­cker in eine Schüssel geben. Die kalte Butter in Stücke schneiden und hinzu­geben. Alles gut verkneten, so dass ein gleich­mä­ßiger Teig entsteht.
Den Teig ausrollen und Kekse ausste­chen. Auf ein mit Back­pa­pier ausge­legtes Back­blech legen und auf der mitt­leren Schiene gold­braun backen (ca. 10 Minuten). Abkühlen lassen.

Kekse - ein süßes Mitbringsel

Das Schönste am Kekseba­cken: Teig naschen!

Puder­zu­cker mit etwas Saft anrühren, mit einem Back­pinsel auf den Keksen  verteilen und mit je einer Malven­blüte und einer Gold-Zucker­kugel verzieren. Die Rosen­knospen vorsichtig ausein­an­der­nehmen und einige Blüten­blätter auf dem Zucker­guss mit einer Gold-Zucker­perle arran­gieren. Trocknen lassen.

Kekse mit getrockneten Rosen- und Malvenblüten

Kekse mit getrockneten Rosen- und Malvenblüten

(Die rest­li­chen Blüten lassen sich z.B. als Tee zube­reiten. Mit den Rosen­knospen kann man auch Reis­ge­richten und Eintöpfen ein feines Aroma verleihen.)

Mehr Kekse? Bitte hier entlang…
Oder viel­leicht selbst­ge­machte Scho­ko­la­dent­rüffel? Bitte hier entlang…

Geschenkanhänger aus einer italienischen Letterpress-Manufaktur

Dresdner Pappen, nostalgisch und wunderbar

Kekse & Papeterie

 

 

 

 

 

 


 

Kranz aus Naturmaterialien aus dem Wald

DIY-Herbst­de­ko­ra­tion: Wald­kranz

Ist der Wald nicht herr­lich? Gerade jetzt im Herbst, wenn schwe­bend leichte Nebel vom Boden aufsteigen und Krähen­schwärme mit ihren Rufen über die dunkel­bunten Wipfel kreisen. Hier ein Knacken, dort ein Rascheln – eine Wald­maus? Oder doch die Elfen und Wald­trolle aus unseren Kinder­ge­schichten?  Knub­be­lige Pilz­köpfe sitzen wie Wich­tel­mützen auf ihren Stän­geln und knor­rige Äste recken sich wie Arme eines Wald­riesen aus der bunten Laub­schicht.
Erste Fröste über­ziehen die Natur mit einem Hauch von feinem Glitzer und die kühle Luft duftet wunderbar modrig. Es ist märchen­haft und geheim­nis­voll im Wald… im Herbst!
Auf einem unserer Wald­spa­zier­gänge haben meine Kinder und ich allerlei Schätze im Wald gesam­melt und sie zuhause zu einem Kranz gewunden – einem echten Wald­kranz.

Waldspaziergang

Tannenzweige

Spaziergang im Wald

Waldstimmung

Wie auf eine weiße Lein­wand zeichnet die goldene Herbst­sonne ein Schat­ten­spiel auf den Körper des Pferdes…

Die Poesie des Waldes 

Mit federnden Schritten geht es über den Wald­boden, über Stock und Stein, Wurzel und Baum­stumpf, vorbei an Bach und See. Bei der Suche nach deko­ra­tiven Zutaten für unseren Wald­kranz wird der Blick geschärft. Wir sammeln trockenes, bieg­sames Geäst von Tannen und  mit Moos und Flechten besetzte Zweige. Rinden­stücke von Eichen und Birken werden auch gerne genommen. Erlen­zapfen und Hage­but­ten­zweige von Wild­rosen wandern in unseren Korb. Die Kinder finden noch getrock­nete Gräser, Samen­dolden, Hasel­nüsse und Federn.  Skur­rile Eichen­zweige und hübsche Lärchen­zapfen passen eben­falls. Über einem Ast hängt ein Bündel getrock­neter Ahorn­samen – hübsch!
Unser Körb­chen füllt sich rasch und es macht Spaß, im Wald auf die Suche zu gehen.

Waldkranz- Material sammeln

waldinspiration

Waldweg

waldinspiration

Wald­kranz binden 

Für den Kranz habe ich einen goldenen Metall­ring (Gold­ringe für Kränze gibt es z.B. hier) und goldenen Binde­draht besorgt. Ich finde es ganz hübsch, wenn das Gold hier und da ein wenig durch all die getrock­neten Natur­ma­te­ria­lien blitzt.
Nadel­lose Tannen­zweige und bieg­same Birken­zweige eignen sich als Basis. Wir haben sie bündel­weise mit Draht um den Ring gebunden.
Und dann haben wir unserer Fantasie freien Lauf gelassen und all unsere Fund­stücke in den Wald­kranz einge­bunden. Mit kleinen Draht­stü­cken kann man Zweige, Gräser, Zapfen, Federn und Co. an dem Ring befes­tigen. Ganz zum Schluß haben wir Rinden­stücke und Hasel­nüsse in ihren Hüllen mit der Heiß­klebe-Pistole auf dem Kranz befes­tigt.

Zutaten für einen Waldkranz

Getrocknete Gräser für einen Waldkranz

...aus dem Wald

Nüsse in ihren bizarren Hüllen passen gut zu unserem Kranz.

Waldkranz Inspiration

Waldkranz

Nicht aus dem Wald, aber hübsch zum Wald­kranz: zwei Deko-Vögel und ein paar blaue Dros­sel­beeren.

Waldkranz mit Federn

Waldkranz mit Federn

Es war span­nend zu sehen, wie unser Wald­spa­zier­gang sich peu à peu in unserem Wald­kranz mani­fes­tierte.
Mit Samt­bän­dern haben wir den Kranz an einem alten Messing­haken aufge­hängt

waldinspiration

Birkenrinde

Ist es nicht toll, wie sich die weiße Birken­rinde in Locken vom umge­stürzten Stamm löst?

Waldkranz mit Birkenrinde

Hagebutten

Waldkranz

Frieden findet man nur in den Wäldern”
Michel­an­gelo (Maler, Dichter Bild­hauer, 1475 – 1564)

Tipp:

Apfelkuchen mit StreuselnWie wäre es nach dem Spazier­gang mit einem Apfel­ku­chen oder einem heißen Steck­rü­ben­ein­topf an frischer Luft?
Hier gehts zu:
Die Schön­heit des Einfa­chen – ein Outdoor-Herbsttag

 

 

 

 

 

Farbpigmente - Aufmacher

Die Geschichte der Farb­pig­mente – faszi­nie­rend und inspi­rie­rend

Farbe ist eine Kraft, die die Seele direkt beein­flusst”

Wassily Kandinsky (1866–1944)

Herbst- und Winter­nach­mit­tage  sind wie gemacht für einen Besuch in einer Kunst­aus­stel­lung. Zeit, einmal wieder in Ruhe die Gemälde der alten Meister zu studieren und zu  bestaunen. Die faszi­nie­renden Details, die Licht­stim­mungen und natür­lich die betö­renden Farb­welten.
Ich habe vor einiger Zeit ein Buch über Farb­pig­mente entdeckt, das ich hierzu einmal empfehlen möchte. Es hat meinen Blick auf die zum Teil jahr­hun­der­te­alten Meis­ter­werke noch einmal geweitet. Und es hat mich nach­haltig inspi­riert…

Farb­pig­mente – 50 Farben und ihre Geschichte”

Autor des Buches ist David Coles –  Gründer  der austra­li­schen Firma Langridge Artist Colors – einer der welt­weit renom­mier­testen Hersteller von Ölfarben für Künstler. Coles hat mich mit seinen kompakten Texten  auf eine Reise durch die Welt der Farben mitge­nommen. Denn schließ­lich sind es die Farb­pig­mente, winzige Farb­teil­chen, die den gran­diosen Male­reien zu Grunde liegen. Die berau­schendes Rot, bestechend schönes Blau und so viele Farben mehr entstehen lassen. Ich finde, sie sind es wert, dass wir mal einen Blick auf ihre Geschichte werfen.

Farbpigmente - Buchvorstellung und Inspirierendes

David Coles Buch "Farbpigmente - 50 Farben und ihre Geschichte"

Einblick in das Buch. David Cole – Farben sind sein Leben.

Im Rausch der Farben

Im Laufe der Geschichte waren Künstler und Alche­misten immer bestrebt, neue Farben zu  entde­cken. Es war ein span­nender Prozess der stän­digen Entwick­lungen. Pigmente von außer­ge­wöhn­li­cher Rein­heit und Ausstrah­lungs­kraft bilden die Grund­lage für beein­dru­ckende Male­reien. Einige Farb­pig­mente hielten den Erwar­tungen stand, andere verschwanden wieder von der Bild­fläche.

Bild aus dem Buch: Farbpigmente von David Coles

© Adrian Lander / “Zinnober – ein Rot, das Minen­ar­beiter bekannt­lich geis­tes­krank machte.”

Pigmente – kostbar bis tödlich

Manche Farb­pig­mente waren einst wert­voller als Gold, andere entpuppten sich als  so giftig, dass zahl­reiche Menschen erkrankten oder gar starben.
David Cole verrät uns auch, welche Tiere für das im 16. Jahr­hun­dert sehr gefragte Kosche­n­ille ihr Leben lassen mussten und nach wem die Kobalt-Pigmente benannt sind.
Meine Kinder fanden die Geschichten über Pigmente, die aus Gebeinen gewonnen wurden, am span­nendsten – Bein­schwarz und Bein­weiß.
Als schau­rige Hallo­ween-Story taugt die Gewin­nung von Mumi­en­braun. Hier verrät der Name tatsäch­lich seine Herkunft. 

Bild aus dem Buch: Farbpigmente von David Coles

© Adrian Lander “Mumi­en­braun – dieses Pigment ist genau das, was sein schau­riger Name nahe­legt.”


Neugierig habe ich Seite für Seite verschlungen. Am Ende verdeut­li­chen Rezepte die Herstel­lung von Pigmenten, und Cole erklärt auch, wie daraus Farben werden. Das Buch ist kurz­weilig, sehr gut lesbar und wunder­schön anzu­schauen. Die fantas­ti­schen Foto­gra­fien des Foto­grafen Adrian Lander wecken die Lust, das Buch immer wieder durch­zu­blät­tern.
Ich greife gerne nach dem Buch, schlage nach, bleibe an den Bildern hängen, lese meinen Kindern Passagen vor. Das Buch macht Lust auf die weitere Ausein­an­der­set­zung mit Farben und ihren Pigmenten.

Einsicht in das Buch "Farbpigmente - 50 Farben und ihre Geschichte/David Cole

Einblick in das Buch mit den span­nenden Fotos von Adrian Lander

Bild aus dem Buch: Farbpigmente von David Coles

© Adrian Lander “Tyri­scher Purpur – das wert­volle Pigment stammt von einer räube­ri­schen Meeress­schnecke.”

 

Farb­pig­mente – 50 Farben und ihre Geschichte” von David Coles mit Foto­gra­fien von Adrian Lander  ist 2019 im Haupt Verlag erschienen.

Film-Tipp und weitere Empfeh­lungen:

Die Lektüre des Buches “Farb­pig­mente – 50 Farben und ihre Geschichte” weckt die Erin­ne­rungen an einen wunder­schönen Film: “Das Mädchen mit dem Perlen­ohr­ring” aus dem Jahre 2003, basie­rend auf dem Roman von Tracy Cheva­lier. Sie hat sich von dem unbe­kannten Mädchen aus dem Gemälde “Meisje met de parel” (Mädchen mit dem Perlen­ohr­ge­hänge) des nieder­län­di­schen Malers Johannes Vermeer (1632–1675) zu einer fiktiven Geschichte inspi­rieren lassen.

Der Film mit Colin Firth und Scar­lett Johansson passt wunderbar zu dem Buch und besticht durch seine wunder­schönen Bilder und die Musik. Im Film wird Griet, die junge Magd, in den Prozess der Farb­her­stel­lung einge­weiht. Was im Film sehr ästhe­tisch anmutet, war in Wirk­lich­keit eine giftige und oft sehr teure Ange­le­gen­heit.

Das Mädchen mit dem Perlen­ohr­ring”, Groß­bri­tan­nien 2003

Filmtipp: Das Mädchen mit dem Perlenohrring"

Diese magi­sche Leucht­kraft…

Wir betrachten ein Gemälde wie “Das Mädchen mit dem Perlen­ohr­ge­hänge” viel­leicht noch  inter­es­sierter, wenn wir wissen, woraus die damals verar­bei­teten Farben bestanden und wie mühsam und aufwändig es war, über­haupt an die notwen­digen Pigmente zu gelangen.

Erst wenn  wir vor einem Origi­nal­ge­mälde stehen, entfalten die Farben ihre wahre Wirkung und verschlagen uns manches Mal die Sprache. Die Dichte und Kraft, das inten­sive Leuchten, die Rein­heit und die Viel­schich­tig­keit lassen sich hier am Bild­schirm ja nur erahnen.
Deshalb ist ein Besuch des wunder­baren Gemäldes von Johannes Vermeer, das in  im Maurits­huis in Den Haag in den Nieder­landen zu bestaunen ist, unbe­dingt lohnens­wert.  Es gehört wohl zu den belieb­testen Gemälden der Kunst­ge­schichte und ist, ob seiner Schlicht­heit und genialen Klar­heit, ein Para­de­bei­spiel für die Wirkung von Farben.

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge/Vermeer

Johannes Vermeer ’
Meisje met de parel’, c. 1665 
Maurits­huis, Den Haag

Tipp:

Auf der Webseite des Maurits­huis gibt es einen unglaub­lich inter­es­santen Blog: “Girl with a blog” von der Gemäl­de­re­stau­ra­torin Abbie Vandi­vere. Im Früh­jahr 2018 wurde das “Mädchen mit dem Perlen­ohr­ge­hänge” von Wissen­schaft­lern und Restau­ra­toren genau unter die Lupe genommen. Es gibt neue Erkennt­nisse zur Maltechnik und den verwen­deten Farb­pig­menten. Abbie Vandi­vere lässt uns an diesen Erkennt­nissen teil­haben und erklärt peu à peu, welche Pigmente Vermeer verwendet hat.
Es lohnt sich wirk­lich sehr, dort einmal rein­zu­schauen: bitte hier entlang!

Maurits­huis
Plein 29
2511 CS Den Haag
Nieder­lande
www.mauritshuis.nl

Und noch mehr Lese­stoff…

Wer nun  noch Lust auf einen einen wunder­baren thema­tisch passenden Roman  hat, dem möchte ich den Roman von Renate Feyl “Lichter setzten über grellem Grund” ans Herz legen. Der Roman ist bereits 2011 erschienen.
Renate Feyl hat einen span­nenden und sehr leben­digen Roman über das Leben der bedeu­tendsten Porträt­ma­lerin des 18. Jahr­hun­derts, Elisa­beth Vigée-Lebrun, geschrieben. Auch sie entführt uns in die Welt der Farben.

Vor dem Hinter­grund der fran­zö­si­schen Revo­lu­tion und einem Europa des Umbruchs hat sich Elisa­beth Vigée-Lebrun ihrer Kunst mit einer unstill­baren Neugier und  Leiden­schaft gewidmet. Mit ihr entde­cken wir die Geheim­nisse der Farben­fa­brik, mit ihr begeben wir uns auf die Suche nach der “Farbe des Lebens, die in allen anderen Farben wie ein Keim aufging, die sie trug und zur Entfal­tung brachte…” (Zitat S. 73). Vigée-Lebrun hat in ihren Porträts einen modernen, freieren Ton ange­schlagen. Feyl setzt das Leben der mutigen Frau mitrei­ßend in Szene. Ein histo­ri­scher Roman, ein inter­es­santes und atmo­sphä­ri­sches Zeit­por­trät!

Hier noch ein Ausschnitt zum oben bereits erwähnten Mumien-Pigment:
“Mumie besaß(…) eine still­wir­kende Kraft, denn so wie das Mond­licht sich in die Farben einschmolz, glät­tete Mumie die Kontraste und band alles Unru­hige. Der hauch­feine Staub von zermah­lenen Resten ägyp­ti­scher Mumien gab den Farben eine unsicht­bare Konstanz, ließ sie geschlossen und behar­rend wirken…” (Zitat S. 166 unten)

Romanempfehlung: Renate Feyl "Lichter setzen über grellem Grund"

Wer jetzt neugierig geworden ist:

Der Roman “Lichter setzen über grellem Grund” von Renate Feyl ist im Verlag Kiepen­heuer & Witsch erschienen.

Pigmente - faszinierend und inspirierend

Pigment Kobalt­blau, hell

 

 

Mehr Lust auf Kunst? Schauen Sie doch mal hier…

Übri­gens:

Wer noch ein Kunst­mu­seum in seiner Nähe sucht, kann ja einmal diese Wiki­pedia-Liste von inter­na­tio­nalen Kunst­mu­seen studieren…

 

 

 

 

 

 

Buchweizentorte mit Zwetschgen

Buch­wei­zen­torte mit Zwetschgen

Kind­heits­re­zepte sind wie Souve­nirs aus einer Zeit, in der für die meisten von uns alles leicht, sorglos und bunt erschien. Unser Gaumen und  unser Geruchs­sinn liefern uns  immer wieder Erin­ne­rungen an Fest­tage, Urlaube, Sonn­tags­aus­flüge. Viel­leicht erin­nern wir uns auch einfach an Momente, in denen wir mit Freunden und Familie um einen Tisch saßen, redeten und lachten.  Augen­blicke, in denen sich die kleine Welt um uns herum genau richtig anfühlte.

Die Welt braucht Kuchen!

Ich denke gerne an die Zeiten der klas­si­schen Sonn­tags­aus­flüge zurück. Eines meiner Kind­heits­re­zepte ist die Buch­wei­zen­torte mit Zwetschgen. Es gab sie immer in einem unserer Lieb­lings-Cafés im Künst­ler­dorf Worps­wede. Das Café gibt es so leider nicht mehr – der Geschmack der köst­li­chen Torte ist mir jedoch stets in Erin­ne­rung geblieben. Deshalb habe ich einmal versucht, die Buch­wei­zen­torte zu rekon­stru­ieren. Denn sie ist mehr als nur eine Torte… sie ist der Geschmack meiner wunder­baren Kindheit…und jetzt im Herbst schmeckt sie am besten.

Buchweizentorte – der Geschmack von Herbst

Das Blau der Zwetschgen

Ich mag den Herbst. Das Licht verän­dert sich, die Düfte werden schwerer. Iinten­sive und warme  Farben  erfüllen unsere Sinne. Die Zeit der knis­ternden Kamin­feuer beginnt. Das Blau der Zwetschgen passt ganz wunderbar dazu. Es ist herr­lich hinter­gründig und fügt sich in diese Stim­mung, in der wir wieder dichter zusam­men­rü­cken, es uns gemeinsam gemüt­lich machen.

Verliere mich in Zwetsch­gen­blau,
Zinno­berrot und Himmel­grau.
Der Herbst ist nicht geneigt zu geizen
mit seinen dunkel­bunten Reizen.
Ein tiefes Gold, ein schweres Grün
Ich mag dies wunder­same Glühen…

Zwetschgen passen toll zu Buchweizen

Buch­weizen – ein Pseu­do­ge­treide

Der Name mag irre­füh­rend sein, aber Buch­weizen ist kein Getreide.  Bota­nisch gehört die Pflanze zu den Knöte­rich­ge­wächsen. In letzter Zeit erlebt Buch­wei­zen­mehl eine Renais­sance, da es gluten­frei ist und somit für viele Menschen eine tolle und sehr gesunde Alter­na­tive zu Weizen darstellt.
Mit seinem kräf­tigen Geschmack und seiner leicht grauen Farbe eignet sich Buch­weizen gut für Torten, finde ich. Und die Kombi­na­tion mit aroma­ti­schen Zwetschgen erscheint mir nahezu perfekt!

Buchweizenmehl – gesund, lecker und glutenfrei

Aber nun zur Buch­wei­zen­torte mit Zwetschgen:

 

Zutaten:
  • 1,2 kg Zwetschgen
  • gemah­lene Vanil­le­schote
  • Kardamom
  • Rohr­zu­cker
  • 1 Päck­chen  Torten­guss (rot)
  •  even­tuell 2 EL Pflau­men­mar­me­lade oder etwas roten Saft

 

  • 200 g zimmer­warme Butter
  • 200 g Rohr­zu­cker
  • 6 Bio-Eier (Eiweiß und Eigelb trennen)
  • 200 g Bio-Buch­wei­zen­mehl
  • 200 g gemah­lene Mandeln
  • Salz
  • 1 Beutel Bourbon-Vanil­le­zu­cker
  • 1 TL Back­pulver

 

  • 1000 ml  Schlag­sahne
  • 2 Beutel Sahnesteif
  • 1 Beutel Bourbon-Vanil­le­zu­cker
  • 1 Tafel Zart­bit­ter­scho­ko­lade 70% oder Scho­kost­reusel bzw. ‑flocken für die Deko­ra­tion

Zwetschgen

Zube­rei­tung:

Zwetschgen zuckern und mit Kardamom bestreuenDen Back­ofen auf  175° (Umluft) vorheizen.
Die gewa­schenen Zwetschgen entsteinen und in Viertel schneiden. Die Zwetsch­gen­spalten auf ein Back­blech oder in eine Ofen­form legen und gleich­mäßig mit gerie­bener Vanil­le­schote, etwas Kardamom und braunem Zucker bestreuen. Das Blech für ca. 20 Minuten in den Ofen schieben. Die Zwetschgen werden so schön weich und entfalten ein tolles Aroma. Abkühlen lassen.

Eischnee für Buchweizentorte mit ZwetschgenFür den Teig die weiche Butter mit dem Zucker und den Eigelben schaumig rühren. Mehl, Back­pulver, eine Prise Salz, Mandeln und Vanil­le­zu­cker hinzu­geben und vermi­schen.
Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und unter den Teig heben.
Eine Spring­form mit Back­pa­pier auslegen und den Teig gleich­mäßig einfüllen.
Die Form nun in den kalten Back­ofen schieben, auf 160° (Umluft) stellen und 1 Stunde backen. Stäb­chen­probe machen. Ist der Teig fertig, aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchen­gitter abkühlen lassen und dann mit einem Zwirn in zwei oder drei Teile schneiden.

Buchweizentorte mit Zwetschgen

Torten­boden und Zwetschgen lassen sich auch gut am Vortag vorbe­reiten. Die Torte kann mit zwei oder drei Böden ange­fer­tigt werden. Ich habe sie einmal mit zwei Böden auspro­biert, so besteht sie aus weniger Sahne. Etwas Sahne kann man dann extra auf den Tisch stellen. Bei der drei­stö­ckigen Vari­ante hat man eine Sahne­schicht mehr.

Die Buch­wei­zen­torte zusam­men­bauen:

Den Torten­boden mit einem Torten­ring umgeben. Die Zwetschgen auf dem unteren Boden verteilen. Den Torten­guss mit in Wasser aufge­löster Pflau­men­mar­me­lade oder rotem Saft nach Packungs­an­wei­sung zube­reiten und über den Zwetschgen verteilen.

Die Sahne mit Sahnesteif und Vanil­le­zu­cker schlagen. Etwas Sahne auf der Zwetsch­gen­schicht verteilen. Den nächsten Boden auflegen. Nun entweder die ganze Torte mit Sahne umgeben, oder –  bei drei Böden – noch eine Sahne­schicht einbauen und dann erst die Torte mit einer dünnen Sahne­schicht umgeben.

Selbstgemachte Schokoflocken für Buchweizentorte

Abschlie­ßend die Zart­bit­ter­scho­ko­lade frisch reiben und die Flocken auf der Torte verteilen (oder fertige Streusel verwenden).
Wer mag, kann die Torte mit frischen Zwetsch­gen­spalten verzieren.

Buchweizentorte mit Zwetschgen und Vanillesahne

Tischdecke mit Zinn

Buchweizentorte mit Zwetschgen

Lecker bis zum letzten Krümel!
Also schnell noch ein paar Zwetschgen besorgen und viel­leicht auch einen kleinen Vorrat einfrieren…

Übri­gens: Zwetschgen sind zwar eine Unterart von Pflaumen, ihr Frucht­fleisch ist aber fester und säuer­li­cher. Darum passen sie so gut auf süße Kuchen oder Torten. Ihre Schale ist Blau-Violett und oft von einem weißen Frucht­wachs bedeckt, das die Frucht schützt.

Zwetschgen für Buchweizentorte

Viel Spaß und guten Appetit!

 

Dies ist ein Herbsttag …

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

(Chris­tian Fried­rich Hebbel, 1813–1863)

 

Zwetschgen

Was passt noch auf den herbst­li­chen Kaffee­tisch? Apfel­ku­chen geht immer!