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Künstlerhäuser: Junkerhaus in Lemgo

Das Junker­haus in Lemgo

Häuser – Hüllen, die Lebens­ge­schichten umgeben, sie prägen. Manchmal Bühnen für Schick­sale, glück­liche, trau­rige, aufre­gende, ziel­lose, hoff­nungs­volle…
Es gibt unzäh­lige Häuser, an denen wir vorüber­ziehen, ohne ihre Geschichten zu kennen.
An manchen Häusern bleibt unser Blick jedoch hängen. Neugierig schauen wir über den Garten­zaun, versu­chen einen Blick in ein Fenster zu erha­schen. Wer mag hier wohnen? Was hat es mit diesem Haus auf sich?

Die Werkstatt im Künstlerhaus von Karl Junker

Karl Junker – ein Haus, ein Leben

Wenn ich an alle Häuser denke, die ich kenne, so ist das Junker­haus das wohl unge­wöhn­lichste.
Bereits als Kind habe ich es während unserer Urlaube im Lipper­land mit meinen Eltern oft neugierig und faszi­niert erforscht. In diesem Sommer habe ich es besucht, um es meinen Kindern zu zeigen.
Das Haus des Künst­lers, Archi­tekten und Holz­bild­hauers Karl Junker steht etwas erhöht am Rande der Alten Hanse­stadt Lemgo.

Das Bunkerhaus in Lemgo

1889 begann Karl Junker mit dem Bau seines Hauses.
Viel­leicht inspi­rierte ihn die Vision von einer intakten Familie, einer glück­li­chen Kind­heit?

Es würde mich nicht wundern, begann doch sein Leben  düster. 1850 wurde Karl Fried­rich Junker in Lemgo geboren. Im Laufe seiner ersten sieben Lebens­jahre starben kurz nach­ein­ander seine Eltern und sein kleiner Bruder. Karl wuchs bei seinem Groß­vater auf, dessen Haus ein halbes Jahr nach dem Tode seines Vaters nieder­brannte.

Nach einer Tisch­ler­lehre zog es ihn als Geselle nach Hamburg und Berlin. In München besuchte er die Kunst­ge­wer­be­schule und die Akademie der Bildenden Künste.  1877 reiste Karl Junker nach Italien und studierte die italie­ni­sche Archi­tektur der Gotik und der Renais­sance. Sein Skiz­zen­buch füllte sich dort mit Studien der Innen­räume und Fassaden italie­ni­scher Bauten. Anfang der 1880er Jahre kehrte Junker dann nach Lemgo zurück.

Ein Mann, Schnitz­werk­zeug und eine Menge Holz…

Beein­druckt von den präch­tigen Renais­sance­bauten Italiens und offenbar faszi­niert von der Idee eines Gesamt­kunst­werks machte er sich an die Arbeit.
Das Junker­haus ist ein zwei­stö­ckiger Fach­werkbau. Der Grund­riss ist quadra­tisch, ange­lehnt an Grund­risse, wie Junker sie auf seiner Itali­en­reise kennen­ge­lernt hatte. Im Erdge­schoss befinden sich unter anderem das Atelier, die Werk­statt und die Küche, im Ober­ge­schoss liegen Schlaf­zimmer, Kinder­zimmer, Gäste­zimmer, Salon und Wohn­zimmer neben­ein­ander – orien­tiert am Konzept eines reprä­sen­ta­tiven Bürger­hauses.  Die meisten Räume hat Karl Junker aller­dings nie genutzt. Frau und Kinder hatte er nicht, gewohnt hat er  alleine,  in einer kleinen Kammer unter dem Dach.

Küche im Junkerhaus in LemgoKüche mit Wasser­pumpe und Herd.

Schnitz­werk und Male­reien

Das Faszi­nie­rende an diesem Haus? Es ist komplett mit hand­ge­ar­bei­tetem Schnitz­werk bestückt und bis ins kleinste Detail künst­le­risch ausge­staltet. Von außen, von innen – alles hand­ge­schnitzt. Opulentes Schnitz­werk ziert das Fach­werk, fili­granes Schnitz­werk und Wand­ma­le­reien schmü­cken die Innen­räume des Hauses. Die Türen, die Fenster, die Wände, die Decken – sogar der “Lokus” ist mit Schnitz­werk ausge­staltet – was ich als Kind immer am lustigsten fand.

Lokus im Künstlerhaus Karl Junkers

Lokus” im Künst­ler­haus

Betritt man das Haus, wandelt man durch eine ganz eigene Welt. Die Welt des Künst­lers Karl Junker. Man befindet sich in seinem Kunst­werk, dass einen durch seine Üppig­keit und die konse­quente Gestal­tung  fesselt.
Wenn die Sonne durch die Fenster herein­scheint, kann man noch die heitere Farbig­keit erahnen, mit der der Künstler die geschnitzten Orna­mente einst gefasst hat. Rot, Ocker, Grün, Blau, teil­weise mit  einem  gold‑, silber- oder kupfer­far­benen Bron­ze­überzug zum Schim­mern gebracht. Die Farben haben über die Jahre an Kraft sehr verloren. Wie mögen die vertä­felten Wände wohl einst bei Sonnen­schein gefun­kelt haben?
Dazwi­schen die Wand­bilder, fröh­liche Szenen in sonnigen Farben. Wie ein Geschich­ten­er­zähler hat er sie im ganzen Haus verteilt. 151 Wand- und Decken­ge­mälde!  So hat er sich histo­ri­scher Stil­mittel bedient, aber daraus seine ganz eigene Form­sprache und Ausdrucks­weise entwi­ckelt.

Wand- und Deckenmalerei im Junkerhaus

Wand- und Decken­ma­le­reien

Schnitzornamente im Künstlerhaus Karl Junkers

Möbel- und Textil­de­sign

Die skulp­tu­ralen Möbel­stücke, die Junker für sein Haus ange­fer­tigt hat,  sind von beson­derer  Origi­na­lität. Sofas und Stühle werden von wuchernden, geschnitzten Verzie­rungen gekrönt. Diese Gitter­or­na­mentik findet sich auch mancher­orts unter der Decke wieder. Mich erin­nert sie an die Skelett­struktur der goti­schen Bauwerke. Manche Möbel­stücke, wie z.B. der Sekretär, sind von geschnitzten Archi­tek­tur­mo­dellen gekrönt. Es gibt Hoch­stühle für Kinder, kleine Kinder­stühle, Himmel­betten, Wiegen, Tische, Stühle und Sofas. Die Stoffe, mit denen die Sofas bezogen sind, hat Junker eben­falls mit Orna­menten verziert.

Stoffbezogenes, bemaltes Sofa des Künstlers Karl Junker

Detail eines Sofas von Karl Junker

Museum Junkerhaus in Lemgo

Über 20 Jahre lebte und arbei­tete Junker in seinem Haus – seinem Lebens­werk, in dem Kunst, Archi­tektur und Design zu einer spek­ta­ku­lären Einheit verschmelzen. Bereits 1895 tauchte  der Bau in einem Reise­führer auf, und Junker hat unzäh­ligen Besu­chern und Inter­es­sierten sein Werk und die darin ausge­stellten Bilder und Skulp­turen  gezeigt.
1912 starb Karl Junker an den Folgen einer Lungen­ent­zün­dung.

Ein Ort voller Geheim­nisse

Wie auf viele Kunst­werke reagieren Besu­cher auch auf dieses gewiss sehr unter­schied­lich. Unbe­rührt lässt es wohl keinen. Die einen sind verblüfft und neugierig, andere empfinden es als bedrü­ckend, gar unheim­lich. Ich wüsste gerne mehr über den Menschen Karl Junker. Aber er  war alles andere als ein Selbst­dar­steller und lebte sehr zurück­ge­zogen in seinem Kunst­werk. Somit gibt es leider auf viele Fragen keine Antworten. Legenden, Mythen und Inter­pre­ta­tionen exis­tieren dafür umso mehr…

Sekretär im Bunkerhaus Lemgo

Ist es nicht span­nend, wie Karl Junker mit seinem hand­werk­li­chen Talent, dem Mate­rial Holz und seinem Sinn für Farbe und Formen eine derartig eigen­wil­lige, indi­vi­du­elle und prunk­volle Opulenz geschaffen hat? Beim Betrachten all der Details kann man sich verlieren.
Ein mate­ri­eller Ausdruck all der  Träume, Wünsche, Visionen Junkers, seiner Haltung und Leiden­schaft?
Ein Ort voll Magie und Krea­ti­vität… ein Haus, das es so auf der Welt wohl kein zweites Mal gibt.

 

Infor­ma­tionen & Kontakt:

Museum Junkerhaus In der 2004 entstan­denen Ausstel­lungs­halle hinter dem Junker­haus wird eine Auswahl seiner Gemälde, Skulp­turen, Modelle und Zeich­nungen aus Karl Junkers umfang­rei­chem Nach­lass gezeigt.
Sehr inter­es­sant ist auch die Home­page des Museums. Beson­ders span­nend finde ich die dort abge­bil­deten Ausschnitte aus Karl Junkers Skiz­zen­buch: www.junkerhaus.de

Museum Junker­haus  Lemgo
Hamelner Straße 36
32657 Lemgo
www.junkerhaus.de

Im Verlag für Regio­nal­ge­schichte ist ein sehr inter­es­santer Bild- und Text­band über Karl Junker und sein Haus erschienen, dem ich etliche Infor­ma­tionen entnommen habe.
Es ist über den Buch­handel oder online zu bestellen:

Junker­haus – Künst­ler­haus und Gesamt­kunst­werk” von Jürgen Scheffler und Gerhard Milting

(Alle Fotos sind bei meinem Besuch im “Museum Junker­haus” im Sommer 2019 entstanden)

 

Noch mehr Lust auf Kunst?

Gemüsegarten zum Mieten

Freude ernten: Gemü­se­garten zum Mieten

So ein Gemü­se­garten hat eine ganz eigene Melodie. Das Summen der Bienen, das den stillen Tanz der Schmet­ter­linge begleitet. Vogel­ge­zwit­scher. Das Rascheln und Rauschen der Blätter. Der Ruf der Krähen, die sich aufschwingen, nachdem sie einige Samen der Sonnen­blumen vernascht haben. Hier und da der Rhythmus einer Garten­hacke, die die Erde durch­zieht. Eine Melodie, an der ich schnell Gefallen finde…

Ich bin zu Besuch auf einem Gemü­se­feld in Schleswig-Holstein. Das nahe­ge­le­gene Gut Wulfs­dorf, ein Demeter-Hof am Rande Hamburgs, vermietet Gemü­se­gärten. 50 oder 100 Quadrat­meter große  Flächen kann man hier ergat­tern und das eigene Gemüse hegen, pflegen und ernten.

Gemüsebeet zum Mieten – Entspannung, Entschleunigung und Inspiration

Zu Besuch in Sabine Bergmanns Gemüsegarten

Sabine Berg­mann ist Mieterin eines solchen Gemü­se­gar­tens, 50 Quadrat­meter. Sie hat mich einge­laden, den idyl­li­schen Ort einmal zu besu­chen.
Die Hände voll kühler Erde, den Duft von frischer Peter­silie in der Nase, blicke ich über das Areal. 80 Garten­stücke werden hier vermietet. Ein Herr mit Strohhut begrüßt uns freund­lich. Van Gogh hätte seine Freude an ihm als bele­bendes Motiv inmitten dieser Pflan­zen­pracht gehabt. Auch die leuch­tenden Sonnen­blumen wären sicher nach seinem Geschmack gewesen. Es ist Vormittag und die Sonne gewinnt langsam an Kraft. Wie schön es hier ist!

Frischer Salat, bereit zur Ernte

Kraut und Rüben

Sabine zeigt mir ihr kleines Stück Land: Zucchini, Salat, Kohl, Tomaten, Möhren, Süßkar­tof­feln Zwie­beln, .… alles, was das Herz begehrt, wächst auf diesem Fleck­chen Erde. Bohnen, Kräuter, Mais und vieles mehr. Die präch­tigen Farben des Mangolds neben den voll­kom­menen Formen der Tomaten. Die Natur kompo­niert Farben und Formen auf unver­gleich­liche Weise.
Zutaten für die tollsten Speisen und Gerichte wachsen hier auf 50 Quadrat­me­tern. Gesünder geht es nicht! Sabine zieht ein paar Möhren aus der Erde. Zwei fröh­liche Damen winken uns vom Nach­bar­garten zu.

Gesünder gehts nicht: Gemüse aus dem eigenen Garten

Frisch vom Feld

Schnell wird spürbar: selber gärt­nern entschleu­nigt! Sabine erzählt mir, dass die Garten­stücke sehr beliebt sind. Keramikkunst im GemüsegartenIch finde das groß­artig in Zeiten von Koch­com­pu­tern und Zutaten-Apps! Es scheint sie zu geben, eine Sehn­sucht nach Ursprüng­lich­keit, der Arbeit mit den Händen, unter freiem Himmel.

Das eigene Gemü­se­beet ist eine von vielen Möglich­keiten, diese Sehn­sucht zu bedienen. Einge­bettet in einen Betrieb, der Saat­pflanzen, Garten­ge­räte und Know-how zur Verfü­gung stellt, kann einem Amateur­gärtner nicht viel passieren. Es wird gear­beitet und das Resultat ist zu sehen, zu riechen und zu schme­cken. Eine posi­tive Tätig­keit unter freiem Himmel, die zutiefst befrie­digt und im Wort­sinne erdet. Eine Kraft­quelle.
Und so kommt nicht nur das Gemüse frisch vom Feld  – auch als Gärtner erlangt man neue Frische und Ausge­gli­chen­heit.

 

Um die besten Ergeb­nisse zu erhalten, muss man mit seinem Gemüse spre­chen.”

 Charles, Prince of Wales

 

Zwiebeln aus dem eigenen Garten

Platz zum Wurzeln­schlagen

Natür­lich gehören auch Blumen in den Gemü­se­garten. Nicht nur ob ihrer Schön­heit, nein, sie locken die Bienen an, die  die Gemüse- und Obst­pflanzen bestäuben und sie fördern die Frucht­bar­keit des Bodens. Viele Blüten kann man sogar essen, Salate werden damit zum Augen­schmaus.

Kornblumen

Aufblühen und wachsen

Sabine hat ihr Garten­stück im Mai über­nommen. Gut vorbe­reitet, gedüngt mit Mist und mit gut 20 Gemü­se­sorten und einer Reihe Kräu­tern bepflanzt. Miet-Gemüsegarten: Ruhiger Platz zum AusruhenDen Rest konnte sie selber pflanzen.  Und los gehts: von Mai bis November  jäten, wässern , hacken, ernten, nach­pflanzen. “Am Anfang, wenn die Pflänz­chen noch klein sind, muss man gründ­lich das Unkraut entfernen”, erzählt mir Sabine Berg­mann. Natür­lich alles nach Regeln des biolo­gisch-dyna­mi­schen Land­baus.
Was klein anfängt wird groß und größer, entfaltet sich. Es ist ein faszi­nie­render Prozess. Die Erde beschenkt uns reich. Das zu sehen und zu spüren tut gut.  Sabine holt eine riesige Zucchini aus dem Beet. Ein Pracht­ex­em­plar! Die reicht bestimmt mindes­tens für zwei leckere Zucchi­ni­brote.

Mindes­tens zweimal die Woche komme ich hierher und bear­beite mein Garten­stück. Bei Trocken­heit natür­lich auch öfter – zum Wässern der Pflanzen”, erzählt Sabine Berg­mann. Wasser und Gieß­kannen stehen für alle zur Verfü­gung.

Anbau im Gemüsegarten zum Mieten

Arbeit im Gemüsegarten zum Mieten

Viel Luft zum Atmen

Gut Wolfsdorf: Gemüsebeet zum MietenHier draußen, inmitten all dieser Boden­schätze, scheint die Luft klarer, der Blick entspannt sich, die Falten auf der Stirn verschwinden. Es herrscht eine  Opulenz der Farben, an der ich mich nicht satt­sehen kann.
Unter einem Zelt­dach steht ein langer Tisch, Platz für Austausch, Kaffee aus der Ther­mos­kanne und ein Stück Kuchen. Tipps und Tricks, Erfah­rungen, Rezepte – die Beet-Mieter halten zusammen. Ein ganz analoger sozialer Kontakt. Sabine schwärmt von ihrer Mangold-Lasagne. Das Rezept habe ich mir natür­lich notiert (zu Sabines Mangold-Lasagne bitte hier entlang).

So ein Gemü­se­garten ist aber nicht nur ein Schön­wet­ter­ver­gnügen. Auch an trüben Tagen leuchten die Sonnen­blumen gelb! Und wenn die Tage ganz allmäh­lich wieder kürzer werden und der Morgentau im Altwei­ber­sommer die feinen Fäden und Netze der Spinnen sichtbar macht, duftet die Erde beson­ders würzig.

Die Welt ist bunt…

…hier, auf dem Gemü­se­feld. Gelb, Grün, Rot, Violett, Orange, in allen Schat­tie­rungen. Wie ein Maler sein Gemälde, kann man sich hier ein Fest­mahl zusam­men­stellen. Kunter­buntes Ofen­ge­müse mit Pini­en­kernen, Sommer­salat mit essbaren Blüten, Suppen jeder Couleur. Oder man nagt sie einfach weg, die süßen, frisch gezo­genen Mohr­rüben und den saftigen Kohl­rabi. Die Ideen gehen einem bestimmt nicht aus, denn so ein Gemü­se­garten ist Inspi­ra­tion, Medi­ta­tion, Anre­gung und gesunde Frei­zeit­be­schäf­ti­gung zugleich.

Möhrenernte im Gemüsebeet

Gemüse aus dem Mit-Gemüsegarten

Blumen und Gemüse aus dem Garten

Lust bekommen?

Wer Inter­esse an einem Miet-Gemü­se­garten hat, sollte sich früh genug kümmern. Anbieter gibt es in ganz Deutsch­land. Hier ein paar hilf­reiche Infos und Adressen:

Die Gemü­se­garten-Saison geht von Mai bis November. Die meisten Anbieter vermieten zwei Beet­größen ab ca. 200 Euro pro Saison inkl. Vorbe­rei­tung und Bepflan­zung. Es bleibt Platz, eigene Pflanzen zu setzen und natür­lich kann man immer nach­pflanzen. Wasser und Garten­ge­räte stehen zur Verfü­gung. Schön ist, dass man auf das Know-how der Anbieter zurück­greifen und sich mit anderen Beet-Mietern austau­schen kann. Eine tolle Möglich­keit für alle, die keinen Garten, keinen Platz im Garten oder kein Gemü­se­beet im Garten haben. Und eine wunder­volle Gele­gen­heit auch für Fami­lien, gemeinsam mit den Kindern die Entste­hung von Gemüse zu beob­achten.

Anbieter bundes­weiter Miet­gärten:

Sandra Geeck vom Garten-Blog grünliebe.de hat auf ihrem Blog auch noch eine prak­ti­sche Über­sicht über Miet­gar­ten­an­bieter in Deutsch­land bereit­ge­stellt: grünliebe.de

Reiche Ernte aus dem Gemüsegarten

Voll bepackt mit dem herr­lichsten Gemüse und bunten Blumen bin ich wieder nach Hause gefahren…

Buntes Gemüse aus dem Mietgarten

Keramik von Sabine Bergmann


Die Kera­mik­vögel und Figuren, die überall im Beet sitzen und stehen, stammen übri­gens auch von Sabine Berg­mann. Eine ihrer weiteren Leiden­schaften: Die Arbeit mit Ton. Aber dazu später einmal mehr…

Rezepte mit Mangold: bitte hier entlang…

 

 

 

Mangold: Lasagne oder Quiche? Beides lecker!

Lasagne oder Quiche? Aber bitte mit Mangold

Von meinem Besuch in Sabine Berg­manns Gemü­se­garten bin ich glück­lich und mit reich­lich Mangold auf dem Arm nach Hause gekommen. Sabine erntet Unmengen frischen Mangolds und eines ihrer Lieb­lings­re­zepte ist Mangold-Lasagne. Sie hat mir das Rezept verraten und ich habe es natür­lich sofort auspro­biert… nachdem ich noch ein paar Fotos von dem hübschen Gemüse gemacht haben. Toll, diese bunten Stiele und dazu die saftig dunkel­grünen Blätter! Vielen Dank, liebe Sabine!

Als Alter­na­tive – und um dem üppigen Blatt­werk Herr zu werden – habe ich noch eine Quiche geba­cken. Mit Walnüssen und Gorgon­zola… lecker!

Mangold

 

Sabines Mangold-Lasagne

 

Zutaten:
  • ca. 800 g  Mangold
  • Scha­lotte oder Zwiebel
  • etwas braunen Zucker
  • Knob­lauch­zehe falls gewünscht
  • ca. 200g Schafs­kä­se­würfel mit Chili (gibt es im Super­markt)
  • Nudel­platten für Lasagne
  • 60 g Butter
  • 50 g Weizen­mehl
  • 600 ml Milch
  • 200 ml Gemü­se­brühe
  • Salz, Pfeffer, Muskat­nuss
  • ca. 200 gerie­benen Gouda

Mangold-Lasagen

Zube­rei­tung:

Gehackter Mangold für Mangold-LasagneDen Mangold waschen und klein hacken. In einer Pfanne mit etwas Butter und braunem Zucker die  gehackte Zwiebel und den Knob­lauch kurz anbraten. Den Mangold hinzu­geben und kurz schwenken, bis er leicht zusam­men­fällt. Die Schafs­kä­se­würfel  dazu­geben und die Pfanne vom Herd nehmen. 
Eine ofen­feste Form (40 x 30 cm) buttern. 

Den Ofen auf Umluft 180° vorheizen.

Für die Bécha­mel­sauce: Butter in einem Topf zerlassen. Mehl unter Rühren mit dem Schnee­besen einstreuen und erhitzen, bis es gelb ist. Nun die Milch und die Gemü­se­brühe zugießen. Alles kräftig  schlagen, damit keine Klümp­chen entstehen und die Soße einmal aufko­chen. Die Bécha­mel­sauce kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat­nuss würzen.

Mangold-Lasagne Rezept Etwas Bécha­mel­sauce auf den Boden der Form geben. Die erste Schicht Nudel­platten legen. Den Mangold auf den Nudel­platten verteilen und wieder eine Schicht Nudel­platten auflegen. Den Rest der Bécha­mel­sauce auf die Nudel­platten geben und mit dem gerie­benen Gouda bestreuen. 

Die Lasagne in den Ofen  schieben und ca. 40 Minuten backen, bis sie gebräunt ist.

Mangold-Lasagne

Mangold-Lasagne...ein Rezept

Wer mag, kann die Lasagne mit gerös­teten Pini­en­kernen bestreuen und/oder einige Cher­ry­to­maten mit anrichten.
Hierzu etwas braunen Zucker in der Pfanne erhitzen, einige Cher­ry­to­maten hinein­geben und einen ordent­li­chen Schuss Olivenöl dazu gießen. Kräftig mit Pfeffer und Salz würzen.

Mangold-Lasagne mit Tomaten

Mangold-Lasagne

 

Mangold-Quiche

Mangold-Quiche mit Gorgonzola

Zutaten:
  • 200 g Mehl
  • 100 g Butter
  • 1/2 Päck­chen Back­pulver
  • 1 TL Salz
  • 4 EL kaltes Wasser
  • 2 Bund Mangold (oder 1 Bund Mangold und 500 g Spinat)
  • Zwiebel
  • Walnüsse, etwas zerklei­nert (ca. 1–2 Hände voll)
  • brauner Zucker
  • 3–4 Tomaten
  • 200 ml Milch
  • 2 EL Schmand oder saure Sahne
  • 3 Bio-Eier
  • Pfeffer, Salz, Muskat­nuss
  • 150 g Gorgon­zola

Mangold-Quiche

Zube­rei­tung:

Aus Mehl, Back­pulver, Butter, 1 TL Salz und Wasser einen Teig kneten. Kurz in den Kühl­schrank legen.

Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen.

Mangold-QuicheDen Mangold waschen und hacken. Die gehackte Zwiebel in einer Pfanne mit etwas Butter und braunem Zucker bräunen. Den Mangold hinzu­geben und bei redu­zierter Hitze zusam­men­fallen lassen. Die Walnüsse hinzu­geben. Abtropfen lassen.
Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden.
Eine Tarte- oder Spring­form fetten und mit dem Teig auslegen, den Rand ein wenig hoch­ziehen.
Den Mangold auf den Teig geben.
Aus Milch, Eiern, Schmand, Pfeffer, Salz und Muskat­nuss einen Guss rühren und über den Mangold geben.
Den Gorgon­zola in Würfel schneiden und auf der Quiche verteilen.
Nun die Quiche ca. 40 Minuten backen.
Die Quiche ist heiß, aber auch lauwarm oder kalt sehr lecker – also auch perfekt für ein Buffet.

Tomaten

 

Mangold-Quiche mit Gorgonzola

Mangold-Quiche

Rezept mit Mangold

Guten Appetit!

Lust auf eigenes Gemüse? Gemü­se­gärten können Sie  auch mieten! Schauen Sie doch mal hier…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

flat six - eine Schatzkammer für Vintage- und Antiquitätenfans

Zu Besuch bei “flat six – selected anti­ques”

Ein großer Back­steinbau voll mit alten Schätzen, ein junger Tischler mit einem beson­deren Faible und ein nach­hal­tiges Konzept – das ist flat six. Ich traf Inhaber Janosch Rosche­witz an seinem inspi­rie­renden Arbeits­platz…

Janosch Roschewitz von flat no. 6

Es war schon immer so – mich faszi­nieren Orte, an denen ich planlos umher­schlen­dern und eine Fülle von Eindrü­cken sammeln kann. Immer her mit allem, was mich anzu­regen vermag.  Orte, an denen die Fantasie beflü­gelt wird und sich Ideen­ketten bilden… Einen solchen Ort möchte ich hier vorstellen.

flat six

Janosch Rosche­witz sitzt mir im Lichte einer betagten Fabrik­leuchte an einem alten Holz­tisch gegen­über. “Eigent­lich wollte ich Fischer werden”, verrät  mir der Sohn eines Anti­qui­tä­ten­händ­lers, während seine Hand über die urige Tisch­platte fährt. Fischer? Ist er das nicht auch? Für mich ist er so eine Art Perlen­fi­scher. Aus tiefsten Kellern, aus versteck­testen Lager­hallen, von kleinsten Märkten irgendwo im Nirgendwo fischt er die aller­schönsten Inte­rior-Perlen hervor. Zwar glänzen die Schätze, die er hebt, nicht perl­mutten, dafür haben sie etwas mindes­tens genauso Wert­volles:  eine einzig­ar­tige Patina, unter der sich eine Geschichte verbirgt.

Einst Fabrikmöbel - heute wunderschöne Interior-Objekte

Möbel und Leuchten im Industrie Design: flat no. 6

flat six – klingt international…London, New York, Lissabon? Vom Stil-Faktor des Show­rooms würde es passen!
Aber weit gefehlt! Statt­dessen befinden wir uns in einem ehema­ligem Back­stein-Stall­ge­bäude, gegen­über vom Ahrens­burger Schloss, in Schleswig Holstein. Schnell wird klar: wer hier arbeitet, ist von Geschichte umgeben und findet Ruhe im rast­losen Wett­lauf der Trends.

flat no. 6 in Ahrensburg

Impression von flat no. 6

Janosch ist gelernter Tischler in zweiter Genera­tion. In der Werk­statt seines Vaters, der sich auf die Restau­rie­rung antiker Möbel spezia­li­siert hat, ist er früh auf den Geschmack gekommen. Sein Herz schlägt beson­ders für den Indus­trial Style.
Zur Zeit der Indus­tria­li­sie­rung, begin­nend in der zweiten Hälfte des 18. Jahr­hun­derts, wurden für Fabriken und Produk­ti­ons­stätten Möbel von außer­ge­wöhn­li­cher Robust­heit und Belast­bar­keit gebaut, die zuver­lässig ihre Arbeit erfüllen sollten. Arbeits­ti­sche, Fabrik­leuchten, Werk­bänke, Kommoden, Schränke, Werk­statt­ho­cker. Die Mate­ria­lien: Holz und Metall.

Design für die Ewig­keit
Längst hat man den Wert und die Schön­heit dieser unver­wüst­li­chen Möbel­stücke erkannt. Obwohl der größte Hype schon wieder vorbei ist, werden sie für Kenner immer im Trend liegen – denn diese Möbel sind für die Ewig­keit konstru­iert! Janosch Rosche­witz hat ein gutes Auge für diese Relikte jener Zeit des wirt­schaft­li­chen Umbruchs. Er will sie erhalten, ihnen ihren Wert zurück­geben und ein nächstes Kapitel in ihrer Geschichte schreiben. Als Esstisch, Anrichte, Esszim­mer­leuchte oder Geschirr­schrank.

Tisch aus alten Holzbohlen - flat no. 6

Die Ober­fläche des Tisches hat einen betö­renden Charakter

Alte Leuchten aus Industriestätten haben einen eigenen Charme

An diesem Punkt lohnt sich eine kurze gedank­liche Zeit­reise – diese alten Möbel und Lampen, Acces­soires und Bilder  waren auch mal jung, inno­vativ, viel­leicht sogar revo­lu­tionär. Mancher Zeit­ge­nosse mag damals ratlos den Kopf geschüt­telt haben. Betrachtet man heute dieses  solide Mobi­liar,  hört man förm­lich das Rattern der damals neu erfun­denen Maschinen, das Klopfen, das Hämmern und spürt das raue Fabrik­flair. Ich finde das sehr span­nend!

Lust an Lebens­li­nien

Am liebsten stöbere ich mitt­ler­weile auf Märkten in Slowe­nien oder Rumä­nien”, erzählt Janosch Rosche­witz. “Dort findet man noch echte Schätze.”  Er zeigt mir einen Arbeits­tisch, dessen Platte mit Metall über­spannt ist. Ein Star seiner Samm­lung! Einschläge, Kerben und Kratzer lassen erahnen, dass der Tisch schon Grund­lage für jahre­langes Arbeiten war.“Der Tisch war auf dem Markt kaum zu erkennen”, berichtet Janosch. “Das Metall war pech­schwarz. In der Werk­statt haben wir ihn bear­beitet und nun ist er ein echtes High­light.” Eines der Stücke, von denen man sich nur schwer trennt, authen­tisch und begeis­ternd.

Aufgearbeiteter Arbeitstisch von flat no.6

Impression

Neugierig streife ich weiter durch die über 1500 Quadrat­meter große Ausstel­lung.  Neben den derben Indus­trie­ob­jekten machen Anti­qui­täten und Vinta­ge­ob­jekte anderer Epochen sowie Gemälde die Ausstel­lung lebendig. Für diese Anti­qui­täten ist über­wie­gend Janoschs Vater Carsten Brundert zuständig, der gleich nebenan eben­falls ein reich gefülltes Lager hat. Vor knapp 10 Jahren hat Janosch seine Ausbil­dung zum Tischler in Frei­burg beendet. Dann ist er in das Geschäft seines Vaters mit einge­stiegen. Vater und Sohn ergänzen sich hervor­ra­gend, finde ich. Es ergibt sich eine eklek­ti­sche Mischung aus Mobi­liar, Deko­ra­tion und Kunst.

eklektischer Mix bei flat six

Blick in die Werk­statt

In der Werk­statt ist eine schwere Tisch­platte aufge­bockt. “Die massiven, derben Eichen­bohlen stammen von Berg­werk-Waggons”, verrät der Tischler. “Wir bauen daraus einen Konfe­renz­tisch für ein Berliner Büro.” Die Tisch­beine: schwere Eisen­guss­ge­stelle, ehemals Maschi­nen­ge­stelle. Ein einzig­ar­tiges Objekt von enormem Gewicht.
Einem anderen schweren Eisen­guss­ge­stell hat Janosch mit einer Glas­platte eine neue Ästhetik geschenkt.

Alte Eichenbohlen werden zu Tischplatten

Eichen­bohle eines alten Berg­werk­wag­gons vor der Bear­bei­tung

Werkstatt von flat no.6

In der Werkstatt

Janosch Roschewitz von flat no.6 bei der Arbeit

Ein altes Maschinengestell als Tischfuß

Ein über­zeu­gender Neben­as­pekt bei der Verar­bei­tung von Althöl­zern ist natür­lich die Nach­hal­tig­keit.  “Holz ist ein so viel­sei­tiges, lang­le­biges Mate­rial. Die verschie­denen Ober­flä­chen, die Spuren der Zeit… es ist inspi­rie­rend mit Holz zu arbeiten”, schwärmt Industrielampen und goldene Stuckrahmen - ein eklektischer MixJanosch Rosche­witz, “und für meine Tische muß kein Baum gefällt werden.
Aber auch alte Fabrik­leuchten haben es dem Tischler angetan, egal ob aus alten Indus­trie­an­lagen, Mili­tär­stütz­punkten oder Kran­ken­häu­sern. In seiner Werk­statt arbeitet er sie mit Liebe zum Detail auf, ohne ihnen die authen­ti­sche Ausstrah­lung zu nehmen.
Privat­woh­nungen, Restau­rants, Bouti­quen oder Büros – seine Vintage-Leuchten verleihen jedem Ambi­ente einen zeitlos modernen und sehr indi­vi­du­ellen Look.

Industrieleuchten – aufgearbeitet von flat no.6

Industrieleuchten – aufgearbeitet von flat no.6

Industrieleuchten – aufgearbeitet von flat no.6

Puzzle­teile zu einem indi­vi­du­ellen Inte­rieur

Mich beein­druckt die Geduld, der gute Blick für beson­dere Dinge, die Über­set­zung des   tradi­tio­nellen Hand­werks in unsere Zeit und die Liebe zu Objekten mit Geschichte. “Natür­lich verfolge ich die aktu­ellen Trends”, so der Inhaber von flat six, “aber letzt­lich verlasse ich mich auf mein Bauch­ge­fühl. Mag ich ein Stück persön­lich nicht, lasse ich die Finger davon.”
Gibt es Möbel­stücke, von denen er sich ungern trennen würde? “Oh ja, ich habe zu Hause eine tolle Sche­ren­lampe und als Geschirr­schrank einen Metall­spind aus Rumä­nien – beides Teile, die ich nicht wieder hergeben möchte.” 

Wie behauptet man sich  an einem Markt, der von billigen Nach­bil­dungen über­schwemmt ist? “Ich bediene die Sehn­sucht nach Unikaten”, so die Antwort von Janosch Rosche­witz. “Es wird einfach nie lang­weilig, immer wieder kommen  andere Möbel oder Leuchten in unsere Ausstel­lung.” Dank seiner Spür­nase und einem guten Händ­ler­netz­werk stößt er regel­mäßig auf Möbel und Leuchten mit einem ganz eigenen,  unver­wech­sel­baren Charme.

Ich finde, Janosch Rosche­witz’ flat six ist ein gutes Beispiel dafür, wie alter­na­tive Möbel­pro­duk­tion und Werte­er­halt aussehen können.

Kontakt: www.flatsix.hamburg

Antike Möbel für ein besonderes Flair

Janosch Roschewitz sammelt alte Industrieleuchten

 

Impressionen flat no.6

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Lebe lieber einzig­artig – eine Home­story

Vanilleparfait mit Olivenöl und Flur de Sel, garniert mit essbaren Blüten

Vanil­le­par­fait … ein Lieb­lings­re­zept

Schließen Sie doch einmal kurz die Augen und stellen Sie sich folgende Szenerie vor:
Der Himmel leuchtet Blau über dem glit­zernden Meer. Ein Geschmack von Salz liegt Ihnen auf den Lippen. Der Wind rauscht durch die silber­blätt­rigen Oliven­bäume und umschmei­chelt sanft die Haut…
Lässt sich dieses wunder­bare Gefühl vom Sommer im Süden in einem Dessert einfangen? Oh ja!

Vanil­le­par­fait mit Olivenöl und Fleur de Sel

Vanilleparfait mit Olivenöl und Fleur de Sel

Die Kompo­si­tion mag unge­wöhn­lich klingen, aber der Geschmack auf der Zunge ist ganz wunderbar. Das cremig kühle Vanil­le­par­fait, dazu das goldene Olivenöl mit seinem fruchtig herben Aroma und dann… das Salz… .Nicht zu viel auf den Löffel, ein wenig genügt, um der Süßspeise dieses beson­dere Etwas zu verleihen.

So schmeckt der Süden!

Viel­leicht haben Sie sich ein Olivenöl aus Italien mitge­bracht? Oder Fleur de Sel aus Ibiza? Natür­lich bekommt man auch alle Zutaten für dieses Dessert  in hiesigen Fein­kost­ge­schäften. Wichtig ist nur, das alle Ingre­di­en­zien  von erle­sener Qualität sind.

Vanilleparfait mit Olivenöl und Fleur de Sel

 

Vanilleparfait mit Fleur de Sel und Olivenöl

Zutaten (für 10–12 Personen/1 Muffin­blech): 

  • 6 Eigelb von ganz frischen Bioeiern
  • 120 g Zucker
  • 3 Päck­chen Bio-Bourbon-Vanil­le­zu­cker
  • Mark von 2 Vanil­le­schoten
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Wasser
  • 500 ml Bio-Schlag­sahne

 

  • Olivenöl extra vergine (wählen Sie ein feines, nicht zu mildes Öl)
  • Fleur de Sel (hier gibt es ein tolles Salz mit Blüten, das sich auch gut eignet) oder Hawaii-Salz (habe ich genommen, da es mit seiner schwarzen Farbe sehr deko­rativ ist und sich toll vom bart­gelben Vanil­le­par­fait anhebt)
  • Essbare Blüten zur Deko­ra­tion oder wahl­weise Erdbeeren und Minz­blätter
Essbare Blüten zum Vanilleparfait mit Olivenöl und Fleur de Sel

Die meisten Blüten von Kräu­tern sind essbar. Kräu­ter­sträuße bekommt man auf dem Markt oder beim Biogärtner oder man hat Blüten im Garten, die zum Verzehr geeignet sind…

 

Vanilleparfait mit Olivenöl und Hawaii-Salz

Zube­rei­tung:

Schlagsahne für VanilleparfaitEigelb, Zucker, Vanil­le­zu­cker und Salz mit 2 EL Wasser in einer Metall­schüssel über dem heißen Wasserbad (kein kochendes Wasser!)  einige Minuten aufschlagen, bis die Masse hell und schaumig-dick­lich wird. Nun das Vanil­lemark und 2 weitere EL Wasser  hinzu­geben. Schüssel aus dem heißen Wasserbad nehmen und in Eiswasser (große Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswür­feln) stellen. Die Masse schlagen, bis sie erkaltet ist. Man kann die Masse auch ohne Eisbad kalt schlagen, es dauert etwas länger und ich bin der Meinung, dass die Creme im Eisbad eine schö­nere Konsis­tenz bekommt.

 

Zubereitung Vanilleparfait Die Sahne steif schlagen und vorsichtig unter die Eicreme heben. Nicht schlagen, dann wird die Masse zu flüssig. Die Creme in Muff­in­förm­chen füllen, mit Frisch­hal­te­folie abde­cken und für mindes­tens  6 Stunden ins Gefrier­fach stellen.
Alter­nativ kann man die Creme auch in einer Kasten­form gefrieren lassen. Hierzu die Form mit einem Pinsel einölen und mit Frisch­hal­te­folie auslegen. Die Creme einfüllen, abde­cken und einfrieren.

Zubereitung Vanilleparfait

Zum Lösen des Vanil­le­par­faits aus der Form den Form­boden kurz mit heißem Wasser abspülen und stürzen.

Keramikschale zum Anrichten des Vanilleparfaits

Das Vanil­le­par­fait servieren …

Das Vanil­le­par­fait in Schäl­chen anrichten, etwas Olivenöl auf und um das Vanil­le­par­fait geben. Eine Prise Fleur de Sel oder Hawaii-Salz obenauf streuen und die Krea­tion mit einigen essbaren Blüten voll­enden.
Ich finde es so perfekt aber natür­lich könnte man auch noch einige Erdbeer­stücke hinzu­geben. Erdbeeren harmo­nieren auch sehr schön mit Olivenöl.

Vanilleparfait mit Olivenöl, Fleur de Sel und Erdbeeren

Ich finde die Zube­rei­tung von Speisen ist ein bißchen wie die Kompo­si­tion eines Bildes. Natür­lich nicht immer – wenn die Kinder mittags hungrig aus der Schule kommen, muss es manchmal schnell gehen und ich greife auf meine 0815-Mittag­essen zurück.
Habe ich aber Zeit in der Küche zu werkeln, macht es Spaß neue Kombi­na­tionen, neue Varia­tionen  von Lebens­mit­teln auszu­pro­bieren.

Vanilleparfait mit Fleur de Sel oder Hawaii-Salz

Essbare Blüten aus einem Kräuterstrauß zum Vanilleparfait

 

Lese­emp­feh­lung:

An dieser Stelle fällt mir noch ein Roman ein, den ich unlängst gelesen habe, mit dem ich so herr­lich abtau­chen konnte und der das Leben einer jungen Köchin mit dem Leben eines Künst­lers  in eine span­nende Verbin­dung bringt. Es ist kein ganz neues Buch, aber eines, das ich Ihnen gerne ans Herz legen möchte:

 “Monsieur Picasso und der Sommer der fran­zö­si­schen Köst­lich­keiten” von Camille Aubray.

Die 17-jährige Ondine arbeitet im Café ihrer Eltern im fran­zö­si­schen Juan-les-Pins. Während sie auf ihren Geliebten Luc wartet, der zur See gefahren ist, um Geld für ihr gemein­sames Leben zu verdienen, bekommt Ondine von ihrer Mutter einen Auftrag: Jeden Mittag soll sie ein Mittag­essen in eine Villa liefern, in der eine geheim­nis­volle Persön­lich­keit inko­gnito den Sommer verbringt, Bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Mann um Pablo Picasso handelt, der aufgrund einer Schaf­fens­krise an die Côte d’Azur geflüchtet ist.  

Die junge Frau ist faszi­niert von seiner extra­va­ganten Aura, Picasso wiederum ist hinge­rissen von ihren leiden­schaft­li­chen  und krea­tiven Koch­ex­pe­ri­menten und ihrer jugend­li­chen Neugier.  Das Flair ist verfüh­re­risch, prickelnd und schnell taucht man als Leser in die Geschichte ein, meint die Düfte der Köst­lich­keiten zu riechen und das Prickeln des fran­zö­si­schen Sommers auf der Haut zu spüren… 
In einem paral­lelen Hand­lungs­strang entdeckt Ondines Enkelin ein geheimes Koch­buch “Rezepte für P” und begibt sich in Frank­reich auf Spuren­suche. Wer steckt hinter diesem P? 

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es ist eine vorzüg­liche Sommer­lek­türe, die durch ihre bild­hafte Sprache anregt und inspi­riert.

Monsieur Picasso und der Sommer der fran­zö­si­schen Köst­lich­keiten”  von Camille Aubrey  ist 2018 als Taschen­buch im Fischer Verlag erschienen.

Buchtipp: Monsieur Picasso und der Sommer der Köstlichkeiten

 

Noch mehr Lust auf sommer­liche Lektüre?
Bitte hier entlang zur “Lite­ra­ri­schen Reise in die Toskana”

 

 

 

 

 

 

 

Tillandsien – bizarre Schönheiten kunstvoll inszeniert

Tilland­sien – Auftritt bizarrer Schön­heiten

Als ich Tilland­sien zum ersten Mal sah, haben sie mich an skur­rile Haute Couture-Frisuren erin­nert,  manche sahen aus wie die Schlan­gen­haare der Medusa, andere wiederum  erin­nern an aufse­hen­er­re­gende Roben tanzender Damen, oder an langes, lockiges Engels­haar  – irgendwie inspi­rie­rend… diese grazilen Gewächse…

Was sind Tilland­sien?

Tillan­disen (Tillandsia)  – mit deut­schem Namen “Luft­nelken” gehören zu der Familie der Brome­lien, auch Ananas­ge­wächse genannt. Ihre Heimat erstreckt sich vom Süden der Verei­nigten Staaten bis Südame­rika. Einige der extra­va­ganten Gewächse leben in den Tropen, andere in trockenen Sand­wüsten. Welt­weit gibt es über 500 Tilland­sien-Arten verschie­dener Größe.

In den 80er Jahren waren die Luft­pflanzen schon einmal sehr ange­sagt. Heute, im Zuge des “Urban Jungle”-Trends, erleben sie ein Revival.
Ich habe Tilland­sien auf einem Krea­tiv­markt entdeckt, wo sie in kleinen Glas­ku­geln saßen…ohne Erde…ohne Substrat.…komisch!

Tillandsien - bizarre Pflanzen inspirieren zu kunstvollen Halterungen

Tillandsien-Halterung, DIY aus Draht gewickelt

 

Tillandsien - bizarre Pflanzen inspirieren zu kunstvollen Halterungen

Tillandsien - DIY-Halterung

Meine Recher­chen ergaben, dass viele Tilland­sien ‑Arten in der Tat weder Erde noch Substrat zum Leben brau­chen. Als Aufsitz­pflanzen halten sich ihre vom Winde verwehten Samen an Baum­rinden und Felsen fest und beginnen dort Wurzeln zu bilden und zu wachsen. Nähr­stoffe und Feuch­tig­keit nehmen die Blätter der Tilland­sien über die Luft auf.
Je nach Art muss man die Gewächse mit kalk­armem Wasser, am besten Regen­wasser, besprühen (zu kalk­hal­tiges Wasser verstopft ihre Saug­schuppen, über die sie die Nähr­stoffe aufnehmen). Im Sommer brau­chen sie häufiger eine Dusche als im Winter. Beim Kauf sollte man sich infor­mieren, was das erwor­bene Exem­plar genau an Wasser und Licht benö­tigt.
Und das Tolle: Tilland­sien lassen sich, z.B. mit Sekun­den­kleber auf Gelbasis, an verschie­denen Unter­gründen befes­tigen.

Tillandsien-Halterung, DIY aus Draht gewickelt

Die DIY-Idee

Ich bin meiner ersten Einge­bung gefolgt und habe aus schwarzem Bastel­draht mit Hilfe einer Schmuck­zange Figuren geformt, die dann entweder eine Tillandsie als Haar oder als Rock bekommen haben.
Es ist gar nicht schwer: der Draht wird gewi­ckelt, bis die Form des Kopfes, des Halses und des Ober­kör­pers mit Armen entsteht. Mit der Schmuck­zange lässt sich der Draht gut in Form bringen. Für die Arme kann man ihn über die Zange zu langen Spiralen wickeln. Einfach probieren, wickeln, biegen, bis eine schöne Form entsteht.

DIY - Tillandsien -Halter aus Draht in Figurinenform

Figurinen aus Draht gewickelt als Halter für Tillandsien

Mit einer Schmuckzange wird aus Draht die Tillandsienhaterung gewickelt

Tillandsienhalter aus Draht in Figurinenform, DIY

Tillandsienhalter aus Draht in Figurinenform, DIY

Tillandsienhalter aus Draht in Figurinenform, DIY

Tillandsien-Halterung, DIY aus Draht gewickelt

Tilland­sien-Kleid oder Tilland­sien-Haar?

Einigen Figuren habe ich den Ansatz eines Rockes gewi­ckelt. Dabei kann man die Tillandsie so am oberen Teil umwi­ckeln, dass der Rock­an­satz sie umschließt. Mit Sekun­den­kleber auf Gelbasis kann die Pflanze dann in den Rock­an­satz einge­klebt werden.
Am Kopf bilden einzelne Drähte eine passende Frisur.

Figurinen aus Draht als Halterung für Tillandsien, DIY

Andere Damen tragen einen Rock aus Draht und haben eine kleine gewi­ckelte “Schale” aus Draht auf dem Kopf, in die eine Tillandsie einge­klebt werden kann – als bizarres “Medusa-Haar”.

Tillandsienhalter aus Draht, DIY

DIY - Figurinen aus Draht, Tillandsien als Mobile

DIY - Figurinen aus Draht, Tillandsien als Mobile

Andere Figuren habe ich ganz ohne Tilland­sien gewi­ckelt. Ist man erst einmal dabei, kommt man schnell auf den Geschmack… es macht Spaß, den geschmei­digen Draht in verrückte Formen zu bringen.

DIY - aus Draht geformte Qualle

So kann man eine Qualle formen:
Insze­nie­rung 

Nun lassen sich die Figuren an der Decke nahe dem Fenster aufhängen oder sogar als Mobile arran­gieren. Das hat  den Vorteil, dass sich die Figuren mit den Tilland­sien drehen. So bekommen sie von allen Seiten Licht – das lieben sie!
Von Mai bis September kann man die grazilen Pflan­zen­halter wunderbar an einen schat­tigen Platz nach draussen hängen, auf den Balkon, oder z.B. an einen Baum. Dort bekommen sie herr­li­ches Licht und auch mal einen ange­nehmen Regen­schauer ab.

Tillandsien - DIY-Halterung

Tillandsien - DIY-Halterung in Figurinenform

Tillandsien - DIY-Halterung in Figurinenform

Tillandsien - DIY-Halterung in Figurinenform

Tillandsien im Garten mit DIY-Halterung in Figurinenform

 

Das könnte Sie viel­leicht auch inter­es­sieren: DIY – Duftender Kräu­ter­kranz

 

 

 

 

 

Crêpes für Crespelle alla giardino mit Giersch oder Spinat und Sommersalat

Cres­pelle alla giar­dino …

mit Spinat… oder mit Giersch!

Oh nein, ist das nicht dieses gräss­liche, hart­nä­ckige Grün­zeug? Das man nie los wird? Und das keiner mag? – Genau, das ist Giersch. Laut Brock­haus-Lexikon: Giersch (Geißfuß, Aero­po­dium podgraria), …, lästiges Garten­un­kraut.

Und ja, es macht seinem Ruf alle Ehre und auch unser Garten, da wir am Wald­rand liegen, ist an mancher Stelle fest in den Händen – oder besser – Wurzeln – dieses Krautes. Und genau deshalb nutze ich die Vorzüge des Gier­sches statt mich andau­ernd  zu ärgern. Wird es zu viel, wird es gegessen! z.B. als schmack­hafte “Cres­pelle alla giar­dino”. Oder als Salat, oder als Süpp­chen…

Giersch ist ein echtes Superfood und toll für Crespelle alla giardino...

Denn Giersch ist essbar und sogar sehr gesund. Er enthält Spuren­ele­mente, mehr Mine­ral­stoffe als Grün­kohl und viel mehr Vitamin C als Zitronen! Zwischen März und September kann man Giersch ernten. Die jungen Blätter schme­cken am besten, haben ein mildes Aroma. Aber auch die zarten Blüten sind essbar und sehen toll als Deko­ra­tion auf Salaten aus. Gene­rell kann man alles “Ober­ir­di­sche” des Gier­sches verar­beiten.  Und überhaupt…eigentlich ist Giersch eine echtes “Super­food”!
Früher wurde Giersch sogar extra als Heil­kraut gegen allerlei Leiden ange­pflanzt, vor allem in Klos­ter­gärten. Ist doch toll, dass man mit wenig gärt­ne­ri­schem Können ein so gesundes “Gemüse” im Garten haben kann!
Außerdem finde ich ihn auch ganz hübsch mit seinen wolkigen weißen Blüten…

Gierschblütenwolken im Sonnenlicht – die Blüten sin essbar

Ich verwende Giersch ähnlich wie Spinat. Deshalb kann man die Cres­pelle alla giar­dino auch statt Giersch mit Spinat zube­reiten – schließ­lich kann ja nicht jeder ein Gierschbeet sein Eigen nennen… oder es gibt Skep­tiker, die dem verru­fenen Grün­zeug nicht trauen…

Für die Cres­pelle alla giar­dino habe ich vor allem junge Gierschblätter gesam­melt und gründ­lich abge­spült. Wie beim Spinat braucht man recht viele Blätter, da Giersch beim Erhitzen sehr zusam­men­fällt.

Giersch ist sehr gesund - perfekt für Crespelle alla giardiino

Rezept für Cres­pelle alla giar­dino

Zutaten für 4 Personen:

 

  • 125 g Mehl
  • 2 Eier
  • eine Prise Salz, eine Prise Zucker
  • 250 ml Milch
  • 20 g geschmol­zene Butter

 

  • 300 g Gierschblätter (wichtig: nur Blätter wählen, die Sie sicher erkennen!),  (oder 500 g Spinat)
  • 200 g Ricotta
  • 3 EL  gerie­benen Parmesan
  • 2  Eier (S)
  • Salz, frisch gemah­lenen Pfeffer und eine Prise Muskat­nuss

 

  • 250 ml Sahne
  • 80 g frisch gerie­benen Parmesan
  • etwa 8 Esslöffel Toma­ten­soße (entweder eine gute Fertig­sauce oder eine Selbst­ein­ge­kochte)

Zube­rei­tung:

Mehl, Eier Milch, Salz, Zucker und die geschmol­zene Butter zu einem Teig verrühren und ca. 1 Stunde im Kühl­schrank ruhen lassen.

Füllung: Die Gierschblätter abspülen und tropf­nass in einem geschlos­senen Koch­topf 5–10 Minuten garen, bis die Blätter weich sind. Flüs­sig­keit abgiessen, gut abtropfen lassen und auspressen. Die Blätter mit einem Messer (oder Wiege­messer) fein hacken.
Ricotta, 3 EL Parmesan und die Eier hinzu­ge­bend und mischen. Mit Salz, Pfeffer und Muskat abschme­cken.

Den Back­ofen auf 200 ° (Umluft) vorheizen.

In einer Pfanne mit etwas Butter 8 Crêpes backen. Die Crêpes mit der Giersch-Ricotta­creme bestrei­chen und aufrollen. Die Cres­pelle in eine gefet­tete, ofen­feste Form legen. 
Die Sahne mit dem Parmesan mischen und über die Rollen geben. Auf jede Rolle einen Löffel Toma­ten­soße strei­chen.
Etwa 15 – 20 Minuten backen.

Crêpes für Crespelle alla giardino mit Giersch oder Spinat

Crespelle alla giardino mit Giersch oder Spinat

Crespelle alla giardino mir Giersch und Sommersalat

Tolles Sommergericht: Crespelle alla giardino mit Giersch oder Spinat

Dazu passt ein frischer Salat. Ich mag im Sommer gerne Feld­salat mit Beeren (Brom­beeren, Erdbeeren, Johan­nis­beeren und Himbeeren). Für das Dres­sing mische ich  Olivenöl, etwas Balsa­mico, frisch gepressten Oran­gen­saft und ein Löffel­chen Senf, Pfeffer und Salz. Dazu röste ich einige Kerne (knackige Salat­kern­mi­schungen gibt es zu kaufen) als Topping.
Essbare Blüten, z.B. die des Gier­sches, sorgen für einen wunder­schönen Anblick.

Crespelle alla giardino, dazu Sommersalat mit Früchten

Giersch - eigentlich schön und superlecker und gesund!

 

Und zum Nach­tisch Topfen­schaum mit Früchten? Gekühlt ein tolles, frisches Sommer­des­sert! Bitte hier entlang…

Buchtipi: Der Giersch muss weg/Ulmer VerlagBuch­tipp:

Giersch, Brenn­nes­seln, Schar­bocks­kraut und Gänse­blüm­chen – im Ulmer-Verlag ist ein kleines Büch­lein zum Kochen mit diesen und vielen anderen Wild­kräu­tern erschienen. Wich­tige Tipps zum Sammeln und Zube­reiten der “Unkräuter” wecken viel­leicht die Liebe zu den unge­liebten Garten­be­woh­nern. Und falls nicht, gibt es auch Tricks, wie man sie loswerden kann…

Der Giersch muss weg” von Susanne Hansch und Elke Schwarzer/ Ulmer Verlag.

 

 

 

 

 

 

 

Vilhelm-Hammershoi-"Im Licht des Nordens" - Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle

Vilhelm Hammershøi – sicht­bare Stille

 

Sich zu sehr an die Fakten zu halten kann die Essenz der Dinge verderben. Das innere Auge erkennt oft mehr.”
Karl Lager­feld

 

Ich lebe in einem alten Haus mit wunder­schönen Holz­türen, einem honig­gelben Dielen­boden und Spros­sen­fens­tern. Manchmal, wenn das Sonnen­licht durch eines der Spros­sen­fenster dringt, verharre ich beinahe ehrfürchtig und beob­achte das Schat­ten­spiel, das das Licht auf Wände und Boden zaubert. Die Linien, die durch Hell und Dunkel entstehen. Durch die Spros­sen­un­ter­tei­lung wird das Licht in einzelne Bündel gespalten – die Sonnen­strahlen werden durch den feinen Staub in der Luft sichtbar, gerade so, als brächen sie durch die lichten Baum­kronen eines Laub­waldes.

Vor einigen Jahren stieß ich auf ein Bild, auf dem eine solche Stim­mung auf faszi­nie­rende Weise darge­stellt ist.
“Tanz der Staub­körn­chen in den Sonnen­strahlen (Strand­gade 30), 1900.
Der Maler des Ölbildes ist der Däne Vilhelm Hammersøi (1864 – 1916), einer der wohl bedeu­tendsten Künstler Däne­marks des ausge­henden 19. und begin­nenden 20. Jahr­hun­derts.

Vilhelm Hammershøi – Tanz der Staubkörnchen in den Sonnenstrahlen (Strandgade30)/Foto: Anders Tune berg

Tanz der Staub­körn­chen in den Sonnen­strahlen, 1900 Öl auf Lein­wand, 70 x 59 cm Ordrup­gaard, Kopen­hagen © Foto: Anders Sune Berg

Nichts auf dem Bild lenkt von der Schön­heit des Augen­blicks ab. Viel­mehr lässt das Bild Raum für Empfin­dungen und Einbil­dungs­kraft. Das Bild hat Aura, eine beson­dere, geheim­nis­volle Magie, die mich in ihren Bann zieht.

Vilhelm Hammershøi hat viele Räume gemalt, stille Räume. Zwar zählen auch menschen­leere Stadt­an­sichten, Land­schaften und Porträts zu seinem Werk, heut­zu­tage kennt man ihn jedoch über­wie­gend wegen seiner Inte­ri­eurs.
Vilhelm bekam ab seinem achten Lebens­jahr Zeichen­un­ter­richt und studierte später an der Däni­schen Kunst­aka­demie in Kopen­hagen (von 1879 – 1884). Aber erst im Anschluß, an der neu gegrün­deten “Freien Kunst­schule” (“Kunst­ternes  Frie Studies­koler”), entwi­ckelte er seinen einzig­ar­tigen Stil.

Vilhelm-Hammershoi-"Im Licht des Nordens" - Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle

Ausschnitt aus Vilhelm Hammershøi “Die großen Fenster”/1913, Öl auf Lein­wand (Ausstel­lung in der Hamburger Kunst­halle: Im Licht des Nordens)

Ausstel­lungs­tipp: Im Licht des Nordens – Däni­sche Malerei der Samm­lung Ordrup­gaard in der Hamburger Kunst­halle

Zur Zeit sind neun Bilder Vilhelm Hammers­høis, acht Inte­ri­eurs und eine Land­schaft, aus der Samm­lung des Museums Ordrup­gaard in Char­lot­ten­lund nahe Kopen­hagen im Rahmen der Ausstel­lung “Im Licht des Nordens” in der Hamburger Kunsthalle zu sehen. Gemeinsam mit einigen Meis­ter­werken der däni­schen Malerei des 19. und begin­nenden 20. Jahr­hun­derts erzählen die Bilder vom Aufbruch der däni­schen Kunst  in die Moderne. (Genauere Angaben am Ende des Textes: Empfeh­lungen)
Kurator der Ausstel­lung ist Dr. Markus 
Bertsch.

Ein Besuch der Ausstel­lung “Im Licht des Nordens” ist  eine wunder­bare Gele­gen­heit, einige der sinn­lich mini­ma­lis­ti­schen Bilder Hammers­høis im Original zu betrachten und sich selbst einen Eindruck von der Wirkung und Ausstrah­lung der Bilder des Dänen zu verschaffen.

Vilhelm Hammershøi – Licht und Atmo­sphäre

Hammers­høis Bilder  fesseln mich durch ihre dezente Farb­ge­bung und einen harmo­ni­schen Dialog von Hell und Dunkel. In manche Inte­ri­eurs, die zumeist in seinen eigenen Wohn­räumen entstanden sind,  tauchen gele­gent­lich Figuren auf. Häufig seine Frau Ida. Jedoch stehen nicht sie oder ihre Hand­lung im Mittel­punkt, viel­mehr scheint es um die Archi­tektur des Bildes zu gehen.

Mal liegt der Fokus im vorderen Teil des Bildes, mal in der Tiefe – als spielte Hammershøi wie ein Foto­graf mit Schärfen und Unschärfen im Bild. Für Räume hatte er ein beson­deres Auge, wobei die Möblie­rung nur ein Rand­as­pekt ist.

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Ausschnitt aus Vilhelm Hammers­høis “Inte­rieur mit sitzender Frau” um 1910, Öl auf Lein­wand (Ausstel­lung in der Hamburger Kunst­halle: Im Licht des Nordens)

Es wirkt als wandelte der Künstler mit foto­gra­fi­schem Blick durch sein Haus und hielt, ob der Ästhetik des Moments, kleine Szene­rien fest, eben wie ein Foto­graf. Das natür­liche Licht schien sein Verbün­deter.
Manchmal ist das Einfache, das Unspek­ta­ku­läre das Beson­dere. Eine Frau steht am Fenster. Eine Frau sitzt am Tisch, vertieft in eine unde­fi­nierte Tätig­keit. Oft sind die Frauen von hinten zu sehen. Das Licht fällt auf die Nacken­partie. Die Atmo­sphäre ist von inten­siver Sinn­lich­keit und Ruhe, fast gerät man ins Flüs­tern, damit man nichts stört…

Vilhelm Hammershøi – Interieur mit Klavier und Frau in Schwarz/Foto: Anders Tune Berg

Inte­rieur mit Klavier und Frau in Schwarz (Strand­gade 30), 1901 Öl auf Lein­wand, 63 × 52,5 cm © Ordrup­gaard, Kopen­hagen Foto: Anders Sune Berg

Vilhelm-Hammershoi-imlichtdesnordens-hamburgerkunsthalle-derblauedistelfink

Ausschnitt aus Vilhelm Hammers­høis “Die vier Räume (Strand­gaade 25), 1914, Öl auf Lein­wand (Ausstel­lung Hamburger Kunst­halle: Im Licht des Nordens)

Mit foto­gra­fi­schem Blick

Die Menschen auf Hammers­høis Bildern posieren nicht bewusst, sie erzählen keine Geschichte, eher wirkt es wie eine Moment­auf­nahme, die der Künstler als Schnapp­schuss fest­hält. Ein Ist-Zustand, den Hammershøi jedoch nicht  mit dem Foto­ap­parat (mit dem man damals ja auch noch sehr lange Belich­tungs­zeiten hatte), sondern in aufwen­diger Technik (in Öl) auf die Lein­wand bringt.
Die Tona­lität der Bilder, die farb­liche Darstel­lung der kontrast­rei­chen Flächen,  die Abbil­dung von Licht und Perspek­tive, die Weich­heit der Linien und die Kompo­si­tion – all das erin­nert an Foto­gra­fien, die Mitte bis Ende des 19. Jahr­hun­derts entstanden sind.

Den Aspekt, dass die Foto­grafie seiner­zeit als neues, aufre­gendes Medium die bildende Kunst des 19. Jahr­hun­derts beein­flußt hat, finde ich sehr span­nend (hierzu lässt sich einiges in der Mono­grafie “Hammershøi und Europa”, siehe Empfeh­lungen unten) nach­lesen.

Schaut man sich aktu­elle Inte­ri­eur­bilder und ‑Inspi­ra­tionen an, sieht man oft ähnliche Perspek­tiven, Bild­kom­po­si­tionen, manchmal mit der Rück­an­sicht von Figuren. Keiner weiß, wer diese Menschen sind…aber das ist auch nicht nötig, sie berei­chern den Bild­aufbau durch ihre Anwe­sen­heit, eine beson­dere Atmo­sphäre wird verbreitet – so wie bei Hammershøi im vorletzten Jahr­hun­dert..

Ein junges nähendes Mädchen, 1887 Öl auf Lein­wand, 37 x 35 cm Ordrup­gaard, Kopen­hagen © Foto: Anders Sune Berg

Schön vertieft…

In meinen Augen hat auch das Bild “Nähendes Mädchen (Die Schwester des Künst­lers, siehe oben)”, 1887,  welches eben­falls in der Hamburger Kunst­halle im Original zu sehen ist, beson­dere Aufmerk­sam­keit verdient. Die Anmut der jungen Frau beim Ausüben einer vermeint­lich alltäg­li­chen Arbeit ist ergrei­fend. Was der Betrachter fühlt und denkt, ist ihm über­lassen. Das Mädchen ist vertieft… Der Hell-Dunkel-Kontrast scheint durch die Weich­heit der Linien aufge­hoben. Hammers­høis Bilder sind sehr redu­ziert und dadurch ermög­licht er dem Betrachter und dessen Seelen­leben  diese Kunst zu voll­enden.
Es hat mich sehr gefreut, dieses Bild im Original zu sehen, und nicht umsonst ist es zum Plakat­motiv der Ausstel­lung gewählt geworden.

Jeder Mensch, jedes Auge nimmt Unter­schied­li­ches wahr, meines ist erfüllt und bezau­bert vom Licht und der Atmo­sphäre der Bilder Vilhelm Hammers­høis.

Sind Sie neugierig geworden und möchten mehr über Vilhelm Hammershøi, seine Kunst, seine Inten­tionen und den Aufbruch der däni­schen Maler des 19. Jahr­hun­derts in die Moderne erfahren?

Empfeh­lungen:

Ausstel­lung:

Vilhelm Hammershøi – Austellung in der Hamburger Kunsthalle 2019

Im Licht des Nordens” – Däni­sche Malerei der Samm­lung Ordrup­gaard, noch bis zum 22. September 2019  in der Hamburger Kunst­halle

Neben den Werken Hammers­høis sind noch weitere wunder­schöne Male­reien däni­scher Künstler zu betrachten. Szenen des däni­schen Land­le­bens, Szenen aus dem realen Leben sind Sujets der Malerei.
So haben mich Johannes Larsens “Schel­lenten in einem Eisloch”/1899 ob ihrer Klar­heit ebenso faszi­niert wie sein Werk “Sommer, Sonne, Wind”/1848, das das nordi­sche Licht auf so wunder­bare Weise einfängt. Peter Hansens “Heumahd auf Südfünen”/1902 sprüht vor Leich­tig­keit und sommer­li­cher Frische.
Gefangen hielt mich Vilhelm Kyhns “Land­schaft bei Silkeborg”/ 1848. Es mag wohl an der beson­deren Farbig­keit und Ruhe dieses Bildes liegen.

Kahn: Landschaft bei Silkeborg

Vilhelm Kyhn “Land­schaft bei Silke­borg”, 1848, Öl auf Papier, 31 × 41,5 cm © Ordrup­gaard, Kopen­hagen Foto: Anders Sune Berg

Hansen Heuernte Suedliches-Fuenen

Heuernte auf Südfünen, 1902 Öl auf Lein­wand, 48 x 73 cm Ordrup­gaard, Kopen­hagen © Foto: Anders Sune Berg

Bücher:

Vilhelm Hammershøi – Ausstellungskatalog 2019, Kunsthalle Hamburg "Im Licht des Nordens"

Den Katalog zur Ausstel­lung  in der Hamburger Kunst­halle  mit Einzel­kom­men­taren zu sämt­li­chen Expo­naten kann man in gebun­dener Form, als wunder­schönes Buch, im Online­shop der Hamburger Kunst­halle oder beim Wienand Verlag bestellen.
(Heraus­ge­geben von Markus Bertsch;
Beiträge von Anne-Birgitte Fonsmark, Felix Krämer, Marie-Louise Monrad Møller, Carl-Johan Olsson, Nelly Struck, 160 Seiten, mit 70 farbigen und 5 s/w Abb.)

Vilhelm Hammershøi-Buchempfehlung: Hammershøi und Europa

Hammershøi und Europa”, eine umfas­sende Mono­grafie, heraus­ge­geben vom Statens Museum for Kunst in Kopen­hagen und der Kunst­halle München;.Paperback, 256 Seiten, 92 farbige Abbil­dungen; Prestel Verlag

 

 

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Ca. 1 Kilo­gramm der süßen Früchte braucht man für diese vorzüg­liche Apri­kosen-Tarte.  Und dazu: etwas frischen Thymian. Einge­bettet in einen Guss aus Creme fraîche entfalten die Sonnen­früchte ihren ganzen Charme. Oh ihr kleinen Gaumen­schmeichler…!

Torte aus frischen Aprikosen und Thymian – ein saftiges Vergnügen

Saftige Aprikosen entfalten in einer Karte mit Thymian ihr einzigartiges Aroma

Es war nicht leicht die Apri­kosen für die Tarte zu vertei­digen – meine Kinder lieben sie. “Warum?” habe ich sie gefragt. “Sie sind so schön klein. Man kann sie so gut wegna­schen und sie schme­cken so süßlich­sauer. Der Kern geht gut raus und… die sind einfach so lecker!!” erklärt mir mein Sohn.  Recht hat er! Apri­kosen sind toll! Mal sehen, ob den Kindern auch die Apri­kosen-Tarte schmeckt.

Frischer Thymian verleiht der Aprikosen-Tarte ein zartes Aroma.

Outdoor-Picknick mit Aprikosen-Tarte.

Zutaten:

  • Ein gutes Kilo Apri­kosen 
  • 4–5 Stile frischen Thymians
  • 100 g kalte Butter
  • 75 g Zucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • 2 EL Wasser
  • 250 g Mehl
  • 1/2 gestr. Teelöffel Back­pulver

 

  • 200 g Creme fraîche
  • 2  Eier
  • 80 g gemah­lene Mandeln
  • 50 g Zucker
  • etwas Zimt

Zube­rei­tung:

Der Kern der Aprikosen lässt sich leicht entfernen. Die kalte Butter mit dem Zucker und dem Wasser verkneten und dann Mehl, Back­pulver und Ei hinzu­fügen. Zu einem glatten Teig verkneten und in Folie 1 Stunde im Kühl­schrank ruhen lassen.

Den Back­ofen auf 175 ° C (Umluft) vorheizen.

Die Apri­kosen waschen, entsteinen und in kleine Stücke schneiden. Die Thymi­an­blätter unter­heben. 
Eine Tarte­form fetten. Den Mürbe­teig ausrollen und in die Form legen, den Rand ca. 2 cm hoch­ziehen. Die Apri­ko­sen­stücke auf den Teig geben. Für 20 Minuten in den Ofen schieben.

In der Zeit den Guss vorbe­reiten: Creme fraîche, 2 Eier, Mandeln, Zucker und Zimt zu einer glatten Creme verrühren.

Nach 20 Minuten die Apri­kosen-Tarte aus dem Ofen nehmen und den Guss über die Apri­kosen geben. Die Tarte für weitere 20 Minuten im Ofen backen. Heraus­nehmen und auf einem Kuchen­gitter abkühlen lassen. Mit etwas frischem Thymian deko­rieren.

Der Kern der Aprikosen lässt sich leicht entfernen.

Vorzügliche Aprikosen-Tarte mit Thymian

Vorzügliche Aprikosen-Tarte mit Thymian

Thymian blüht mit zauberhaften weißen Blüten.

Wie kleine Sonnen leuchten uns Aprikosen entgegen.

Aprikosen-Tarte mit Thymian. Saftig und köstlich!

Ein Sommertag mit saftiger Aprikosen-Tarte, verfeinert mit Thymian.

Beson­ders lecker ist die Apri­kosen-Tarte, wenn sie noch ganz leicht warm ist…mit cremiger Schlagsahne…unter freiem Himmel…gemeinsam mit lieben Menschen… Mehr braucht man doch manchmal gar nicht, um ein tiefes Gefühl der Zufrie­den­heit und des Glücks zu empfinden, oder?

Die meisten Menschen jagen so sehr dem Genuss nach, dass sie an ihm vorbei­laufen.”

Søeren Kier­ke­gaard

 

Mehr köst­liche Kuchen gibt es hier oder hier.

Auch auf Pinte­rest habe ich einige schöne Rezepte gesam­melt, wer Lust hat mal zu schauen, bitte hier entlang…

Früchte der Sonne: Aprikosen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Farbinspiration - Blau, du Schöne. Wohnen mit Farbe: 3 Blautöne, die eine friedvolle ruhige und gar nicht langweilige Stimmung schaffen.

Farbin­spi­ra­tion: BLAUDU SCHÖNE!

(dieser Beitrag enthält unver­gü­tete Produkt­emp­feh­lungen und Verlin­kungen)

Blau – das Spek­trum dieser Farbe ist fantas­tisch! Von zarten bis zu tief­dunklen Tönungen, von sanften Akzenten bis zu extra­va­ganten, lauten Vari­anten. Das Blau des Himmels, der sich über uns wölbt, das Blau des Meeres, das unsere Sehn­sucht nach Weite weckt, die viel­schich­tigen Blau­töne, in die sich manche Blüten kleiden… Unsere Umwelt hält unend­liche viele Blau­töne bereit.

Es klingt
es rauscht
es hallt
es wider­hallt
es sprüht
es duftet
und wird andächtig singendes Blau.
Das Blau verblüht zu Licht

(Hans Arp, aus “Das singende Blau”)

Blau im Inte­rieur

Mit Farbe lässt sich ein Raum auf die einfachste Art verän­dern. Da jeder Mensch unter­schied­lich und sehr emotional auf Farben reagiert, ist die Auswahl des rich­tigen Tons eine ganz persön­liche Ange­le­gen­heit. Moden und Trends kann man bei der Auswahl berück­sich­tigen, aber viel wich­tiger ist, wie das eigene Auge und die Intui­tion auf Farbe reagieren. Hierzu sind eigene Beob­ach­tungen und genaues Hinsehen wichtig. Farbin­spi­ra­tion findet man überall: Unsere Umwelt ist voll von wunder­baren Farb­kom­bi­na­tionen – Flora, Fauna, Städte, Kunst. Manche Eindrücke werden scheinbar in unseren Herzen gespei­chert, wir sind nach­haltig inspi­riert und können, wenn wir z.B. vor einer Farb­wahl stehen,  auf diesen Fundus von Eindrü­cken zurück­greifen,

Farbinspiration - Blau, du Schöne. Wohnen mit Farbe: 3 Blautöne, die eine friedvolle ruhige und gar nicht langweilige Stimmung schaffen.

Wähle mit dem Herzen!

Ich hatte schon immer ein sehr emotio­nales Verhältnis zu der Farbe Blau und deshalb möchte ich drei Blau­töne vorstellen, mit denen sich eine sehr harmo­ni­sche, ruhige Farb­at­mo­sphäre zaubern lässt. Im Zusam­men­spiel mit Salbei­grün und frischen Grün­tönen entsteht ein ganz fried­volles Farb­ge­füge. Eine ruhige, gelas­sene Atmo­sphäre, die durch einige deko­ra­tive Objekte und Stoffe belebt werden kann.

Zauber­haftes Wand­kleid…

Die matte und sehr hoch pigmen­tierte Wand­farbe “Light Blue” von Farrow & Ball – ein helles Grau­blau, fast silbrig, von magi­scher Ausstrah­lung. Denn scheint es eben noch Blau, so wirkt es im nächsten Moment grün­lich, um dann ins Silber­graue überzugehen…je nach Licht­ein­fall. Der Facet­ten­reichtum einer üppig pigmen­tierten Farbe ist beein­dru­ckend. Immer wieder entdeckt man neue Nuancen.

Farbinspiration - Blau, du Schöne. Wohnen mit Farbe: 3 Blautöne, die eine friedvolle ruhige und gar nicht langweilige Stimmung schaffen.

Zu Blau lassen sich sehr gut viele Farben kombi­nieren. Aus einer 60er-Jahre-Vase von Bay Keramik ist eine Tisch­lampe geworden.… Der orange Fuß mit dem Schirm in Lila findet sich farb­lich in dem darüber hängenden Blumen­still­leben wieder.

Farbinspiration - Blau, du Schöne. Wohnen mit Farbe: 3 Blautöne, die eine friedvolle ruhige und gar nicht langweilige Stimmung schaffen.

 

Farbinspiration - Blau, du Schöne. Wohnen mit Farbe: 3 Blautöne, die eine friedvolle ruhige und gar nicht langweilige Stimmung schaffen.

Die weißen Holz­ele­mente betonen den wunder­schönen Wandton.

Leucht­kraft für zwei alte Schön­heiten

Pitch Blue” von Farrow & Ball – ein opti­mis­ti­sches und beson­deres Blau, ein Kobalt­blau mit einem Anteil von Magenta. Ich finde, es entspricht der Farbe von Vergissmeinnicht…wunderschön. Ich habe es als Lack an zwei Stühlen getestet. Egal, wo ich die Stühle plat­ziere, mit ihrem strah­lenden Kleid wecken sie ein Lächeln in meinem Gesicht.… Bei Sonnen­schein bringen sie Frische in das Farb­schema, bei Kunst­licht am Abend  Wärme.

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Dunkles Blau  für struk­tu­riertes Leinen

Nacht­blau” von Simplicol – eine tief dunkel­blaue Textil­farbe, mit der ich einen Leinen­stoff für eine neue Bett­be­span­nung einge­färbt habe. Da ich erst­malig Textil­farben in der Wasch­ma­schine auspro­biert habe, war ich sehr gespannt auf das Ergebnis und muss sagen, ich bin sehr zufrieden. Der Stoff hat die dunkle tiefe Farbe gleich­mäßig ange­nommen.  Stoffe einzu­färben, ob Vorhänge, Kissen, Bett­wä­sche oder Hussen, ist eine einfache Möglich­keit eine neue Optik zu schaffen, ohne gleich wieder in Konsum zu verfallen. Ich finde, einen krea­tiven Umgang mit den Dingen, die bereits vorhanden sind, schulden wir unserer Umwelt.

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Schrank­türen in mattem Salbei­grün fügen sich gut in die Farb­har­monie.

Farbinspiration - Blau, du Schöne. Wohnen mit Farbe: 3 Blautöne, die eine friedvolle ruhige und gar nicht langweilige Stimmung schaffen.

Auch die Vorhang­s­tange hat einen Anstrich in “Light Blue” bekommen. Beson­deres Detail: Die alten Messing­klam­mern. Ähnliche Klam­mern bekommt man recht gut über Klein­an­zeigen.

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Farbinspiration - Blau, du Schöne. Wohnen mit Farbe: 3 Blautöne, die eine friedvolle ruhige und gar nicht langweilige Stimmung schaffen.

Hell­blaue Leinen­vor­hänge filtern das einfal­lende Licht…

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Farbinspiration - Textilien in zarten Blau- und Grüntönen schmeicheln dem Blau der Wände.

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