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Kranz aus Naturmaterialien aus dem Wald

DIY-Herbst­de­ko­ra­tion: Wald­kranz

Ist der Wald nicht herr­lich? Gerade jetzt im Herbst, wenn schwe­bend leichte Nebel vom Boden aufsteigen und Krähen­schwärme mit ihren Rufen über die dunkel­bunten Wipfel kreisen. Hier ein Knacken, dort ein Rascheln – eine Wald­maus? Oder doch die Elfen und Wald­trolle aus unseren Kinder­ge­schichten?  Knub­be­lige Pilz­köpfe sitzen wie Wich­tel­mützen auf ihren Stän­geln und knor­rige Äste recken sich wie Arme eines Wald­riesen aus der bunten Laub­schicht.
Erste Fröste über­ziehen die Natur mit einem Hauch von feinem Glitzer und die kühle Luft duftet wunderbar modrig. Es ist märchen­haft und geheim­nis­voll im Wald… im Herbst!
Auf einem unserer Wald­spa­zier­gänge haben meine Kinder und ich allerlei Schätze im Wald gesam­melt und sie zuhause zu einem Kranz gewunden – einem echten Wald­kranz.

Waldspaziergang

Tannenzweige

Spaziergang im Wald

Waldstimmung

Wie auf eine weiße Lein­wand zeichnet die goldene Herbst­sonne ein Schat­ten­spiel auf den Körper des Pferdes…

Die Poesie des Waldes 

Mit federnden Schritten geht es über den Wald­boden, über Stock und Stein, Wurzel und Baum­stumpf, vorbei an Bach und See. Bei der Suche nach deko­ra­tiven Zutaten für unseren Wald­kranz wird der Blick geschärft. Wir sammeln trockenes, bieg­sames Geäst von Tannen und  mit Moos und Flechten besetzte Zweige. Rinden­stücke von Eichen und Birken werden auch gerne genommen. Erlen­zapfen und Hage­but­ten­zweige von Wild­rosen wandern in unseren Korb. Die Kinder finden noch getrock­nete Gräser, Samen­dolden, Hasel­nüsse und Federn.  Skur­rile Eichen­zweige und hübsche Lärchen­zapfen passen eben­falls. Über einem Ast hängt ein Bündel getrock­neter Ahorn­samen – hübsch!
Unser Körb­chen füllt sich rasch und es macht Spaß, im Wald auf die Suche zu gehen.

Waldkranz- Material sammeln

waldinspiration

Waldweg

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Wald­kranz binden 

Für den Kranz habe ich einen goldenen Metall­ring (Gold­ringe für Kränze gibt es z.B. hier) und goldenen Binde­draht besorgt. Ich finde es ganz hübsch, wenn das Gold hier und da ein wenig durch all die getrock­neten Natur­ma­te­ria­lien blitzt.
Nadel­lose Tannen­zweige und bieg­same Birken­zweige eignen sich als Basis. Wir haben sie bündel­weise mit Draht um den Ring gebunden.
Und dann haben wir unserer Fantasie freien Lauf gelassen und all unsere Fund­stücke in den Wald­kranz einge­bunden. Mit kleinen Draht­stü­cken kann man Zweige, Gräser, Zapfen, Federn und Co. an dem Ring befes­tigen. Ganz zum Schluß haben wir Rinden­stücke und Hasel­nüsse in ihren Hüllen mit der Heiß­klebe-Pistole auf dem Kranz befes­tigt.

Zutaten für einen Waldkranz

Getrocknete Gräser für einen Waldkranz

...aus dem Wald

Nüsse in ihren bizarren Hüllen passen gut zu unserem Kranz.

Waldkranz Inspiration

Waldkranz

Nicht aus dem Wald, aber hübsch zum Wald­kranz: zwei Deko-Vögel und ein paar blaue Dros­sel­beeren.

Waldkranz mit Federn

Waldkranz mit Federn

Es war span­nend zu sehen, wie unser Wald­spa­zier­gang sich peu à peu in unserem Wald­kranz mani­fes­tierte.
Mit Samt­bän­dern haben wir den Kranz an einem alten Messing­haken aufge­hängt

waldinspiration

Birkenrinde

Ist es nicht toll, wie sich die weiße Birken­rinde in Locken vom umge­stürzten Stamm löst?

Waldkranz mit Birkenrinde

Hagebutten

Waldkranz

Frieden findet man nur in den Wäldern”
Michel­an­gelo (Maler, Dichter Bild­hauer, 1475 – 1564)

Tipp:

Apfelkuchen mit StreuselnWie wäre es nach dem Spazier­gang mit einem Apfel­ku­chen oder einem heißen Steck­rü­ben­ein­topf an frischer Luft?
Hier gehts zu:
Die Schön­heit des Einfa­chen – ein Outdoor-Herbsttag

 

 

 

 

 

Farbpigmente - Aufmacher

Die Geschichte der Farb­pig­mente – faszi­nie­rend und inspi­rie­rend

Farbe ist eine Kraft, die die Seele direkt beein­flusst”

Wassily Kandinsky (1866–1944)

Herbst- und Winter­nach­mit­tage  sind wie gemacht für einen Besuch in einer Kunst­aus­stel­lung. Zeit, einmal wieder in Ruhe die Gemälde der alten Meister zu studieren und zu  bestaunen. Die faszi­nie­renden Details, die Licht­stim­mungen und natür­lich die betö­renden Farb­welten.
Ich habe vor einiger Zeit ein Buch über Farb­pig­mente entdeckt, das ich hierzu einmal empfehlen möchte. Es hat meinen Blick auf die zum Teil jahr­hun­der­te­alten Meis­ter­werke noch einmal geweitet. Und es hat mich nach­haltig inspi­riert…

Farb­pig­mente – 50 Farben und ihre Geschichte”

Autor des Buches ist David Coles –  Gründer  der austra­li­schen Firma Langridge Artist Colors – einer der welt­weit renom­mier­testen Hersteller von Ölfarben für Künstler. Coles hat mich mit seinen kompakten Texten  auf eine Reise durch die Welt der Farben mitge­nommen. Denn schließ­lich sind es die Farb­pig­mente, winzige Farb­teil­chen, die den gran­diosen Male­reien zu Grunde liegen. Die berau­schendes Rot, bestechend schönes Blau und so viele Farben mehr entstehen lassen. Ich finde, sie sind es wert, dass wir mal einen Blick auf ihre Geschichte werfen.

Farbpigmente - Buchvorstellung und Inspirierendes

David Coles Buch "Farbpigmente - 50 Farben und ihre Geschichte"

Einblick in das Buch. David Cole – Farben sind sein Leben.

Im Rausch der Farben

Im Laufe der Geschichte waren Künstler und Alche­misten immer bestrebt, neue Farben zu  entde­cken. Es war ein span­nender Prozess der stän­digen Entwick­lungen. Pigmente von außer­ge­wöhn­li­cher Rein­heit und Ausstrah­lungs­kraft bilden die Grund­lage für beein­dru­ckende Male­reien. Einige Farb­pig­mente hielten den Erwar­tungen stand, andere verschwanden wieder von der Bild­fläche.

Bild aus dem Buch: Farbpigmente von David Coles

© Adrian Lander / “Zinnober – ein Rot, das Minen­ar­beiter bekannt­lich geis­tes­krank machte.”

Pigmente – kostbar bis tödlich

Manche Farb­pig­mente waren einst wert­voller als Gold, andere entpuppten sich als  so giftig, dass zahl­reiche Menschen erkrankten oder gar starben.
David Cole verrät uns auch, welche Tiere für das im 16. Jahr­hun­dert sehr gefragte Kosche­n­ille ihr Leben lassen mussten und nach wem die Kobalt-Pigmente benannt sind.
Meine Kinder fanden die Geschichten über Pigmente, die aus Gebeinen gewonnen wurden, am span­nendsten – Bein­schwarz und Bein­weiß.
Als schau­rige Hallo­ween-Story taugt die Gewin­nung von Mumi­en­braun. Hier verrät der Name tatsäch­lich seine Herkunft. 

Bild aus dem Buch: Farbpigmente von David Coles

© Adrian Lander “Mumi­en­braun – dieses Pigment ist genau das, was sein schau­riger Name nahe­legt.”


Neugierig habe ich Seite für Seite verschlungen. Am Ende verdeut­li­chen Rezepte die Herstel­lung von Pigmenten, und Cole erklärt auch, wie daraus Farben werden. Das Buch ist kurz­weilig, sehr gut lesbar und wunder­schön anzu­schauen. Die fantas­ti­schen Foto­gra­fien des Foto­grafen Adrian Lander wecken die Lust, das Buch immer wieder durch­zu­blät­tern.
Ich greife gerne nach dem Buch, schlage nach, bleibe an den Bildern hängen, lese meinen Kindern Passagen vor. Das Buch macht Lust auf die weitere Ausein­an­der­set­zung mit Farben und ihren Pigmenten.

Einsicht in das Buch "Farbpigmente - 50 Farben und ihre Geschichte/David Cole

Einblick in das Buch mit den span­nenden Fotos von Adrian Lander

Bild aus dem Buch: Farbpigmente von David Coles

© Adrian Lander “Tyri­scher Purpur – das wert­volle Pigment stammt von einer räube­ri­schen Meeress­schnecke.”

 

Farb­pig­mente – 50 Farben und ihre Geschichte” von David Coles mit Foto­gra­fien von Adrian Lander  ist 2019 im Haupt Verlag erschienen.

Film-Tipp und weitere Empfeh­lungen:

Die Lektüre des Buches “Farb­pig­mente – 50 Farben und ihre Geschichte” weckt die Erin­ne­rungen an einen wunder­schönen Film: “Das Mädchen mit dem Perlen­ohr­ring” aus dem Jahre 2003, basie­rend auf dem Roman von Tracy Cheva­lier. Sie hat sich von dem unbe­kannten Mädchen aus dem Gemälde “Meisje met de parel” (Mädchen mit dem Perlen­ohr­ge­hänge) des nieder­län­di­schen Malers Johannes Vermeer (1632–1675) zu einer fiktiven Geschichte inspi­rieren lassen.

Der Film mit Colin Firth und Scar­lett Johansson passt wunderbar zu dem Buch und besticht durch seine wunder­schönen Bilder und die Musik. Im Film wird Griet, die junge Magd, in den Prozess der Farb­her­stel­lung einge­weiht. Was im Film sehr ästhe­tisch anmutet, war in Wirk­lich­keit eine giftige und oft sehr teure Ange­le­gen­heit.

Das Mädchen mit dem Perlen­ohr­ring”, Groß­bri­tan­nien 2003

Filmtipp: Das Mädchen mit dem Perlenohrring"

Diese magi­sche Leucht­kraft…

Wir betrachten ein Gemälde wie “Das Mädchen mit dem Perlen­ohr­ge­hänge” viel­leicht noch  inter­es­sierter, wenn wir wissen, woraus die damals verar­bei­teten Farben bestanden und wie mühsam und aufwändig es war, über­haupt an die notwen­digen Pigmente zu gelangen.

Erst wenn  wir vor einem Origi­nal­ge­mälde stehen, entfalten die Farben ihre wahre Wirkung und verschlagen uns manches Mal die Sprache. Die Dichte und Kraft, das inten­sive Leuchten, die Rein­heit und die Viel­schich­tig­keit lassen sich hier am Bild­schirm ja nur erahnen.
Deshalb ist ein Besuch des wunder­baren Gemäldes von Johannes Vermeer, das in  im Maurits­huis in Den Haag in den Nieder­landen zu bestaunen ist, unbe­dingt lohnens­wert.  Es gehört wohl zu den belieb­testen Gemälden der Kunst­ge­schichte und ist, ob seiner Schlicht­heit und genialen Klar­heit, ein Para­de­bei­spiel für die Wirkung von Farben.

Das Mädchen mit dem Perlenohrgehänge/Vermeer

Johannes Vermeer ’
Meisje met de parel’, c. 1665 
Maurits­huis, Den Haag

Tipp:

Auf der Webseite des Maurits­huis gibt es einen unglaub­lich inter­es­santen Blog: “Girl with a blog” von der Gemäl­de­re­stau­ra­torin Abbie Vandi­vere. Im Früh­jahr 2018 wurde das “Mädchen mit dem Perlen­ohr­ge­hänge” von Wissen­schaft­lern und Restau­ra­toren genau unter die Lupe genommen. Es gibt neue Erkennt­nisse zur Maltechnik und den verwen­deten Farb­pig­menten. Abbie Vandi­vere lässt uns an diesen Erkennt­nissen teil­haben und erklärt peu à peu, welche Pigmente Vermeer verwendet hat.
Es lohnt sich wirk­lich sehr, dort einmal rein­zu­schauen: bitte hier entlang!

Maurits­huis
Plein 29
2511 CS Den Haag
Nieder­lande
www.mauritshuis.nl

Und noch mehr Lese­stoff…

Wer nun  noch Lust auf einen einen wunder­baren thema­tisch passenden Roman  hat, dem möchte ich den Roman von Renate Feyl “Lichter setzten über grellem Grund” ans Herz legen. Der Roman ist bereits 2011 erschienen.
Renate Feyl hat einen span­nenden und sehr leben­digen Roman über das Leben der bedeu­tendsten Porträt­ma­lerin des 18. Jahr­hun­derts, Elisa­beth Vigée-Lebrun, geschrieben. Auch sie entführt uns in die Welt der Farben.

Vor dem Hinter­grund der fran­zö­si­schen Revo­lu­tion und einem Europa des Umbruchs hat sich Elisa­beth Vigée-Lebrun ihrer Kunst mit einer unstill­baren Neugier und  Leiden­schaft gewidmet. Mit ihr entde­cken wir die Geheim­nisse der Farben­fa­brik, mit ihr begeben wir uns auf die Suche nach der “Farbe des Lebens, die in allen anderen Farben wie ein Keim aufging, die sie trug und zur Entfal­tung brachte…” (Zitat S. 73). Vigée-Lebrun hat in ihren Porträts einen modernen, freieren Ton ange­schlagen. Feyl setzt das Leben der mutigen Frau mitrei­ßend in Szene. Ein histo­ri­scher Roman, ein inter­es­santes und atmo­sphä­ri­sches Zeit­por­trät!

Hier noch ein Ausschnitt zum oben bereits erwähnten Mumien-Pigment:
“Mumie besaß(…) eine still­wir­kende Kraft, denn so wie das Mond­licht sich in die Farben einschmolz, glät­tete Mumie die Kontraste und band alles Unru­hige. Der hauch­feine Staub von zermah­lenen Resten ägyp­ti­scher Mumien gab den Farben eine unsicht­bare Konstanz, ließ sie geschlossen und behar­rend wirken…” (Zitat S. 166 unten)

Romanempfehlung: Renate Feyl "Lichter setzen über grellem Grund"

Wer jetzt neugierig geworden ist:

Der Roman “Lichter setzen über grellem Grund” von Renate Feyl ist im Verlag Kiepen­heuer & Witsch erschienen.

Pigmente - faszinierend und inspirierend

Pigment Kobalt­blau, hell

 

 

Mehr Lust auf Kunst? Schauen Sie doch mal hier…

Übri­gens:

Wer noch ein Kunst­mu­seum in seiner Nähe sucht, kann ja einmal diese Wiki­pedia-Liste von inter­na­tio­nalen Kunst­mu­seen studieren…

 

 

 

 

 

 

Buchweizentorte mit Zwetschgen

Buch­wei­zen­torte mit Zwetschgen

Kind­heits­re­zepte sind wie Souve­nirs aus einer Zeit, in der für die meisten von uns alles leicht, sorglos und bunt erschien. Unser Gaumen und  unser Geruchs­sinn liefern uns  immer wieder Erin­ne­rungen an Fest­tage, Urlaube, Sonn­tags­aus­flüge. Viel­leicht erin­nern wir uns auch einfach an Momente, in denen wir mit Freunden und Familie um einen Tisch saßen, redeten und lachten.  Augen­blicke, in denen sich die kleine Welt um uns herum genau richtig anfühlte.

Die Welt braucht Kuchen!

Ich denke gerne an die Zeiten der klas­si­schen Sonn­tags­aus­flüge zurück. Eines meiner Kind­heits­re­zepte ist die Buch­wei­zen­torte mit Zwetschgen. Es gab sie immer in einem unserer Lieb­lings-Cafés im Künst­ler­dorf Worps­wede. Das Café gibt es so leider nicht mehr – der Geschmack der köst­li­chen Torte ist mir jedoch stets in Erin­ne­rung geblieben. Deshalb habe ich einmal versucht, die Buch­wei­zen­torte zu rekon­stru­ieren. Denn sie ist mehr als nur eine Torte… sie ist der Geschmack meiner wunder­baren Kindheit…und jetzt im Herbst schmeckt sie am besten.

Buchweizentorte – der Geschmack von Herbst

Das Blau der Zwetschgen

Ich mag den Herbst. Das Licht verän­dert sich, die Düfte werden schwerer. Iinten­sive und warme  Farben  erfüllen unsere Sinne. Die Zeit der knis­ternden Kamin­feuer beginnt. Das Blau der Zwetschgen passt ganz wunderbar dazu. Es ist herr­lich hinter­gründig und fügt sich in diese Stim­mung, in der wir wieder dichter zusam­men­rü­cken, es uns gemeinsam gemüt­lich machen.

Verliere mich in Zwetsch­gen­blau,
Zinno­berrot und Himmel­grau.
Der Herbst ist nicht geneigt zu geizen
mit seinen dunkel­bunten Reizen.
Ein tiefes Gold, ein schweres Grün
Ich mag dies wunder­same Glühen…

Zwetschgen passen toll zu Buchweizen

Buch­weizen – ein Pseu­do­ge­treide

Der Name mag irre­füh­rend sein, aber Buch­weizen ist kein Getreide.  Bota­nisch gehört die Pflanze zu den Knöte­rich­ge­wächsen. In letzter Zeit erlebt Buch­wei­zen­mehl eine Renais­sance, da es gluten­frei ist und somit für viele Menschen eine tolle und sehr gesunde Alter­na­tive zu Weizen darstellt.
Mit seinem kräf­tigen Geschmack und seiner leicht grauen Farbe eignet sich Buch­weizen gut für Torten, finde ich. Und die Kombi­na­tion mit aroma­ti­schen Zwetschgen erscheint mir nahezu perfekt!

Buchweizenmehl – gesund, lecker und glutenfrei

Aber nun zur Buch­wei­zen­torte mit Zwetschgen:

 

Zutaten:
  • 1,2 kg Zwetschgen
  • gemah­lene Vanil­le­schote
  • Kardamom
  • Rohr­zu­cker
  • 1 Päck­chen  Torten­guss (rot)
  •  even­tuell 2 EL Pflau­men­mar­me­lade oder etwas roten Saft

 

  • 200 g zimmer­warme Butter
  • 200 g Rohr­zu­cker
  • 6 Bio-Eier (Eiweiß und Eigelb trennen)
  • 200 g Bio-Buch­wei­zen­mehl
  • 200 g gemah­lene Mandeln
  • Salz
  • 1 Beutel Bourbon-Vanil­le­zu­cker
  • 1 TL Back­pulver

 

  • 1000 ml  Schlag­sahne
  • 2 Beutel Sahnesteif
  • 1 Beutel Bourbon-Vanil­le­zu­cker
  • 1 Tafel Zart­bit­ter­scho­ko­lade 70% oder Scho­kost­reusel bzw. ‑flocken für die Deko­ra­tion

Zwetschgen

Zube­rei­tung:

Zwetschgen zuckern und mit Kardamom bestreuenDen Back­ofen auf  175° (Umluft) vorheizen.
Die gewa­schenen Zwetschgen entsteinen und in Viertel schneiden. Die Zwetsch­gen­spalten auf ein Back­blech oder in eine Ofen­form legen und gleich­mäßig mit gerie­bener Vanil­le­schote, etwas Kardamom und braunem Zucker bestreuen. Das Blech für ca. 20 Minuten in den Ofen schieben. Die Zwetschgen werden so schön weich und entfalten ein tolles Aroma. Abkühlen lassen.

Eischnee für Buchweizentorte mit ZwetschgenFür den Teig die weiche Butter mit dem Zucker und den Eigelben schaumig rühren. Mehl, Back­pulver, eine Prise Salz, Mandeln und Vanil­le­zu­cker hinzu­geben und vermi­schen.
Das Eiweiß mit einer Prise Salz steif schlagen und unter den Teig heben.
Eine Spring­form mit Back­pa­pier auslegen und den Teig gleich­mäßig einfüllen.
Die Form nun in den kalten Back­ofen stellen, auf 160° (Umluft) stellen und 1 Stunde backen. Stäb­chen­probe machen. Ist der Teig fertig, aus dem Ofen nehmen und auf einem Kuchen­gitter abkühlen lassen und dann mit einem Zwirn in zwei oder drei Teile schneiden.

Buchweizentorte mit Zwetschgen

Torten­boden und Zwetschgen lassen sich auch gut am Vortag vorbe­reiten. Die Torte kann mit zwei oder drei Böden ange­fer­tigt werden. Ich habe sie einmal mit zwei Böden auspro­biert, so besteht sie aus weniger Sahne. Etwas Sahne kann man dann extra auf den Tisch stellen. Bei der drei­stö­ckigen Vari­ante hat man eine Sahne­schicht mehr.

Die Buch­wei­zen­torte zusam­men­bauen:

Den Torten­boden mit einem Torten­ring umgeben. Die Zwetschgen auf dem unteren Boden verteilen. Den Torten­guss mit in Wasser aufge­löster Pflau­men­mar­me­lade oder rotem Saft nach Packungs­an­wei­sung zube­reiten und über den Zwetschgen verteilen.

Die Sahne mit Sahnesteif und Vanil­le­zu­cker schlagen. Etwas Sahne auf der Zwetsch­gen­schicht verteilen. Den nächsten Boden auflegen. Nun entweder die ganze Torte mit Sahne umgeben, oder –  bei drei Böden – noch eine Sahne­schicht einbauen und dann erst die Torte mit einer dünnen Sahne­schicht umgeben.

Selbstgemachte Schokoflocken für Buchweizentorte

Abschlie­ßend die Zart­bit­ter­scho­ko­lade frisch reiben und die Flocken auf der Torte verteilen (oder fertige Streusel verwenden).
Wer mag, kann die Torte mit frischen Zwetsch­gen­spalten verzieren.

Buchweizentorte mit Zwetschgen und Vanillesahne

Tischdecke mit Zinn

Buchweizentorte mit Zwetschgen

Lecker bis zum letzten Krümel!
Also schnell noch ein paar Zwetschgen besorgen und viel­leicht auch einen kleinen Vorrat einfrieren…

Übri­gens: Zwetschgen sind zwar eine Unterart von Pflaumen, ihr Frucht­fleisch ist aber fester und säuer­li­cher. Darum passen sie so gut auf süße Kuchen oder Torten. Ihre Schale ist Blau-Violett und oft von einem weißen Frucht­wachs bedeckt, das die Frucht schützt.

Zwetschgen für Buchweizentorte

Viel Spaß und guten Appetit!

 

Dies ist ein Herbsttag …

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

(Chris­tian Fried­rich Hebbel, 1813–1863)

 

Zwetschgen

Was passt noch auf den herbst­li­chen Kaffee­tisch? Apfel­ku­chen geht immer!

 

 

 

 

 

 

 

 

Buchhüllen aus Leder – DIY

Buch­hüllen aus Leder zum Selber­ma­chen

Lesen Sie auch gerne Bücher?  Es gibt ja Menschen, die man eigent­lich  immer mit einem Buch in der Hand sieht. Menschen, die überall, wo sie gerade gehen oder stehen, ihre Nase in ein Buch stecken. Vertieft, gefes­selt, inter­es­siert. Ich mag den Anblick dieser Leute, die ihre Bücher hungrig verschlingen. In der U‑Bahn, im Flug­zeug, im Café, auf Reisen…überall.

Denn die Welt wird größer durch Lite­ratur und  Zeit und Raum werden über­windbar…!

Wenn Sie zu den Menschen gehören, die ihre Bücher gerne mit durchs Leben tragen, kommt Ihnen meine Anlei­tung für Buch­hüllen aus Leder viel­leicht gelegen.

DIY: Buchhüllen aus Leder – Schutz und Schönheit

Schutzumschlag aus Leder

Buch­hülle mit punk­tuell fixierter Einsteck­la­sche.

Überall den Lese­hunger stillen

Mögli­cher­weise ist ein Buch ausge­liehen? Aus der Bücherei oder von einem Freund oder einer Freundin? Einge­schlagen in eine Hülle aus weichem Leder wird das Buch jeden Ausflug in Taschen oder Beuteln und jede Pause auf Café-Tischen, in Bahn­wag­gons oder auf  Park­bänken makellos und sicher umarmt über­stehen.
Meine Eltern z.B. stecken ihre Bücher schon seit langem in lederne Buch­hüllen. Zum Schutze der Bücher, aber auch weil ein Buch,  in Leder gewandet, schmeich­le­risch in der Hand liegt. Ich finde die Idee groß­artig.

Handschmeichler: Buchhüllen aus Leder. Ein DIY-Projekt.

Ein hapti­scher Genuss!

Echte Hand­ar­beit

Immer wieder entsteht bei mir der Wunsch, etwas ganz ursprüng­lich mit den Händen zu schaffen. Weiches, natur­be­las­senes, pflanz­lich sowie chrom­frei gegerbtes Leder lässt sich wunderbar verar­beiten. Bei dünnem Leder und einer guten Nähma­schine könnte  man die Nähte maschi­nell erstellen.
Ich habe aber mit der Hand gear­beitet und drei Vari­anten erstellt: eine Buch­hülle mit zwei kurzen, einfa­chen Satt­ler­nähten und eine mit rundum gezo­gener Naht. Bei einer weiteren Buch­hülle habe ich die Einsteck­la­sche nur punk­tiert, ganz dezent  fest­ge­näht.
Die andere Seite der Buch­hülle wird jeweils nur einge­schlagen.

An einer Seite wird die Buchhülle aus Leder einfach eingeschlagen.

Ledergewand für Bücher: Buchhüllen-DIY

Die eine Seite der Hülle wird einfach einge­schlagen.

Mate­rial:

  • ein Stück Leder (kleine Buch­hülle: ca. 50 x 24 cm; große Hülle: ca. 58 x 26 cm)
  • Leder­kleber
  • Büro­klam­mern
  • Poly­est­er­z­wirn in einer passenden Farbe
  • zwei Leder­na­deln (Satt­ler­na­deln)
  • Stech-Ahle (es funk­tio­niert aber z.B. auch ein Dosen­lo­cher aus der Küche oder ein Hand­bohrer)
  • Stanzrad (Prickrad) zum Markieren der Loch­punkte. Alter­na­tive: eine Gabel mit gleich­mä­ßigen Zinken oder ein Kamm. Dippt man die Zinken in Puder oder Kreide, lassen sich die Loch­punkte markieren und später wieder abwi­schen
  • Schere

Stechahle und Standard zum Arbeiten mit Leder

Buchhüllen-DIY: Stechahle oder Dosenlocher

Anlei­tung: 

Die linke Seite des zuge­schnit­tenen Leder­stücks ca. 9 cm umklappen, so dass eine Einsteck­la­sche entsteht.

Buchhüllen-DIY: Anleitung

Auf die Kanten beid­seitig dünn  Leder­kleber auftragen und nach Herstel­ler­an­wei­sung fest­kleben. Mit Büro­klam­mern fixieren und trocknen lassen. Die Ecken der rechten Seite kann man mit dem Cutter abrunden.
Nun die Eins­tech­punkte für die Nähte ca. 5 mm vom Rand entfernt markieren und mit der Stech-Ahle (oder dem Dosen­lo­cher) durch­ste­chen. Dabei einen Leder­rest oder ein altes Hand­tuch unter­legen, damit man den Unter­grund nicht beschä­digt.

Anleitung Buchhüllen aus Leder

Anleitung Buchhüllen aus Leder

Entweder näht man nur die Einsteck­la­sche fest, oder man führt die Naht einmal um das Leder­stück.
An beiden Enden eines langen Zwirn­stü­ckes eine Nadel auffä­deln. 

Anleitung Buchhüllen aus Leder

Einfache Satt­ler­naht:

Hierzu habe ich ein Anlei­tungs­video von “Radoms Leder­kiste”  verlinkt, in dem man die Schritte sehr gut erkennen kann. 
http://rabomslederkiste.blogspot.com/2016/01/tutorial-nahen-1-sattlernaht.html

Am Ende der Naht den Faden vernähen, indem man zwei, drei Stiche zurück näht.

Führt man die Naht ganz um das Leder­stück, muss man zwischen­durch einen neuen Faden nehmen (ein zu lang gewählter Faden vertüd­delt so schnell…)

Bei einer Buch­hülle habe ich die Einsteck­la­sche verklebt und dann nur an drei  gleich­mäßig verteilten Stellen je zwei Löcher gesto­chen. Durch diese Löcher mehr­mals die Leder­stücke vernähen. Die Fäden verknoten und abschneiden.

Anleitung Buchhüllen aus Leder

Die verklebten Kanten der Einsteck­la­sche kann man noch mit feinem Schmir­gel­pa­pier glatt schmir­geln. Abschlie­ßend mit einem Holz­löffel mehr­fach über die Kanten reiben, damit sie schön glatt werden.

Anleitung Buchhüllen aus Leder

Anleitung Buchhüllen aus Leder

So entstehen Buch­hüllen aus Leder, in denen man die Bear­bei­tung per Hand erkennt. Ich mag diesen char­manten, unvoll­kom­menen Stil. Er hat etwas Einzig­ar­tiges. Die Zeit und die Nutzung der Buch­hüllen verleihen ihnen noch mehr Charisma – einfach wunder­schön…

DIY mit Leder: Buchumschläge

Buch­hülle mit umlau­fender, einfa­cher Satt­ler­naht.

Buchumschlag aus Leder

Lederhülle für Bücher

Nur die Einsteck­la­sche ist mit einer einfa­chen Satt­ler­naht fixiert.

In Leder geschlagene Bücher: geschützt und wunderschön

 

Tipps & Adressen:

Leder­stücke in unter­schied­li­chen Farben bekommen Sie in Bastel­ge­schäften, auf Märkten oder online z.B. hier: http://www.kuhhandel.net/Ecopell-Leder

Lederreste gibt es auf dem Markt, in Bastelläden und online

Utensilien zur Arbeit mit Leder

 

Lust auf mehr Arbeit mit den Händen?

DIY: Bilderstative. Toll für die Inszenierung von Bildern, Schriftstücken, Notenblättern und vielem mehr.

 

 

 

 

 

 

Künstlerhäuser: Junkerhaus in Lemgo

Das Junker­haus in Lemgo

Häuser – Hüllen, die Lebens­ge­schichten umgeben, sie prägen. Manchmal Bühnen für Schick­sale, glück­liche, trau­rige, aufre­gende, ziel­lose, hoff­nungs­volle…
Es gibt unzäh­lige Häuser, an denen wir vorüber­ziehen, ohne ihre Geschichten zu kennen.
An manchen Häusern bleibt unser Blick jedoch hängen. Neugierig schauen wir über den Garten­zaun, versu­chen einen Blick in ein Fenster zu erha­schen. Wer mag hier wohnen? Was hat es mit diesem Haus auf sich?

Die Werkstatt im Künstlerhaus von Karl Junker

Karl Junker – ein Haus, ein Leben

Wenn ich an alle Häuser denke, die ich kenne, so ist das Junker­haus das wohl unge­wöhn­lichste.
Bereits als Kind habe ich es während unserer Urlaube im Lipper­land mit meinen Eltern oft neugierig und faszi­niert erforscht. In diesem Sommer habe ich es besucht, um es meinen Kindern zu zeigen.
Das Haus des Künst­lers, Archi­tekten und Holz­bild­hauers Karl Junker steht etwas erhöht am Rande der Alten Hanse­stadt Lemgo.

Das Bunkerhaus in Lemgo

1889 begann Karl Junker mit dem Bau seines Hauses.
Viel­leicht inspi­rierte ihn die Vision von einer intakten Familie, einer glück­li­chen Kind­heit?

Es würde mich nicht wundern, begann doch sein Leben  düster. 1850 wurde Karl Fried­rich Junker in Lemgo geboren. Im Laufe seiner ersten sieben Lebens­jahre starben kurz nach­ein­ander seine Eltern und sein kleiner Bruder. Karl wuchs bei seinem Groß­vater auf, dessen Haus ein halbes Jahr nach dem Tode seines Vaters nieder­brannte.

Nach einer Tisch­ler­lehre zog es ihn als Geselle nach Hamburg und Berlin. In München besuchte er die Kunst­ge­wer­be­schule und die Akademie der Bildenden Künste.  1877 reiste Karl Junker nach Italien und studierte die italie­ni­sche Archi­tektur der Gotik und der Renais­sance. Sein Skiz­zen­buch füllte sich dort mit Studien der Innen­räume und Fassaden italie­ni­scher Bauten. Anfang der 1880er Jahre kehrte Junker dann nach Lemgo zurück.

Ein Mann, Schnitz­werk­zeug und eine Menge Holz…

Beein­druckt von den präch­tigen Renais­sance­bauten Italiens und offenbar faszi­niert von der Idee eines Gesamt­kunst­werks machte er sich an die Arbeit.
Das Junker­haus ist ein zwei­stö­ckiger Fach­werkbau. Der Grund­riss ist quadra­tisch, ange­lehnt an Grund­risse, wie Junker sie auf seiner Itali­en­reise kennen­ge­lernt hatte. Im Erdge­schoss befinden sich unter anderem das Atelier, die Werk­statt und die Küche, im Ober­ge­schoss liegen Schlaf­zimmer, Kinder­zimmer, Gäste­zimmer, Salon und Wohn­zimmer neben­ein­ander – orien­tiert am Konzept eines reprä­sen­ta­tiven Bürger­hauses.  Die meisten Räume hat Karl Junker aller­dings nie genutzt. Frau und Kinder hatte er nicht, gewohnt hat er  alleine,  in einer kleinen Kammer unter dem Dach.

Küche im Junkerhaus in LemgoKüche mit Wasser­pumpe und Herd.

Schnitz­werk und Male­reien

Das Faszi­nie­rende an diesem Haus? Es ist komplett mit hand­ge­ar­bei­tetem Schnitz­werk bestückt und bis ins kleinste Detail künst­le­risch ausge­staltet. Von außen, von innen – alles hand­ge­schnitzt. Opulentes Schnitz­werk ziert das Fach­werk, fili­granes Schnitz­werk und Wand­ma­le­reien schmü­cken die Innen­räume des Hauses. Die Türen, die Fenster, die Wände, die Decken – sogar der “Lokus” ist mit Schnitz­werk ausge­staltet – was ich als Kind immer am lustigsten fand.

Lokus im Künstlerhaus Karl Junkers

Lokus” im Künst­ler­haus

Betritt man das Haus, wandelt man durch eine ganz eigene Welt. Die Welt des Künst­lers Karl Junker. Man befindet sich in seinem Kunst­werk, dass einen durch seine Üppig­keit und die konse­quente Gestal­tung  fesselt.
Wenn die Sonne durch die Fenster herein­scheint, kann man noch die heitere Farbig­keit erahnen, mit der der Künstler die geschnitzten Orna­mente einst gefasst hat. Rot, Ocker, Grün, Blau, teil­weise mit  einem  gold‑, silber- oder kupfer­far­benen Bron­ze­überzug zum Schim­mern gebracht. Die Farben haben über die Jahre an Kraft sehr verloren. Wie mögen die vertä­felten Wände wohl einst bei Sonnen­schein gefun­kelt haben?
Dazwi­schen die Wand­bilder, fröh­liche Szenen in sonnigen Farben. Wie ein Geschich­ten­er­zähler hat er sie im ganzen Haus verteilt. 151 Wand- und Decken­ge­mälde!  So hat er sich histo­ri­scher Stil­mittel bedient, aber daraus seine ganz eigene Form­sprache und Ausdrucks­weise entwi­ckelt.

Wand- und Deckenmalerei im Junkerhaus

Wand- und Decken­ma­le­reien

Schnitzornamente im Künstlerhaus Karl Junkers

Möbel- und Textil­de­sign

Die skulp­tu­ralen Möbel­stücke, die Junker für sein Haus ange­fer­tigt hat,  sind von beson­derer  Origi­na­lität. Sofas und Stühle werden von wuchernden, geschnitzten Verzie­rungen gekrönt. Diese Gitter­or­na­mentik findet sich auch mancher­orts unter der Decke wieder. Mich erin­nert sie an die Skelett­struktur der goti­schen Bauwerke. Manche Möbel­stücke, wie z.B. der Sekretär, sind von geschnitzten Archi­tek­tur­mo­dellen gekrönt. Es gibt Hoch­stühle für Kinder, kleine Kinder­stühle, Himmel­betten, Wiegen, Tische, Stühle und Sofas. Die Stoffe, mit denen die Sofas bezogen sind, hat Junker eben­falls mit Orna­menten verziert.

Stoffbezogenes, bemaltes Sofa des Künstlers Karl Junker

Detail eines Sofas von Karl Junker

Museum Junkerhaus in Lemgo

Über 20 Jahre lebte und arbei­tete Junker in seinem Haus – seinem Lebens­werk, in dem Kunst, Archi­tektur und Design zu einer spek­ta­ku­lären Einheit verschmelzen. Bereits 1895 tauchte  der Bau in einem Reise­führer auf, und Junker hat unzäh­ligen Besu­chern und Inter­es­sierten sein Werk und die darin ausge­stellten Bilder und Skulp­turen  gezeigt.
1912 starb Karl Junker an den Folgen einer Lungen­ent­zün­dung.

Ein Ort voller Geheim­nisse

Wie auf viele Kunst­werke reagieren Besu­cher auch auf dieses gewiss sehr unter­schied­lich. Unbe­rührt lässt es wohl keinen. Die einen sind verblüfft und neugierig, andere empfinden es als bedrü­ckend, gar unheim­lich. Ich wüsste gerne mehr über den Menschen Karl Junker. Aber er  war alles andere als ein Selbst­dar­steller und lebte sehr zurück­ge­zogen in seinem Kunst­werk. Somit gibt es leider auf viele Fragen keine Antworten. Legenden, Mythen und Inter­pre­ta­tionen exis­tieren dafür umso mehr…

Sekretär im Bunkerhaus Lemgo

Ist es nicht span­nend, wie Karl Junker mit seinem hand­werk­li­chen Talent, dem Mate­rial Holz und seinem Sinn für Farbe und Formen eine derartig eigen­wil­lige, indi­vi­du­elle und prunk­volle Opulenz geschaffen hat? Beim Betrachten all der Details kann man sich verlieren.
Ein mate­ri­eller Ausdruck all der  Träume, Wünsche, Visionen Junkers, seiner Haltung und Leiden­schaft?
Ein Ort voll Magie und Krea­ti­vität… ein Haus, das es so auf der Welt wohl kein zweites Mal gibt.

 

Infor­ma­tionen & Kontakt:

Museum Junkerhaus In der 2004 entstan­denen Ausstel­lungs­halle hinter dem Junker­haus wird eine Auswahl seiner Gemälde, Skulp­turen, Modelle und Zeich­nungen aus Karl Junkers umfang­rei­chem Nach­lass gezeigt.
Sehr inter­es­sant ist auch die Home­page des Museums. Beson­ders span­nend finde ich die dort abge­bil­deten Ausschnitte aus Karl Junkers Skiz­zen­buch: www.junkerhaus.de

Museum Junker­haus  Lemgo
Hamelner Straße 36
32657 Lemgo
www.junkerhaus.de

Im Verlag für Regio­nal­ge­schichte ist ein sehr inter­es­santer Bild- und Text­band über Karl Junker und sein Haus erschienen, dem ich etliche Infor­ma­tionen entnommen habe.
Es ist über den Buch­handel oder online zu bestellen:

Junker­haus – Künst­ler­haus und Gesamt­kunst­werk” von Jürgen Scheffler und Gerhard Milting

(Alle Fotos sind bei meinem Besuch im “Museum Junker­haus” im Sommer 2019 entstanden)

 

Noch mehr Lust auf Kunst?

Gemüsegarten zum Mieten

Freude ernten: Gemü­se­garten zum Mieten

So ein Gemü­se­garten hat eine ganz eigene Melodie. Das Summen der Bienen, das den stillen Tanz der Schmet­ter­linge begleitet. Vogel­ge­zwit­scher. Das Rascheln und Rauschen der Blätter. Der Ruf der Krähen, die sich aufschwingen, nachdem sie einige Samen der Sonnen­blumen vernascht haben. Hier und da der Rhythmus einer Garten­hacke, die die Erde durch­zieht. Eine Melodie, an der ich schnell Gefallen finde…

Ich bin zu Besuch auf einem Gemü­se­feld in Schleswig-Holstein. Das nahe­ge­le­gene Gut Wulfs­dorf, ein Demeter-Hof am Rande Hamburgs, vermietet Gemü­se­gärten. 50 oder 100 Quadrat­meter große  Flächen kann man hier ergat­tern und das eigene Gemüse hegen, pflegen und ernten.

Gemüsebeet zum Mieten – Entspannung, Entschleunigung und Inspiration

Zu Besuch in Sabine Bergmanns Gemüsegarten

Sabine Berg­mann ist Mieterin eines solchen Gemü­se­gar­tens, 50 Quadrat­meter. Sie hat mich einge­laden, den idyl­li­schen Ort einmal zu besu­chen.
Die Hände voll kühler Erde, den Duft von frischer Peter­silie in der Nase, blicke ich über das Areal. 80 Garten­stücke werden hier vermietet. Ein Herr mit Strohhut begrüßt uns freund­lich. Van Gogh hätte seine Freude an ihm als bele­bendes Motiv inmitten dieser Pflan­zen­pracht gehabt. Auch die leuch­tenden Sonnen­blumen wären sicher nach seinem Geschmack gewesen. Es ist Vormittag und die Sonne gewinnt langsam an Kraft. Wie schön es hier ist!

Frischer Salat, bereit zur Ernte

Kraut und Rüben

Sabine zeigt mir ihr kleines Stück Land: Zucchini, Salat, Kohl, Tomaten, Möhren, Süßkar­tof­feln Zwie­beln, .… alles, was das Herz begehrt, wächst auf diesem Fleck­chen Erde. Bohnen, Kräuter, Mais und vieles mehr. Die präch­tigen Farben des Mangolds neben den voll­kom­menen Formen der Tomaten. Die Natur kompo­niert Farben und Formen auf unver­gleich­liche Weise.
Zutaten für die tollsten Speisen und Gerichte wachsen hier auf 50 Quadrat­me­tern. Gesünder geht es nicht! Sabine zieht ein paar Möhren aus der Erde. Zwei fröh­liche Damen winken uns vom Nach­bar­garten zu.

Gesünder gehts nicht: Gemüse aus dem eigenen Garten

Frisch vom Feld

Schnell wird spürbar: selber gärt­nern entschleu­nigt! Sabine erzählt mir, dass die Garten­stücke sehr beliebt sind. Keramikkunst im GemüsegartenIch finde das groß­artig in Zeiten von Koch­com­pu­tern und Zutaten-Apps! Es scheint sie zu geben, eine Sehn­sucht nach Ursprüng­lich­keit, der Arbeit mit den Händen, unter freiem Himmel.

Das eigene Gemü­se­beet ist eine von vielen Möglich­keiten, diese Sehn­sucht zu bedienen. Einge­bettet in einen Betrieb, der Saat­pflanzen, Garten­ge­räte und Know-how zur Verfü­gung stellt, kann einem Amateur­gärtner nicht viel passieren. Es wird gear­beitet und das Resultat ist zu sehen, zu riechen und zu schme­cken. Eine posi­tive Tätig­keit unter freiem Himmel, die zutiefst befrie­digt und im Wort­sinne erdet. Eine Kraft­quelle.
Und so kommt nicht nur das Gemüse frisch vom Feld  – auch als Gärtner erlangt man neue Frische und Ausge­gli­chen­heit.

 

Um die besten Ergeb­nisse zu erhalten, muss man mit seinem Gemüse spre­chen.”

 Charles, Prince of Wales

 

Zwiebeln aus dem eigenen Garten

Platz zum Wurzeln­schlagen

Natür­lich gehören auch Blumen in den Gemü­se­garten. Nicht nur ob ihrer Schön­heit, nein, sie locken die Bienen an, die  die Gemüse- und Obst­pflanzen bestäuben und sie fördern die Frucht­bar­keit des Bodens. Viele Blüten kann man sogar essen, Salate werden damit zum Augen­schmaus.

Kornblumen

Aufblühen und wachsen

Sabine hat ihr Garten­stück im Mai über­nommen. Gut vorbe­reitet, gedüngt mit Mist und mit gut 20 Gemü­se­sorten und einer Reihe Kräu­tern bepflanzt. Miet-Gemüsegarten: Ruhiger Platz zum AusruhenDen Rest konnte sie selber pflanzen.  Und los gehts: von Mai bis November  jäten, wässern , hacken, ernten, nach­pflanzen. “Am Anfang, wenn die Pflänz­chen noch klein sind, muss man gründ­lich das Unkraut entfernen”, erzählt mir Sabine Berg­mann. Natür­lich alles nach Regeln des biolo­gisch-dyna­mi­schen Land­baus.
Was klein anfängt wird groß und größer, entfaltet sich. Es ist ein faszi­nie­render Prozess. Die Erde beschenkt uns reich. Das zu sehen und zu spüren tut gut.  Sabine holt eine riesige Zucchini aus dem Beet. Ein Pracht­ex­em­plar! Die reicht bestimmt mindes­tens für zwei leckere Zucchi­ni­brote.

Mindes­tens zweimal die Woche komme ich hierher und bear­beite mein Garten­stück. Bei Trocken­heit natür­lich auch öfter – zum Wässern der Pflanzen”, erzählt Sabine Berg­mann. Wasser und Gieß­kannen stehen für alle zur Verfü­gung.

Anbau im Gemüsegarten zum Mieten

Arbeit im Gemüsegarten zum Mieten

Viel Luft zum Atmen

Gut Wolfsdorf: Gemüsebeet zum MietenHier draußen, inmitten all dieser Boden­schätze, scheint die Luft klarer, der Blick entspannt sich, die Falten auf der Stirn verschwinden. Es herrscht eine  Opulenz der Farben, an der ich mich nicht satt­sehen kann.
Unter einem Zelt­dach steht ein langer Tisch, Platz für Austausch, Kaffee aus der Ther­mos­kanne und ein Stück Kuchen. Tipps und Tricks, Erfah­rungen, Rezepte – die Beet-Mieter halten zusammen. Ein ganz analoger sozialer Kontakt. Sabine schwärmt von ihrer Mangold-Lasagne. Das Rezept habe ich mir natür­lich notiert (zu Sabines Mangold-Lasagne bitte hier entlang).

So ein Gemü­se­garten ist aber nicht nur ein Schön­wet­ter­ver­gnügen. Auch an trüben Tagen leuchten die Sonnen­blumen gelb! Und wenn die Tage ganz allmäh­lich wieder kürzer werden und der Morgentau im Altwei­ber­sommer die feinen Fäden und Netze der Spinnen sichtbar macht, duftet die Erde beson­ders würzig.

Die Welt ist bunt…

…hier, auf dem Gemü­se­feld. Gelb, Grün, Rot, Violett, Orange, in allen Schat­tie­rungen. Wie ein Maler sein Gemälde, kann man sich hier ein Fest­mahl zusam­men­stellen. Kunter­buntes Ofen­ge­müse mit Pini­en­kernen, Sommer­salat mit essbaren Blüten, Suppen jeder Couleur. Oder man nagt sie einfach weg, die süßen, frisch gezo­genen Mohr­rüben und den saftigen Kohl­rabi. Die Ideen gehen einem bestimmt nicht aus, denn so ein Gemü­se­garten ist Inspi­ra­tion, Medi­ta­tion, Anre­gung und gesunde Frei­zeit­be­schäf­ti­gung zugleich.

Möhrenernte im Gemüsebeet

Gemüse aus dem Mit-Gemüsegarten

Blumen und Gemüse aus dem Garten

Lust bekommen?

Wer Inter­esse an einem Miet-Gemü­se­garten hat, sollte sich früh genug kümmern. Anbieter gibt es in ganz Deutsch­land. Hier ein paar hilf­reiche Infos und Adressen:

Die Gemü­se­garten-Saison geht von Mai bis November. Die meisten Anbieter vermieten zwei Beet­größen ab ca. 200 Euro pro Saison inkl. Vorbe­rei­tung und Bepflan­zung. Es bleibt Platz, eigene Pflanzen zu setzen und natür­lich kann man immer nach­pflanzen. Wasser und Garten­ge­räte stehen zur Verfü­gung. Schön ist, dass man auf das Know-how der Anbieter zurück­greifen und sich mit anderen Beet-Mietern austau­schen kann. Eine tolle Möglich­keit für alle, die keinen Garten, keinen Platz im Garten oder kein Gemü­se­beet im Garten haben. Und eine wunder­volle Gele­gen­heit auch für Fami­lien, gemeinsam mit den Kindern die Entste­hung von Gemüse zu beob­achten.

Anbieter bundes­weiter Miet­gärten:

Sandra Geeck vom Garten-Blog grünliebe.de hat auf ihrem Blog auch noch eine prak­ti­sche Über­sicht über Miet­gar­ten­an­bieter in Deutsch­land bereit­ge­stellt: grünliebe.de

Reiche Ernte aus dem Gemüsegarten

Voll bepackt mit dem herr­lichsten Gemüse und bunten Blumen bin ich wieder nach Hause gefahren…

Buntes Gemüse aus dem Mietgarten

Keramik von Sabine Bergmann


Die Kera­mik­vögel und Figuren, die überall im Beet sitzen und stehen, stammen übri­gens auch von Sabine Berg­mann. Eine ihrer weiteren Leiden­schaften: Die Arbeit mit Ton. Aber dazu später einmal mehr…

Rezepte mit Mangold: bitte hier entlang…

 

 

 

Mangold: Lasagne oder Quiche? Beides lecker!

Lasagne oder Quiche? Aber bitte mit Mangold

Von meinem Besuch in Sabine Berg­manns Gemü­se­garten bin ich glück­lich und mit reich­lich Mangold auf dem Arm nach Hause gekommen. Sabine erntet Unmengen frischen Mangolds und eines ihrer Lieb­lings­re­zepte ist Mangold-Lasagne. Sie hat mir das Rezept verraten und ich habe es natür­lich sofort auspro­biert… nachdem ich noch ein paar Fotos von dem hübschen Gemüse gemacht haben. Toll, diese bunten Stiele und dazu die saftig dunkel­grünen Blätter! Vielen Dank, liebe Sabine!

Als Alter­na­tive – und um dem üppigen Blatt­werk Herr zu werden – habe ich noch eine Quiche geba­cken. Mit Walnüssen und Gorgon­zola… lecker!

Mangold

 

Sabines Mangold-Lasagne

 

Zutaten:
  • ca. 800 g  Mangold
  • Scha­lotte oder Zwiebel
  • etwas braunen Zucker
  • Knob­lauch­zehe falls gewünscht
  • ca. 200g Schafs­kä­se­würfel mit Chili (gibt es im Super­markt)
  • Nudel­platten für Lasagne
  • 60 g Butter
  • 50 g Weizen­mehl
  • 600 ml Milch
  • 200 ml Gemü­se­brühe
  • Salz, Pfeffer, Muskat­nuss
  • ca. 200 gerie­benen Gouda

Mangold-Lasagen

Zube­rei­tung:

Gehackter Mangold für Mangold-LasagneDen Mangold waschen und klein hacken. In einer Pfanne mit etwas Butter und braunem Zucker die  gehackte Zwiebel und den Knob­lauch kurz anbraten. Den Mangold hinzu­geben und kurz schwenken, bis er leicht zusam­men­fällt. Die Schafs­kä­se­würfel  dazu­geben und die Pfanne vom Herd nehmen. 
Eine ofen­feste Form (40 x 30 cm) buttern. 

Den Ofen auf Umluft 180° vorheizen.

Für die Bécha­mel­sauce: Butter in einem Topf zerlassen. Mehl unter Rühren mit dem Schnee­besen einstreuen und erhitzen, bis es gelb ist. Nun die Milch und die Gemü­se­brühe zugießen. Alles kräftig  schlagen, damit keine Klümp­chen entstehen und die Soße einmal aufko­chen. Die Bécha­mel­sauce kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat­nuss würzen.

Mangold-Lasagne Rezept Etwas Bécha­mel­sauce auf den Boden der Form geben. Die erste Schicht Nudel­platten legen. Den Mangold auf den Nudel­platten verteilen und wieder eine Schicht Nudel­platten auflegen. Den Rest der Bécha­mel­sauce auf die Nudel­platten geben und mit dem gerie­benen Gouda bestreuen. 

Die Lasagne in den Ofen  schieben und ca. 40 Minuten backen, bis sie gebräunt ist.

Mangold-Lasagne

Mangold-Lasagne...ein Rezept

Wer mag, kann die Lasagne mit gerös­teten Pini­en­kernen bestreuen und/oder einige Cher­ry­to­maten mit anrichten.
Hierzu etwas braunen Zucker in der Pfanne erhitzen, einige Cher­ry­to­maten hinein­geben und einen ordent­li­chen Schuss Olivenöl dazu gießen. Kräftig mit Pfeffer und Salz würzen.

Mangold-Lasagne mit Tomaten

Mangold-Lasagne

 

Mangold-Quiche

Mangold-Quiche mit Gorgonzola

Zutaten:
  • 200 g Mehl
  • 100 g Butter
  • 1/2 Päck­chen Back­pulver
  • 1 TL Salz
  • 4 EL kaltes Wasser
  • 2 Bund Mangold (oder 1 Bund Mangold und 500 g Spinat)
  • Zwiebel
  • Walnüsse, etwas zerklei­nert (ca. 1–2 Hände voll)
  • brauner Zucker
  • 3–4 Tomaten
  • 200 ml Milch
  • 2 EL Schmand oder saure Sahne
  • 3 Bio-Eier
  • Pfeffer, Salz, Muskat­nuss
  • 150 g Gorgon­zola

Mangold-Quiche

Zube­rei­tung:

Aus Mehl, Back­pulver, Butter, 1 TL Salz und Wasser einen Teig kneten. Kurz in den Kühl­schrank legen.

Den Ofen auf 200° Umluft vorheizen.

Mangold-QuicheDen Mangold waschen und hacken. Die gehackte Zwiebel in einer Pfanne mit etwas Butter und braunem Zucker bräunen. Den Mangold hinzu­geben und bei redu­zierter Hitze zusam­men­fallen lassen. Die Walnüsse hinzu­geben. Abtropfen lassen.
Die Tomaten waschen und in Scheiben schneiden.
Eine Tarte- oder Spring­form fetten und mit dem Teig auslegen, den Rand ein wenig hoch­ziehen.
Den Mangold auf den Teig geben.
Aus Milch, Eiern, Schmand, Pfeffer, Salz und Muskat­nuss einen Guss rühren und über den Mangold geben.
Den Gorgon­zola in Würfel schneiden und auf der Quiche verteilen.
Nun die Quiche ca. 40 Minuten backen.
Die Quiche ist heiß, aber auch lauwarm oder kalt sehr lecker – also auch perfekt für ein Buffet.

Tomaten

 

Mangold-Quiche mit Gorgonzola

Mangold-Quiche

Rezept mit Mangold

Guten Appetit!

Lust auf eigenes Gemüse? Gemü­se­gärten können Sie  auch mieten! Schauen Sie doch mal hier…

 

 

 

 

 

 

 

 

 

flat six - eine Schatzkammer für Vintage- und Antiquitätenfans

Zu Besuch bei “flat six – selected anti­ques”

Ein großer Back­steinbau voll mit alten Schätzen, ein junger Tischler mit einem beson­deren Faible und ein nach­hal­tiges Konzept – das ist flat six. Ich traf Inhaber Janosch Rosche­witz an seinem inspi­rie­renden Arbeits­platz…

Janosch Roschewitz von flat no. 6

Es war schon immer so – mich faszi­nieren Orte, an denen ich planlos umher­schlen­dern und eine Fülle von Eindrü­cken sammeln kann. Immer her mit allem, was mich anzu­regen vermag.  Orte, an denen die Fantasie beflü­gelt wird und sich Ideen­ketten bilden… Einen solchen Ort möchte ich hier vorstellen.

flat six

Janosch Rosche­witz sitzt mir im Lichte einer betagten Fabrik­leuchte an einem alten Holz­tisch gegen­über. “Eigent­lich wollte ich Fischer werden”, verrät  mir der Sohn eines Anti­qui­tä­ten­händ­lers, während seine Hand über die urige Tisch­platte fährt. Fischer? Ist er das nicht auch? Für mich ist er so eine Art Perlen­fi­scher. Aus tiefsten Kellern, aus versteck­testen Lager­hallen, von kleinsten Märkten irgendwo im Nirgendwo fischt er die aller­schönsten Inte­rior-Perlen hervor. Zwar glänzen die Schätze, die er hebt, nicht perl­mutten, dafür haben sie etwas mindes­tens genauso Wert­volles:  eine einzig­ar­tige Patina, unter der sich eine Geschichte verbirgt.

Einst Fabrikmöbel - heute wunderschöne Interior-Objekte

Möbel und Leuchten im Industrie Design: flat no. 6

flat six – klingt international…London, New York, Lissabon? Vom Stil-Faktor des Show­rooms würde es passen!
Aber weit gefehlt! Statt­dessen befinden wir uns in einem ehema­ligem Back­stein-Stall­ge­bäude, gegen­über vom Ahrens­burger Schloss, in Schleswig Holstein. Schnell wird klar: wer hier arbeitet, ist von Geschichte umgeben und findet Ruhe im rast­losen Wett­lauf der Trends.

flat no. 6 in Ahrensburg

Impression von flat no. 6

Janosch ist gelernter Tischler in zweiter Genera­tion. In der Werk­statt seines Vaters, der sich auf die Restau­rie­rung antiker Möbel spezia­li­siert hat, ist er früh auf den Geschmack gekommen. Sein Herz schlägt beson­ders für den Indus­trial Style.
Zur Zeit der Indus­tria­li­sie­rung, begin­nend in der zweiten Hälfte des 18. Jahr­hun­derts, wurden für Fabriken und Produk­ti­ons­stätten Möbel von außer­ge­wöhn­li­cher Robust­heit und Belast­bar­keit gebaut, die zuver­lässig ihre Arbeit erfüllen sollten. Arbeits­ti­sche, Fabrik­leuchten, Werk­bänke, Kommoden, Schränke, Werk­statt­ho­cker. Die Mate­ria­lien: Holz und Metall.

Design für die Ewig­keit
Längst hat man den Wert und die Schön­heit dieser unver­wüst­li­chen Möbel­stücke erkannt. Obwohl der größte Hype schon wieder vorbei ist, werden sie für Kenner immer im Trend liegen – denn diese Möbel sind für die Ewig­keit konstru­iert! Janosch Rosche­witz hat ein gutes Auge für diese Relikte jener Zeit des wirt­schaft­li­chen Umbruchs. Er will sie erhalten, ihnen ihren Wert zurück­geben und ein nächstes Kapitel in ihrer Geschichte schreiben. Als Esstisch, Anrichte, Esszim­mer­leuchte oder Geschirr­schrank.

Tisch aus alten Holzbohlen - flat no. 6

Die Ober­fläche des Tisches hat einen betö­renden Charakter

Alte Leuchten aus Industriestätten haben einen eigenen Charme

An diesem Punkt lohnt sich eine kurze gedank­liche Zeit­reise – diese alten Möbel und Lampen, Acces­soires und Bilder  waren auch mal jung, inno­vativ, viel­leicht sogar revo­lu­tionär. Mancher Zeit­ge­nosse mag damals ratlos den Kopf geschüt­telt haben. Betrachtet man heute dieses  solide Mobi­liar,  hört man förm­lich das Rattern der damals neu erfun­denen Maschinen, das Klopfen, das Hämmern und spürt das raue Fabrik­flair. Ich finde das sehr span­nend!

Lust an Lebens­li­nien

Am liebsten stöbere ich mitt­ler­weile auf Märkten in Slowe­nien oder Rumä­nien”, erzählt Janosch Rosche­witz. “Dort findet man noch echte Schätze.”  Er zeigt mir einen Arbeits­tisch, dessen Platte mit Metall über­spannt ist. Ein Star seiner Samm­lung! Einschläge, Kerben und Kratzer lassen erahnen, dass der Tisch schon Grund­lage für jahre­langes Arbeiten war.“Der Tisch war auf dem Markt kaum zu erkennen”, berichtet Janosch. “Das Metall war pech­schwarz. In der Werk­statt haben wir ihn bear­beitet und nun ist er ein echtes High­light.” Eines der Stücke, von denen man sich nur schwer trennt, authen­tisch und begeis­ternd.

Aufgearbeiteter Arbeitstisch von flat no.6

Impression

Neugierig streife ich weiter durch die über 1500 Quadrat­meter große Ausstel­lung.  Neben den derben Indus­trie­ob­jekten machen Anti­qui­täten und Vinta­ge­ob­jekte anderer Epochen sowie Gemälde die Ausstel­lung lebendig. Für diese Anti­qui­täten ist über­wie­gend Janoschs Vater Carsten Brundert zuständig, der gleich nebenan eben­falls ein reich gefülltes Lager hat. Vor knapp 10 Jahren hat Janosch seine Ausbil­dung zum Tischler in Frei­burg beendet. Dann ist er in das Geschäft seines Vaters mit einge­stiegen. Vater und Sohn ergänzen sich hervor­ra­gend, finde ich. Es ergibt sich eine eklek­ti­sche Mischung aus Mobi­liar, Deko­ra­tion und Kunst.

eklektischer Mix bei flat six

Blick in die Werk­statt

In der Werk­statt ist eine schwere Tisch­platte aufge­bockt. “Die massiven, derben Eichen­bohlen stammen von Berg­werk-Waggons”, verrät der Tischler. “Wir bauen daraus einen Konfe­renz­tisch für ein Berliner Büro.” Die Tisch­beine: schwere Eisen­guss­ge­stelle, ehemals Maschi­nen­ge­stelle. Ein einzig­ar­tiges Objekt von enormem Gewicht.
Einem anderen schweren Eisen­guss­ge­stell hat Janosch mit einer Glas­platte eine neue Ästhetik geschenkt.

Alte Eichenbohlen werden zu Tischplatten

Eichen­bohle eines alten Berg­werk­wag­gons vor der Bear­bei­tung

Werkstatt von flat no.6

In der Werkstatt

Janosch Roschewitz von flat no.6 bei der Arbeit

Ein altes Maschinengestell als Tischfuß

Ein über­zeu­gender Neben­as­pekt bei der Verar­bei­tung von Althöl­zern ist natür­lich die Nach­hal­tig­keit.  “Holz ist ein so viel­sei­tiges, lang­le­biges Mate­rial. Die verschie­denen Ober­flä­chen, die Spuren der Zeit… es ist inspi­rie­rend mit Holz zu arbeiten”, schwärmt Industrielampen und goldene Stuckrahmen - ein eklektischer MixJanosch Rosche­witz, “und für meine Tische muß kein Baum gefällt werden.
Aber auch alte Fabrik­leuchten haben es dem Tischler angetan, egal ob aus alten Indus­trie­an­lagen, Mili­tär­stütz­punkten oder Kran­ken­häu­sern. In seiner Werk­statt arbeitet er sie mit Liebe zum Detail auf, ohne ihnen die authen­ti­sche Ausstrah­lung zu nehmen.
Privat­woh­nungen, Restau­rants, Bouti­quen oder Büros – seine Vintage-Leuchten verleihen jedem Ambi­ente einen zeitlos modernen und sehr indi­vi­du­ellen Look.

Industrieleuchten – aufgearbeitet von flat no.6

Industrieleuchten – aufgearbeitet von flat no.6

Industrieleuchten – aufgearbeitet von flat no.6

Puzzle­teile zu einem indi­vi­du­ellen Inte­rieur

Mich beein­druckt die Geduld, der gute Blick für beson­dere Dinge, die Über­set­zung des   tradi­tio­nellen Hand­werks in unsere Zeit und die Liebe zu Objekten mit Geschichte. “Natür­lich verfolge ich die aktu­ellen Trends”, so der Inhaber von flat six, “aber letzt­lich verlasse ich mich auf mein Bauch­ge­fühl. Mag ich ein Stück persön­lich nicht, lasse ich die Finger davon.”
Gibt es Möbel­stücke, von denen er sich ungern trennen würde? “Oh ja, ich habe zu Hause eine tolle Sche­ren­lampe und als Geschirr­schrank einen Metall­spind aus Rumä­nien – beides Teile, die ich nicht wieder hergeben möchte.” 

Wie behauptet man sich  an einem Markt, der von billigen Nach­bil­dungen über­schwemmt ist? “Ich bediene die Sehn­sucht nach Unikaten”, so die Antwort von Janosch Rosche­witz. “Es wird einfach nie lang­weilig, immer wieder kommen  andere Möbel oder Leuchten in unsere Ausstel­lung.” Dank seiner Spür­nase und einem guten Händ­ler­netz­werk stößt er regel­mäßig auf Möbel und Leuchten mit einem ganz eigenen,  unver­wech­sel­baren Charme.

Ich finde, Janosch Rosche­witz’ flat six ist ein gutes Beispiel dafür, wie alter­na­tive Möbel­pro­duk­tion und Werte­er­halt aussehen können.

Kontakt: www.flatsix.hamburg

Antike Möbel für ein besonderes Flair

Janosch Roschewitz sammelt alte Industrieleuchten

 

Impressionen flat no.6

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Das  7. Zimmer – Antikes aus Frank­reich

Lebe lieber einzig­artig – eine Home­story

Vanilleparfait mit Olivenöl und Flur de Sel, garniert mit essbaren Blüten

Vanil­le­par­fait … ein Lieb­lings­re­zept

Schließen Sie doch einmal kurz die Augen und stellen Sie sich folgende Szenerie vor:
Der Himmel leuchtet Blau über dem glit­zernden Meer. Ein Geschmack von Salz liegt Ihnen auf den Lippen. Der Wind rauscht durch die silber­blätt­rigen Oliven­bäume und umschmei­chelt sanft die Haut…
Lässt sich dieses wunder­bare Gefühl vom Sommer im Süden in einem Dessert einfangen? Oh ja!

Vanil­le­par­fait mit Olivenöl und Fleur de Sel

Vanilleparfait mit Olivenöl und Fleur de Sel

Die Kompo­si­tion mag unge­wöhn­lich klingen, aber der Geschmack auf der Zunge ist ganz wunderbar. Das cremig kühle Vanil­le­par­fait, dazu das goldene Olivenöl mit seinem fruchtig herben Aroma und dann… das Salz… .Nicht zu viel auf den Löffel, ein wenig genügt, um der Süßspeise dieses beson­dere Etwas zu verleihen.

So schmeckt der Süden!

Viel­leicht haben Sie sich ein Olivenöl aus Italien mitge­bracht? Oder Fleur de Sel aus Ibiza? Natür­lich bekommt man auch alle Zutaten für dieses Dessert  in hiesigen Fein­kost­ge­schäften. Wichtig ist nur, das alle Ingre­di­en­zien  von erle­sener Qualität sind.

Vanilleparfait mit Olivenöl und Fleur de Sel

 

Vanilleparfait mit Fleur de Sel und Olivenöl

Zutaten (für 10–12 Personen/1 Muffin­blech): 

  • 6 Eigelb von ganz frischen Bioeiern
  • 120 g Zucker
  • 3 Päck­chen Bio-Bourbon-Vanil­le­zu­cker
  • Mark von 2 Vanil­le­schoten
  • 1 Prise Salz
  • 2 EL Wasser
  • 500 ml Bio-Schlag­sahne

 

  • Olivenöl extra vergine (wählen Sie ein feines, nicht zu mildes Öl)
  • Fleur de Sel (hier gibt es ein tolles Salz mit Blüten, das sich auch gut eignet) oder Hawaii-Salz (habe ich genommen, da es mit seiner schwarzen Farbe sehr deko­rativ ist und sich toll vom bart­gelben Vanil­le­par­fait anhebt)
  • Essbare Blüten zur Deko­ra­tion oder wahl­weise Erdbeeren und Minz­blätter
Essbare Blüten zum Vanilleparfait mit Olivenöl und Fleur de Sel

Die meisten Blüten von Kräu­tern sind essbar. Kräu­ter­sträuße bekommt man auf dem Markt oder beim Biogärtner oder man hat Blüten im Garten, die zum Verzehr geeignet sind…

 

Vanilleparfait mit Olivenöl und Hawaii-Salz

Zube­rei­tung:

Schlagsahne für VanilleparfaitEigelb, Zucker, Vanil­le­zu­cker und Salz mit 2 EL Wasser in einer Metall­schüssel über dem heißen Wasserbad (kein kochendes Wasser!)  einige Minuten aufschlagen, bis die Masse hell und schaumig-dick­lich wird. Nun das Vanil­lemark und 2 weitere EL Wasser  hinzu­geben. Schüssel aus dem heißen Wasserbad nehmen und in Eiswasser (große Schüssel mit kaltem Wasser und Eiswür­feln) stellen. Die Masse schlagen, bis sie erkaltet ist. Man kann die Masse auch ohne Eisbad kalt schlagen, es dauert etwas länger und ich bin der Meinung, dass die Creme im Eisbad eine schö­nere Konsis­tenz bekommt.

 

Zubereitung Vanilleparfait Die Sahne steif schlagen und vorsichtig unter die Eicreme heben. Nicht schlagen, dann wird die Masse zu flüssig. Die Creme in Muff­in­förm­chen füllen, mit Frisch­hal­te­folie abde­cken und für mindes­tens  6 Stunden ins Gefrier­fach stellen.
Alter­nativ kann man die Creme auch in einer Kasten­form gefrieren lassen. Hierzu die Form mit einem Pinsel einölen und mit Frisch­hal­te­folie auslegen. Die Creme einfüllen, abde­cken und einfrieren.

Zubereitung Vanilleparfait

Zum Lösen des Vanil­le­par­faits aus der Form den Form­boden kurz mit heißem Wasser abspülen und stürzen.

Keramikschale zum Anrichten des Vanilleparfaits

Das Vanil­le­par­fait servieren …

Das Vanil­le­par­fait in Schäl­chen anrichten, etwas Olivenöl auf und um das Vanil­le­par­fait geben. Eine Prise Fleur de Sel oder Hawaii-Salz obenauf streuen und die Krea­tion mit einigen essbaren Blüten voll­enden.
Ich finde es so perfekt aber natür­lich könnte man auch noch einige Erdbeer­stücke hinzu­geben. Erdbeeren harmo­nieren auch sehr schön mit Olivenöl.

Vanilleparfait mit Olivenöl, Fleur de Sel und Erdbeeren

Ich finde die Zube­rei­tung von Speisen ist ein bißchen wie die Kompo­si­tion eines Bildes. Natür­lich nicht immer – wenn die Kinder mittags hungrig aus der Schule kommen, muss es manchmal schnell gehen und ich greife auf meine 0815-Mittag­essen zurück.
Habe ich aber Zeit in der Küche zu werkeln, macht es Spaß neue Kombi­na­tionen, neue Varia­tionen  von Lebens­mit­teln auszu­pro­bieren.

Vanilleparfait mit Fleur de Sel oder Hawaii-Salz

Essbare Blüten aus einem Kräuterstrauß zum Vanilleparfait

 

Lese­emp­feh­lung:

An dieser Stelle fällt mir noch ein Roman ein, den ich unlängst gelesen habe, mit dem ich so herr­lich abtau­chen konnte und der das Leben einer jungen Köchin mit dem Leben eines Künst­lers  in eine span­nende Verbin­dung bringt. Es ist kein ganz neues Buch, aber eines, das ich Ihnen gerne ans Herz legen möchte:

 “Monsieur Picasso und der Sommer der fran­zö­si­schen Köst­lich­keiten” von Camille Aubray.

Die 17-jährige Ondine arbeitet im Café ihrer Eltern im fran­zö­si­schen Juan-les-Pins. Während sie auf ihren Geliebten Luc wartet, der zur See gefahren ist, um Geld für ihr gemein­sames Leben zu verdienen, bekommt Ondine von ihrer Mutter einen Auftrag: Jeden Mittag soll sie ein Mittag­essen in eine Villa liefern, in der eine geheim­nis­volle Persön­lich­keit inko­gnito den Sommer verbringt, Bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Mann um Pablo Picasso handelt, der aufgrund einer Schaf­fens­krise an die Côte d’Azur geflüchtet ist.  

Die junge Frau ist faszi­niert von seiner extra­va­ganten Aura, Picasso wiederum ist hinge­rissen von ihren leiden­schaft­li­chen  und krea­tiven Koch­ex­pe­ri­menten und ihrer jugend­li­chen Neugier.  Das Flair ist verfüh­re­risch, prickelnd und schnell taucht man als Leser in die Geschichte ein, meint die Düfte der Köst­lich­keiten zu riechen und das Prickeln des fran­zö­si­schen Sommers auf der Haut zu spüren… 
In einem paral­lelen Hand­lungs­strang entdeckt Ondines Enkelin ein geheimes Koch­buch “Rezepte für P” und begibt sich in Frank­reich auf Spuren­suche. Wer steckt hinter diesem P? 

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, es ist eine vorzüg­liche Sommer­lek­türe, die durch ihre bild­hafte Sprache anregt und inspi­riert.

Monsieur Picasso und der Sommer der fran­zö­si­schen Köst­lich­keiten”  von Camille Aubrey  ist 2018 als Taschen­buch im Fischer Verlag erschienen.

Buchtipp: Monsieur Picasso und der Sommer der Köstlichkeiten

 

Noch mehr Lust auf sommer­liche Lektüre?
Bitte hier entlang zur “Lite­ra­ri­schen Reise in die Toskana”

 

 

 

 

 

 

 

Tillandsien – bizarre Schönheiten kunstvoll inszeniert

Tilland­sien – Auftritt bizarrer Schön­heiten

Als ich Tilland­sien zum ersten Mal sah, haben sie mich an skur­rile Haute Couture-Frisuren erin­nert,  manche sahen aus wie die Schlan­gen­haare der Medusa, andere wiederum  erin­nern an aufse­hen­er­re­gende Roben tanzender Damen, oder an langes, lockiges Engels­haar  – irgendwie inspi­rie­rend… diese grazilen Gewächse…

Was sind Tilland­sien?

Tillan­disen (Tillandsia)  – mit deut­schem Namen “Luft­nelken” gehören zu der Familie der Brome­lien, auch Ananas­ge­wächse genannt. Ihre Heimat erstreckt sich vom Süden der Verei­nigten Staaten bis Südame­rika. Einige der extra­va­ganten Gewächse leben in den Tropen, andere in trockenen Sand­wüsten. Welt­weit gibt es über 500 Tilland­sien-Arten verschie­dener Größe.

In den 80er Jahren waren die Luft­pflanzen schon einmal sehr ange­sagt. Heute, im Zuge des “Urban Jungle”-Trends, erleben sie ein Revival.
Ich habe Tilland­sien auf einem Krea­tiv­markt entdeckt, wo sie in kleinen Glas­ku­geln saßen…ohne Erde…ohne Substrat.…komisch!

Tillandsien - bizarre Pflanzen inspirieren zu kunstvollen Halterungen

Tillandsien-Halterung, DIY aus Draht gewickelt

 

Tillandsien - bizarre Pflanzen inspirieren zu kunstvollen Halterungen

Tillandsien - DIY-Halterung

Meine Recher­chen ergaben, dass viele Tilland­sien ‑Arten in der Tat weder Erde noch Substrat zum Leben brau­chen. Als Aufsitz­pflanzen halten sich ihre vom Winde verwehten Samen an Baum­rinden und Felsen fest und beginnen dort Wurzeln zu bilden und zu wachsen. Nähr­stoffe und Feuch­tig­keit nehmen die Blätter der Tilland­sien über die Luft auf.
Je nach Art muss man die Gewächse mit kalk­armem Wasser, am besten Regen­wasser, besprühen (zu kalk­hal­tiges Wasser verstopft ihre Saug­schuppen, über die sie die Nähr­stoffe aufnehmen). Im Sommer brau­chen sie häufiger eine Dusche als im Winter. Beim Kauf sollte man sich infor­mieren, was das erwor­bene Exem­plar genau an Wasser und Licht benö­tigt.
Und das Tolle: Tilland­sien lassen sich, z.B. mit Sekun­den­kleber auf Gelbasis, an verschie­denen Unter­gründen befes­tigen.

Tillandsien-Halterung, DIY aus Draht gewickelt

Die DIY-Idee

Ich bin meiner ersten Einge­bung gefolgt und habe aus schwarzem Bastel­draht mit Hilfe einer Schmuck­zange Figuren geformt, die dann entweder eine Tillandsie als Haar oder als Rock bekommen haben.
Es ist gar nicht schwer: der Draht wird gewi­ckelt, bis die Form des Kopfes, des Halses und des Ober­kör­pers mit Armen entsteht. Mit der Schmuck­zange lässt sich der Draht gut in Form bringen. Für die Arme kann man ihn über die Zange zu langen Spiralen wickeln. Einfach probieren, wickeln, biegen, bis eine schöne Form entsteht.

DIY - Tillandsien -Halter aus Draht in Figurinenform

Figurinen aus Draht gewickelt als Halter für Tillandsien

Mit einer Schmuckzange wird aus Draht die Tillandsienhaterung gewickelt

Tillandsienhalter aus Draht in Figurinenform, DIY

Tillandsienhalter aus Draht in Figurinenform, DIY

Tillandsienhalter aus Draht in Figurinenform, DIY

Tillandsien-Halterung, DIY aus Draht gewickelt

Tilland­sien-Kleid oder Tilland­sien-Haar?

Einigen Figuren habe ich den Ansatz eines Rockes gewi­ckelt. Dabei kann man die Tillandsie so am oberen Teil umwi­ckeln, dass der Rock­an­satz sie umschließt. Mit Sekun­den­kleber auf Gelbasis kann die Pflanze dann in den Rock­an­satz einge­klebt werden.
Am Kopf bilden einzelne Drähte eine passende Frisur.

Figurinen aus Draht als Halterung für Tillandsien, DIY

Andere Damen tragen einen Rock aus Draht und haben eine kleine gewi­ckelte “Schale” aus Draht auf dem Kopf, in die eine Tillandsie einge­klebt werden kann – als bizarres “Medusa-Haar”.

Tillandsienhalter aus Draht, DIY

DIY - Figurinen aus Draht, Tillandsien als Mobile

DIY - Figurinen aus Draht, Tillandsien als Mobile

Andere Figuren habe ich ganz ohne Tilland­sien gewi­ckelt. Ist man erst einmal dabei, kommt man schnell auf den Geschmack… es macht Spaß, den geschmei­digen Draht in verrückte Formen zu bringen.

DIY - aus Draht geformte Qualle

So kann man eine Qualle formen:
Insze­nie­rung 

Nun lassen sich die Figuren an der Decke nahe dem Fenster aufhängen oder sogar als Mobile arran­gieren. Das hat  den Vorteil, dass sich die Figuren mit den Tilland­sien drehen. So bekommen sie von allen Seiten Licht – das lieben sie!
Von Mai bis September kann man die grazilen Pflan­zen­halter wunderbar an einen schat­tigen Platz nach draussen hängen, auf den Balkon, oder z.B. an einen Baum. Dort bekommen sie herr­li­ches Licht und auch mal einen ange­nehmen Regen­schauer ab.

Tillandsien - DIY-Halterung

Tillandsien - DIY-Halterung in Figurinenform

Tillandsien - DIY-Halterung in Figurinenform

Tillandsien - DIY-Halterung in Figurinenform

Tillandsien im Garten mit DIY-Halterung in Figurinenform

 

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