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Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer – ein Porträt

Schon der Klang des Namens macht neugierig: Das 7. Zimmer.
Ich denke an eine verwun­schene alte Villa in einem geheim­nis­vollen Garten, durch die man von Zimmer zu Zimmer streift. Bis man plötz­lich vor diesem einen steht– dem 7. Zimmer, in der Hoff­nung verhar­rend, dass sich hinter dieser Tür etwas Beson­deres verbirgt. Eine Samm­lung kost­barer kleiner Schätze etwa?

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Tatsäch­lich geht es mir immer so, wenn ich durch den schönen Hamburger Stadt­teil Eppen­dorf  schlen­dere und plötz­lich durch eine hohe Torein­fahrt über Kopf­stein­pflaster  den Innenhof einer ehema­ligen Brot­fa­brik betrete. Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein PorträtDie kleine unschein­bare Tür mit dem hand­ge­malten Schild darüber und die noncha­lante Deko­ra­tion davor haben es mir angetan.
Wenn ich die steile Holz­stiege hinter der Tür empor steige, tauche ich ein in eine kleine fran­zö­si­sche Welt der schönen Dinge. Brocante (frz. Trödel, Anti­qui­täten) – fran­zö­si­sche Gebrauchs­ge­gen­stände, Länd­li­ches, Mobi­liar, Antikes – alles mit einer herr­li­chen Patina der letzten Jahr­zehnte.

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Für mich, als passio­nierte Schatz­su­cherin, ist es ein Para­dies. Geschaffen vor 20 Jahren auf dem Dach­boden des Pfer­de­stalls einer alten Brot­fa­brik.Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt “Noch in den 40er Jahren wurde in der Fabrik Brot geba­cken und hier unten schnauften die Pferde”, erzählt mir Gabriela Kost.  Schon immer hatte sie ein Faible für Antikes aus Frank­reich. Für all die schönen Dinge, die nicht nach Perfek­tion streben, sondern mit ihrer Unvoll­kom­men­heit bestechen. So hatten die Garten­stühle Rost­spuren, Sitz­polster von Stühlen waren geflickt und die Farbe der Eisen­tisch­chen war abge­platzt. “Anfangs dachte so mancher, ich wolle  hier einen Schrott­handel eröffnen”, lacht sie. “Möbel mit dieser Art von Patina waren damals noch etwas unge­wöhn­lich…”, berichtet sie weiter. Aber sie ließ sich nicht beirren. “Ich hatte damals nichts, ausser einer kleinen Samm­lung schöner Dinge zuhause. So bin ich erstmal nach Paris gefahren, habe auf den berühmten Antik- und Floh­märkten der Stadt einge­kauft und ange­fangen mir ein Händ­ler­netz­werk aufzu­bauen.”

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Haus­hündin “Sugar” begrüßt von ihrem Thron aus die Besu­cher.

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Viele haben den Traum vom eigenen Laden, manche den Mut ihn zu verwirk­li­chen und wenige das Glück eine Erfolgs­ge­schichte daraus zu machen. Das rich­tige Händ­chen gehört natür­lich auch dazu. Ein Vorteil: Durch ihre guten Kontakte zur  Hamburger Stylisten-Szene war das 7. Zimmer schnell als Requi­si­ten­ver­leih für Foto­pro­duk­tionen eine beliebte Adresse. Die Patina und Ausstrah­lung der Möbel und Acces­soires sind ja auch eine wahre Freude für jeden Foto­grafen und Stylisten.

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

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Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

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Poesie aus vergan­gene Zeiten…

Das 7. Zimmer - französisches Flair in HamburgDas Schau­fenster des kleinen Show­rooms direkt an der Hegestraße gibt mir einen Vorge­schmack auf die Schätze im Hinterhof.  Mitt­ler­weile gehört auch der urige alte Pfer­de­stall  zum 7. Zimmer – ideal für die Insze­nie­rungen der fran­zö­si­schen Anti­qui­täten. Zwischen rusti­kalen Holz­ti­schen, Stühlen, über­di­men­sio­nalen Indus­trie­leuchten und vielem mehr warten Kübel voller Zweige, Blüten und Pflanzen auf ihre Bestim­mung. “Immer vor Weih­nachten fertigen wir beson­dere Kränze. Jedes Jahr wieder anders.” Sie zeigt mir einen Kranz mit einge­ar­bei­teten, alten Kuhglo­cken.
Ich finde es faszi­nie­rend, wie dieses Ambi­ente dazu anregt, Gebrauchs­spuren nicht nur zu dulden, sondern die Ästhetik darin zu entde­cken. Gabriela Kost nimmt die Dinge aus ihrem Zusam­men­hang und insze­niert sie neu, anders. “Dinge, die ich nicht mag, kommen mir nicht die Treppe hoch!” verrät sie mir entschlossen.

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

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Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Durch ihre Arran­ge­ments zeigt sie auf, wie man Objekte in ein beson­deres Licht rücken kann. Sie schärft den Blick für Details, für vermeint­liche Neben­säch­lich­keiten, die durch ihre Geschichte plötz­lich zu etwas Beson­derem geworden sind. Ich greife nach einem uralten dicken, wunder­schönen Leinen­sack. Das er ein Loch hat, stört mich nicht. Er hat das Charisma gelebten Lebens und würde sicher als “Über­topf” für meine große Glücks­kas­tanie perfekt aussehen.

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Heute spre­chen wir viel von Nach­hal­tig­keit – es ist wohl kaum etwas nach­hal­tiger, als sich mit Dingen zu umgeben, die es sowieso bereits seit Jahr­zehnten gibt und noch viele weitere geben kann. Zudem sie meis­tens von exzel­lenter Qualität und irgendwie unver­wüst­lich sind. In gewisser Hinsicht also ein sehr modernes Konzept!

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

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Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das Geheimnis des Erfolgs

Hinter das Geheimnis von Gabriela Kosts Erfolg bin ich schnell gekommen: Pure Leiden­schaft und eine Liebe und Begeis­te­rung für ihr Sorti­ment. Jedes Teil sucht sie persön­lich aus. Dabei verlässt sie sich ausschließ­lich auf ihr Gespür. Und das kann sie auch.  “Alles, was hier steht, würde ich mir auch zuhause hinstellen”, so die krea­tive Spezia­listin. “Ich verbringe hier so viel Zeit – ich könnte es nicht ertragen, von Dingen umgeben zu sein, die ich nicht schön finde.” Am liebsten ist es ihr, ihre Schätze in guten Händen zu wissen, hängt doch ihr Herz daran.
Mir gefällt ihre Haltung zu den Dingen, ihre Linie. Das macht sie zu einer festen Größe in der Inte­rior-Szene. Wenn ich im 7. Zimmer umher­stö­bere, werde ich immer ange­steckt von so viel krea­tiver Schaf­fens­lust.

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Wer in Hamburg lebt oder Hamburg besucht, kann selber einmal die schmale Stiege hinauf steigen. Wer nicht die Möglich­keit hat, den mag mein Text bestärken, den Blick offen zu halten. Pinte­rest-Boards und Insta­gram-Posts können die reale Wahr­neh­mung und Inspi­ra­tion eben nicht ersetzen. Das Sehen, das Berühren, das Ergreifen und das Nicht-mehr-Loslas­sen­wollen, das sich Verzau­bern­lassen. Ich finde es schön, dass es immer noch unver­wech­sel­bare Läden wie das 7. Zimmer gibt. Sind es doch diese beson­deren Adressen, die   unsere Stadt­viertel prägen und den Charme eines Quar­tiers ausma­chen. Und darum geht es doch.

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

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Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer von Gabriela Kost ist in der Hegestraße 7 in Hamburg zu finden.

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

 

 

Fashion-DIY: Ansteckblumen

Fashion-DIY: Ansteck­blüten

Wenn uns die dunkle Jahres­zeit manchmal zu trübe und trist erscheint, ist der klügste Weg, ihr mit einem Lächeln und Augen­zwin­kern zu begegnen. Mein Tipp:

Steck Dir eine Blüte ans Revers und mach das Beste draus!”

Fashion-DIY: Ansteckblüten

Flora und Fauna spielen in der Mode immer wieder eine große Rolle. Ob jetzt im Herbst (sehr schön übri­gens bei Desi­gner Elie Saab – Fall-Winter 2018/19) oder im kommenden Früh­jahr. Große und kleine Blüten tummeln sich auf Klei­dern, Röcken und Mänteln.
Mein nach­hal­tiger Beitrag zu diesem sehr schönen Mode­trend: Opulente Ansteck­blüten mit Fransen zum Selber­ma­chen.
Aus Leder-, Woll- und Stoff­resten (z.B. Jeans) sowie hübschen Kordeln und Bändern kann man jeder der Ansteck­blüten ein indi­vi­du­elles Fran­sen­kleid verpassen. Die Reste kommen so zu neuen Ehren, und den Blüten stehen sie ausge­zeichnet.

DIY-Ansteckblütenmit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Das Spiel mit Mate­ria­lien, das Neben­ein­ander von Leder, Stoff, Wolle und Kunst­fell in opulenten Farb­welten macht riesigen Spaß.
Jeans­stoff eignet sich hervor­ra­gend und erdet Gold­kordel & Co.
Leder­reste gibt es in Bastel­läden, auf Wochen­märkten (ich habe schöne kleine Leder­stücke auf dem Hamburger Isemarkt gefunden) oder im Internet. Es sollten aller­dings dünne Leder sein, die geschmeidig fallen. Ich würde darauf achten, dass die Mate­ria­lien im Mix hoch­wertig wirken.
Schöne Kunst­blumen findet man in Blumen­cen­tern, Einrich­tungs­läden oder auch online. Wer das Glück hat, Vintage-Blüten im Second­hand­shop oder auf dem Floh­markt zu finden, kann sich glück­lich schätzen. Oft sind sie beson­ders hübsch gear­beitet.

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Der Aufwand hält sich – vergli­chen mit der Wirkung – in Grenzen. Nadel, Faden, ein Fingerhut und eine Sicher­heits­nadel, mehr Hand­werks­zeug ist nicht nötig. Genäht wird mit der Hand, aber wer eine gute Nähma­schine besitzt, die auch durch kräf­tige Mate­ria­lien näht, kann natür­lich auch mit der Maschine arbeiten.
Ich arbeite hin und wieder aber gerne mit der Hand, und hier bietet es sich an.

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüte mit Fransen

Ansteck­blüte auf Kunst­fell

Die Ansteck­blüten indi­vi­dua­li­sieren  jedes Outfit. Auch an Taschen oder Hüten machen die anhäng­li­chen Blüten eine tolle Figur. Einmal ange­fangen, könnte man ständig neue, tolle Mate­ria­lien und Farb­zu­sam­men­stel­lungen kreieren. Frei nach dem Motto der  Schrift­stel­lerin Lydia Maria Child (1802–1880):

Warum sollen wir uns alle nach der selben Mode kleiden? Der Frost malt mir nie dieselben Eisblumen zweimal an mein Fenster”

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

 

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Statt die Blüte direkt an das Klei­dungs­stück zu heften, kann man sie auch an ein breites Samt­band stecken und mit einer rück­wärtig fallenden Schleife um den Hals binden…

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Mit Seiden­pa­pier in Schach­teln verpackt, geben die Ansteck­blüten ein wunder­bares Geschenk ab…

Mate­rial:

  • Kunst­blume
  • passende Stoff- und Leder­reste, in schmale Streifen geschnitten
  • ein recht­eckiges Stoff­stück, z.B. Jeans oder breites Schlei­fen­band (siehe Bilder), ca. 10 x 17 cm
  • Bänder, Kordeln, Kunst­fell-Garn, Woll­reste (ich habe z.B. einen alten Schal aufge­löst…)
  • passendes Nähgarn + Nadel + Schere
  • Fingerhut
  • Sicher­heits­nadel (oder Ansteck­nadel zum Aufnähen oder Klemm-Clip)

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Schöne Leder­reste gibt es z.B. auf dem Wochen­markt…

Anlei­tung:

Das recht­eckige Stoff­stück dient als Grund­lage. Auf eine Kanten­ver­säu­be­rung  habe ich verzichtet. Franst der Stoff unschön aus, könnte man eine feine Zick­zack­naht an die Kante setzen. Auch ein breites, festes Schlei­fen­band  funk­tio­niert gut. Mit Nadel und Faden das Stoff­stück mittig ein wenig zusam­men­fassen, so dass eine leichte Schlei­fen­form entsteht.

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Rück­an­sicht. Keine Sorge, die sicht­baren Stiche werden später verdeckt.

Nun kann man beginnen, die zuge­schnit­tenen Fransen mittig auf der Grund­lage fest­zu­nähen. Ein Fingerhut hilft, die Nadel durch dickeren Stoff oder Leder zu stechen.

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Sind alle Fransen fixiert, können die Blätter befes­tigt werden. Bei einigen kann man durch die Stängel stechen, andere näht man durch die Blätter fest.

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

Abschlie­ßend wird die Blüte fixiert. Ich habe sie ganz vom Stängel gelöst und durch die unteren Blüten­blätter mit einigen festen Stichen ange­näht.

Fashion-DIY: Ansteckblüte mit Fransen

Eine Broschen­nadel, Klemme oder Sicher­heits­nadel kann man am besten auf einem Stück Schlei­fen­band fest­nähen. Dieses dann, mit einge­schla­genen Seiten, von hinten mit unsicht­baren Stichen fest aufnähen – so wird auch das Stich-Wirr­warr verborgen.

Fashion-DIY: Ansteckblüten mit Fransen

DIY-Ansteckblütenmit Fransen

Fashion-DIY: Ansteckblüte mit Fransen

Viel Spaß beim Auspro­bieren!

 

 

 

 

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Kint­sugi – wenn Kera­miknarben zu Gold­spuren werden

Ich möchte erzählen, wie Kint­sugi –  die alte japa­ni­sche Technik des “Gold­fli­ckens” – eine kleine Narbe in meinem Herzen geschlossen hat:
Bis vor einigen Jahren leuch­tete mal hier, mal da eine kleine dick­bau­chige, gelbe Porzel­lan­vase in unserem Haus. Fili­gran und kunst­voll bemalt mit Blumen, hat sie mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht gezau­bert. Bis zu dem Tag, als sie mir einfach aus der Hand fiel. Zack!
Scherben bringen Glück? Das mag für profane Früh­stückstassen gelten, nicht aber für die kleine gelbe Vase, die ich vor vielen Jahren von meiner Groß­mutter geschenkt bekommen habe.
So ein lieb­ge­won­nenes Erin­ne­rungs­stück darf nicht einfach zu Bruch gehen. Aber es geht. Manchmal ist auch das Teil der Geschichte.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Dingen, die wir benutzen und gebrau­chen, müssen wir erlauben, die Patina des Alters und Gebrauchs­spuren anzu­setzen. Es sind die kleinen Macken, die Risse, die Abschür­fungen, die uns die ganz persön­li­chen Geschichten zu den Objekten erzählen.
Und beson­dere, kost­bare Objekte nur zu schonen und im sicheren Schrank zu verwahren, halte ich für falsch. Wir sollten mit ihnen leben.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Kint­sugi

Die Japaner haben eine wunder­bare, uralte Technik, mit der sie zerbro­chener Keramik begegnen: Kint­sugi – die Technik des Gold­fli­ckens. Geht ein Keramik- oder Porzel­lan­gefäß kaputt, füllen sie die Bruch­stellen mit Urushi, einem Japan­lack, in den Gold­staub gemischt wird und setzen das Gefäß wieder zusammen. Anschlie­ßend wird die Stelle noch­mals mit Gold­staub über­zogen. Die Methode entstand unge­fähr im Japan des 16. Jahr­hun­derts. Kunst­hand­werker haben sie entwi­ckelt, um die für die Teeze­re­mo­nien wich­tigen Teeschalen auf eine ästhe­ti­sche Art zu repa­rieren.

Eine Methode, die die Bruch­stellen nicht zu kaschieren versucht. Nein, viel­mehr hebt sie die Narben hervor. Sie würdigt die Geschichte des zerbro­chenen Objektes. Unschöne Bruch­stellen werden vergoldet und somit zu deut­li­chen Spuren, die von Bruch und Wieder­her­stel­lung erzählen.

Der Gedanke dahinter lässt sich auf das gesamte Leben anwenden: Der Glaube daran, dass etwas, das eine Geschichte hat und Spuren aufweist, dadurch nur noch schöner wird.

Das ist auch der Gedanke, der hinter dem japa­ni­schen, ästhe­ti­schen Konzept Wabi Sabi (die Schön­heit im Vergäng­li­chen, im Makel) steht.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Ein wunder­barer Gedanke, finde ich. Und eine kleine Aufleh­nung gegen die Wegwerf­men­ta­lität. So können Alltags- und Deko­ra­ti­ons­ge­gen­stände, an denen unser Herz hängt, von Genera­tion zu Genera­tion weiter­ge­geben werden. Heute, in unserem mobilen Zeit­alter, sind es doch oft kleine Objekte, die uns ein Zuhau­se­ge­fühl vermit­teln – egal wohin das Leben uns gerade geführt hat. Objekte, die uns unser Leben lang begleiten.

Und tatsäch­lich, vieles wird durch häufigen Gebrauch und die dadurch hinter­las­senen Spuren immer schöner. Meine Vase steht wieder da, und es fühlt sich gut an. Nicht nur die Bruch­stellen im Porzellan sind geflickt, auch die kleine Narbe in meinem Herzen ist geheilt.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Die Methode

Für meine kleine Vase und eine kopf­lose Kera­mik­dame aus den 70er-Jahren habe ich mir ein Kint­sugi-Repa­ratur-Set bestellt. Es basiert auf der alten Technik, ist aber mit neuer Tech­no­logie kombi­niert. Urushi, der Japan­lack, braucht sehr lange zum Trocknen.
Der Kleber aus dem “New Kintsugi”-Set trocknet schneller, und es sind weniger Arbeits­schritte, als bei der origi­nalen Technik nötig. Auch Anfänger haben damit eine Chance! Nach 48 Stunden ist der Porzel­lan­kleber lebens­mit­tel­echt, und selbst Heiß­ge­tränke können einer geflickten Tasse  nichts mehr anhaben. In die Spül­ma­schine dürfen repa­rierte Objekte aller­dings nicht mehr.

Die tradi­tio­nelle Methode ist viel­stu­figer und kompli­zierter. Ich habe für Inter­es­sierte dazu einmal hier ein Video des Japa­ni­schen Lack-Restau­ra­tors und Künst­lers Gen Sala­tani (www.urushi.com) verlinkt.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Den Arbeits­platz habe ich mit einer Unter­lage ausge­legt. Es ist sinn­voll, ein feuchtes Baum­woll­tuch zur Hand zu haben und einige Zahn­sto­cher für kleine Korrek­turen.  Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werdenAlles andere wie Klebe­lack, schnell­trock­nende Knet­masse zum Füllen größerer Bruch­lö­cher, Gold­puder, Holz­stäbe zum Auftragen und Verrühren, ein Pinsel, Hand­schuhe und natür­lich eine genaue Anlei­tung (auch auf Deutsch) waren in meinem Set vorhanden.
Es ist wichtig, dass man die Bruch­stellen gründ­lich reinigt und sich alle benö­tigten Uten­si­lien bereit­legt, die Arbeits­fläche mit einem Schutz auslegt und ruhig und konzen­triert arbeitet.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Der Kleber wird mit Gold­puder ange­rührt.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Mit einem Holz­stäb­chen wird der Goldkit auf die gerei­nigten Kanten aufge­tragen.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Nach ca. 1–2 Minuten werden die Teile zusam­men­ge­fügt und einige Minuten gehalten.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Korrek­turen können mit einem feuchten Tuch oder einem Zahn­sto­cher vorge­nommen werden.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Wenn der Kleber fast trocken ist, wird mit einem weichen Pinsel groß­zügig Gold­puder über die Klebe­stelle gegeben.

Kintsugi - wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Sind alle Teile zusam­men­ge­fügt, muss das Objekt einige Stunden trocknen.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Der Kopf sitzt wieder fest auf dem Korpus. Wie eine Gold­kette schmiegt sich die vergol­dete Bruch­stelle um den Hals der Dame.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Sind die Klebe­stellen gut getrocknet, kann das Objekt mit Wasser und Spül­mittel abge­wischt werden. Nach 48 Stunden ist das repa­rierte Objekt dann lebens­mit­tel­echt.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Stolz trägt die repa­rierte Dame nun ihre Sukku­lenten-Frisur zur Schau.

Tipp:

(unbe­zahlte Produkt­emp­feh­lung) Das “New kint­sugi repair kit” der hollän­di­schen Firma Humade habe ich in Berlin beim “The Amazing Croco­dile Design Store” (www.amazing-crocodile.de) bestellt.

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Kintsugi – wenn Keramiknarben zu Goldspuren werden

Herbstliche Tischdekoration

Die Schön­heit des Einfa­chen

Bunte Wälder, Vogel­züge, die den Weg nach Süden einschlagen, Nebel­schwaden, die morgens durch die Wiesen streifen – der Herbst zeigt sich dieses Jahr von seiner beson­ders male­ri­schen Seite. Nun gilt es, die letzten warmen Stunden zu nutzen und noch ein wenig Open-Air-Zeit bei würziger Herbst­luft zu genießen. Ein dicker Pulli schützt uns vor kühler Luft, wenn wir den Rechen über Rasen und Wege ziehen oder einfach eine Runde durch die Natur spazieren.

Hagebutte

 

Den Herbst feiern

Einfach schön…

Die frische Herbst­luft macht hungrig. Egal, ob wir noch einmal grillen oder einen heißen Eintopf zaubern, die Tisch­de­ko­ra­tion für unsere Outdoor-Tafel legt uns die Natur in die Hand. Urige Rinden­stücke und bizarres Astwerk, mit Flechten besetzt, ziehen sich über die Mitte des Tisches. Dazwi­schen sorgen weiße Stum­pen­kerzen  in Marme­laden- und Weck­glä­sern für stim­mungs­volles Licht. Nichts Beson­deres  – aber beson­ders hübsch! Weißes Geschirr, Servi­etten und die schönsten Gläser – so viel Zeit muss sein. Die Liebe und Sorg­falt, mit der wir die Dinge arran­gieren, sind doch ein Zeichen von Lebens­lust! Optisch und haptisch passen in diese Jahres­zeit Schaf­felle. Einfach über Garten- oder Balkon­stühle gelegt, schaffen sie weiche, warme Sitz­plätze.

Herbstliche Tischdekoration

Herbstliche Tischdekoration

Herbstlicher Outdoorplatz

 

Einfach lecker…

…was die Natur so hergibt. Aus knackigen Möhren, gold­gelben Kartof­feln und einer aroma­ti­schen Steck­rübe wird in nur ca. 30 Minuten der perfekte Eintopf für unser Herbst-Pick­nick. Dazu frische Peter­silie und würzige Koch­würst­chen. Ohne Gedöns, ehrlich und lecker! Habe ich schon als Kind gemocht, und wer die unschein­bare Rübe norma­ler­weise links liegen lässt, sollte sie unbe­dingt einmal probieren.

Herbstgemüse

 

Zutaten (für 4 Personen):
  • 750 g Steck­rübenSteckrübe
  • 300 g Möhren
  • 200 g Kartof­feln (fest­ko­chend)
  • 1 Bund frische Peter­silie
  • 750 ml Gemü­se­brühe
  • frischer Pfeffer, even­tuell Salz
  • 4 Koch­würste
Zube­rei­tung:

Das Gemüse waschen, schälen und in Stücke schneiden. In einem Topf mit etwas Öl kurz anrösten, etwas Pfeffer hinüber­mahlen. Die Koch­würste in Scheiben schneiden, auf das Gemüse geben und alles mit der Gemü­se­brühe aufgießen. Bei mitt­lerer Hitze und geschlos­senem Deckel ca. 20 Minuten köcheln. Peter­silie waschen und hacken. Den Eintopf even­tuell noch mit etwas Salz abschme­cken und die Peter­silie dazu­geben. 

Steckrübeneintopf

Ich fülle Suppen und Eintöpfe gerne in eine meiner Terrinen, aber auch ein Topf tut es – und darin bleibt die Suppe schön heiß.

Steckrübeneintopf

Einfach roman­tisch…

Da wir von der frischen Luft nicht genug bekommen können, steht die Feuer­schale  schon bereit.    Zum Nach­tisch gibt es meinen Lieb­lings-Apfel­ku­chen (Rezept hier).
Wer noch Pflaumen hat, kann diese natür­lich auch anstelle von Äpfeln nehmen. Die Ernte war so reich dieses Jahr – es gibt von allem genug.

Apfelkuchen mit Streuseln

Den Blick in die tanzenden Flammen gerichtet, empfinde ich pures Glück. Kein Gedanke an gestern oder morgen – nur der Moment zählt. So leicht geht das? Oh ja, es braucht nicht viel, manchmal einfach nur die Schön­heit des Einfa­chen…

Feuerschale im Herbst

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kleine Brötchen mit Bier gebacken

Lieber mal kleine Bröt­chen backen…

… und dafür einen ordent­li­chen Schuss Bier hinein­geben! Die Bier-Bröt­chen werden, mit Estragon und gerös­tetem Sesam verfei­nert, schnell zum Lieb­lings­ge­bäck.
HerbstinspirationDas Bier entfaltet beim Backen seine Aromen und sorgt für ein herr­lich aroma­ti­sches und saftiges Ergebnis.
Der Alkohol verfliegt beim Backen weitest­ge­hend.

Das Grund­re­zept habe ich einst als Studentin von einem befreun­deten Koch in die Feder diktiert bekommen und über die Jahre ein wenig verwan­delt. Die unkom­pli­zierten Minis passen z.B. wunderbar zu  kara­mel­li­siertem Ziegen­käse auf Salat, cremigen Gemü­se­suppen, wie etwa Möhren- oder Kürbis­suppe. Als Beigabe zur Käse­platte und beim Grillen sind die Bröt­chen perfekt, oder man genießt sie einfach mit guter Butter und Salz.

Kleine Brötchenmut Bier gebacken

Ich backe meis­tens mit meinem Lieb­lings­bier aus meiner Geburts­stadt Bremen ;-). Tatsäch­lich wirkt sich der Geschmack des Bieres auf die Bröt­chen aus. Ist das Bier würziger und kräf­tiger, wird sich das auch im Geschmack der Bröt­chen nieder­schlagen.

Kleine Brötchen mit Bier gebacken

Zutaten (für ca. 24 kleine Bröt­chen oder zwei Brote):

  • 550 g Mehl
  • 300 ml Bier
  • 2 Eier
  • 1 Päck­chen Trocken­hefe
  • 2 TL Salz, etwas frischen Pfeffer
  • 5 TL gerös­teter Sesam + etwas Sesam zum Bestreuen
  • gehackten frischen Estragon (ca. 2 Zweige) oder ca. 2 TL getrock­neten Estragon

Frischer Estragon

Zube­rei­tung:

Gerösteter Besam für kleine Bier-BrötchenDas gesiebte Mehl mit Trocken­hefe,  Salz und Pfeffer in einer Schüssel gut mischen. Unter Rühren das Bier hinzu­geben und alles gut verkneten. Zum Schluss Estragon und Sesam unter­rühren. Die Schüssel mit einem Tuch abde­cken, und den Teig an einem warmen Ort ca. 1 Stunde gehen lassen. Den Ofen auf Ober-/Unter­hitze 180 ° vorheizen. Zwei Back­bleche mit Back­pa­pier auslegen.

Bierbrötchen auf dem BackblechDen Teig noch einmal kneten. Da er recht weich ist, gebe ich mithilfe zweier Löffel kleine Teig­ku­geln mit etwas Abstand zuein­ander auf die Back­bleche. Mit einem scharfen Messer die Teig­ku­geln einritzen und etwas Sesam hinüber streuen.
Das erste Blech in den Ofen schieben und ca. 20–25 Minuten backen. Anschlie­ßend das zweite Blech  backen (wer nur ein Blech hat, nimmt die fertigen Bröt­chen vom Blech und gibt den rest­li­chen Teig dann wie oben beschrieben hinauf).

Alter­na­tive: Man kann den Teig auch mit gut bemehlten Händen auf dem Blech zu einem läng­li­chen Brot formen. Die Back­zeit verlän­gert sich dann um ca. 5–10 Minuten.

Alternative zu Bier-Brötchen: Bier-Brot

Die fertigen Bröt­chen etwas abkühlen lassen und dann genießen!

Kleine Brötchen mit Bier gebacken

Der herr­liche Duft, der beim Backen der Bröt­chen das Haus durch­strömt, ist einfach wunderbar und lockt alle aus ihren Ecken und Verste­cken. Für mich vermit­telt der Duft frischen Gebäcks das Zuhause-Gefühl. Wenn ich ein Haus oder eine Wohnung betrete, die von warmen Back­aromen gefüllt ist, fühle ich mich will­kommen und wohl.

Guten Appetit!

 

Herbstinspiration

Letter aus Blei

Zu Besuch in der Druckerei…

Immer nur nach vorne blicken? Das kommt für mich nicht in Frage. Tradi­tion und Geschichte sind das Funda­ment, auf dem neue Ideen wachsen.  Ein Blick zurück kann sehr inspi­rie­rend sein. Und deshalb möchte ich von einem Besuch in einer Hamburger Druckerei erzählen:

Schwarze Kunst

Schwarz­künstler”, “Jünger der Schwarzen Kunst” oder “Jünger Guten­bergs” – so nannte man einst die Buch­dru­cker und Schrift­setzer, deren kunst­volles Hand­werk es war, mit schwarzer Druck­farbe Texte und Bilder zu verviel­fäl­tigen. Im 15. Jahr­hun­dert eine revo­lu­tio­näre Erfin­dung von Johannes Guten­berg, die die demo­kra­ti­sche Verbrei­tung von Infor­ma­tionen ermög­lichte. Für unsere Kultur eine der wohl bedeu­tendsten Erfin­dungen.

Gutenberg Museum Mainz, Kupferstich

Druck­werk­statt um 1740. Kupfer­stich von Boetius nach einem Stich von J.A. Richter. Foto: Guten­berg-Museum, Mainz

Heute, 550 Jahre  nach dem Tode Johannes Guten­bergs, im Zeit­alter der Digi­ta­li­sie­rung, gibt es sicher­lich fort­schritt­li­chere und einfa­chere Print-Methoden. Das mag stimmen. Dennoch sind die Druck­sa­chen, die mit histo­ri­schen Druck­tie­geln entstehen, so beson­ders und einzig­artig in Optik und Haptik, dass sie sich wieder größter Beliebt­heit erfreuen.

Man ist jung, solange man sich für das Schöne begeis­tern kann und nicht zulässt, dass es vom Nütz­li­chen erdrückt wird.” Jean Paul

Ich habe das selber erlebt. Auf der Suche nach einer geeig­neten Druckerei und einem indi­vi­du­ellen Stil für meine Visi­ten­karten, stieß ich auf die “Letter­press-Manu­faktur Hamburg”. Gelegen auf einem histo­ri­schen Indus­trie­ge­lände, auf dem in den 20er Jahren Radio­röhren produ­ziert wurden,  in Hamburg-Langen­horn.

Eingang der Letterpress-Manufaktur Hamburg

Das Beson­dere an dieser Druckerei:

Die “Letter­press-Manu­faktur Hamburg” arbeitet mit histo­ri­schen Druck­ma­schinen und produ­ziert mit Letter­press und beson­deren Präge­dru­cken einzig­ar­tige und sehr indi­vi­du­elle Druck­sa­chen. Visi­ten­karten, Einla­dungen und vieles mehr. Das Beson­dere daran ist das reli­ef­ar­tige Druck­bild. Diese wunder­bare Struktur lässt sich mit modernem Offset-Druck gar nicht errei­chen.

Letterpress-Manufaktur Hamburg

Ein Blick in die Werk­statt:

Ich darf dem gelernten Buch­dru­cker Dieter Haeger bei der Arbeit über die Schulter schauen. Routi­niert bedient er den alten schwarzen Druck­tiegel – so nennt man die Druck­ma­schine. 1962 begann er die Lehre zum Buch­dru­cker, nachdem er schon als Kind faszi­niert den kleinen Drucke­rei­be­trieb in der Nach­bar­schaft beob­achtet hatte. Da bereits wurde eine Leiden­schaft für das Hand­werk geweckt, das er bis heute – obwohl er eigent­lich schon sechs Jahre in Rente ist – noch gerne ausübt.

In der Werkstatt der Letterpress-Manufaktur Hamburg

Historischer Buchdruck-Tiegel

Die Maschine  schnurrt unter seiner Leitung. Ein rhyth­mi­scher Klang. Der gute alte Heidel­berger Tiegel aus den 60er Jahren  greift sich eine Visi­ten­karte nach der nächsten  und prägt mit einem eigens dafür ange­fer­tigten Messing­stempel ein Motiv in das kräf­tige Papier. “Hierbei wird mit etwas mehr Druck gear­beitet als beim klas­si­schen Buch­druck, damit die reli­ef­ar­tige Optik entsteht.” , erklärt mir der Fach­mann. Der Maschine bei der Arbeit zuzu­sehen, hat etwas Medi­ta­tives.

Bei der Arbeit

Historischer Tiegel

Werkstatt der Letterpress-Manufaktur Hamburg

Liebe­voll und fach­män­nisch hält Dieter Haeger eine der Karten ins Licht – ist der Druck richtig einge­stellt?
Der Tiegel arbeitet weiter fleißig vor sich hin, das Schwungrad dreht sich. 2000 Karten pro Stunde, das ist das lang­same Tempo. Wenn es ernst wird, schafft die Druck­ma­schine 5500 Karten pro Stunde – Höchst­ge­schwin­dig­keit! “Diese Maschinen sind unver­wüst­lich, ab und zu mal ein bißchen Öl und sie laufen.”, schwärmt der erfah­rene Buch­dru­cker. Kein Error, keine System­fehler – wie ange­nehm!

Dieter Haeger und sein junger Kollege Renée Roisch erklären mir, was alles möglich ist mit diesen alten Maschinen: Prägungen, Farb­drucke, Heiß­fo­li­en­prä­gung mit metal­li­schen Effekten, ja sogar Duft­drucke, bei denen die Karten bei Berüh­rung ein Duft­aroma verströmen (da kommen wir dann aber schnell ins Luxus­seg­ment…).
Ich bin nicht die Einzige, die diese tradi­tio­nelle Arbeits­weise inter­es­siert. Auf der Suche nach Indi­vi­dua­lität und Einzig­ar­tig­keit rückt dieses alte Hand­werk wieder mehr in den Fokus.

Utensilien

Druckerei der Möglichkeiten

In der oberen Etage der Manu­faktur stehen noch ein paar Relikte aus der guten alten Zeit: unter anderem eine histo­ri­sche Tiegel­presse, Baujahr ca. 1880, F.M. Weiler New York. Mein Kopf­kino springt an – was diese Maschine wohl schon alles erlebt hat?
Natür­lich kann das Team der “Letter­press Manu­faktur” auch mit modernster Technik arbeiten – aber die Begeis­te­rung, wenn es um die alten Maschinen und Methoden geht, spürt man einfach.  Es ist eben möglich, das Bewährte zu pflegen und doch neugierig und offen für Entwick­lungen zu sein. Diese Mischung lässt oft die span­nendsten Ergeb­nisse entstehen.

Historische Drucktiegel

Alles, was hier entsteht, strahlt etwas Beson­deres, ja Einzig­ar­tiges aus. Wie schön!

Übri­gens:
Drucke­reien, die noch mit histo­ri­schen Maschinen arbeiten, gibt es deutsch­land­weit. Mit der Eingabe “Letter­press” findet man online eine Druckerei in seiner Nähe.

Geprägte Visitenkarten

 

Imma­te­ri­elles Kultur­erbe

Seit März 2018  sind die künst­le­ri­schen Druck­tech­niken in das Verzeichnis des Imma­te­ri­ellen Kultur­erbes der Deut­schen UNESCO-Kommis­sion aufge­nommen worden.

Druckkunst Museum Leipzig

Foto: Druck­kunst Museum Leipzig

Wer Lust und Inter­esse hat, mehr über diese alten Druck­tech­niken zu erfahren,  kann dies im Guten­berg-Museum in Mainz  oder im Museum für Druck­kunst in Leipzig tun. Das Tolle an dem Museum in Leipzig: die rund 100 funk­tio­nie­renden Maschinen stehen nicht still, sondern führen die Arbeits­pro­zesse prak­tisch vor. Schrift­gießer, Schrift­setzer und Buch­dru­cker weihen Besu­cher in die Geheim­nisse der “Schwarzen Kunst” ein.
In Work­shops (für Erwach­sene und/oder Kinder) können eigene Motive als Radie­rung oder Litho­grafie herge­stellt oder kleine, aus Lettern gesetzte Texte gedruckt werden.
Ein inter­es­santer Einblick in dieses alte, krea­tive Hand­werk!

Druckkunst Museum Leipzig

Foto: Druck­kunst Museum Leipzig

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DIY-Kunst Farbkreise

Farbe auf den Punkt gebracht – DIY-Kunst

Bilder an den Wänden sorgen für Atmo­sphäre und Span­nung. Das Auge blickt, das Auge entdeckt. Bilder können uns in die Ferne tragen, in Stim­mungen versetzen oder einfach nur durch ihre Farbig­keit erfreuen. Mit Bildern kann man Kontraste schaffen, die einem Raum das gewisse Etwas verleihen, sie zum Klingen bringen.
Will oder kann man nicht gerade in Kunst inves­tieren, gibt es die char­mante Möglich­keit, selber etwas zu kreieren, “DIY-Kunst” sozu­sagen. Selber schöne Rahmen zu füllen und Deko­ra­tives zu schaffen. “Ich kann das nicht” lass ich an dieser Stelle nicht gelten!
Diese Idee ist so kinder­leicht umsetzbar, dass ich sie direkt von meinen Kindern habe verwirk­li­chen lassen. Und ich kann verspre­chen: Es macht sehr viel Spaß.
Das Ergebnis? Abstrakt, bunt, deko­rativ!

DIY-Kunst Farbkreise

DIY-Kunst Farbkreise

DIY-Kunst Farbkreise

DIY-Kunst Farbkreise

Farb­kreis-Kunst

Mate­rial:

  • DIY-Kunst FarbkreiseWeißes Rund­fil­ter­pa­pier, Ø ca. 125 mm (gibts z.B. hier). Man kann auch runde Kaffee­filter (1) benutzen oder aus Teefil­ter­beu­teln für losen Tee (fein)  Kreise zuschneiden. Das Filter­pa­pier liegt dann doppelt, da es sonst zu dünn ist.
  • Ganz einfache Filz­stifte (die güns­tigen funk­tio­nieren tatsäch­lich am besten!)
  • Eine Pipette (gibt es im Bastel­laden, in der Apotheke oder hier)
  • Gläser oder Marme­la­de­gläser, deren Öffnung etwas kleiner ist als der Ø der Rund­filter
  • Ein Glas mit Wasser
  • Zeitungs­pa­pier als Unter­lage
  • Bilder­rahmen, even­tuell mit passendem Passe­par­tout

 

Anlei­tung:

  • DIY-Kunst FarbkreiseRund­fil­ter­pa­pier mit Filz­stiften bemalen, bunt oder in einer Farb­fa­milie. Hierbei muss man nicht figür­lich werden, sondern kann einfach den Kreis mit verschie­denen Farben füllen. Hier ist Expe­ri­men­tieren gefragt. Schief gehen kann nichts, aber manche Formen und Filz­stift­farben verlaufen besser und sehen schöner aus als andere.
    Den bemalten Rund­filter dann auf ein Glas legen.
    DIY-Kunst FarbkreiseDie Pipette mit Wasser füllen und langsam Tropfen auf den Filter fallen lassen. Das Wasser lässt die Filz­stift­farbe aqua­rell­artig verlaufen. Der ganze Filter sollte am Ende mit Wasser benetzt sein. Tropft man am Rand, entstehen andere Verläufe, als wenn der Tropfen mittig aufkommt. Es macht Spaß, das Wasser und die Reak­tion der Farbe zu beob­achten.
    Das Papier nun auf dem Glas trocknen lassen.DIY-Kunst Farbkreise
  • Die schönsten Farb­kreise auswählen und im Rahmen anordnen. Es kann eine gleich­mä­ßige Anord­nung weniger Kreise ebenso span­nend aussehen, wie eine über­lap­pende Anord­nung ganz vieler Kreise. Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Auch drei kleine Rahmen mit je nur einem Kreis in Reihe gehängt, können sehr gut aussehen.

DIY-Kunst Farbkreise

DIY-Kunst Farbkreise

Ich finde es reiz­voller, eine lang­wei­lige Lücke an der Wand mit einer eignen Krea­tion zu füllen, als ein x-belie­biges Poster aufzu­hängen.
Meine Kinder wollten gar nicht mehr aufhören, bunte Kreise zu gestalten und mir ging es ähnlich. Manchmal ist es eben die Schön­heit des Einfa­chen beson­ders faszi­nie­rend!

DIY-Kunst Farbkreise

DIY-Kunst Farbkreise

 

Bridge & Tunnel - stylish, fair. sozial

Alles so schön blau hier…zu Besuch bei Bridge & Tunnel

Rucksäcke, Sweater, Kissen, Teppiche, Tages­de­cken – alles aus  Denim, herr­lich blau. Mal zart, mal tief dunkel, mal verwa­schen…. Modernes Design im Patch­work-Look. Clean, frisch, begeh­rens­wert – nach­haltig und fair! Das macht doch neugierig, oder?

Tagesdecke und Kissen von Bridge & Tunnel

© Bridge & Tunnel/Baroquine Photo­graphy

Bridge & Tunnel Gründerinnen

© Bridge & Tunnel

We design society” ist das Motto von Bridge & Tunnel, einem Hamburger Label, das  ausran­gierten Jeans und Mate­ri­al­über­schüssen aus der Mode­in­dus­trie zu einer zweiten Karriere verhilft. Das Team? Die Grün­de­rinnen des Denim-Labels, die Textil­de­si­gnerin Hanna Char­lotte Erhorn (l.) und die promo­vierte Kultur­wis­sen­schaft­lerin Constanze Klotz (r.) arbeiten mit gesell­schaft­lich benach­tei­ligten Menschen und Geflüch­teten – Menschen mit großem hand­werk­li­chen Geschick und enormer Moti­va­tion.

Wir sitzen bei einem Kaffee im ‘Stoff­deck’, einem Co-Working­space in Hamburg-Wilhelms­burg. Hier arbeitet das Team von Bridge & Tunnel. Um uns herum rattern Indus­trie­näh­ma­schinen, Berge von alten Jeans füllen die Regale. “Unser Mate­ri­al­lager!”, lacht Hanna Erhorn. Just geht die Tür auf. Eine Dame mit einer riesigen Tasche: Nach­schub fürs Mate­ri­al­lager.

Bridge & Tunnel MaterialViele Menschen bringen uns ihre alten Jeans. Im Schnitt haben die meisten 6 Jeans im Schrank”, so Constanze Klotz. “Aber – kaum ein Stoff ist so aufwendig und wenig nach­haltig in der Herstel­lung. Umso schlimmer, wenn man die robusten Jeans­teile wegschmeißt. Wir sammeln Hosen, die zu zerschlissen sind, um sie an Bedürf­tige weiter­zu­geben. Dazu unter­halten wir verschie­dene Mate­ri­al­ko­ope­ra­tionen mit Hilfs­or­ga­ni­sa­tionen.”

Bridge & Tunnel RucksäckeWieder klopft es. Eine Frau tritt ein, sie möchte ihren Ruck­sack abholen. Er ist eigens für sie aus ihrer Lieb­lings­jeans gefer­tigt worden. Auch das ein Angebot von Bridge & Tunnel “Dein persön­li­ches Bridge & Tunnel Piece”.
Constanze  berichtet: “Viele Menschen lieben ihre Jeans, haben viel mit ihr erlebt…ist sie kaputt, können sie sie als Ruck­sack weiter­tragen, das ist doch toll.”  Oh ja, wer kennt nicht diesen emotio­nalen Moment, wenn die Lieb­lings­jeans reißt? Mit der Aussicht auf ein zweites Leben wird dieser Moment doch viel erträg­li­cher!

Die intakten Stoff­stücke werden aus den Hosen heraus­ge­schnitten, um daraus eine neue Meter­ware zu fertigen. Aus dieser können dann einige Modelle der Kollek­tion genäht werden. Andere Teile werden im Patch­work­ver­fahren zusam­men­ge­setzt. Aufwendig? Ja, das schon, aber das Team liebt die Arbeit. Sie arbeiten zusammen, sie werden gebraucht, sie erhalten Aner­ken­nung.

Bridge & Tunnel Atelier

Bridge & Tunnel Atelier

Bridge & Tunnel Rucksack

© Bridge & Tunnel

Bridge & Tunnel Atelier

Bridge & Tunnel Sweater

© Bridge & Tunnel/Lisa Roth­fuss

Hand­ar­beit aus Deutsch­land

An einer Maschine entsteht ein Teppich.Bridge & Tunnel Teppich Detail Wunder­schön, aus gefloch­tenen Jeans­streifen. Ein echter Hingu­cker, sehr stylish, er hat gar nichts von einem Recy­cling-Flicken­tep­pich.
Mein High­light: die Tages­decke aus vielen kleinen Jeans­stü­cken. Ein Teil mit Charisma – und unver­wüst­lich. “Am Anfang haben wir gedacht, die Leute kaufen, weil sie sich durch  unsere Philo­so­phie  ange­zogen fühlen und das Produkt mögen. Mitt­ler­weile wissen wir, dass an erster Stelle der Look steht “,  so Constanze Klotz, “Die Leute können unsere Geschichte noch so toll finden, wenn das Endpro­dukt nicht den  Look hat, den sie gerne tragen, kaufen sie nicht.” Bridge & Tunnel Teppich

Bridge & Tunnel Teppich

© Bridge & Tunnel

Nach­haltig und fair

Es ist im Moment in Deutsch­land nur eine Minder­heit, die faire Produkte kauft, aber das Bewusst­sein für nach­haltig und fair produ­zierte Klei­dung und Acces­soires  wächst. Bridge & Tunnel Atelier Man muss bereit sein, einen höheren Preis zu zahlen – dafür bekommt man aber auch “Design plus”, Design mit gutem Gewissen. Vieles, was wir heut­zu­tage günstig kaufen, wird auf Kosten vieler Menschen und der Natur produ­ziert.
Das große Angebot billiger Texti­lien zerstört das Preis- und Wert­emp­finden der Menschen. Viel Leid für ein schi­ckes Trend­teil?
Es geht um mehr als nur schönes Design – es geht um Nach­hal­tig­keit und soziales Enga­ge­ment!

Bridge & Tunnel

Ein neues Taschen­model – 3 in 1

Ich bin beein­druckt von dem Mut, der Tatkraft, aber auch von dem Design­ge­spür der beiden krea­tiven Frauen an der Spitze von Bridge & Tunnel.

Bridge & Tunnel

Bouti­quen in ganz Deutsch­land, z.B. in Hamburg, Berlin, München, führen bereits die außer­ge­wöhn­liche Denim-Kollek­tion und natür­lich gibt es alles über den Bridge & Tunnel-Online­shop.
Übri­gens:  Wer Lust hat, selber zu nähen, kann im Online­shop auch einige Schnitt­muster erwerben.…oder hier mal schauen: DIY Jeans­re­cy­cling-Hippie­ta­sche

Bridge & Tunnel Atelier

 

Herbstsalat mit Ziegenkäse, Apfel und Rufcola

Herbst­salat mit kara­mel­li­siertem Ziegen­käse

Wenn Ziegen­käse sich verliebt mit Äpfeln unter einer Thymian-Kara­mell­kruste versteckt, wohl gebettet auf einem Bouquet aus frischem Ruco­la­salat, dann können die Walnüsse und das fruch­tige Oran­gend­res­sing nicht wider­stehen. Zusammen ergibt diese kleine Liaison einen  echten Gaumen­schmaus: Herbst­salat!

Äpfel gibt es ja in diesem Jahr unzäh­lige. Apfel­ku­chen geht immer, aber manchmal muss es herz­haft sein! Für diesen Herbst­salat eignen sich beson­ders die säuer­li­chen Sorten. Ideal ist Boskop, aber auch Cox Orange macht sich gut unter Ziegen­käse.

Herbsttisch

Dieses ist ein kleines Rezept, leicht in der Zube­rei­tung, toll als Vorspeise oder als Abend­mahl­zeit zu einem schönen Glas Wein. Dennoch ist die Wirkung famos, spielen doch die Zutaten perfekt zusammen (wie es sich für eine Liebes­be­zie­hung gehört…). Ein paar Scheiben Baguette helfen, auch das letzte Tröpf­chen Dres­sing vom Teller zu erwi­schen.

Zutaten (für 6 Personen):

Herbstimpression- 2 große Boskop
- 6 Scheiben Ziegen­rolle (etwa 1 cm dick) oder Picandou (Ziegen­frisch­käse), beide Sorten sind mild und fein im Geschmack
- brauner Zucker
- Thymian
- Walnuss­kerne (Menge je nach Lust und Laune, ca.
- 250 g Rucola
- 2 Orangen
- 3 EL Olivenöl
- 1 EL Balsa­mico
- Salz, Pfeffer, etwas Senf

Zube­rei­tung:

Äpfel waschen und waage­recht in je drei ca. 1 cm  dicke Scheiben schneiden, Kerne entfernen. Ofen vorheizen, Umluft 180 °. Die Apfel­scheiben auf ein Back­blech mit Back­pa­pier legen. Die Scheiben der Ziegen­rolle (oder Picandou) auf den Apfel setzen, mit braunem Zucker bestreuen und Thymi­an­blätter hinüber­geben. Das Blech in den Ofen schieben (mitt­lere Schiene) und ca. 15 Minuten backen.

Ziegenkäse mit Thymian-Karamellkruste

 

OlivenölWährend­dessen den gewa­schenen Rucola auf sechs Teller verteilen.
Walnüsse rösten und etwas zerbre­chen.

Dres­sing:  Das Olivenöl, den Balsa­mico und den Saft der Orangen mischen und mit ca. 1 TL Senf verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Über dem Rucola verteilen.

Den Ziegen­käse auf der Apfel­scheibe zum Schluss kurz unter den Grill schieben, damit der Zucker kara­mel­li­siert. Heraus­nehmen und auf dem Rucola anrichten. Die Walnuss­kerne über dem Salat verteilen. Noch einmal mit der Pfef­fer­mühle ein wenig frischen Pfeffer über jeden Teller und den Herbst­salat servieren.

Herbstsalat

Vari­ante mit Picandou

Herbstsalat

Vari­ante mit Ziegen­rolle

 

Beson­ders gut passt Weiß­wein zu diesem Salat!

 

HerbstimpressionEigent­lich sollte hier ein kleines Apfel­ge­dicht stehen… aber von Johann Wolf­gang von Goethe habe ich gelernt:

Über Rosen lässt sich dichten,
in Äpfel muss man beißen”

(aus Faust II)

 

 

Herbstimpression

Der Morgen, an dem ich wusste: Jetzt ist Herbst!

Bon Appétit!

 

Stickschablonen aus Kupferblech

Verges­sene Schätze – Stick­scha­blonen

Das kennt doch fast jeder: Die besten Dinge fallen einem in die Hände, wenn man nicht danach sucht. Diese kleinen Schick­sals­be­geg­nungen machen uns häufig lang­fristig am glück­lichsten. Das gilt für Ehepartner genauso wie für Lieb­lings­pullis oder beson­dere Einrichtungsaccessoires…und natür­lich für Stick­scha­blonen!

Stickschablonen aus Kupferblech

Neulich schlen­derte ich zufällig über den Hamburger Isemarkt – einen der wohl schönsten Wochen­märkte in Deutsch­land. An einem Stand mit antikem Leinen, Spit­zen­borten und Baum­woll­bän­dern entdeckte ich eine große Kiste mit alpha­be­tisch sortierten Stick­scha­blonen aus Kupfer auf dem Tisch.Antike Stickschablonen Eine reiche Auswahl an großen und kleinen Scha­blonen (unge­fähr aus dem Jahre 1900)  mit den unter­schied­lichsten Mono­grammen, in vari­an­ten­rei­chen Designs.
Früher  haben die Frauen mithilfe dieser Scha­blonen ihre Aussteuer mit Mono­grammen versehen und die Schrift­züge dann bestickt. Im Laufe des 20. Jahr­hun­derts verlor diese Tradi­tion an Bedeu­tung. Aber eifrige Samm­le­rinnen haben viele der im Umlauf gewe­senen Stick­scha­blonen zusam­men­ge­tragen, so dass man auf Märkten oder online  immer noch hübsche Exem­plare bekommt.

Aber wozu?

Nun, erst einmal sehen die kupfernen Scha­blonen sehr deko­rativ aus. Wenn man das Glück hat und die passenden Mono­gramm-Buch­staben als Scha­blone findet, kann man mit den Scha­blonen wunderbar beson­dere Bücher kenn­zeichnen. So habe ich diese Scha­blonen als Kind bereits kennen­ge­lernt. Meine Mutter hat mein Mono­gramm – damals noch LB – mit Hilfe einer solchen Stick­scha­blone auf die erste Seite meines Poesie­al­bums und der Bibel, die ich zur Konfir­ma­tion bekommen habe, gemalt. Ich freue mich jedesmal darüber, wenn ich diese Bücher aufschlage!

Antike Stickschablonen

Natür­lich kann man auch sehr schön Brief­bögen oder -karten  mit den Scha­blonen verzieren. Mit einem spitzen Blei­stift lassen sich die Linien durch­zeichnen, und anschlie­ßend kann das Mono­gramm mit Farben, Gold­stiften oder Fine­li­nern nach­ge­ar­beitet werden.

Antike Stickschablonen für Monogramme

Stickschablonen

Einen guten Trick hat mir der nette Herr am Stand des Isemarktes gezeigt: Mit einem festen, kurz­ge­schnit­tenen Pinsel und Lidschatten lässt sich das Mono­gramm auf Papier bringen.

 

Antike Stickschablonen

Selbst­ver­ständ­lich lassen sich die Scha­blonen nach wie vor als Stick­vor­lage gebrau­chen, für Kissen, Plaids, Servi­etten oder Tisch­läufer – eine origi­nelle Idee als Geschenk zur Taufe oder zur Hoch­zeit. Die Scha­blonen könnte man sogar dem Geschenk beifügen, viel­leicht in einem kleinen Rahmen?
Ich habe meine neuen Scha­blonen mit dem Mono­gramm LW einge­rahmt. Als Unter­lage dient ein grober weißer Baum­woll­stoff, schön sähe auch ein dickes Bütten­pa­pier aus.

Stickschablonen

Stick­scha­blonen in däni­schen Metall-Bilder­rahmen aus den 20er Jahren

Stickschablonen gerahmt

Stickschablonen gerahmt

Hand­let­te­ring” ist ja nach wie vor ein beliebter Trend, und ich finde, die kupfernen Scha­blonen passen doch eigent­lich noch ganz gut in unsere Zeit – auch wenn wir nicht unsere Aussteuer damit verzieren….

Hier findet man z.B. online sehr schöne Stick­scha­blonen:

knopfoutlet.de

etsy.com

knopfparadies.de