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FJARILL – wenn Poesie zu Musik wird – ein Interview

Vor einiger Zeit habe ich im Radio ein Live-Konzert des schwe­disch-südafri­ka­ni­schen Duos FJARILL aus Hamburg gehört. Ich blieb hängen, war über­rascht, spürte aber gleich­zeitig etwas Vertrautes – das war wunderbar. Geige, Klavier, Gesang. Die Musik der Schwedin Aino Löwen­mark und der Südafri­ka­nerin Hanmarie Spiegel klang ruhig und klar, traum­haft schön und doch greifbar. Ich genoß das Tempo, die Wärme, die Leiden­schaft – mal lebhaft, mal farben­froh, mal hauch­zart und immer ein biss­chen geheim­nis­voll, mit einer märchen­haften Aura.
2004 haben sich die beiden Musi­ke­rinnen in Hamburg kennen­ge­lernt und in ihrem Schaffen unter dem Namen FJARILL zusam­men­getan. Seitdem  haben sie neun Alben veröf­fent­licht und ihr Publikum bei zahl­rei­chen Live­kon­zerten verzaubert.
Mich hat die Musik neugierig gemacht auf dieses Duo mit dem beson­deren Namen –und sie hat mich zu stillen, sanften Foto­gra­fien inspi­riert, die Raum für Gefühle und Gedanken lassen…

Fjarill - Das neue Album POËSI – ein Interview

POËSI – das neue Album 

Heute, am 30. April, erscheint  das neue Album von FJARILL. Und der Name ist Programm: POËSI. Es ist zwei Lite­ratur-Nobel­preis­trä­gern gewidmet, dem Schweden Pär Lagerk­vist und der deutsch-jüdi­schen Schrift­stel­lerin Nelly Sachs. Beide sind 1891 geboren.
Nelly Sachs schrieb bereits mit 17 Jahren Gedichte. Ihre Bestim­mung zum Schreiben wurde aber erst durch  die Vernich­tung des jüdi­schen Volkes durch die Nazis ausge­löst. 1940 floh sie von Berlin nach Stock­holm. Ihre dich­te­ri­sche Absicht war, das Leiden der Menschen ihrer Zeit sichtbar zu machen, das Marty­rium des jüdi­schen Volkes ins Wort zu setzen. Das Schreiben war für sie die einzige Möglich­keit, das Grauen zu verar­beiten. In ihren Gedichten stehen schmer­zende Wahr­heiten neben zärt­lich roman­ti­schen Worten – was die Inhalte noch tiefer dringen lässt.

Auch den schwe­di­schen Schrift­steller Pär Lagerk­vist haben die zwei erlebten Welt­kriege geprägt. Die Angst, die Frage nach dem Sinn des Lebens, der Vergäng­lich­keit und dem Glauben, die Sehn­sucht und die Liebe sind zentrale Themen seiner Gedichte. Themen, die uns gerade in Zeiten der Pandemie noch einmal verstärkt beschäftigen.

VÅR ÄR HIMMELN… unser ist der Himmel…
Aber diese Welt, die zerbrech­lichste von allen, 
ist in ihrer Schwäche unvergänglich…

(Pär Lagerk­vist, Titel aus dem CD-Booklet POËSI)

FJARILL hat den Worten – den hoff­nungs­vol­leren und den trau­rigen – Melo­dien gegeben und sie ins Jetzt getragen.

Hier nehme ich euch gefangen 
ihr Worte
Wie ihr mich buch­sta­bie­rend bis aufs Blut
gefangen nehmt
ihr seid meine Herzschläge
zählt meine Zeit
diese mit Namen bezeich­nete Leere

Laßt mich den Vogel sehen
der singt
sonst glaube ich die Liebe gleicht dem Tod -

Nelly Sachs

Mit Worten und Klängen Welten erschaffen

Nadja Küchen­meister, deut­sche Lyri­kerin der Gegen­wart, hat einmal gesagt: “Alles, was in der Welt ist, hat Platz im Gedicht. Alles, was fehlt, erst recht.”
Auf kleinem Raum können die Worte so groß, irri­tie­rend, trös­tend oder so beglü­ckend wirken. Manchmal auch unbe­stimmt, offen und rätsel­haft – und gemeinsam mit Musik entstehen wunder­volle Klangbilder.

Die Musik auf dem Album POËSI bewegt sich zwischen Folk, Pop, Jazz und Klassik. Die Pianistin Aino Löwen­mark schafft gemeinsam mit der Violi­nistin Hanmarie Spiegel – ergänzt durch Bass, Gitarre, Akkor­deon und Percus­sion – magi­sche Klang­farben. Gesungen wird auf Schwe­disch und – neu für FJARILL – auf Deutsch.

FJARILL – Krea­ti­vität und Musikalität

In Zeiten der Pandemie musste auch FJARILL sich etwas gegen Still­stand und Stille einfallen lassen. Mutig star­teten die beiden Musi­ke­rinnen zur Finan­zie­rung des neuen Albums eine Crowdfunding-Kampagne.

Ich habe mich mit Aino Löwen­mark und Hanmarie Spiegel über ihre Musik, das neue Album und die Poesie unterhalten…

FJARILLdas klingt sehr poetisch. Was bedeutet es genau?

Fjarill ist ein Phan­ta­sie­name, mit Asso­zia­tionen zu dem schwe­di­schen Wort „fjäril“ … was Schmet­ter­ling bedeutet. Wir haben uns diesen Namen im Jahr 2005 gegeben, weil wir „leicht“ und „elegant“ klingen wollten. Mit der Zeit sind aber noch viele andere Bedeu­tungen hinzu­ge­kommen. Bevor ein Schmet­ter­ling fliegen kann, muss er eine Meta­mor­phose durch­leben. Aus einem relativ häss­li­chen Würm­chen wird ein bunter Falter.
Die Frage ist, ob das Bewusst­sein eines Schmet­ter­lings auch immer noch die Erin­ne­rung an das Raupen-Dasein in sich trägt? Sollten wir mal die Gele­gen­heit bekommen, einen rich­tigen Schmet­ter­ling zu fragen, wäre das sehr inter­es­sant zu erfahren. Denn auch wir Menschen leben nicht nur mit unserem aktu­ellen Bewusst­sein, sondern schöpfen aus den Erfah­rungen unserer Herkunft, unserer Heimat und aus unseren Vorfahren.

Was haben Krea­ti­vität und Musik für Sie als Kinder bedeutet? … und heute?

Musik lässt andere Welten entstehen, in die man rein­steigen kann. Schon als Kind war Musik ein Eintreten in eine andere Dimen­sion. Heute ist es genauso. Obwohl wir an zwei völlig verschie­denen Orten dieser Erde aufge­wachsen sind, hat uns die Musik in unseren Fami­lien immer begleitet. Es wurde sowohl in Schweden als auch in Südafrika immer viel gesungen und Haus­musik gemacht. Ein Fami­li­en­treffen ohne Musik war und ist für uns undenkbar. Das haben wir in unseren eigenen Fami­lien fort­ge­führt, denn wir beide haben sehr musi­ka­li­sche Ehepartner gehei­ratet und auch unsere Kinder machen heute schon viel Musik. 

Wie haben Sie es denn geschafft, einen eigenen Weg zu finden, einen eigenen Stil, eine Form des Ausdrucks?

Durch prak­ti­sche Erfah­rung, durch viele Konzerte, durch viel Live-Spielen. Erst durch das eigene Tun entwi­ckelt man den eigenen Stil. Sicher­lich war er vorher schon ange­legt, musste aber erst aufge­weckt werden und hat sich in den Jahren verfei­nert und fokus­siert. Wichtig ist, sich selbst treu zu beleiben und nicht einem Produkt nach­zu­ei­fern. Dann ist der Weg authen­tisch und gehaltvoll.

Wo finden Sie Inspiration?

In der Natur, in der Philo­so­phie, in der Poesie, im authen­ti­schen Ausdruck anderer Musiker, in Kompo­si­tionen, in Kunst­werken, in Bezie­hungen … eigent­lich überall im Leben, wo man mit etwas oder jemandem in Kontakt ist.

Inwie­weit prägen Ihre Herkunfts­länder Ihre Kunst? Spielen Tradi­tionen dabei auch eine Rolle?

Ja absolut, die Herkunft sitzt in jeder Zelle … die schwe­di­sche Sprache und die Melo­dien der schwe­di­schen Volks­lieder haben eine starke Prägung. Wenn wir einen Text auf Afri­kaans schreiben, klingt auch unsere Musik etwas anders. Wir beide haben auch einen inten­siven Chor-Hinter­grund, was einen Einfluss auf die Harmo­nien bei uns beiden hat. Deswegen lieben wir es, zwei­stimmig zu singen.

Auf Ihrer neuen CD POËSI lassen Sie Gedichte von Nelly Sachs und Pär Lagerk­vist zu Musik werden. Worin lag die Herausforderung?

Bei Nelly Sachs fanden wir, dass die Gedichte schwer zu vertonen waren, da das Metrum sehr unre­gel­mäßig ist. Die Melo­dien haben sich Zeit gelassen, waren aber dann plötz­lich da. Wir haben versucht, einfache Melo­dien zu schweren Gedichten zu schaffen, auch um sie zugäng­li­cher zu machen. Die Schwie­rig­keit ist immer, dass es mühelos klingen muss und so natür­lich wie möglich.

Wie gelingt das genau?

Genau durch die einfa­chen Melo­dien wird es leichter. Wenn man eine schwere, komplexe Musik einem schweren, komplexen Text hinzu­fügt, wird alles sehr schwer verdau­lich. Komple­xität soll auch verstanden werden, da hilft die Musik!
Die Gedichte von Pär Lagerk­vist waren etwas leicht­gän­giger – viel­leicht liegt es aber auch daran, dass sie auf Schwe­disch waren.

Was hat Sie bei der Verwand­lung der Gedichte in Musik am meisten bewegt? Gab es beson­dere Momente?

Ja, sehr viele … bei einem Text von Nelly Sachs („Für Nelly Sachs“) tanzt sie für ihren Vater. Diesen Tanz haben wir versucht, in ein Musik­video umzu­setzen („Hier nehme ich euch gefangen/ihr Worte“). Bei Pär Lagerk­vist ist der Text von „Glömma Glömma“ so passend zu diser Pande­mie­zeit … Projekte, die sterben, Konzerte, die nicht gespielt werden. Das hat uns zwischen­durch auch traurig gestimmt. Die Musik war ein gutes Medium, verschie­denste Gefühle auszudrücken.

Gibt es denn Titel, die Sie ganz beson­ders berühren?

Alle  … jedes Gedicht ist ein Wesen für sich und die sind alle so besonders.

Wir leben in einer sehr schnellen, durch­ge­tak­teten Zeit. Wieviel Raum ist da für Gedichte und Poesie?

Skulptur auf dem Friedhof Ohlsdorf, HamburgDie Zeit sollte man sich unbe­dingt nehmen, sonst geht die Seele kaputt! Wir hatten das Glück, dass wir uns fast acht Monate Zeit lassen mussten (konnten) mit der Produk­tion des Albums. Wegen der Kontakt­be­schrän­kungen haben wir mit unserem Produ­zenten Stephan Gade nur digital kommu­ni­ziert, obwohl er auch in Hamburg lebt. Dadurch hat alles etwas länger gedauert. Aber wir sind froh, denn so konnten wir uns sehr intensiv mit den Texten und den Melo­dien beschäf­tigen. Das hat tatsäch­lich noch mal vieles verän­dert und poeti­scher werden lassen. Die Lyrik von Nelly Sachs und Pär Lagerk­vist ist nicht immer leicht­gängig. Sie fordert Zeit, sie reift, je öfter man die Gedichte liest und am Ende sinkt sie ganz tief in das Bewusst­sein ein. Das ist der Zauber richtig guter Lyrik. Der Nobel­preis für Lite­ratur wurde den beiden ja nicht umsonst verliehen.

Woran erkennen Sie eigent­lich, ob eine Kompo­si­tion fertig ist?

Das spürt man einfach … und doch wird sie nie fertig … In all den Jahren haben wir unsere Lieder immer und immer wieder gespielt – und sie haben sich mit uns weiter entwi­ckelt. Manchmal, mitten im Konzert, verlieren wir uns darin. Dann fangen wir an zu impro­vi­sieren, ab und zu verweben wir zwei Lieder von uns inein­ander. Eigent­lich weiß man nie, wie sich ein Konzert entwi­ckelt. Und so kompo­nieren wir auch. Nichts ist fest­ge­schrieben, alles ist erlaubt. Das ist unsere Frei­heit. 

Worin liegt die Schön­heit eines Liedes?

In dem Moment, in dem etwas berührt wird. Manchmal ist es wie ein Gewit­ter­sturm, der die Seele durch­rüt­telt und manchmal ist es eben der leise Flügel­schlag eines Schmet­ter­lings – der aber dieselbe Wirkung erzielt.

Krea­ti­vität entsteht ja häufig aus Mangel, aus Krise. Inwie­fern könnte die Pandemie vor diesem Hinter­grund die Musik und die Kunst verändern?

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Foto: Anne De Wolff

Aus der Leere entstehen neue Welten und somit können neue Sachen wachsen. Die Pandemie ist auch eine Möglich­keit für eine posi­tive Verän­de­rung und neue Formate … Wir haben den Kontakt zu unserem Publikum verloren, das hat weh getan und es tut immer noch weh. Deswegen haben wir unser Publikum gefragt, ob wir ein Album mit vertonten Gedichten produ­zieren sollen und ob alle mithelfen wollen, es zu finanzieren.
Die Reak­tion war atem­be­rau­bend. Unser Crowd­fun­ding-Ziel war in kürzester Zeit erreicht. Das hat gut getan und hat uns ganz viel Kraft gegeben. Ohne die Not wären wir diesen Weg viel­leicht gar nicht gegangen. Das sagen wir uns, wenn wir das absolut Posi­tive daraus ziehen möchten, aber dieser Zustand ohne Konzerte soll nicht sein! Wir brau­chen keine Pandemie, um unsere Krea­ti­vität zu erhöhen. 

Nicht alle Menschen verstehen die schwe­di­schen Texte. Welchen Effekt hat das?

Die Menschen dürfen ihr analy­ti­sches Gehirn in die Ferien schi­cken und eigene Bilder entstehen lassen. Das gibt uns viel Frei­heit, bedeutet aber auch für das Publikum frei zuzu­hören. Wir über­setzen in unseren CD Book­lets auch nur so sinn­gemäß wie möglich und in Konzerten erzählen wir natür­lich viel über die Lieder. Aber uns ist es am liebsten, wenn jeder sich von seiner eigenen Fantasie treiben lässt.

Ermög­licht hat das neue Album eine Crowd­fun­ding-Kampagne. Wie hat sich das angefühlt?

Wunderbar! So viele tolle, treue Menschen, die mit offenen Herzen an uns glauben! Ohne die übli­chen Konzert­ein­nahmen waren wir zunächst etwas ratlos. Dann dieser Zuspruch. Wir haben ja nicht nur Geld bekommen, sondern auch viele E‑Mails mit unglaub­lich ermu­ti­genden Worten. Jeder, der uns unter­stützt hat, hat das Album schon vor Wochen per Post bekommen. Auch daraufhin haben wir so viele tolle Reak­tionen erhalten. Das fühlt sich einfach unglaub­lich gut an.

Bald werden hoffent­lich wieder Konzerte statt­finden. Wissen Sie vor einem Konzert, wohin es Sie trägt?

Jedes Konzert ist unique. Man kann nicht wirk­lich wissen, wo die Reise hingeht. Die Inter­ak­tion mit dem Publikum, der Klang im Raum – das alles spielt eine große Rolle.

Was haben Sie in der Pandemie über sich selbst gelernt?

Zu viel auf dem Sofa sitzen macht Ischias!

Der wohl schönste Ort für ein Livekonzert?

Das Barden­treffen in Nürn­berg! Es fand in einer alten Ruine statt und war einfach groß­artig. In Hamburg spielen wir am aller­liebsten in der St. Katha­ri­nen­kirche. Dort herrscht immer eine ganz beson­dere Stimmung.

Haben Sie schon ein neues Projekt im Kopf?

… viel­leicht irgend­wann eine ganze Platte mit Gedichten von Nelly Sachs…!

Herz­li­chen Dank!

Fjarill - ein Interview mit dem Musikerinnen-Duo

Fjarill – wenn Poesie zu Musik wird

Die Musik von FJARILL ist eine Einla­dung, immer wieder aufs Neue genau hinzu­hören, hinzu­schauen und jenseits des Offen­sicht­li­chen etwas aufzuspüren.
Musik – sie heitert uns auf, rührt uns zu Tränen, bewegt uns. Musik ist der Schlüssel zu einer Welt voller beson­derer Momente und ein unschätzbar wert­voller Teil unserer Kulturen.
Und auch wenn wir eigent­lich nichts besäßen – die Schön­heit der Natur, der Worte und der Musik stünden uns immer zur Verfügung.

Die Engel sind stark in den Schwachen”

Nelly Sachs

Das Album POËSI erscheint am 30.4. 2021 auf dem Label “Butter & Fly Records” im Vertrieb von “Indigo”. Es ist als CD, Down­load & Stream erhältlich.

Die Fotos von Aino Löwen­mark und Hanmarie Spiegel stammen von der Foto­grafin Anne De Wolff .

Weitere Infor­ma­tionen zu FJARILL, Tour­daten und Work­shop­an­ge­bote finden Sie unter www.fjarill.de

Zu dem vertonten Gedicht “Hier nehme ich euch gefangen / ihr Worte” von Nelly Sachs gibt es ein Video auf  YouTube .

Fjarill – das neue Album POËSI

Fjarill - ein Interview mit dem Musikerinnen-Duo

 

Die weiteren Fotos, die diesen Beitrag illus­trieren, habe ich auf dem größten Park­friedhof der Welt, dem Ohls­dorfer Friedhof, gemacht. Mit seinen 389 Hektar liegt er mitten in Hamburg. Der 1877 eröff­nete Friedhof mit seinen zahl­rei­chen Skulp­turen, dem gewal­tigen Baum­be­stand, den Seen und der eindrucks­vollen Garten­ar­chi­tektur ist ein Gesamt­kunst­werk und beein­dru­ckendes Kultur­denkmal. Inspi­riert hat mich das Lebens­thema “werden, sein, vergehen”, das in den Gedichten von Nelly Sachs und Pär Lagerk­vist eine zentrale Rolle spielt.
Weitere Infor­ma­tionen: Friedhof Ohls­dorf

 

Weitere Empfeh­lung:

 

 

 

 

 

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Zitronencreme

Rübli­torte mit Zitro­nen­creme und kandierten Blüten

Mit Torte lässt sich die Welt nicht retten – aber eine gute Torte kann uns ein glück­li­ches Lächeln aufs Gesicht zaubern. Und ich finde, das ist nicht zu unter­schätzen! Ein lächelndes Gesicht ist doch so viel schöner als ein sorgenvolles.
Mit meiner Rübli­torte habe ich versucht, ganz viel Opti­mismus auf den Tisch zu zaubern.
Sehn­sucht, Hoff­nung und Zuver­sicht sind drei enge Vertraute. Und welche Jahres­zeit könnte besser zu ihnen passen als der Früh­ling? Spüren Sie nicht auch diese tiefe Sehn­sucht nach Sonnen­licht, das uns umhüllt? Nach Farben, die unsere Seelen wärmen? Nach Düften, die uns schwelgen lassen? Der Früh­ling ist die Zeit des Neuan­fangs. Und gerade dieses Jahr ist die Sehn­sucht nach besseren Tagen wohl so groß wie lange nicht mehr.

Früh­lings­glaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
sie säuseln und weben Tag und Nacht,
sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
man weiß nicht, was noch werden mag, 
das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste tiefste Tal:
nun armes Herz vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!

Ludwig Uhland (1787 – 1862), deut­scher Lyriker 

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Zitronencreme

Die Stimme der Natur

Ich finde es wunderbar, wie man überall in der Natur die Verspre­chen auf leich­tere Tage entde­cken kann. Es spricht aus jeder einzelnen Knospe, die sich schon bald zu einem Meis­ter­werk entfalten wird. Es klingt aus dem heiteren Früh­lings­ge­sang der Vögel, der bis in unsere Herzen dringt. Auch im Kunter­bunt der Früh­lings­blumen, die ihre Köpfe keck aus der grauen Erde recken, erkennen wir Zuver­sicht. Seht her, da sind wir  wieder! Wie wohl­tuend sind die Tage, die länger werden und die mildere Luft, die uns umweht.
So hoffen wir auf üppige Blumen in unseren Gärten und eine reiche Ernte auf unseren Beeten. Wir hoffen auf helle Tage, die unend­lich scheinen und uns Flügel verleihen können.

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Zitronencreme

Oster­torte mit Veil­chen und Kräutern

All das hat mich zu diesem Rezept inspi­riert: Die große Freude über die Blüten­pracht zu den kandierten Veil­chen und Kräu­tern. Die Hoff­nung auf eine gute Ernte zu den saftigen Möhren und den Mandeln im Teig.  Und die Zuver­sicht auf die Frische und Leich­tig­keit des Sommers zu der Creme mit ihrem Zitronen-Orangen-Aroma.

Nicht nur zu Ostern passt die Rübli­torte – auch zu den anderen Früh­lings­festen ist sie ein Gaumen- und Augen­schmaus. Auf der Kaffee­tafel zur Konfir­ma­tion viel­leicht oder als Über­ra­schung zum Muttertag.
Bei der Wahl der Blüten können wir aus dem Vollen schöpfen. Veil­chen, Horn­veil­chen, Schlüs­sel­blume, Vergiss­mein­nicht, Ringel­blume, Gänse­blüm­chen und viele mehr sehen nicht nur zauber­haft aus – sie schme­cken auch ganz köstlich.

Kandierte Veilchen und Kräuter machen die Rüblitorte zu m Augenschmaus

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Zitronencreme

Rübli­torte mit Zitro­nen­creme und kandierten Veilchen

Zutaten für eine Spring­form mit Ø 26 cm (zwei­stö­ckig) oder Ø 18cm (vier­stö­ckig):
  • essbare Blüten und Kräuter (z.B. Horn­veil­chen in Bioqua­lität, Zitro­nen­me­lisse, Minze, Thymian)
  • feiner Zucker
  • 1 Eiweiß

 

  • 300 g Karotten
  • etwas gerie­bene Zitronen- und Orangenschale 
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 EL Orangensaft
  • 100 g gemah­lene Mandeln
  • 150 g weiche Butter
  • 150 g Zucker
  • 5 Eier
  • 3 EL Milch
  • 150 g Mehl
  • 1 gestri­chener Teelöffel Backpulver
  • ca. 30–40 g gehackter kandierter Ingwer (optional)

 

  • 200 ml Zitro­nen­saft (kann auch mit Oran­gen­saft gemischt werden)
  • 200 ml Wasser
  • 150 g Zucker (oder 100 g Zucker und 50 g flüs­siger Honig)
  • gerie­bene Zitronen- und Orangenschale
  • 30 g Speisestärke
  • 200 g Frischkäse
  • 300 ml Schlagsahne
  • 2 Päck­chen Sahnesteif
  • 1 Päck­chen Vanillezucker
Zube­rei­tung:
Kandierte Blüten und Kräuter

Die Blüten ausschüt­teln und von Sand befreien. Das Eiweiß verquirlen und mit einem Back­pinsel  auf die ganze Blüte oder das ganze Blatt auftragen. Blüte oder Blatt rund­herum mit Zucker bestreuen und zum Trocknen auf ein mit Back­pa­pier belegtes Rost legen. Das Rost für eine Nacht auf die Heizung stellen.

Teig

Die Karotten schälen und fein raspeln und mit den gemah­lenen Mandeln mischen. Die abge­rie­bene Zitronen- und Oran­gen­schale sowie den Zitronen- und Oran­gen­saft hinzu­geben. Wer mag, kann nun den gehackten Ingwer untermischen.
Die Butter und 50g Zucker schaumig rühren. Die Eier trennen und die Eigelbe nach und nach unter die Butter­mi­schung rühren. Die Milch dazugeben. 
Das Mehl sieben und mit dem Back­pulver mischen. 
Den Back­ofen auf 175° C (Umluft) vorheizen. 
Eiweiß und rest­li­chen Zucker zu einem cremigen Schnee schlagen. 
Die Karot­ten­mi­schung unter die Butter­mi­schung rühren und erst den Eischnee und dann die Mehl­mi­schung vorsichtig unterheben.

Eine Spring­form fetten und mehlen. In einer Ø 26 cm großen Spring­form wird ein Rübli­ku­chen geba­cken und nach dem Abkühlen einmal quer geteilt. In einer Ø 18cm großen Spring­form wird der Teig in zwei Hälften geteilt und nach­ein­ander geba­cken. Jeder Rübli­ku­chen wird dann einmal quer geteilt, so dass man 4 Böden erhält.

Die Teig­massse in die Form füllen und ca. 35 – 40 Minuten backen. Die Ø 18 cm Böden brau­chen nur 30 – 35 Minuten Backzeit.
Anschlie­ßend gut auskühlen lassen und dann quer teilen.

Rüblitorte mit Zitronencreme und kandierten Veilchen

Zitro­nen­creme

Die Spei­se­stärke in einigen Esslöf­feln des Wassers auflösen. Das rest­liche Wasser, den Zitro­nen­saft, den Zitronen- und Oran­gen­ab­rieb und den Zucker in einen Topf geben und die aufge­löste Stärke hinzu­fügen. Gut verrühren und aufko­chen lassen. So entsteht ein Zitro­nen­pud­ding. Den Pudding gut abkühlen lassen. 

Die Zitro­nen­creme mit dem Frisch­käse verrühren. Die Sahne mit Sahnesteif und Vanil­le­zu­cker schlagen. Die Schlag­sahne unter die Pudding­creme heben. 

Nun die Torte zusam­men­setzen. Bei zwei Böden mittig Zitro­nen­creme auftragen, anschlie­ßend die Torte mit der Creme rund­herum einstrei­chen. Bei vier Böden immer abwech­selnd einen Boden und Creme schichten und die Torte mit der Creme umgeben. Nun können die kandierten Blüten und Kräuter aufge­setzt werden. 

Die Torte lässt sich gut am Vortag vorbe­reiten. Sie zieht dann im Kühl­schrank schön durch. Die Blüten dann aber erst vor dem Servieren aufsetzten! Sie mögen die Feuch­tig­keit im Kühl­schrank nicht.

Hier gibt es das Rezept zum Ausdrucken

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Kräutern

Tipp:

Es gibt sehr hübsche Poster im Din A2-Format mit einer Über­sicht der belieb­testen essbaren Blumen, Wild­pflanzen oder Kräuter aus dem däni­schen Kous­trup & Co-Verlag. 
In Deutsch­land gibt es die Poster z.B. über www.kinderpostershop.de 
oder bei Schnur & Staps in Berlin Weißensee.

Frühlingstorte mit kandierten Blüten - ein Rezept

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Backen und wunder­schöne erste Frühlingstage!

Die Kinder haben die Veil­chen gepflückt, 
all, all, die da blühten im Mühlengraben. 
Der Lenz ist da; sie wollen ihn fest
in ihren kleinen Fäusten haben.

Theodor Storm (1817 – 1888), deut­scher Dichter

Kandierte Veilchen und Kräuter machen die Rüblitorte zu m Augenschmaus

 

Weitere Früh­lings­themen auf dem Blog:

 

Rüblitorte mit Zitronencreme und kandierten Veilchen

 

 

 

 

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Blüte­zeit: Leder­ta­schen mit Perlblumen

Wissen Sie, was mir in diesen Zeiten oft hilft, nicht allzu trüb­sinnig zu werden? Die Begeis­te­rungs­fä­hig­keit meiner Kinder. Sie sitzen so da und plötz­lich haben sie eine Idee, der sie sich mit kind­li­chem Enthu­si­asmus widmen. Sie machen einfach. Ange­trieben von Leiden­schaft und Fantasie, gehen sie ihre Projekte an, sind offen für alles und entwi­ckeln eine unglaub­lich posi­tive Energie.
Ich finde diese Begeis­te­rungs­fä­hig­keit fantas­tisch und ich habe mich anste­cken lassen. Mich hat der begin­nende Früh­ling zu einem farben­frohen Krea­tiv­pro­jekt inspi­riert: Aus Leder­resten, alten Jeans und bunten Rocail­le­perlen habe ich kleine Leder­ta­schen mit funkelnden Stoff­blüten hergestellt.

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Farbe bekennen

Ich finde, der Früh­ling ist die beste Zeit, Neues auszu­pro­bieren. Die Natur atmet auf und packt langsam ihre Farben aus.  Überall sprießt es und scheinbar aus dem Nichts entstehen fanta­sie­volle kleine Wunder­werke. Es beginnt die Zeit der Blumen und Düfte, der Vögel, Schmet­ter­linge und Bienen. Jedes Jahr wieder faszi­niert mich die erwa­chende Natur. Eben noch domi­nierten die stillen Farben, doch bald schon ist alles in hoff­nungs­volles Bunt getaucht. Ich freue mich darauf!

Wind betört uns
sinn­liche Düfte
das Meer glitzert
mit tausend Perlen bestickt
der Himmel zaubert
ein magi­sches Leuchten
wir geben uns ganz
diesem Augen­blick
hin

Hans-Chris­toph Neubert (1958 – 2011), deut­scher Apho­ris­tiker und Lyriker

Blumen inspirieren zu kreativen DIY-Projekten

Upcycling: Blüten aus Jeans und Taschen aus Leder - ein DIY

In neuem Glanz

Wie schön, für ein DIY-Projekt Mate­rial nutzen zu können, das sonst viel­leicht in den Müll gewan­dert wäre. Ich bewahre immer einige aufge­tra­genen Jeans auf. Der Stoff ist von stabiler Qualität und eigent­lich unverwüstlich.
Für meine Leder­ta­schen habe ich üppige Stoff­blüten aus den abge­trennten Hosen­beinen gefer­tigt, verziert mit einem bestickten Medaillon aus bunten Perlen.
Ob für Schmuck, für Visiten- oder Kredit­karten, fürs Handy oder die Power­bank – so ein blumiges Leder­täsch­chen ist immer eine schöne Begleitung.

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Wie das perlt!

Gegen Alltags­grau hilft ein bißchen Glitzer! Sie glauben gar nicht, wieviel Spaß es macht, die kleinen bunten Mittel­punkte der Stoff­blumen mit Perlen zu besti­cken. Immer neue Farb­kom­bi­na­tionen, immer neue Muster. Das stimmt wirk­lich fröh­lich!  Gehen Sie einfach mit offenen Augen durch die Natur, einen Garten oder Park. Lassen Sie die Farb­kom­po­si­tionen auf sich wirken und verwan­deln Sie sie in kleine Stick­bilder oder bunte Farb­muster. Die Perlen funkeln in der Früh­lings­sonne und  die Laune steigt.

(…) es geht auch ums Nicht­denken. Wir brau­chen alle immer mal wieder Beschäf­ti­gungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen.”

(Zitat des Glöck­ners Arthur Knight aus dem Roman “Violet” von Tracy Cheva­lier, S. 263, siehe Buch­emp­feh­lung unten)

Beim Hand­ar­beiten geht es um reine Freude, man braucht nur etwas Zeit und Muße. Wunder­schöne Klei­nig­keiten aus der eigenen Manu­faktur – das klingt doch gut, oder? Und mit der Hand­ar­beit leisten wir einen kleinen Wider­stand gegen die Leere, das Trübe, das Sinn­lose, die Zerstreut­heit. Es tut einfach gut, so vor sich hin zu werkeln. Ruhe und Konzen­tra­tion machen den Kopf frei – und plötz­lich hält man ein hübsches Ergebnis in den Händen. Na, bekommen Sie Lust?

DIY: Perlenmedaillons für selbstgemachte Ledertaschen

Leder­ta­schen mit Perl­blumen – die Anleitung

Mate­rial:
  • Leder (z.B. in DIN A4), weich, ca. 2mm stark (gibt es z.B. bei   shop.leder-kurzwaren.de)
  • festes Poly­es­ter­garn in der passenden Farbe
  • Leder­kleber
  • Leder­nadel für die Nähmaschine
  • Magnet­ver­schlüsse (gibt es z.B. bei snaply.de oder bei pepilinchen.de) oder Knopf­nieten (gibt es z.B. bei leder-hobby.de)
  • bei Verwen­dung der Knopf­niete ist eine Loch­zange nötig

 

  • Jeans­stoff (ca. 40 – 60 cm lang und 7 cm breit), je nachdem, wie groß man die Blüte haben möchte. Kleiner oder größer geht natür­lich auch!
  • even­tuell Stoffmalfarbe
  • Filz (ca. 3 mm dick)
  • Rocail­le­perlen, Pail­letten, etc.
  • Perl­na­deln (sie sind sehr schlank, damit sie durch die kleinen Löcher der Perlen passen)
  • Spitze Stick­nadel
  • even­tuell bunte Webbänder (ich habe sehr hübsches gewebtes Inka­band aus Peru gefunden: www.pinklama.de)

Ledertaschen mit Perublumen – ein DIY

Inkabänder zum Verzieren selbstgemachter Ledertaschen

Anlei­tung:

Leder­ta­sche

Das Leder nach dem Schnitt­muster (siehe Foto) zuschneiden. Die Größe lässt sich natür­lich beliebig vari­ieren. Ich habe eine etwas größere Leder­ta­sche  genäht und eine kleine Tasche für Visitenkarten.

Schnittmuster für Ledertaschen mit Perlblumen

An den Markie­rungen die Magnet­ver­schlüsse anbringen. Hierfür mit den Metall­laschen der Verschlüsse Markie­rungen ins Leder drücken und mit dem Cutter kleine Schlitze schneiden. DIY: Perlenmedaillons für selbstgemachte LedertaschenDie Metall­laschen hindurch­ste­cken, das Gegen­stück aufste­cken und die Laschen zur Seite biegen. Aus Leder ein passendes Quadrat schneiden und von hinten auf den Verschluss an der Taschen­front kleben (es liegt später im Inneren der Tasche und ist nicht zu sehen). Der Verschluss am Taschen­de­ckel wird später durch die Blüte verdeckt.
Haben Sie eine Knopf­niete gewählt, wird diese durch ein Loch in der Taschen­front mit dem Gegen­stück verschraubt. Achtung: das Loch darf nur knapp den Durch­messer der Schraube haben, damit sie schön fest sitzt. In den Taschen­de­ckel wird nun ein ebenso großes Loch gestanzt und mit dem Cutter ein kleiner Schlitz nach oben geschnitten. So passt die Knopf­niete hindurch.

Die Seiten mit Leder­kleber zusam­men­kleben und mit Klam­mern fixieren. Trocknen lassen. Nun die Seiten jeweils ca. 5 mm vom Rand mit der Nähma­schine zusam­men­steppen (man kann das kurze Stück auch mit der Hand nähen, hierzu finden Sie hier eine Anleitung).
Nun ist die Tasche schon fertig.

DIY_ Aus Leder ganz einfach Taschen mit tollen Blüten nähen

Stoffblüten mit Perlenmedaillons einfach selbermachen

Das Perlen­muster kann auch auf einen Kreuz­stich­stoff gestickt werden. Anschlie­ßend mit 2 mm Rand ausschneiden und auf den Filz aufnähen. Die Kanten mit weiteren Perlen besticken.

Perlen­me­daillon

Aus dem Filz Kreise mit ca. 4 cm Durch­messer schneiden. Die Kreise nun mit den Rocail­le­perlen besti­cken. Die Perlen können einzeln aufge­näht werden, oder Sie ziehen mehrere Perlen auf den Faden und fixieren die Perlen­schnur dann mit einigen Stichen.
Die Kante des Medail­lons mit zwei Perlen pro Stich von unten nach oben bedecken.

Übri­gens: Sehr schöne Vintage-Perlen­me­dail­lons (Kuchi-Tribal­me­dail­lons) aus Paki­stan oder Afgha­ni­stan gibt es bei hier.

DIY: Perlenmedaillons für selbstgemachte Ledertaschen

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Taschen aus Leder nähen und mit bunten Perlblumen verzieren

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Stoff­blüten

Eine Scha­blone nach dem Schnitt­muster (siehe Foto) herstellen. Die Scha­blonen auf den Stoff auflegen und die Form über­tragen. Ausschneiden. Für einige Blüten habe ich die Blüten­blätter mit Stoff­mal­farbe gefärbt, betupft oder bestempelt.
Mit einer Nadel einen Faden in je ca. 1 cm langen Stichen durch die Blüten­blät­ter­gir­lande ziehen. Die Blüten­blätter auf dem Faden raffen, bis eine runde Blüte entsteht. Mit dem Faden die Blüte mit einigen Stichen fixieren und das Perlen­me­daillon in die Mitte nähen.

Schnittmuster für Ledertaschen mit Perlblumen

Jetzt kann die Blüte mit einigen Stichen (am besten mit einer spitzen Stick­nadel) auf der Leder­ta­sche fixiert werden. Die Stiche sollten klein sein, damit sie an der Unter­seite des Taschen­de­ckels so wenig wie möglich zu sehen sind.

Bei einigen Taschen habe ich auf die Stoff­blüte verzichtet und das Perlen­me­daillon mit bunten Webbän­dern auf die Leder­ta­sche genäht. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt!
Übri­gens: Sitzt die Blüte seit­lich am Taschen­de­ckel, habe ich eine Knopf­niete als Verschluss gewählt.

DIY: Blüten aus alten Jeans + Ledertaschen

DIY: Blüten aus alten Jeans + Ledertaschen

Upcycling: Blüten aus Jeans und Taschen aus Leder - ein DIY

Perlen­me­daillon mit Fransen

Hierfür habe ich einen Ring aus Pappe geschnitten (etwas größer als das Perlen­me­daillon). Der Ring wird nun mit Wolle oder Stick­garn umwi­ckelt, sodass die Pappe nicht mehr sichtbar ist. Erin­nern Sie sich? Früher haben wir so Pompons herge­stellt. Die  Fäden an der klei­neren Öffnung mit Garn zusam­men­nähen. An der äußeren Kante die Wolle aufschneiden, den Pappring entfernen und den Fran­sen­kranz von unten mit einigen Hand­sti­chen gegen das Perlen­me­daillon nähen.

 

Die schönsten, ange­nehmsten Tage sind nicht die, an denen groß­ar­tige, aufre­gende Dinge passieren, sondern die mit den einfa­chen, netten Augen­bli­cken, die sich anein­an­der­reihen wie Perlen auf einer Schnur.”

Lucy Maud Mont­go­mery (1874 – 1942), kana­di­sche Schrift­stel­lerin (“Anne of Green Gables”)

 

DIY:Aus Leder ganz einfach Taschen mit tollen Blüten nähen

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Buch­emp­feh­lung:

Violet” von Tracy Cheva­lier, über­setzt von Anne Rader­ma­cher, 352 Seiten, Atlantik Verlag.

Parallel zu meiner Arbeit an den Stick­blüten habe ich diesen Roman gerne gelesen.

Die 38 jährige Violet Speed­well lebt im England der 30er Jahre. Ihr geliebter Bruder und ihr Verlobter sind auf den Schlacht­fel­dern des 1. Welt­krieges gefallen. Als allein­ste­hende Frau hat sie den Ehrgeiz, auf eigenen Füßen zu stehen. Die Alter­na­tive, bei ihrer verbit­terten, nörgelnden Mutter zu leben, kommt für die selbst­be­wusste junge Frau nicht in Frage.
Farbe und Sinn­lich­keit bekommt ihr Leben, als sie in der Kathe­drale von Winchester wunder­schöne Stick­ar­beiten entdeckt und sich den Sticke­rinnen von Winchester anschließt. Die Gruppe der teils sehr eigen­wil­ligen Frauen um Louisa Pesel stickt mit großer Hingabe Kissen für das Chor­ge­stühl der Kathe­drale (die Dame hat es tatsäch­lich gegeben, so wie auch die bestickten Knie- und Sitz­kissen in der Kathedrale).

Der Gedanke, etwas Blei­bendes zu schaffen, spornt die junge Frau an. Dabei schließt sie wahre Freund­schaften, lernt mit ihren schwer­wie­genden Verlusten zu leben und spürt eine unge­wöhn­liche Bande zwischen sich und einem der Glöckner der Kathe­drale – dem verhei­ra­teten, deut­lich älteren Arthur Knight…

Ich mochte die Charak­tere in diesem Buch sehr und hatte viele wunder­schöne Bilder im Kopf.
“Violet” ist ein zartes Buch, eine leise Liebes­ge­schichte, die Geschichte eines Neuan­fangs. Violets Leben ist nicht spek­ta­kulär und doch war es mir eine Freude, die junge eman­zi­pierte Frau kennen­zu­lernen und mit ihr die Schön­heit des  Stickens und die Ästhetik des Glocken­läu­tens zu entde­cken.  Die Geschichte zeigt, dass die Leiden­schaft für etwas uns Menschen hilft, zuver­sicht­lich nach vorne zu blicken. Ein wunder­bares Buch für einen Sonntagnachmittag!

Ledertaschen mit bestickten Blüten. Ein DIY + Buchempfehlung

Upcycling: Blüten aus Jeans und Taschen aus Leder - ein DIY

DIY: Perlenmedaillons für selbstgemachte Ledertaschen

Tipps: 

Hier gehts zu weiteren krea­tiven DIYs:

 

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vogelfutter selber machen. So kommt der Chor der Gartenvögel gut über den Winter.

Winter­küche: Vogel­futter selber machen

Der Winter ist ein vortreff­li­cher Maler. Unter dem tiefen zart­grauen Himmel wirbeln die Flocken zu Tausenden. Das reine, glit­zernde Weiß legt sich still wie eine flau­schige Decke über die Land­schaft. Farben scheinen zu verschwinden. Schnee und dunkle Baum­sil­hou­etten. Eine ruhige Farbpalette…
Doch kaum ist das Flocken­spiel beendet, beginnt ein neuer Tanz. Ein Tanz zwischen Himmel und Erde. Ein blaues Häub­chen, ein rotes Kehl­chen, ein gelbes Bäuch­lein und grüne Flügel beleben das Bild. Die Winter­vögel kommen aus ihren Verste­cken und flat­tern auf der Suche nach Futter durch die Lüfte.
Ich rufe meine Kinder zusammen. Es ist Zeit, Vogel­futter selber zu machen. Wenn wir schon zur Zeit nicht für unsere Freunde kochen und backen können, so lasst uns doch die gefie­derten Gour­mets im Garten oder auf dem Balkon mit Köst­lich­keiten aus der Eigen­pro­duk­tion bewirten. Die quir­ligen Luft­akro­baten werden es uns danken!

Winterküche: Wir bereiten Vogelfutter für die Wintervögel zu

Vogel­futter – zube­reitet mit einer Prise Liebe

Was wäre unsere Natur ohne die Vögel? Einen Garten, in dem keine Spatzen schwatzen oder Amseln zetern, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Das viel­stim­mige Konzert der Vögel gehört einfach dazu. Damit der Chor der Gefie­derten auch im Winter volle Klang­stärke entfalten kann, unter­stützen wir ihn mit Super­food aus der eigenen Küche. Es ist gar nicht schwer, Vogel­futter schmack­haft zuzu­be­reiten. Die Mini­gu­gel­hupfe aus Kernen und Früchten sehen sogar so lecker aus, dass meine Söhne sie am liebsten selber verputzen würden. Wäre auch kein Problem, denn in unserer Futter­mi­schung stecken nur gute Zutaten. Rosinen, Sonnen­blu­men­kerne, Hafer­flo­cken, Lein­samen, Hirse und Erdnuss­kerne, gebettet in Kokos­fett – wem läuft da nicht das Wasser im Schnabel zusammen?

Winterküche: Wir bereiten Vogelfutter für die Wintervögel zu

 

Winterküche: Wir bereiten Vogelfutter für die Wintervögel zu

Vogelfutter selber machen

Winter – Zeit für Knödel

Während Semmel­knödel und Kartof­fel­knödel unsere Herzen erfreuen, lassen Körner­knödel die Herz­chen der Meisen höher schlagen. Blau­meisen, Kohl­meisen und Schwanz­meisen tummeln sich um die verlo­ckenden Kugeln. Der bunte Körnermix enthält wert­volle Nähr­stoffe, die vielen  Vögeln gut über den Winter helfen.
Wir haben in einige Vogel­fut­ter­knödel gleich einen kleinen Zweig einge­ar­beitet, damit die Vögel bequem Platz nehmen können.
Knödel lassen sich mit den Händen formen oder man füllt die Masse aus Körnern und geschmol­zenem Kokos­fett in Muffin- oder Gugel­förm­chen. Extra für unseren Apfel­baum haben wir einige Äpfel ausge­höhlt und mit der Körner­masse gefüllt. Das sieht ganz nebenbei auch noch sehr nett aus!

DIY: Vogelfutter in ausgehöhlten Äpfeln

Vogelfutter selber machen. Eine Inspiration

Winterküche: Wir bereiten Vogelfutter für die Wintervögel zu

Jedem Tier­chen sein Plaisierchen

Einige Vögel – wie z.B. Amseln, Rotkehl­chen, Zaun­kö­nige und Hecken­brau­nellen – bevor­zugen Weich­futter. Für die Weich­fut­ter­fresser mischen wir Hafer­flo­cken, Weizen­kleie und Rosinen. Amseln freuen sich beson­ders über die Rosinen! Wenn ich morgens in die Küche komme, sitzt immer schon ein Amsel­männ­chen  vor der Tür zur Küchenter­rasse und wartet auf sein Rosinenfrühstück.
Wichtig ist, dass wir die Stellen, an denen wir Futter auslegen, immer wieder gut reinigen.

Auch der Bunt­specht, der hübsche Eichel­häher, der Kleiber und das Ehepaar Gimpel kommen gerne an die Futter­stellen und picken sich das Passende heraus. Und mitten­drin sitzt – auch wenn es nicht zu den gefie­derten Freunden zählt – das Eich­hörn­chen. Einige der Mini-Körner­muf­fins, die wir über die Zweige eines Busches gesteckt haben, hat sich das freche Eichorn geholt. Obwohl wir doch extra Walnüsse im Garten ausge­legt haben. Aber Eich­hörn­chen haben ganz offen­sicht­lich einen gesunden Appetit.

Nüsse helfen Eichhörnchen über den Winter

Nüsse helfen Eichhörnchen über den Winter

Vogelfutter selber machen: Nahrhafte Körnermischung in Kokosöl

Vogelfutter aus eigener Produktion. Für glückliche Wintervögel

Vogel­futter – für ein Pick­nick im Schnee

In der Küche schlägt das Herz des Hauses. Hier wird gerührt, gegossen, geformt. All die Körner sehen so appe­tit­lich aus, und bereitet man das Vogel­futter eigens zu, weiß man wenigs­tens, was drin ist… und es ist meis­tens auch noch güns­tiger. Aber vor allem macht es viel Spaß!

Mengen­emp­feh­lung:
  • 600 g Kokos­fett (oder Kokosöl, oder Rinder­talg vom Schlachter)
  • ca. 4 Esslöffel Sonnenblumenöl
  • 600 g Körner und Rosinen

In einem Topf erwärmen wir das Fett  bei nied­riger Tempe­ratur, bis es flüssig wird. Die Hinzu­gabe des Öls verhin­dert später ein Bröckeln der Masse. Nun geben wir den Körner-Mix hinzu.

Für die, die Körner lieben (Fink, Sper­ling, Gimpel, Zeisig, Meise, Specht und Kleiber): z.B. Sonnen­blu­men­kerne, Hanf­saat, gehackte Nüsse

Für die, die es etwas weicher mögen (Amsel, Star, Zaun­könig, Rotkehl­chen, Hecken­brau­nelle): z.B. Rosinen, Hafer­flo­cken, Kleie, Apfelstückchen

Die Masse abkühlen lassen, bis sie wieder etwas fester wird, und z.B. in Formen füllen. Beson­ders gut eignen sich Sili­kon­förm­chen oder Keks-Ausstech­formen. Bevor die Masse ganz fest ist, sollte man noch ein Loch für die Aufhän­gung hindurch stechen. Ist die Masse erkaltet, können wir sie aus den Formen lösen.
Oder die Masse mit den Händen zu Kugeln formen. Ein Band zum Aufhängen und einen Zweig als Sitz­platz kann man gleich mit einar­beiten. An der frischen Luft wird die Masse sehr schnell fest.

 

Vogelfutter selber machen: Nahrhafte Körnermischung in Kokosöl

Vogelfutter selber machen: Nahrhafte Körnermischung in Kokosöl

Vogelfutter selber machen: Nahrhafte Körnermischung in Kokosöl

Wintervögel freuen sich über selbstgerechtes Futter

Die nied­liche, geschnitzte Hauben­meise ist von “Wild­life Garden”.

Für Vögel ist immer Tag des offenen Gartens!

Gemeinsam mit den Kindern habe ich alle Köst­lich­keiten im Garten verteilt. Und oh, wie schön ist es zu beob­achten, wie sich die Vögel nach einiger Zeit an den selbst­ge­machten Snacks  gütlich tun.
Natür­lich habe ich versucht,  die Szenerie mit der Kamera einzu­fangen. Aber schwups fliegen alle davon. Woraufhin einer meiner Söhne mich schel­misch tröstet: “Mama, die schönsten Bilder hat man doch im Herzen!” (ein Spruch, den er schon oft von mir gehört hat…)
Ach, was wäre die Welt ohne Vögel? Und ohne Kinder? In ihrer quir­ligen Leich­tig­keit haben sie etwas gemeinsam – und sie schaffen es immer wieder, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern…

Vogelfutter selber machen. Eine Inspiration

Vogelfutter aus eigener Produktion. Für glückliche Wintervögel

Vogelfutter aus eigener Produktion. Für glückliche Wintervögel

Übri­gens:

Seit 1971 ernennt der NABU jedes  Jahr einen Vogel zum “Vogel des Jahres”. Bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2021 können Sie teil­nehmen. Bis zum 19. März kann jeder seine Stimme für einen der zehn Vögel abgeben, die bereits bei einer Vorent­schei­dung im Dezember in die engere Wahl gekommen sind. Unter den Kandi­daten sind sowohl bedrohte als auch unge­fähr­dete Vogel­arten – aber alle habe eine Botschaft für uns, die wir sehr ernst nehmen sollten!
Hier geht es zur Wahl…

 

Und wer von den gefie­derten Schön­heiten nicht genug bekommen kann, kann sie

 

Vogelfutter aus eigener Produktion. Für glückliche WintervögelWinterküche: Vogelfutter kann man leicht und lecker selber machen

 

Orangen-Zitronenkuchen mit Safransahne – super saftig!

Orangen-Zitro­nen­ku­chen mit Safransahne

Wie schmeckt die Farbe GELB? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich mich mit den neuen Trend­farben für dieses Jahr des renom­mierten Pantone-Farb­in­sti­tuts beschäf­tigt habe. Ein solides Grau und ein sonniges Gelb sind gekürt worden. Das Gelb steht dabei für Hoff­nung und Zuver­sicht. Sofort hatte ich den Geschmack einer meiner Lieb­lings­ku­chen im Munde. Ein sonnen­gelber, saftig fruch­tiger Kuchen, den meine Groß­mutter gerne geba­cken hat und der ein beliebter Klas­siker in der Familie geworden ist: Orangen-Zitronenkuchen.

Wie in meinem Beitrag über die Pantone-Trend­farben 2021 verspro­chen, möchte ich Ihnen hier das Rezept verraten. Es ist herr­lich unkom­pli­ziert und zu jeder Zeit im Jahr ein Genuss. Der Kuchen ist wunderbar saftig und fruchtig.
Die Safran­sahne gehört eigent­lich nicht zu dem Rezept meiner Groß­mutter. Aber das Topping sieht so sonnig aus und schmeckt auch ganz köst­lich. Sie können es aber auch weglassen und den Kuchen einfach mit frisch geschla­gener Sahne genießen.

Orangen-Zitronenkuchen – so saftig und fruchtig frisch

 

Und nun zum Rezept…

Super saftiger Kuchen mit vielen Vitaminen

Zutaten:

  • 3 Eier
  • 180 g weiche Butter
  • 160 g Zucker
  • 1 Päck­chen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 180 g Mehl
  • 50 g Stärke
  • 2 TL Backpulver
  • optional: 50 – 100 g gehackte Mandeln
  • Saft von 2–3 Bio-Orangen, Saft einer Zitrone, etwas Orangen- und Zitronenschale

 

  • 120 g Zucker
  • 300 ml Sahne
  • ca. 2–3 gute EL Mascarpone
  • Saft einer Bio-Orange, Saft einer halben Zitrone
  • 2 EL Zucker
  • einige Safran­fäden

Zube­rei­tung:

Den Ofen auf 160° Umluft vorheizen. Eine Spring­form mit Back­pa­pier auslegen.

Die Eier und die Butter schaumig rühren. 160 g Zucker und Vanil­le­zu­cker und Salz hinein­rie­seln lassen.
Mehl, Stärke und Back­pulver mischen und hinzu­geben. Alles gut verrühren. Nach Belieben gehackte Mandeln hinzufügen.
Den Teig in die vorbe­rei­tete Form geben und ca. 35 Minuten backen. Anschlie­ßend abkühlen lassen.

Mit einem Spieß oder einer Gabel feine Löcher in den Kuchen stechen. 
Den Orangen- und Zitro­nen­saft mit der Orangen- und Zitro­nen­schale und dem Zucker in einen Topf geben und erwärmen, bis sich der Zucker ganz aufge­löst hat. Mit einem Esslöffel über den Kuchen geben, so dass der Saft gleich­mäßig einziehen kann.

Wir mögen den Orangen-Zitro­nen­ku­chen am liebsten, wenn er eine Nacht im Kühl­schrank verbracht hat! Am nächsten Tag dann die Safran­sahne anfertigen.

Für die Safransahne:

Zitronen-Orangenkuchen mit SafransahneDie Safran­fäden in einem Mörser zerstoßen und in etwas warmem Wasser auflösen.
Den Saft der Orange und der halben Zitrone mit der Orangen- und Zitro­nen­schale und dem Zucker in einen kleinen Topf geben und 6 Minuten kochen lassen, damit ein Sirup entsteht. Gegen Ende Safran hinzu­geben. Abkühlen lassen.

Die Sahne steif schlagen und den Mascar­pone-Frisch­käse unter­rühren. Die Sahne­mi­schung wolkig auf dem Kuchen verteilen. Den Sirup spiral­förmig über die Sahne gießen und mit einem Stäb­chen in Kreisen etwas einziehen.

Alter­nativ können Sie den Sirup auch unter die Sahne heben und die Safran­sahne dann erst auf dem Kuchen verteilen.

 

Der saftige Orangen-Zitro­nen­ku­chen schmeckt natür­lich auch fruchtig frisch ohne Sahne.

Falls Sie nicht den ganzen Sirup über dem Kuchen verteilen möchten, können Sie ihn auch sehr gut zu grie­chi­schem Joghurt genießen.

Hier gibt es das Rezept zum Ausdrucken

Orangen-Zitronenkuchen – so saftig und fruchtig frisch

Tipp:

Es ist eigent­lich zu schade, die Schalen von unbe­han­delten Orangen und Zitronen wegzu­werfen. Abge­rie­bene Orangen- und Zitro­nen­schale können Sie z.B. im Verhältnis 1:1 mit Zucker mischen, zum Trocknen auf die Heizung stellen und in einem Schraub­glas im Kühl­schrank bis zum nächsten Backen oder Kochen aufbewahren.
Man kann die Zesten auch einfrieren und wunderbar zum Verfei­nern herz­hafter Gerichte nutzen.

Safransahne macht den Zitronen-Orangenkuchen so besonders.

 

 

Leontine Hagoorts Liebling: ZitronenmohnkuchenMögen Sie auch so gerne Kuchen?

Der Zitronen-Mohn­ku­chen, den die nieder­län­di­sche Desi­gnerin Leon­tine Hagoort ganz zu Beginn auf meinem Blog empfohlen hat, ist auch sehr köst­lich! Bitte hier entlang…

 

 

 

Pantone-Trendfarben 2021 - eine Betrachtung

Pantone-Trend­farben 2021 – eine Betrachtung

Wie finden Sie dieses Farbduo? Gelb und Grau…
Seit über 20 Jahren küren die Experten des renom­mierten “Pantone Color Insti­tute” jedes Jahr eine Farbe zur Trend­farbe. Die “Color of the Year” beein­flusst die gesamte Krea­tiv­branche und soll die Stim­mung des kommenden Jahres einfangen und spie­geln. Dieses Jahr haben die Farb­ex­perten sogar zwei Pantone-Trend­farben ernannt: “Ulti­mate-Gray” und “Illu­mi­na­ting”.

Ich gebe zu, ich war über­rascht. Sieht man Farben als eine Art Nahrung für die Augen, so wollte mir diese Kompo­si­tion spontan nicht so recht schmecken.
Ich weiß, die Wirkung von Farben ist sehr subjektiv. Der Mensch reagiert auf Farben eher emotional als rational. Das macht die Farb­aus­wahl zu einer ganz persön­li­chen Sache.

Leatrice Eiseman, Execu­tive Director des “Pantone Color Insti­tute”, begründet die Wahl der Pantone-Trend­farben 2021 so:

Zusammen vermit­teln das solide Ulti­mate Gray und das strah­lende Illu­mi­nai­ting eine posi­tive Botschaft der inneren Kraft. Prak­tisch und robust, doch auch erwär­mend und opti­mis­tisch – das ist eine Farb­kom­bi­na­tion für Hoff­nung und Resi­lienz. Kraft und Zuver­sicht sind Nahrung für die mensch­liche Seele.”

Diese beiden Farben – eine Kraft­quelle? Es hat mich nicht losge­lassen und ich bin einmal eingetaucht…

Pantone-Trendfarben 2021 - eine Betrachtung

Ein einziger Ton ist nichts als Farbe; zwei Töne sind ein Akkord, sind Leben.”

Henri Matisse (franz. Maler und Bild­hauer, 1869 – 1954)

Farb­klänge

Farben setzen Ener­gien frei. Sie sind das Zusam­men­spiel von Licht, Ober­fläche und unserem eigenen Sehen. Stellen wir zwei Farben zusammen, ändert sich alles. Etwas Neues beginnt. Die Farb­klänge agieren mitein­ander – wie Instru­mente in einem Duett.
Sehe ich die Pantone-Trend­farben 2021 als Farb­felder neben­ein­ander auf dem Papier oder auf dem Bild­schirm, berühren sie mich nicht unbe­dingt. Sie müssen wohl mit Leben gefüllt werden. Durch die Mate­ria­lität der Dinge, die Texturen, die Hand­werk­lich­keit, die Spuren fängt das Farbduo viel­leicht  an, leben­diger zu werden.

Goldhähnchen in Gelb und Grau

Gold­hähn­chen

Und wie immer dient auch hier die Natur als uner­schöpf­liche Quelle der Inspi­ra­tion. Betrachten wir einmal den kleinsten Vogel Europas: das Winter­gold­hähn­chen. Mit nur 8,5 cm Länge ist er leicht zu über­sehen und sein hoher Fiepston macht auch nicht unbe­dingt auf ihn aufmerksam. Aber oh, wie süß er doch ist! Wahrer Charme liegt in den kleinen Dingen. Ein winziger grauer Feder­ball mit einem leuch­tend gelben Schei­tel­streif auf dem Kopf. Dazu zwei kecke schwarze Knopf­augen und ein schwarzer Schnabel. Fertig ist ein kleines bezau­berndes Meis­ter­stück der Natur. Von den Farb­kom­bi­na­tionen, die die Natur zusam­men­stellt, können wir viel lernen.

Pantone-Trendfarben 2021 - eine Betrachtung

Gelb – die Farbe der Sonne

Ich mag Gelb. Gelb ist die Farbe mit der stärksten Leucht­kraft und sie zieht sofort die Aufmerk­sam­keit auf sich. In der grie­chi­schen Mytho­logie trug der Sonnen­gott Helios wohl ein gelbes Gewand, wenn er mit seinem goldenen Wagen über den Himmel zog.
Ja, das frische gelbe Licht der aufge­henden Sonne – immer wieder wie ein Verspre­chen, dass es weiter­geht, dass es gut wird. Gelb, die Farbe der Hoff­nung, der Energie und des Optimismus.

Gelb beflü­gelt den Geist. Auf den Werken zahl­rei­cher Künstler wie z.B. Vincent van Gogh, Henri Matisse, Piet Mondrian, Andy Warhol und Mark Rothko spielt die Farbe Gelb eine zentrale Rolle. Und der Impres­sio­nist Claude Monet muss Gelb beson­ders geliebt haben, schaut man sich sein Haus in Giverny, Frank­reich, einmal an (hier geht es zum virtu­ellen Rund­gang auf der Seiter der Funda­tion Claude Monet). Aller­dings hat er das opti­mis­ti­sche Gelb mit einem Meer anderer, fröh­li­cher Farben kombiniert.

Pantone-Trendfarben 2021 – eine Betrachtung. Gelb und Grau als starkes Duo?

Blumen und Krüge in den Pantone-Trend­farben 2021

Stim­mungs­ma­cher

Aktuell ziehen immer wieder die Inte­ri­eurs, Stoffe, Kera­miken und Illus­tra­tionen des briti­schen Desi­gners und Künst­lers Luke Edward Hall meine Blicke auf sich. Auch er setzt die Farbe Gelb gerne ein. Er hat “Ringel­blu­m­en­gelb” sogar gerade bei “Finan­cial Times House & Home” zu seiner Farbe des Jahres 2021 erklärt – zusammen mit “Apfel­grün”!
Gelb verleiht seinen Arbeiten ein freund­li­ches Strahlen. Abseits der Trends hat er einen ausge­prägten eigenen Stil, inspi­riert von der Antike und dem Theater, klas­sisch, ein wenig verrückt und offen­sicht­lich mit viel Fantasie und Spaß. Geht es nicht darum? Das wir uns in unserem Umfeld durch das ausdrü­cken, womit wir uns umgeben und mit dem wir leben? Im Privat­be­reich geht es nicht um das Umsetzen von Trends, nicht um Perfek­tion – viel­mehr schafft Atmo­sphäre, was gefällt! Farben sind dabei ein wich­tiger Bestand­teil unserer Identität. 

Pantone-Trendfarben2021- Keramik aus dem Atelier Quellental/Gundi Bindernagel

In ihrem Hamburger “Atelier im Quellental” fertigt die Kera­mi­kerin Gundi Binder­nagel in tradi­tio­neller Hand­ar­beit Geschirr. Aus Stein­zeugton formt sie Becher, Kannen, Schüssel, Teller und vieles mehr. Bei 1250°C gebrannt, ist die Keramik für den alltäg­li­chen Gebrauch geeignet. Stabil, ungiftig und spül­ma­schi­nen­fest. Weitere Infor­ma­tionen am Ende des Beitrags. Foto: Gundi Bindernagel

"Illuminating" Gelb...wie Ginster. Eine Inspiration.

Auf dem Wochen­markt habe ich Ginster bekommen. Ich mag die fili­granen gelben Blüten, und er hält sich sehr gut in der Vase.

Sonnengelb und Grau – die Farben des Jahres 2021

Octagon Yellow” heißt die Wand­farbe, die diesen Raum in so ein heime­liges Licht taucht. Das Bücher­regal in Grau bildet einen ruhigen Hinter­grund für all die bunten Buch­rü­cken. Wer möchte sich da nicht auf dem gelben Samt­sofa nieder­lassen und ein wenig schmö­kern? Nur leider ist es besetzt… Foto: James Merrell und Robin Kitchen; aus “Glück­lich wohnen mit Farbe”. Mehr dazu am Ende des Beitrags.

Pantone-Trend­farbe “Illu­mi­na­ting”

Gelb ist lebens­be­ja­hend und wärmend wie die Sonne. Das gelbe Schar­bocks­kraut, das im zeitigen Früh­jahr durch die welke Blät­ter­decke des Wald­bo­dens bricht. Ein Mädchen mit einem gelben, schwin­genden Rock wird uns sicher ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ein gelber Vorhang im Schlaf­zimmer, der vor dem offenen Fenster tanzt, fängt die Strahlen der Morgen­sonne auf eine herr­lich über­schwäng­liche Art ein. Viel­leicht reicht es auch, die Fens­ter­lai­bung gelb zu strei­chen. Der graue Himmel hinter den Scheiben wirkt doch gleich viel freundlicher.
Eine gelbe Tisch­lampe auf dem Schreib­tisch sorgt für ein wenig Sonnen­schein im Homeoffice.

Pantone Trendfarben 2021 – Tischleuchte "London" von Original BTC

Der Schirm der Retro-Schreib­tisch­leuchte “London” des briti­schen Fami­li­en­un­ter­neh­mens ORIGINAL BTC wird in Druck­technik aus Alumi­nium herge­stellt. Der massive Sockel und der geschwun­gene Arm sind aus verchromtem Stahl. Weitere Infor­ma­tionen am Ende des Beitrags. Foto: Original BTC

"Illuminating"-Gelb und "Ultimate Gray" sind die colours of the year. Ein schönes Duo?

Mund­ge­bla­sene Vintage-Gläser in den Pantone-Trend­farben Grau und Gelb.

Ein kleiner Trick: Die Fens­ter­ni­sche ist in einem frischen Gelb, “Babouche” von Farrow & Ball, gestri­chen. Das sorgt für ein fröh­li­ches, freund­li­ches Raum­ge­fühl. Foto: James Merrell und Robin Kitchen; aus “Glück­lich wohnen mit Farbe”. Mehr Infor­ma­tionen am Ende des Beitrags.

Wie schmeckt GELB?

Ich hatte sofort eine Asso­zia­tion! Gelb – das ist der Geschmack von Zitronen und Orangen, der Geschmack leichter Sommer­tage, der Geschmack von Kind­heit. Meine Groß­mutter hat immer einen vorzüg­li­chen Orangen-Zitro­nen­ku­chen geba­cken. Oft gab und gibt es diesen saftigen, vitamin­rei­chen Kuchen, wenn wir mit der Familie in lustiger Runde zusam­men­sitzen. Ein Geschmack nach abso­luter Gebor­gen­heit und Zuver­sicht. Natür­lich verrate ich Ihnen hier das Rezept. Ich habe es mit ein wenig Safran noch ein biss­chen gelber gezaubert.

Saftiger Orangen-Zitronenkuchen.

Pantone-Trend­farbe “Ulti­mate Gray”

Ist es nicht inter­es­sant, dass der Mix aller Farben so unbunt ist? Grau. Dunkler als Weiß, heller als Schwarz und in der Bedeu­tung so viel­schichtig. Ein trister Wohn­block aus Beton, gesichtslos und betrü­bend – grau­en­haft und ausdruckslos. Wir spre­chen von der “grauen Maus” – unscheinbar und nichts­sa­gend. Farblos und ohne Charakter. Grau kann so leer und unheil­ver­kün­dend sein.

Aber nein, wenn wir nur  mal an das Grau der dicken furchigen Elefan­ten­haut oder an das wunder­schöne graue Fell eines Esels denken. Das facet­ten­reiche Grau eines lockigen Schaf­fells. Das unglaub­liche Spek­trum der Grau­töne gesam­melter Steine. Das verwa­schene Grau eines Stücks Treib­holz. Die tiefe Ruhe eines nebligen Janu­ar­mor­gens am See. Bestän­dig­keit. Grau kann andere Farben zum Klingen bringen.

Pantone-Trendfarbe: Das ruhige Grau von Little Greene sorgt für einen natürlichen frischen Look in der Küche.

Ruhe und Frische – die Kombi­na­tion von dem Grau “Lead Colour” und “China Clay” an den Wänden verleiht dieser Küche eine unge­zwunge, natür­liche Atmo­sphäre. Foto: Little Greene

Inspiration Pantone-Trendfarben 2021

Vintage-Leinen­stoffe lassen sich hervor­ra­gend in der Wasch­ma­schine färben. Sie eignen sich z.B. sehr gut für Tisch­wä­sche oder Kissenhüllen.

 

Vogeltapete von Little Greene.

Exoti­sche Vögel und Blumen – das Tape­ten­muster “Crowe Hall Lane” aus der Kollek­tion “Archive Trails” stammt aus dem späten 19. Jahr­hun­dert. Wie hübsch wäre es, eine Nische oder die Rück­wand eines Vitri­nen­schrankes mit dieser Tapete zu schmü­cken. Fotos: Little Greene

Verfüh­re­risch schlicht

Ich mag Grau! Irdenes Geschirr, hand­ge­formt. Grobes Bauern­leinen, in seiner Farb­stille so beru­hi­gend, so fried­lich und sinn­lich. Ein alter Zinn­teller – so wunderbar grau – lässt meinen Zitronen-Oran­gen­ku­chen fantas­tisch leuchten. Die Ruhe dieser Farbe setzt einen Gegenpol zu all dem hekti­schen Treiben unserer Zeit. Seit Beginn des 21. Jahr­hun­derts stehen neutrale Farben an der Spitze der Beliebt­heits­skala. Ihre klare Anmu­tung verbreiten zeit­ge­nös­si­sches Flair. Grau kann archi­tek­to­nisch, modern wirken. Es steht aber auch für einen natur­ver­bun­denen, rusti­kalen Look. Grau geht immer! Denken Sie nur an einen grauen Strick­pull­over – wem stünde er nicht?

Natür­lich wunderbar

Pantone-trendfarben 2021-A.Melzer©/henne-gans-co-derblauedistelfink

Karin Falter von “Henne, Gans & Co” hält auf ihrem Hof in Nieder­sachsen gotlän­di­sche Pelz­schafe. Aus der Wolle dieser und anderer Schafe der Region stellt sie in Hand­ar­beit mit Wasser und Oliven­seife wunder­schöne “Veggie-Felle” und Sitz­kissen (Bild) her. Jedes dieser natür­li­chen Produkte ist ein Unikat mit einer beson­deren Haptik – und die Schafe leben glück­lich auf ihrer Weide weiter. Die silbrig-grauen Farb­schat­tie­rungen finde ich fantas­tisch. Mehr Infor­ma­tionen finden Sie am Ende des Beitrages. Foto: Annett Melzer

Die Pantone-Trend­farben 2021 – doppelt stark?

Grau nimmt sich zurück und doch kann es stark und kräftig sein – aber niemals laut. Das würde uns manchmal auch guttun. Uns ein biss­chen zurück­zu­nehmen, leiser werden, damit wir mehr hören. Das hohe Fiepen des Gold­hähn­chens zum Beispiel. Oder das Rascheln einer kleinen Wald­maus. So unbe­deu­tend ist sie doch gar nicht. Alles ist Schöp­fung, und Grau und Gelb sind tatsäch­lich wich­tige  Farben im Großen und Ganzen. Es macht doch Spaß, sich einmal mit neuen Farbre­zepten ausein­an­der­zu­setzen. Ich habe jeden­falls Appetit bekom­menen und werde kleine Still­leben kreieren und zu meiner grauen Bluse einen leuch­tend gelben Schal um den Hals schlingen. Viel­leicht streiche ich einen Garten­stuhl gelb. Das sieht gewiss schön zu meinem grauen Stein­tisch aus…

Pantone-Trendfarben 2021 – eine Betrachtung

Pantone-Trendfarben 2021 – eine Betrachtung

Leinen­stoffe für Tisch­wä­sche, Servi­etten oder Kissen­be­züge kann man sehr schön selber in den Pantone-Trend­farben färben. Ich habe zum Färben Textil­farbe (Simplicol) in Grau für die Wasch­ma­schine und in Gelb für das Färben in einer Schüssel genutzt. Das Färben in der Schüssel ermög­licht eine Steue­rung der Farb­in­ten­sität und das Färben klei­nerer Stoffmengen.

Die Zusam­men­stel­lung von Farben ist wie das Kompo­nieren einer Melodie. Probieren Sie es doch einmal aus!

Die meisten Menschen haben, wenn es um Farben geht, einen ausge­prägten Geschmack. Es ist wichtig, dem eigenen Farb­emp­finden zu vertrauen und sich darauf zu verlassen. Aber Expe­ri­mente sind auch eine Heraus­for­de­rung, aus der sich viel krea­tive Energie schöpfen lässt.”

Tricia Guild, briti­sche Interiordesignerin

 

Pantone-Trendfarben 2021 im Stilwerk-Hotel Heimhude in Hamburg

Die Wände des Früh­stücks­raums des frisch eröff­neten “Stil­werk-Hotels Heim­hude” in Hamburg sind in einem verwa­schenen, dezenten Grau gestri­chen (“NO 62 STONEWASHED von CAPAROL ICONS). Die Polster und Kissen der Sitz­bänke tragen honig­gelbe Bezüge der däni­schen Firma KVADRAT und sorgen auch bei typi­schem Hamburger Wetter für sonnige Morgen­stunden. Foto: Stilwerk/T. Baermann

Alle Adressen und Informationen:

Original BTC
Pantone Trendfarben 2021 – Tischleuchte "London" von Original BTC

Fotos: Original BTC

Alle Leuchten des briti­schen Fami­li­en­un­ter­neh­mens werden in Manu­fak­turen in England gefer­tigt. Zum Marken­zei­chen sind mitt­ler­weile die zarten Lampen­schirme aus Bone China, einem beson­ders festen Porzellan, geworden. Aber auch eine Glas­blä­serei und ein Metall­werk nennt die Firma ihr eigen. Der Lampen­schirm der Tisch­lampe “London” wird in Druck­technik aus Alumi­nium herge­stellt. Das stoff­be­zo­gene Kabel wird durch Öffnungen im Arm gefä­delt. Der Schirm ist auch in anderen Farben erhält­lich. Ca. 660 Euro.

www.originalbtc.com

Henne, Gans & Co

Ein Hof von 1894 bietet Karin Falter Platz für ihre Arbeit und Leiden­schaft. Aus der Wolle ihrer Gotland­pelz­schafe fertigt sie wunder­schöne “Veggie-Felle” und flau­schige Kissen. Das Beson­dere: die Felle und Kissen gestaltet sie mit einer Filz­technik ausschließ­lich aus gescho­rener Wolle. Die Schafe leben glück­lich auf der Weide weiter!
Außerdem kann man bei ihr auf der Wiese in zwei hübschen Wohn­wagen über­nachten. Mehr zu dem char­manten Bed & Break­fast, den Veggi­e­fellen und weitere Infor­ma­tionen  gibt es unter

Henne, Gans & Co.
www.hennegansundco.de

Keramik im Quellental
Pantone-Trendfarben: Handgearbeitete Krüge, Schalen und Becher von Keramik imd Quellental

Foto: Gundi Bindernagel

Gundi Binder­nagel hat ursprüng­lich Freie Kunst studiert und sah sich als Malerin. Aber in ihr schlum­merte das tiefe Bedürfnis, mit den Händen zu werken, zu formen, zu schaffen. Im Töpfer­hand­werk hat sie ihre Bestim­mung gefunden. An der Töpfer­scheibe dreht sie in ihrem Atelier im Hamburger Westen schlichtes, wunder­schönes Alltags­ge­schirr, das benutzt werden möchte.  Bei Anfragen oder Wünschen:

Gundi Binder­nagel

www.atelierimquellental.de

SoSUE Hamburg

Das Mode­label aus Hamburg gibt es seit 2016. Grün­derin Sue Giers und ihr Team möchten gute Mode und gute Geschichten verbinden. Deswegen gibt es bei ihnen nicht nur tolle Blusen mit super­schönen Ärmeln, Kleider, Pullis und vieles mehr, sondern in ihrem Blog­zine auch Repor­tagen, Inter­views, Tipps und Rezepte. Die Bluse “Antonia” kostet übri­gens ca. 169 Euro.

www.so-sue.com

Little Greene

Der engli­sche Farben­her­steller blickt auf eine lange Tradi­tion bis ins Jahr 1773 zurück. Es ist eine Freude aus der großen  Farb­pa­lette und der umfang­rei­chen Tape­ten­kol­lek­tion zu schöpfen. Die Farben und Lacke über­zeugen durch ihren hohen Pigment­an­teil und die dadurch entste­hende Farb­tiefe. Die Tapeten – teil­weise Muster, die in verges­senen Archiven gefunden wurden – werden in einem spezi­ellen Druck­ver­fahren auf hoch­wer­tigsten Papieren herge­stellt, sind robust und lang­lebig. Weitere Informationen:

www.littlegreene.de

 

Stil­werk-Hotel Heim­hude Hamburg

Foto: T. Baermann

In einer 150 Jahre alten Jugend­stil­villa im Stadt­teil Pösel­dorf nahe Alster und Innen­stadt ist im vergan­genen Mai das erste Stil­werk-Hotel in Hamburg eröffnet worden. Eigent­lich ist es ein Mix aus Show­room und Hotel – denn wer Gefallen an der Einrich­tung des hübschen Hauses findet, kann Inte­rieur-Stücke, von den Thonet­stühlen, über die Wand­farbe von ” Caparol Icons”  bis zu den Boden­fliesen direkt im Stil­werk Hamburg oder über den Online­shop zu sich nach Hause ordern.


www.stilwerkhotels.com

 

Buch­tipp:

Glücklich wohnen mit FarbeDie Frage, mit welchen Farben wir uns in unserem Wohn­um­feld umgeben, ist so span­nend. Unzäh­lige schöne Möglich­keiten machen die Entschei­dung nicht leichter und so manche Farb­kom­bi­na­tion können wir uns viel­leicht auch nicht so gut vor unserem inneren Auge vorstellen.
Joa Stud­holme ist Farb­ku­ra­torin bei Farrow & Ball und zeigt in dem Buch “Glück­lich wohnen mit Farbe” zahl­reiche Gestal­tungs­mög­lich­keiten mit Farben auf. Verschieden Stile und Raum­si­tua­tionen sind nicht nur schön anzu­schauen – sie setzen Denk­an­stöße und machen Lust darauf, auch den eigenen vier Wänden einmal ein neues Farb­kleid zu verpassen. Und ich kann aus eigener Erfah­rung sagen, es lohnt sich, einmal etwas auszuprobieren!

Farrow & Ball –  Glück­lich wohnen mit Farbe” von Joa Stud­holme. Gebun­dene Ausgabe mit 268 Seiten, ca. 49 Euro. Erschienen bei Callwey.

 

Hinweis: Alle Fotos, die keinen anderen Vermerk haben, sind von mir.

 

Marmeladenplätzchen, Marzipan und eine Tasse Tee

Marme­la­den­plätz­chen, Marzipan und eine Tasse Tee

Die Wangen rot, die Nase kalt – es geht doch nichts über einen ausgie­bigen Winter­spa­zier­gang. In der Natur spüre ich, Teil von etwas Größerem zu sein. Ich finde Halt, Trost und Zuver­sicht. Wie Säulen einer Kathe­drale streben die Baum­stämme um mich herum gen Himmel. Wie groß­artig die Natur doch ist!  Zuhause ange­kommen, setze ich mich mit Tee und Marme­la­den­plätz­chen in meinen Lieb­lings­sessel. Bald ist Weihnachten.
Aber diesmal ist alles anders.
“So ein Weih­nachten hatten wir noch nie!”, schimpft meine Tochter und ist wütend auf dieses Corona-Jahr. Und da fällt es mir ein – das geliebte Bilder­buch von Sven Nord­q­vist, das wir unseren Kindern immer so gerne zur Weih­nachts­zeit vorge­lesen haben. “Petterson kriegt Weih­nachts­be­such”. Oh, wie wir die fanta­sie­vollen Bücher über den alten Petterson und seinen Kater Findus geliebt haben! Und dieses ganz besonders…

Marmeladenplätzchen, Marzipan und eine Tasse Tee

Eine Weih­nachts­ge­schichte

Es ist der 23. Dezember. Der alte Pettersson und sein Kater Findus haben noch so viel für das Weih­nachts­fest vorzu­be­reiten. Einkaufen, einen Tannen­baum aus dem Wald holen, Schnee schippen… Nur leider verletzt sich Pettersson im Wald am Fuß und ihre Pläne sind durch­kreuzt. Dieses Weih­nachts­fest droht das trübste Fest über­haupt zu werden. Sie haben nichts zu essen im Haus, keinen Weih­nachts­baum und geputzt ist auch noch nicht. Ledig­lich ein wenig Pfef­fer­ku­chenteig ist noch übrig.  Und die beiden tun etwas sehr Schlaues: sie backen erst einmal Pfefferkuchen.

(…) Später tranken sie Kaffee und aßen Pfef­fer­ku­chen. Still saßen sie da und betrach­teten ihre Spie­gel­bilder in der Fens­ter­scheibe. Am Tag vor Heilig­abend hatten sie sonst immer so viel Spaß mit all dem, was noch vor Weih­nachten erle­digt werden musste: backen, kochen und alles hübsch machen. Und jetzt konnten sie nichts anderes tun als still sitzen und darauf warten, dass die Schmerzen im Fuß aufhörten. (…)”

Beide sind traurig und wütend.  Aber dann fangen sie an – wie es so ihre unver­gleich­liche Art ist – zu impro­vi­sieren. Und was soll ich sagen? Es wird ein schönes Weih­nachts­fest. Anders – aber schön!  Die beiden bauen sich sogar einen Weih­nachts­baum, der bei meinen Kindern Begeis­te­rung ausge­löst hat. Und der Heilig­abend wird durch Hilfs­be­reit­schaft, Nächs­ten­liebe und Freund­lich­keit unver­gess­lich. Mehr will ich nicht verraten. Sie sollten einmal einen Blick in dieses wunder­bare Buch werfen!

Marmeladenplätzchen, Marzipan und eine Tasse Tee

Kekse & Tee – machen wir eine Pause!

Dieses Jahr passt diese Geschichte besser denn je zu unserem Weih­nachts­fest. Es droht trübe zu werden? Tun wir etwas dagegen! Impro­vi­sieren wir! Am besten machen wir es wie der alte Pettersson und sein Kater Findus: Backen wir erst einmal Plätz­chen, genießen den Duft im Haus und halten bei einer Tasse Tee kurz inne…
Und wie wir alle wissen, ist eine Tasse Tee viel mehr als ein Heiß­ge­tränk. Sie verspricht einen Augen­blick lang Gemüt­lich­keit, Ruhe und Wärme. Einfach mal zusehen, wie es so läuft – für einen kleinen, aber wich­tigen Moment.

Natür­lich löst eine Tasse Tee nicht alle Probleme. Aber das, was sie bewirkt, das kurze Pausieren und Reflek­tieren, hilft oftmals, den rich­tigen Weg zu finden. Wenn wir manchmal das Gefühl haben, die Welt dreht sich zu schnell, tut es gut, die Tasse zu halten und die Wärme zu genießen. Geben uns solche kleinen Rituale nicht Halt?

Marmeladenplätzchen mit Granatapfelgelee

Inspi­ra­ti­ons­quelle: Ein Rezept­heft aus den 20er Jahren mit 99 Back­ideen aus dem Ullstein-Verlag.

Kleine Fluchten

Krea­ti­vität hilft, aus fast jeder Situa­tion das Beste zu machen, opti­mis­tisch und erfin­de­risch zu sein. Ja, Krea­ti­vität kann sogar aus nega­tiven Gefühlen und Stim­mungen etwas Schönes werden lassen. Also backen wir viel­leicht diesmal beson­ders hübsche Kekse! Bringen wir köst­liche Aromen zusammen, kochen Gelee und formen Pralinen – all das eignet sich dann auch gleich als Präsent, das wir unseren Nach­barn als kleine Über­ra­schung  vor die Tür legen können.
Beim Backen kann man so fantas­tisch entspannen. Schöne Musik unter­malt viel­leicht die Szenerie, Kerzen­licht flackert, der Duft von Butter und Vanille füllt den Raum.
Lassen Sie uns opti­mis­tisch bleiben – und freund­lich! Auch wenn es mal eng und unge­müt­lich wird…

Marmeladenplätzchen mit selbstgerechtem Granatapfelgelee

Ich habe diesmal zwei Rezepte für Sie. Marme­la­den­plätz­chen  gehören von jeher zu meinen Lieb­lings­keksen. Dieses Jahr habe ich sie mit einem selbst­ge­machten Granat­apfel-Gelee gefüllt. Und von den Feigen-Marzi­pan­pra­linen kann man nur schwer die Finger lassen…

Marme­la­den­plätz­chen mit Granatapfel-Gelee 

 

Zutaten für das Granatapfel-Gelee: 
  • 2 Granat­äpfel
  • 3–4 Pflaumen
  • Saft einer Orange
  • Saft  einer Limette
  • 250 g Gelier­zu­cker 2:1
  • 4 Nelken
  • 1/2 Vanil­le­schote
  • 4 El Cassis-Likör
  • Saft einer 1/2 Zitrone
Zube­rei­tung:

Den Saft und die Kerne der Granat­äpfel sowie die klein geschnit­tenen Pflaumen in eine ofen­feste Form geben. Die Vanil­le­schote öffnen, auskratzen und dazu­legen. Orangen- und Limet­ten­saft hinzu­geben und die Nelken so in die Form legen, dass man sie später wieder­findet. Den Cassis-Likör hinüber­träu­feln. Die Früchte nun im Ofen bei 100 °C 45 Minuten ziehen lassen. Hmm..das duftet so köstlich!
Anschlie­ßend die Nelken und die Vanil­le­schote entfernen. Frucht­saft und Früchte in einen hohen Rühr­be­cher geben und mit dem Pürier­stab zerklei­nern. Die Frucht­masse nun durch ein feines Sieb in einen Topf gießen. Sorg­fältig ausdrü­cken, so dass nur die Kerne und Scha­len­stücke  im Sieb bleiben. Den Frucht­saft (380 ml abmessen, sollte es etwas zu wenig sein, einfach mit Oran­gen­saft auffüllen) nun mit dem Gelier­zu­cker und dem Saft einer halben Zitrone mischen und nach Packungs­an­lei­tung kochen und in Gläser (ca. 2 Gläser) füllen.
Das Gelee schmeckt natür­lich auch als Brot­auf­strich sehr lecker.

Die Marme­la­den­plätz­chen können natür­lich auch mit gekauftem Frucht­gelee ange­fer­tigt werden. Aber selbst­ge­macht schmeckt immer am besten, oder?

Scho­ko­la­den­man­deln:

Zart­bit­ter­ku­ver­türe im Wasserbad erhitzen und blan­chierte Mandeln einzeln mit der Spitze hineintunken.Vielleicht mit einem kleinen Streu­deko-Gold­stern (gibt es im Back­regal oder z.B. hier) Die Mandeln auf Back­pa­pier trocknen lassen.

Marmeladenplätzchen mit Schokomandeln

Teig­zu­taten:
  • 175 g Mehl
  • 50 g gemah­lene Mandeln
  • 50 g Puderzucker
  • 1 Päck­chen Vanillezucker
  • 125 g kalte Butter
  • Prise Salz
Zube­rei­tung der Marmeladenplätzchen:

Mehl und Puder­zu­cker in eine Schüssel sieben. Die Mandeln, die Prise Salz sowie den Vanil­le­zu­cker hinzu­geben und alles mischen. Die Butter in Flöck­chen dazu­geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Abge­deckt mindes­tens 1 Stunde kalt stellen.

Den Back­ofen auf 160° Umluft vorheizen. Den Teig zu einer etwa 3 cm dicken Rolle formen und in ca. 2 cm dicke Stücke schneiden. Die Stücke zu Kugeln formen und mit einem Koch­löf­fel­stiel oder dem Finger eine Vertie­fung in die Mitte drücken. Die Plätz­chen ca. 15 – 20 Minuten (bis sie hell­braun sind) backen. Abkühlen lassen. Die Plätz­chen­ränder mit Puder­zu­cker bestäuben.

Etwas Gelee in einem kleinen Topf erhitzen und mit einem kleinen Löffel die Mulden der Plätz­chen mit Frucht­gelee füllen. Und die Scho­ko­man­deln in die Marme­la­den­plätz­chen hinein­ste­cken. Die Plätz­chen eine Weile trocknen lassen, damit das Gelee wieder fest wird und in einer Keks­dose aufbewahren.

Alter­na­tive: Linzer Plätzchen

Teig und Gelee eignen sich auch zur Herstel­lung von Linzer Plätz­chen. Einfach Plätz­chen ausste­chen und bei der Hälfte der Plätz­chen mittig ein Loch ausste­chen. Ca. 8–10 Minuten bei 160° backen, abkühlen lassen. Das Gelee erhitzen und auf die Plätz­chen ohne Loch strei­chen. Plätz­chen mit Loch mit Puder­zu­cker bestreuen,  aufsetzen und leicht andrü­cken, trocknen lassen.

Marmeladenplätzchen mit selbstgerechtem Granatapfelgelee

 

Marmeladenplätzchen und Feigenmarzipan-Pralinen

Feigen­mar­zipan-Pralinen

Zutaten:
  • 2 Feigen
  • 200 g Marzipanrohmasse
  • 60 g Puderzucker
  • 2 – 3 EL Mandel­likör (wer mag)
  • 180 g gemah­lene Mandeln
  • 200 g Zartbitterkuvertüre
  • Streu­deko Gold­sterne oder Gold­pulver (gibt es im Back­regal oder z.B. hier)
Zube­rei­tung:

Die Feigen waschen und in Stücke schneiden. In einem Topf kurz zu weichem Püree kochen und mit einem Pürier­stab pürieren, abkühlen lassen.
Marzipan, Puder­zu­cker, Mandel­likör, Mandeln und 100 g Feigen­püree mit dem Knet­haken verkneten. Kleine Kugeln formen und diese kalt stellen.
Die Kuver­türe im Wasserbad schmelzen und die Pralinen eintau­chen (mit Prali­nen­be­steck oder zwei Spießen). Auf ein Back­pa­pier legen, mit Stern­chen verzieren und trocknen lassen. Danach in den Kühl­schrank stellen, damit sie fest werden. Im Kühl­schrank lagern und inner­halb von ca. 2 Wochen verzehren.
Die fertigen Pralinen sollten kühl genossen werden. Dann ist die Hülle knackig und die aroma­ti­sche Marzi­pan­fül­lung zergeht auf der Zunge.

Marmeladenplätzchen und Feigenmarzipan-Pralinen

Marmeladenplätzchen und Feigenmarzipan-Pralinen

Marmeladenplätzchen und Feigenmarzipan-Pralinen

Ich wünsche Ihnen ein geseg­netes schönes Weih­nachts­fest und dass Sie und all Ihre Lieben gesund bleiben!

Riesen und Zwerge
Auch wenn uns Zuver­sicht und Lebens­freude manchmal so klein wie Zwerge vorkommen: Sie sind schla­fende Riesen, die wir wecken können.

Jochen Mariss (Autor und Fotograf)

 

Weitere Ideen und Empfehlungen:

 

Bezau­bernde Glückspilze

Die hübschen nost­al­gi­schen Flie­gen­pilze werden in Hand­ar­beit wie vor 100 Jahren von einem Fami­li­en­be­trieb in Deutsch­land gefer­tigt. Sie bestehen aus  Watte/Zellstoff, ihre Köpfe werden in rote Gela­tine getaucht und per Hand mit weißen Tupfen versehen.
Es gibt sie in zwei Größen (5cm und 6,5 cm Höhe). Mehr Infor­ma­tionen finden Sie unter
www.dresdner-pappen.de

 

Bastel­tipp: Granat­äpfel-Anhänger aus Ton

Mit meinen Kindern habe ich aus gut durch­ge­kne­tetem, an der Luft trock­nendem Ton kleine Kugeln geformt. Ein wenig Ton flach ausrollen, für jeden Granat­apfel 6 kleine Drei­ecke ausschneiden und mit ange­feuch­teten Fingern an die Kugel blüten­förmig anstrei­chen. Aus Draht eine Öse drehen und die Enden zwischen die Blüten in den Ton stecken. Trocknen lassen und die Äpfel mit Acryl­farbe anmalen. Etwas Gold­farbe hier und da sorgt für ein hübsches Schim­mern. Die Granat­äpfel mit dünnem Gold­draht oder Band aufhängen.

Marmeladenplätzchen, Marzipan und eine Tasse TeeBuch­tipp:

Pettersson kriegt Weih­nachts­be­such” von Sven Nord­q­vist ist in der Verlags­gruppe Oettinger erschienen.

Mehr weih­nacht­liche Themen auf dem Blog: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Krea­tive Geschenke: Färben mit Avocado

Je dunkler und kälter es draußen wird, desto wärmer leuchtet es in den Fens­tern. Es ist wieder Zeit, dass ein Meer von Kerzen Licht ins Dunkel bringt. Zeit für ein biss­chen Magie, für die alten Lieder und Geschichten, die süßen Düfte und das geheim­nis­volle Getu­schel im Haus. Zeit für Wünsche und Zeit für liebe­volle Geschenke.

Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden, ohne dass ihr Licht schwä­cher wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.”

Buddha (560 – 480 v. Chr.)

Es ist Advent, die Zeit des Inne­hal­tens. In diesem Jahr gelingt das – notge­drungen – manchmal viel­leicht sogar besser als in den vergan­genen Jahren. Es ist eine merk­wür­dige, für viele Menschen auch einsame Zeit.
Umso wich­tiger ist es doch, dass wir es uns trotzdem schön machen und unseren Lieben eine ganz persön­liche Freude bereiten. Eine gedank­liche Umar­mung aus der Ferne sozu­sagen. Viel­leicht wollten Sie schon längst einmal wieder kreativ werden?

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Geschenke zum Dahinschmelzen

Schenken Sie Kerzen! Denn es ist Zeit für Kerzen und jeder freut sich über diese zutiefst analogen Leucht­mittel, deren Charme und Atmo­sphäre bisher von elek­tri­schen Alter­na­tiven uner­reicht ist. Der Blick in eine Kerzen­flamme hat – ähnlich wie der Blick zum Mond, in die Sterne oder in ein Lager­feuer – etwas Verbin­dendes. Die tänzelnden Flammen regen zum Träumen an. Das Licht der Flamme ist hinter­gründig. Nicht alles wird hell erleuchtet. Schatten bewegen sich und in den Augen der Betrachter entsteht ein Funkeln.
Licht steht von jeher für Hoff­nung. Und Hoff­nung, Stärke und ein leben­diges Funkeln in den Augen sind zur Zeit so wichtig.

Kreative Geschenke: Färben mit Avocado

Doch was wäre ein gutes Geschenk ohne eine schöne, nach­hal­tige Verpa­ckung? Schließ­lich steckt doch der Zauber im Detail.
Ich habe aus alten Leinen-Geschirr­tü­chern kleine Säck­chen für die Kerzen, die ich verschenken möchte, genäht und mit bedruckten Anhän­gern aus hand­ge­schöpftem Papier versehen. Das Beson­dere: das Leinen und das Papier habe ich ganz natür­lich mit der Schale und den Kernen der Avocado gefärbt. Rosa! Ja, tatsäch­lich. Die rubbe­lige grün­braune Schale der Frucht und ihr Kern färben – kocht man sie – das Wasser tief rot. Mit diesem Sud, der an Glüh­wein erin­nert, lassen sich Natur­stoffe wie Leinen und Baum­wolle ganz unkom­pli­ziert in wunder­schönen Zartrosa‑, Altrosa- und Rosen­holz­tönen färben. Ein kleines Wunder! Und es könnte doch nicht besser passen, dass Rosa nun in der Farb­deu­tung auch noch die Farbe der Nächs­ten­liebe ist.

Geschenke: Färben mit Avocado.

Geschenke: Färben mit Avocado.

Kreative Geschenke: Färben mit Avocado

Rosa­roter Advent 

Typisch Natur – sie trifft mal wieder genau den Ton. Das Rosa, das beim Färben mit Avoca­do­schalen und ‑kernen entsteht, ist fantas­tisch. Nicht kitschig, nicht künst­lich, nicht aufdring­lich – perfekt! Und zwar in jeder Nuance. Das Ergebnis hängt von der Länge des Bades in dem roten Sud ab. Je länger, desto intensiver.
Wichtig ist, die Avoca­do­schalen gut auszu­löf­feln und anschlie­ßend mit Wasser zu reinigen, damit kein Frucht­fleisch mehr daran haftet. Ich habe Schalen und Kerne in einem Gefrier­beutel im Tief­kühl­fach gesam­melt – man kann ja nicht so viele Avocados auf einmal essen.

Anlei­tung:

Meine fertigen Säck­chen haben die Maße 15 cm x 23 cm. Das passt für lange Stab­kerzen ganz gut. Aus einem alten Geschirr­hand­tuch konnte ich so genau 5 Säck­chen nähen.

 

Sie brau­chen für die Säckchen:
  • Leinen- oder Baum­woll­stoff, gewaschen
  • Avoca­do­schalen und ‑kerne (ca. 300 g/ca. 4–5 Avocados)
  • Stoff­rest (z.B. Stück eines Bett­la­kens), idea­ler­weise weiß, ca. 70 cm x 70 cm
  • einen großen Topf (er kann nach gründ­li­cher Reini­gung wieder zum Kochen genutzt werden)
  • ca. 6 Liter heißes Wasser

Wer nur ein kleines Stoff­stück färben möchte, kann die Mengen auch halbieren.

  1. Einen Streifen (ca. 4 cm) vom Stoff­rest abschneiden. Gerei­nigte Avoca­do­schalen und ‑kerne mittig auf dem Stoff­rest plat­zieren und ein Bündel bilden. Mit dem Stoff­streifen fest zubinden.
  2. Das Bündel in den Koch­topf legen und mit kochendem Wasser aus dem Wasser­ko­cher über­gießen. Mit heißem Wasser aufgießen (auf ca. 6 Liter) und zum Kochen bringen.
    Nun wird das Bündel mindes­tens 1 Stunde gekocht, damit der Farb­stoff frei­ge­setzt wird. Das Bündel vorsichtig aus dem Wasser nehmen. Im Wasch­be­cken abkühlen lassen.
  3. Den Stoff für die Säck­chen nun unter kaltem Wasser gut durch­nässen und in das Farbbad geben. Unter stän­digem Rühren den Stoff färben, bis die gewünschte Inten­sität erreicht ist. Ich hatte mehrere Geschirr­tü­cher und habe etwas experimentiert.
  4. Den Stoff mit einer Zange aus dem Farbbad nehmen und unter kaltem Wasser ausspülen. Hierbei verän­dert sich die Farb­in­ten­si­vität noch mal. Wer mehr Farbe möchte, kann das Bad dann beliebig fortsetzten.
  5. Den Stoff  am besten liegend trocknen und im Anschluss bügeln.
Säck­chen nähen

Aus dem gefärbten Stoff nun kleine Säck­chen in der gewünschten Größe nähen. Ich habe die Geschirr­tü­cher (46 cm x 85 cm) längs mittig gefaltet, zuge­schnitten und dann nur die Seiten der Säck­chen aufein­ander gesteppt und versäu­bert. Die Webkante liegt so an der Öffnung. Im Falle einer offenen Kante empfiehlt sich ein geket­telter Abschluss oder ein kleiner Saum.

Tipp: Das große weiße Baum­woll­tuch, mit dem das Bündel geschnürt wurde, unbe­dingt anschauen. Meines hatte eine ganz hübsche Batik­optik, und ich habe Schlei­fen­bänder daraus geschnitten und knapp­kantig umsteppt.

Geschenke: Färben mit Avocado.

Die Avoca­do­schalen und Kerne werden in einem Bündel gekocht. So erhalten wir einen Sud für eine gleich­mä­ßige Färbung der Textilien.

Geschenketipp: Kerzensäckchen mit Avocado gefärbt.

Der Sud, der beim Kochen der Avoca­do­schalen und- kerne entsteht ist tiefrot.

Geschenkanhänger aus Bütten, mit Avocadoschalen gefärbt

Anhänger aus hand­ge­schöpftem Papier

Hand­ge­schöpftes Papier (ca. 180 – 300 g/m²) bekommen Sie überall, wo es Künst­ler­ma­te­rial gibt. Um die hübschen Ränder zu erhalten, reißt man es an einem Metall­li­neal entlang auf das rich­tige Maß zu (vorher die Linien zur Vorbe­rei­tung gut knicken).
Ich habe Recht­ecke und Rauten gewählt und teil­weise in die Mitte eine farbige Fläche mit Acryl­farbe gesetzt. Nach dem Trocknen kann mit einem Stempel und Gold­farbe ein Motiv aufge­druckt werden.
Ich habe meinen Vogel-Stempel selber aus Stem­pel­gummi geschnitzt (wie schon beim Thema Buch­binden). Auch aus Moos­gummi oder Kartof­feln lassen sich Stempel fertigen. Vorlagen findet man in Büchern oder man nimmt eine Keks-Ausstech­form zur Hilfe.
Einige Papiere habe ich auf die Größe einer Streich­holz­schachtel zuge­schnitten und bedruckt. Klebt man sie auf die Schachtel auf, sieht die Streich­holz­schachtel auf dem Tisch gleich viel hübscher aus.

DIY-Geschenke: Färben mit Avocado

Tipp: Beson­dere Stempel gibt es bei Stempel Jazz, einer Hand­druck­ma­nu­faktur in der Lüne­burger Heide.

Geschenke selber machen: Vögel aus Softton

Kreativ beflü­gelt

Eine weitere Idee, die man auch sehr schön mit Kindern umsetzen kann, ist das Ausste­chen von Anhän­gern aus luft­trock­nendem Softton. Er lässt sich sehr gut kneten, wird sehr fest und kann nach dem Trocknen bemalt werden. Wir haben den Ton geknetet, ausge­rollt und mit Keks­förm­chen Vögel ausge­sto­chen. Mit einem Zahn­sto­cher kann man ein kleines Loch hinein­ste­chen und die Anhänger dann gut trocknen lassen. Wir haben die Vögel mit Acryl­farbe in Rosa angemalt.
Und da es so einen Spaß macht zu kneten und zu formen, haben wir aus dem Ton noch kleine Kerzen­leuchter geformt und nach dem Trocknen angemalt.

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Kost­bare Momente

Jetzt geht es ans Verpa­cken! Die Kerzen in das Säck­chen stecken, mit einer hübschen Schleife, einem Jute­band oder dicker Wolle zusam­men­binden und mit einem Papier­an­hänger oder einem Tonan­hänger schmücken.
Die Säck­chen eignen sich natür­lich auch wunderbar zum Verpa­cken von Nüssen, Tee oder kleinen Kosme­tik­pro­dukten und sie können immer weiter benutzt werden, z.B. zum sicheren Verstauen von Schmuck.

Die Zeit, in der solche selbst­ge­machten Präsente entstehen, ist kostbar. Die Arbeit mit ästhe­ti­schen Mate­ria­lien inspi­riert und beru­higt. Und viel­leicht duftet nebenbei ein Tee und es brennt eine Kerze…

Licht

Licht breitet sich aus

Eine Kerze
Entzündet in der Dunkelheit
Gibt Licht
Sie erleuchtet
Läßt erkennen
Gibt Hoff­nung

Eine Kerze

Auch Du
Kannst
So eine Kerze sein

Es ist Advent

(Gudrun Kropp, *1955, Lyri­kerin, Aphoristikerin)

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Weitere Geschenke zum Selbermachen:

 

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

 

 

 

Lust auf Handschrift: Mit Tinte und Füllfederhalter

Hand­schrift: Mit Tinte & Füllfederhalter

Die Buch­staben haben dann Anmut, wenn sie nicht mit Unlust und Hast, auch nicht mit Mühe oder Fleiß, sondern mit Lust und Liebe geschrieben sind.”

Giam­bat­tista Bodoni (1740 – 1813, italie­ni­scher Schriftsetzer)

Auf meinem Schreib­tisch gibt es etwas Neues. Einen Flakon von erle­sener Schön­heit. Gefüllt mit Tinte aus Japan. iroshi­zuku – was sich aus den japa­ni­schen Wörtern iro (Farbe) und shizuku (Tröpf­chen) zusam­men­setzt – Farb­tröpf­chen. Ich habe den Farbton ina-ho gewählt, der von der japa­ni­schen Reisähre inspi­riert ist. Ein Farbton, der ein wenig an flüs­siges Gold erin­nert. Ich sauge die Farbe mit meinem Kolben­füll­fe­der­halter auf und beginne das virtuose Buchstabenspiel…

Feder­tanz

Wie eine Tänzerin wirbelt die Feder über das Papier. Die flie­ßende gold­braune Tinte verleiht meinen Gedanken Gestalt. Die Gedanken werden zu Spuren. Sie werden sichtbar…lesbar. Die Hand­schrift –  Ausdruck von Persönlichkeit.
Ich fische im weiten Meer der Wörter. Die Feder wird zur Grenz­wan­derin zwischen Gedanken und Geschrie­benem. Dankbar sammelt sie ein, was der Kopf hervor­bringt. Liegt nicht in der flüs­sigen Hand­schrift eine gewisse Musi­ka­lität? Man folgt einem Rhythmus, einem Schwung. Tinten­spuren, die etwas zu erzählen haben…. Buch­staben, die mehr sind als Schrift­zei­chen. Viel­leicht der Anfang einer Geschichte…?

Lust auf Handschrift: Mit Tinte und Füllfederhalter

Lust auf Handschrift: Mit Tinte und Füllfederhalter

Vor einiger Zeit schrieb mir eine Leserin, dass sie ein Text­zitat von meinem Blog zur Erin­ne­rung mit Tinte und Füll­fe­der­halter in ihr kleines Notiz­büch­lein geschrieben hat. Wie schön! Was für eine Wert­schät­zung der Worte. Das hat mich inspi­riert. Ich habe mir vorge­stellt, wie die Leserin ihren Füll­halter zur Hand nimmt und mit schönen Schwüngen die Worte zu Papier bringt. Mit mitter­nachts­blauer Tinte? Oder viel­leicht mit rubinroter?

Ein handschriftlich verfasster Text zeigt Persönlichkeit

Vintage-Dupontfüller mit Gold­feder. Es ist ein Hoch­ge­nuss mit ihm zu schreiben. Butter­weich gleitet er übers Papier…

Tinten­herz

Ich erin­nere mich, wie stolz ich damals in den 80er-Jahren war, als ich in der Grund­schule meinen ersten Füll­fe­der­halter bekam – einen Pelikan. Mit Tinten­pa­tronen in Königs­blau. Wie wunderbar er über das Papier glitt. In den folgenden Jahren habe ich verschie­dene Schriften auspro­biert. Schnör­ke­lige, kantige, nach rechts geneigte, nach links gekippte. Als Kind braucht man Zeit, um die eigene Hand­schrift zu entwickeln.

Ausdruck von Individualität

Gibt es etwas Schö­neres und Persön­li­cheres, als einen mit Tinte geschrie­benen Brief, einen Gruß oder eine hand­ge­schrie­bene Einladung?
Die Hand­schrift offen­bart eine Facette der eigenen Persön­lich­keit. Grapho­logie – die Lehre von der Hand­schrift als Ausdruck des Charakters.
So verschieden wir Menschen sind, so verschieden ist auch unsere Schrift – ähnlich wie unsere Finger­ab­drücke. Das ist wohl der entschei­dende Unter­schied zu einem digital verfassten Text – er verrät uns weniger über die Person, mit der wir kommunizieren.
Und ganz nebenbei könnte ich niemals auf die Flexi­bi­lität verzichten, die Stift und Papier mit sich bringen.

Wird die Handschrift mit einer besonderen Tinte schöner? JA!

Schreiben ist ein Gefühl

Eine flie­ßende Hand­schrift bringt die Gedanken zum Fliegen. ”
Cornelia Funke, Schriftstellerin 

Die Freude am Führen einer Feder packt einen schnell, wenn man sich erst einmal darauf einlässt.  Und dabei dürfen die Buch­staben gerne mal aus der Reihe tanzen, finde ich. Mit Expe­ri­men­tier­freude, Neugier und Krea­ti­vität kann sich eigent­lich auch jeder, der meint, seine Hand­schrift sei nicht sehens­wert, eine schö­nere Hand­schrift aneignen. Hierbei geht es doch viel­mehr um einen eigenen Stil als um Perfek­tion. Manchmal ergeben sich Talente erst dadurch, dass man etwas auspro­biert. Viel­leicht entde­cken Sie auch die Grazie des Unperfekten?

Ein inter­es­santer Versuch und eine gute Übung ist zum Beispiel das Schreiben mit Feder­halter und Tinte zu einem  Musik­stück. Nehmen wir viel­leicht mal die Ouver­türe aus dem Ballett Der Nuss­kna­cker von Tschai­kovsky  oder Passage of  Time von Rachel Portman aus dem Film Chocolat. Schnell nimmt man den Schwung der Musik mit der Hand auf, wagt sich mal in extreme Höhen oder Tiefen, schlägt Kapriolen oder wird ganz zart und leise… denn Schrift hat auch sehr viel mit der Bewe­gung des Körpers und der Haltung zu tun. Wohnt Ihrer Hand­schrift viel­leicht etwas Drama­ti­sches inne? Etwas Grund­so­lides oder etwas Romantisches?

Handschrift: Mit Tinte und Füllfederhalter ...eine Liebeserklärung

Gruß­karten im Klein­format für ganz analoge “Likes” zwischen­durch. (“Rabe von Pappenheim”).

Nur eine kleine Notiz…

Warum nicht Einkaufs­zettel, Tages­pläne oder ähnlich flüch­tige Notizen mit Füll­fe­der­halter und Tinte schreiben? Ich finde beim hand­schrift­li­chen Notieren lassen sich die Gedanken einfach besser sortieren, und ich nutze jede Gele­gen­heit, meine verschie­denen Füller und Tinten einzu­setzen. Hat das nicht auch etwas mit Wert­schät­zung eines kleinen, alltäg­li­chen Augen­blicks zu tun?

Tinten­töne 

Ich bin immer wieder faszi­niert, was für fantas­ti­sche Tinten es gibt! In Farben, so opti­mis­tisch wie die Morgen­röte oder so geheim­nis­voll wie eine Voll­mond­nacht. Allein die Viel­falt der Blau­töne ist betörend!

So notiere ich ein Back­re­zept in wunder­schönem, tiefen Oxford-Blau, die Geburts­tags­karte in Gold­braun und den Text­ent­wurf in  Mond­stein­grau. Ja sogar ein Fäss­chen mit Duft­tinte steht auf meinem Schreib­tisch – Vanille. Die Farbe erin­nert an die einer Vanil­le­schote und beim Schreiben schleicht sich tatsäch­lich ein zarter Duft zaghaft in die Nase. So gibt es auch Tinte, die nach einem guten Bordeaux duftet – viel­leicht ein schönes Geschenk für einen Weinliebhaber?

Tu etwas Mond an das, was du schreibst.”
(Jules Renard, 1864–1910, fran­zö­si­scher Autor)

Buch­staben zum Funkeln bringen

Das Angebot an Tinte ist riesig. Neben einer Viel­zahl an Farben und Duft­tinten gibt es auch schil­lernde Vari­anten mit Glit­zer­par­ti­keln. Gerade wenn die Weih­nachts­zeit näher rückt, kann ich mir eine Schimmer-Tinte (z.B. “Rouge Héma­tite” von dem fran­zö­si­schen Tinten­her­steller Jacques Herbin) sehr hübsch zum Schreiben von Weih­nachts­grüßen vorstellen. Ein regel­mä­ßiges Reinigen des Füll­fe­der­hal­ters ist aller­dings Pflicht, wenn man ihn mit Glitzer-Tinte gefüllt hat.

Alles fließt…

Ein mit Tinte geschrie­bener Text wirkt so lebendig. Gute Tinte fließt wunderbar und trocknet relativ schnell. Die unter­schied­liche Inten­sität der Linien nennt man  Shading.  Diese unver­gleich­liche Optik sieht man ausschließ­lich bei hand­ge­schrie­benen Texten.

Zahlreiche Farben gibt es natür­lich auch als Tinten­pa­tronen. Aber bei all diesen wunder­schönen Tinten­fäs­sern – wer sollte da widerstehen?
Und wer seinen Füller bisher mit Tinten­pa­tronen betreibt, kann dank eines passenden Konver­ters jeden Füller als Kolben­füller nutzen und aus dem Tinten­fass befüllen.
Auch die Stärke der Feder spielt eine wich­tige Rolle. Fein, mittel oder breit, abge­schrägt, viel­leicht sogar aus Gold? Jeder kann die passende Feder für die eigene Hand­schrift finden. Ich schreibe gerne mit einer breiten Feder. Ist die Hand­schrift jedoch klein und fili­gran, eignet sich besser eine feinere Feder.

Messing-Füllfederhalter mit Patina von Kaweco.

Multi­ta­lent von Kaweco: Füll­halter “Supra” mit Edel­stahl­feder lässt sich für die Hand­ta­sche verklei­nern. Mit der Zeit nimmt das Messing­ge­häuse eine fantas­ti­sche Patina an. Und er hat genug Platz für eine Gravur.

Schrift ist Kultur. Schrift ist Gefühl.

Hübsche Acces­soires machen Alltags­mo­mente zu Genuss­mo­menten. Leder­hülle von Manufactum.

Aus Tintenklecksen werden Schmetterlinge und ein Moodboard für Tintenfarben.

Tinte verleiht Flügel

Hin und wieder macht es Spaß, ein paar Tinten­schmet­ter­linge oder ‑käfer zu gestalten. Kinder­leicht. Einfach ein Papier mittig falten und auf die eine Seite einige Tinten­tropfen auftragen (mit der Pipette oder einem feinen Pinsel). Das Papier zusam­men­klappen. So entsteht ein symme­tri­sches Motiv. Wer mag, kann noch ein paar Fühler, Beine oder ein inter­es­santes Mund­werk­zeug hinzu­zeichnen. So entstehen aus simplen Tinten­klecksen inter­es­sante Fantasiegeschöpfe.
Eine hübsche Idee für Gruß­karten oder einfach für die eigene Pinn­wand. So kann man sich eine Über­sicht über die vorhan­denen Tinten­farben zaubern, auf der man auch gleich das Shading gut erkennen kann.

Schöne Tinte für eine schöne Handschrift – oder für Schmetterlinge!

Königs­blau” von Pelikan – ein abso­luter Klas­siker, den viele wohl aus der Schul­zeit kennen.

Schöne Tinte für eine schöne Handschrift – oder für Schmetterlinge!

Oxford Blue” – ein sattes, sehr schönes Blau für jede Gele­gen­heit von “Diamine”.

Kraft­volle Stille

Gerade jetzt im Herbst entstehen hinrei­ßend stille Momente, wenn man zu Hause sitzt und schreibt. Ob es schon Weih­nachts­karten sind, Briefe an Menschen, die wir momentan nicht sehen können oder einfach mal kleine, echte und ganz analoge “Likes” für liebe Freunde.
Mit einem schönen Schreib­gerät und einer beson­deren Tinte wird es Ihnen mögli­cher­weise  sogar schwer fallen, einen Schluss­punkt zu setzen.

Und wenn Ihr Füll­halter nicht sowieso bereits einen festen Platz in Ihrem Leben hat, dann buddeln Sie ihn aus! Holen Sie ihn aus der Schub­lade, reinigen Sie ihn mit warmem Wasser und gönnen Sie ihm einen guten Schluck aus dem Tinten­fass! Sie werden sehen – es lohnt sich…

 

Messing-Füllfederhalter mit Patina von Kaweco.

Edle Schreib­tisch-Acces­soires inspi­rieren… Notiz­block aus Alumi­nium und Messing, in den Papier­nach­schub “einge­schraubt” wird (“Exacompta” z.B. über Manufactum).

Tipps & Empfehlungen:

(Werbung unbe­auf­tragt)

Eine große Auswahl an Tinten, Konver­tern und Schreib­ge­räten bekommen Sie natür­lich im Schreib­wa­ren­handel oder online z.B. hier

Ein Kolbenfüller mit Durchblick und ein echtes Schmuckstück

Einer meiner Lieb­linge: Der durch­sich­tige Kolben­füller “Eco” mit 1,1mm Kalli­gra­phie­feder von TWSBI.

Wird die Handschrift mit einer besonderen Tinte schöner? JA!

ina-ho” von “iroshi­zuku by Pilot” aus Japan. Ein Schmuck­stück auf dem Schreib­tisch und sehr apart auf dem Papier.

Wird die Handschrift mit einer besonderen Tinte schöner? JA!

Mit einem Konverter wird ein Patro­nen­füller zu einem Kolben­füller. Er wird wie eine Patrone einge­setzt und dann über die Feder gefüllt. Dieser Winz­ling ist für den kleinen Füll­halter “Sport” von Kaweco.

Grußkarten handschriftlich zu etwas ganz Persönlichem machen.

Gruß­karte von “Rabe von Pappen­heim”. Das hoch­wer­tige Papier lässt sich wunderbar mit Tinte beschreiben. Der Parker-Füll­halter ist ein Vintage-Stück.

Indi­vi­duell gestal­tete Druck­sa­chen wie Brief­bögen, Karten und Kuverts fertigt Alex­andra von Pappen­heim mit ihrer Druckerei “Rabe von Pappen­heim”. Sie bietet verschie­dene hoch­wer­tige Papier­qua­li­täten und eine Viel­zahl schöner Designs an, die Sie dann durch Ihre hand­schrift­li­chen Grüße voll­enden können. Alles gibt es online über

Grußkarten werden - mit Füller beschrieben – zu wunderbaren Überraschungen.

Schöner schreiben…

Wenn Sie Freude an Ihrer Hand­schrift haben und diese noch ein wenig verfei­nern möchten, gibt es inter­es­sante Work­shops für moderne Kalli­gra­phie oder Hand­let­te­ring. Zum Beispiel hier:

Momentan gibt es bei einigen Anbie­tern die Möglich­keit, an Online­kursen teilzunehmen.
Auch Volks­hoch­schulen bieten Kalli­gra­phie- und Hand­let­te­ring­kurse an.

Außerdem habe ich ein empfeh­lens­wertes kleines Video von “ONLINE-Schreib­ge­räte” gefunden. Austra­liens führende Hand­schrift­ex­pertin Barbara Nichol zeigt, wie man mit ein paar einfa­chen Tricks die eigene Hand­schrift verbes­sern kann. Bitte hier entlang…

Handschrift: Mit Tinte und Füllfederhalter ...eine Liebeserklärung

Lust auf Handschrift: Mit Tinte und Füllfederhalter

Notiz­bü­cher können Sie übri­gens ganz leicht selber herstellen:

Sie suchen eine Möglich­keit, hübsch gestal­tete Papier­bögen zu inszenieren?

 

 

 

 

 

 

 

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

ESEL, gehst du ein Stück mit mir?

Das Leben ist eine Anein­an­der­rei­hung von Augen­bli­cken. Oft sind es kleine Augen­blicke, die uns in neue Rich­tungen führen oder uns Erleb­nisse, Erfah­rungen und Begeg­nungen bescheren. Augen­blicke, die uns nach­haltig inspi­rieren, beein­flussen und somit prägen.
Meine heutige Geschichte beginnt in einer Buch­hand­lung, in der ich einen kleinen Augen­blick länger blieb als eigent­lich geplant. Die enga­gierte Buch­händ­lerin drückte mir mit einem Strahlen im Gesicht ein Buch in die Hand und empfahl voller Begeis­te­rung: “Das müssen Sie lesen, es hinter­lässt ein so schönes Gefühl. Ein beson­deres kleines Buch…”. Auf dem Cover sind ein junger Esel und ein Herr mit einem Regen­schirm abgebildet.
Pawlowa – oder Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmug­gelt von Brian Sewell.

Und siehe da – wie es Bücher so  oft an sich haben, öffnete auch die Lektüre dieses Buches eine Tür in eine kleine, ganz freund­liche Welt….

Esel – Buchtipps für Eselfreunde und die, die es werden wollen

Esel – Rendez­vous mit wunder­baren Geschöpfen

Brian Sewell war ein renom­mierter briti­scher Kunst­kri­tiker, Kolum­nist und Beob­achter des kleinen Moments. Er hat die Geschichte über Mister B, der auf einer Reise mit einem Fern­seh­team nach Paki­stan kurzer­hand alle Pläne über Bord wirft, seinem Herz folgt und ein kleines miss­han­deltes Esel­fohlen rettet, mit 83 Jahren kurz vor seinem Tode geschrieben.

Mr B , ein drah­tiger kleiner Mann von fünfzig Jahren mit weißem Haar, saß auf dem Rück­sitz eines großen weißen Land­rover, als er den Esel sah. Es war früher Abend, und der dichte Feier­abend­ver­kehr in Peshawar bewegte sich nur im Schne­cken­tempo vorwärts – was auch gut war, denn Mr B öffnete plötz­lich die Tür, sprang auf die Straße und verschwand ohne ein Wort zwischen den Karren und Liefer­wagen, den Bussen und Motor­rä­dern. (…) Als Dominic Mr B einge­holt hatte, stand dieser neben einem kleinen Esel, hatte den Arm um dessen Hals gelegt und tupfte mit seinem Taschen­tuch das Blut von vier tiefen Wunden im Rücken des Tieres. (…) ‘Was sollen wir den Leuten sagen, wenn wir wieder in London sind?’ fragte der Regis­seur (…) ‘Die Wahr­heit: dass ich eine kleine Eselin gefunden habe und mit ihr zu Fuß nach Hause gehe.’ (…)”

So beginnt die Geschichte über die Rettung der kleinen Eselin Pawlowa.
Tier­freund Sewell selbst hat, wie er in einem Inter­view erzählt, eine ähnliche Situa­tion erlebt, jedoch nicht gehan­delt. Die kleine erlebte Szene ging ihm wohl nicht aus dem Kopf und so schrieb er sie auf, wie sie sich hätte abspielen sollen. Dieses Buch über Hilfs­be­reit­schaft, Freund­schaft und Vertrauen hat mein Herz erwärmt, wunder­volle Bilder in meinem Kopf entstehen lassen und die Begeg­nung mit der kleinen Eselin Pawlowa hat mich dazu bewogen, mich mit den sympa­thi­schen Lang­ohren noch einmal genauer zu befassen…

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

Des Esels Weg – Ricardas kleine Farm

Ich habe mich mit Ricarda von Holck von Des Esels Weg  nord­west­lich von Hamburg in Schleswig Holstein verabredet.

Gespannt biege ich mit meinem Auto auf den Hof der Esel-Lieb­ha­berin. Und was für ein freund­li­cher Empfang! Die drei Hunde Trasto, Oswald und Hubert umwu­seln mich freund­lich zur Begrü­ßung, eine bunte Hühner­schar gackert munter vor sich hin und am Zaun formiert sich neugierig die kleine Esel­herde. Mit aufge­stellten Ohren begut­achten sie mich, ein typi­sches I‑AH erklingt.

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

Esel – Charak­ter­köpfe mit Herz

Ricarda hält seit 20 Jahren Großesel und hat, gemeinsam mit ihrem Mann Nicolas, seit 2017 die kleine Esel­farm in Horst bei Elms­horn. Sie bietet Esel­wan­de­rungen durch die umlie­gende Natur an. Manche Besu­cher kommen auch einfach nur, um mit den Grau­tieren ein wenig Zeit zu verbringen.
Bereits als Kind war Ricarda ganz vernarrt in Esel, hat alles rund um die Grau­tiere gesam­melt und ihre Fach­bü­cher hoch und runter studiert.
Sie stellt mir ihre Esel vor. Da ist Gaston, ein Poitou-Mix aus Frank­reich. Typisch für die Rasse ist das lange zotte­lige Fell. Ganz ruhig streckt Gaston mir seine weiche Nase entgegen. “Die Esel lieben es, gekrauelt zu werden. Beson­ders mögen sie es in den großen Ohren und am Popo”, lacht Ricarda und strei­chelt ihrem Kata­la­ni­schen-Riese­n­esel-Mix Valentin die langen Lauscher. Der hübsche dunkle Esel mit der hellen Nase senkt seinen Kopf und lässt die Unter­lippe hängen – der Inbe­griff eines entspannten Tieres.

Edelwanderungen – Zeit zu endschleunigen

Gaston ist ein rich­tiges Kuschel­tier. Aufgrund der Hitze wurde sein Bauch­fell im Sommer etwas geschoren.

Esel lieben es, in den Ohren gekrauelt zu werden

Hmm… Esel Valentin liebt Ohrenmassagen.

Etwas zurück­hal­tender nähert sich ein großer weißer Esel mit freund­li­chem Blick. “Das ist Willi, ein American Mammoth Donkey”, erzählt mir Ricarda.  Ein netter Geselle mit unend­lich sanften, gütigen Augen. Doch wer knab­bert an meiner Jacke? “Das ist mein neuester Esel”, schmun­zelt Ricarda, “Hugo ist ein Haus­esel und ein biss­chen frech.” Hugo ist der klas­si­sche graue Esel mit dem typi­schen dunklen Fell-Kreuz auf dem Rücken, dem Aalstrich. “Esel brau­chen unbe­dingt sozialen Kontakt zu ihren Esel­ka­me­raden. Sie betreiben Fell­pflege, spielen, sind einfach beiein­ander”, so Ricarda weiter.

Esel – freundlich, würdevoll und klug

In Willis gütigen Augen kann man versinken…

Esel - warum sie uns helfen können, die Welt mit anderen Augen zu sehen...

Esel oder Die Sehn­sucht nach Entschleunigung

Wir stehen inmitten der Esel, strei­cheln und kraulen die großen Tiere. Es ist ein hapti­sches Vergnügen, mit den Fingern durch das dichte Fell zu fahren. Der warme Atem, der aus den Nüstern strömt, entspannt mich. Schnell spüre ich, was an diesen Tieren so beson­ders ist. Ich denke an Mr B und seine Fürsorg­lich­keit gegen­über der kleinen Eselin in meinem Buch.

Esel gelten als stur. Sind sie es? “Ich würde eher sagen, Esel haben eigene Ideen. Und sie brau­chen manchmal Zeit, um sich ihre Umge­bung anzu­schauen. Haben sie Vertrauen, sind sie sehr lauf­freudig, und es macht Spaß, mit ihnen spazieren zu gehen.” erklärt Ricarda mir.
“Eigent­lich wurden Esel als Arbeits­tiere genutzt, haben den Menschen die schwersten Arbeiten abge­nommen. In manchen Ländern werden sie nach wie vor in vielen Berei­chen einge­setzt. Wären sie dumm und stör­risch, wie so oft behauptet, wäre das wohl kaum möglich”, ergänzt sie. “Eher sind sie zu gutmütig und werden deshalb oft ausge­nutzt und zu schwer belastet.”
Jemand hat einmal gesagt: “Der Esel ist nicht stur. Er gibt dir nur die Zeit, über deine Fehler nachzudenken.”

Esel - warum sie uns helfen können, die Welt mit anderen Augen zu sehen...

Esel - warum sie uns helfen können, die Welt mit anderen Augen zu sehen...

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

Beste Freunde: Der alte Gaston und der junge Haus­esel Hugo.

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

Gegen­sei­tige Fell­pflege gehört unbe­dingt auf die Tagesordnung.

Esel sind vorsich­tige Tiere.  Sie über­legen genau, wohin sie den nächsten Schritt setzen und wann der rich­tige Zeit­punkt ist. Geduld ist gefragt und Ruhe.  Das tut doch eigent­lich ganz gut, wenn die Welt um uns herum laut ist. Einfach mal stehen­bleiben, prüfen… eine Haltung, von der wir lernen können. Manches muss erst mit Bedacht betrachtet werden, bevor man den nächsten Schritt tut – sonst könnte man sich das Genick brechen.

Hab Geduld in allen Dingen, vor allem aber mit dir selbst.”
Franz von Sales (Bischof, 1567 – 1622)

Des Esels Weg – Ricarda von Holck bietet Edelwanderungen an

Ricarda und ich gehen ein Stück mit Esel Valentin spazieren. Bei einem Spazier­gang mit Esel fällt leicht, was sonst manchmal schwer fällt: einfach im Moment zu sein. Mit all seiner Kraft und Wärme ist so ein Esel sehr präsent. Die Land­schaft umfängt uns und der Rhythmus der kleinen harten Hufe ist unser Sound­track. Genüss­lich rupft Valentin ein paar Blätter von einem Strauch. Alle Esel­rassen stammen vom Afri­ka­ni­schen Wild­esel ab und  kommen mit karger Nahrung aus. Sie nehmen nur, was sie brauchen.
Wieviel besser würde es der Umwelt gehen, würden wir es auch so halten?

Des Esels Weg – Ricarda von Holck bietet Edelwanderungen an

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

Zusammen isst man weniger allein.

ESEL – ein Tier, unzäh­lige Geschichten

Zurück im Gehege, versorgt Ricarda ihre Esel mit duftendem Heu. Die Esels­ohren signa­li­sieren Freude und die kleine Kara­wane trottet hinter Ricarda zur Futterkrippe.
So wie Hugo – der kleine Graue – sah gewiss der Esel aus, der damals im Stall zu Betlehem neben dem Jesus­kind gestanden hat. Sicher war es auch so eine Eselin mit einem Fohlen, auf dem Jesus – so steht es im Matthä­us­evan­ge­lium – in Jeru­salem einge­zogen ist. Kein feuriges Streitross – eine Eselin.

Es gibt so viele Märchen, Geschichten und Lieder, in denen Esel eine beson­dere Rolle spielen. Da wäre z.B. der alte Esel aus dem Märchen “Die Bremer Stadt­mu­si­kanten”, der den weisen Satz “Etwas Besseres als den Tod finden wir überall.” gesagt hat.
Und Dapple, der Esel, mit dem Sancho Panza treu seinem Herren Don Quijto in Miguel Cervantes Roman zur Seite steht.
Es ist wohl die Weis­heit der Grau­tiere, deren Freund­lich­keit, Beson­nen­heit und Beschei­den­heit, die sie zu stillen Helden der Geschichte gemacht hat.

Der typische Aalstrich auf dem Rücken eines Hausesels

Der für den Haus­esel typi­sche Aalstrich, bei dem sich ein Rück­grat­strich mit einem Schul­ter­strich kreuzt.

Des Esels Weg – die kleine Farm von Ricarda Holck

Die großen Ohren sind des Esels wich­tigstes Sinnes­organ, denn er muss Gefahren recht­zeitig hören. Alle Esel­rassen stammen vom Wild­esel ab, der in den Stein­wüsten Nord­afrikas zu Hause war. Auf dem stei­nigen Geröll­boden wären über­eilte Flucht­ma­növer lebens­ge­fähr­lich gewesen.

Der Umgang mit Tieren erdet uns

Während die Esel­herde zufrieden ihr Heu vertilgt, statten wir Ricardas Hühnern noch einen Besuch ab. Wunder­schöne Rassen tummeln sich bei ihr, und jedes Huhn hat einen Namen. Ein kleiner Jung­hahn hüpft auf Ricardas Hand und macht es sich dort bequem. “Ich liebe es, meine Hühner­schar zu beob­achten. Es ist für mich so entspan­nend, wie übers Meer zu schauen”, schwärmt Ricarda. Mir fallen die Worte von Hermann Hesse ein:

Glück ist Liebe, nichts anderes. Wer lieben kann, ist glücklich.”

Ich glaube, Ricardas Herz ist voller Liebe für ihre Tiere. Deren Wohl­be­finden ist ihr das Wich­tigste, und sie freut sich über Menschen, die sie besu­chen und ein ernst­haftes Inter­esse an ihren Tieren haben. Gerne lässt sie Gäste teil­haben an dem Glück, mit Eseln Zeit zu verbringen. Ein Spazier­gang mit Eseln ist ein beson­deres Erlebnis und die einzig­ar­tige Atmo­sphäre klingt lange nach.

(…) Inmitten von Eseln vergeht die Zeit lang­samer. In ihrer Gesell­schaft geschieht alles ruhig und metho­disch. Es fällt schwer, ihren arglosen Blick zu vergessen, dem die Hektik der Welt fremd ist. Er strahlt Stille aus, verbreitet Stille. Die Gedanken nehmen ihren Lauf, man träumt, versetzt sich an einen anderen Ort und gleich­zeitig bleibt man unge­heuer präsent. (…)”
(aus “Die Weis­heit der Esel” von Andy Merrifield)

Des Esels Weg – die kleine Farm von Ricarda Holck

Des Esels Weg – die kleine Farm von Ricarda Holck

Ricardas bunte Hühner­schar: Hahn Dodo (Rasse: Deut­sches Lachs­huhn) ist ein lustiger, toll­pat­schiger Char­meur und der Chef im Gehege. Henne Waltraud ist ein “wild­far­benes, großes Seiden­huhn mit Bart”.

Des Esels Weg – die kleine Farm von Ricarda Holck

Des Esels Weg – die kleine Farm von Ricarda Holck

Barne­velder Henne Auguste und Henne Masha, ein Pawlow­skaja-Huhn in gold-schwarzgetupft

Des Esels Weg – die kleine Farm von Ricarda Holck

Oswald ist ein Petit Baset Griffon Vendéen, ein fran­zö­si­scher Jagd­hund mit herr­li­chen Schlappohren.

Kontakt:

Wer Ricarda und ihre Esel besu­chen möchte, kann über ihre Home­page eine Mail schreiben und einen Termin mit ihr verein­baren. Ihr Angebot finden Sie eben­falls auf ihrer Homepage.

Des Esels Weg
Ricarda von Holck
Doven­mühlen 5
25358 Horst (Holstein)
www.eselweg.de

Eselwanderungen – Zeit zu endschleunigen

Über ganz Deutsch­land und Europa verteilt gibt es ähnliche Ange­bote für Esel­wan­de­rungen, so dass Sie sicher auch in Ihrer Nähe ein Angebot finden können. Ange­bote für Wander­reisen mit Eseln finden Sie eben­falls im Internet.
Hier nur einige Beispiele:

Ein inter­es­santes Video zur Geschichte der Esel finden Sie hier.

Esel – Buchtipps für Eselfreunde und die, die es werden wollen

Buch-Empfeh­lungen:

 

Pawlowa oder Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmug­gelt von Brian Sewell, Insel Verlag.

Esel – Buchtipps für Eselfreunde und die, die es werden wollenWie zu Beginn meines Textes bereits beschrieben, ist dieses Buch für mich eine echte Entdeckung!
Die Reise von Mr B und seiner Eselin steckt voller wunder­barer Augen­blicke und Begeg­nungen. Die beiden reisen durch Länder des Mitt­leren Ostens und Mr B, ein Experte für antike Geschichte, lässt uns – und Pawlowa – an seinem Wissen teilhaben.
Intel­li­gent und mit viel Witz und Ironie beschreibt Sewell die Reise des unge­wöhn­li­chen Paares von Paki­stan nach England. Was wären sie ohne hilfs­be­reite Menschen – mögen sie auch noch so schräg sein? Das Buch spornt an, auch einmal beherzt zu handeln, so wie alle Charak­tere Sewells.
Bezau­bernd sind auch die Illus­tra­tionen von Sally Ann Lassen (siehe unten), die mir während der Lektüre immer wieder ein Schmun­zeln ins Gesicht gezau­bert haben.

Esel – Buchtipps für Eselfreunde und die, die es werden wollen

 

Die Weis­heiten der Esel – Ruhe finden in einer chao­ti­schen Welt von Andy Merri­field, Nymphen­burger Verlag.

Andy Merri­fields Reise­be­richt ist laut The Times “ein Klas­siker der Entschleunigungsliteratur”.
Wochen­lang wandert Merrie­field mit Esel Gribouille durch die Auvergne, einer bergigen Land­schaft im Zentrum Frank­reichs. Wunder­schöne Natur, Einsam­keit, Begeg­nungen und Erin­ne­rungen begleiten die beiden Wanderer. Sie führen sich gegen­seitig durch unweg­sames Gelände und ihre Bezie­hung basiert auf Vertrauen und Geduld zwischen Mensch und Tier.

Es ist eine Expe­di­tion ins Innerste. Der sanft­mü­tige Esel Gribouille entlockt Merrie­field einfach nur durch seine Präsenz tiefe Einsichten, philo­so­phi­sche Gedanken und Reflek­tionen. Gespickt ist die Erzäh­lung mit Passagen der Welt­li­te­ratur, in der Esel oft eine beson­dere Rolle spielen.
Ich habe mich gerne mit auf die Reise voll kost­barer Augen­blicke nehmen lassen. Sind es doch die kleinen Momente, die unser Leben so wert­voll machen. Das Buch ist eine Anre­gung, genau hinzuschauen.

” (…) Die Hektik des modernen Lebens über­wäl­tigt uns und lähmt unsere Fähig­keit, zu beob­achten, zu lauschen, einen Schritt zurück­zu­treten, zu staunen, den Blick nach innen zu richten. (…)”

Esel – Buchtipps für Eselfreunde und die, die es werden wollen

Esel – Ein Portrait von Jutta Person, Matthes & Seitz Berlin.

Das hübsche Büch­lein aus der Natur­kunden-Reihe von Matthes & Seitz erzählt die Kultur- und Natur­ge­schichte des Esels. Über die Rolle des Esels im Chris­tentum, in der Lite­ratur, in der Kunst und der Geschichte gibt es tatsäch­lich viel zu berichten. Jutta Person tut dies auf unter­halt­same Weise. Zahl­reiche Abbil­dungen illus­trieren die Rollen, die der Esel im Laufe der Zeit einge­nommen hat. Am Ende des Buches porträ­tiert Jutta Person noch die wich­tigsten Eselrassen.

Ein nettes Buch für alle, die mehr über Esel wissen möchten – und ein wunder­schönes zugleich. Das Buch ist hoch­wertig gedruckt, faden­ge­heftet und mit Fron­tispiz (Verzie­rung eines Buch­ti­tel­blattes) sowie farbigem Kopf­schnitt versehen. Ein kleines Schmuck­stück also, das durch weitere span­nenden Titel ergänzt werden kann (z.B. über Hirsche, Elefanten, Käfer, Schne­cken, Krähen, etc.)

Esel – Buchtipps für Eselfreunde und die, die es werden wollen

Mein Esel Benjamin von Hans Zimmer mit Foto­gra­fien von Lennart Osbeck, Fischer Sauer­länder Verlag.

Esel: Buchtipp "Mein Esel Benjamin"Ein echter Kinder­buch­klas­siker von 1968! Ich habe das Bilder­buch, in dem die kleine Susi eine wunder­bare Zeit auf einer kleinen Mittel­meer­insel mit dem knuf­figen Esel Benjamin verbringt, geliebt. Wie bestimmt viele von Ihnen, oder?
Ein wunder­schönes Kinder­buch über Freund­schaft und die respekt­volle Liebe zu einem Tier mit atmo­sphä­ri­schen Schwarz-Weiß-Fotografien.
Wer ein Geschenk oder Mitbringsel für ein Kind (ab 4 Jahre) sucht, sollte unbe­dingt mal einen Blick in dieses Buch werfen (Weih­nachten rückt ja näher…).

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

Ricarda von Holck liebt die Arbeit mit ihren Eseln