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Waxprints – ein XL-Taschen DIY

Waxprints: Starke Muster, fröh­liche XL-Taschen

Raus aus der Grau­zone! Es ist Sommer! Zeit für Eyecat­cher im Ethno-Stil, die unser Fernweh stillen. Zeit für Taschen, so bunt wie das Leben, mit viel Platz für unsere Sommer­träume. XL-Taschen aus Waxprints. Das sind farben­frohe Baum­woll­stoffe, deren Muster durch aufwen­digen Batik­druck entstehen. In Afrika tragen Frauen und Männer die Wax-Stoffe als Tücher oder als geschnei­derte Kleidungsstücke.

Waxprints - die bunten Stoffe Afrikas.

Stoff­händler auf dem Markt von Braz­z­a­ville, Repu­blik Kongo, 2004. Foto: Bernard Collet, aus “WAX-Die Farben Afrikas”/Gerstenberg (siehe unten)

Holländer brachten im späten 16. Jahr­hun­dert die  java­ni­sche Batik aus Indo­ne­sien nach Europa. Ende des 19. Jahr­hun­derts begann man in Holland mit der Produk­tion von Waxprints und verkaufte diese vor allem nach West­afrika. Dort gehören die bunt gemus­terten Waxprints zu den belieb­testen Stoffen. Sie sind fester Bestand­teil sowohl des alltäg­li­chen als auch des kultu­rellen und zere­mo­ni­ellen Lebens geworden. Oft erzählen die Muster eine Geschichte oder tragen Botschaften in sich.
Neben afri­ka­ni­schen Produ­zenten gibt es noch heute die tradi­tio­nellen Produk­ti­ons­stätten in den Nieder­landen.  Daher stammen auch die Waxprints, aus denen ich meine XL-Taschen genäht habe.

DIY-Taschen aus Waxprintstoffen. Inspired by Africa

Warum WAXprints?

Der Name “Waxprints” leitet sich aus dem Herstel­lungs­ver­fahren der Stoffe ab. Durch Auftragen von Bienen­wachs oder Harz werden Muster auf die gewebten Stoffe aufge­bracht. Beim anschlie­ßenden Färben bleiben diese Stellen frei, man nennt das Reser­ve­fär­bung. Anschlie­ßend wird das Gewebe gewa­schen und das Wachs entfernt. Um verschie­dene Farben zu erhalten, kann dieser Vorgang mehr­mals wieder­holt werden. Durch kleine Risse und Blasen, die im Wachs entstehen können, bilden sich unvor­her­seh­bare feine Linien oder Bläs­chen­muster auf dem Stoff, die das eigent­liche Muster nochmal berei­chern. So hat jede Stoff­bahn eine ganz eigene Anmutung.
Beson­ders schön finde ich, dass das Muster und die Farb­bril­lanz bei dieser Technik auf beiden Seiten des Stoffes glei­cher­maßen zu sehen ist.
Ursprüng­lich dauerte es sehr lange, die Stoff­bahnen in Hand­ar­beit herzu­stellen. Mitt­ler­weile werden die Stoffe maschi­nell bedruckt.

Waxprints – Stoffe in den Farben Afrikas. Ein DIY

Waxprints - kunterbunte Baumwollstoffe, die für Sommerlaune sorgen. Ein DIY

Ein Fest der Farben und Muster

Ich habe die leuch­tenden Stoffe auf einem Markt in Hamburg entdeckt. Die Muster fallen auf! Dem Sog an Farben, Mustern und Eindrü­cken kann man kaum entgehen. Die Stoffe sind hinrei­ßend lebendig.  Genau richtig für große, unkom­pli­zierte Taschen, die wir für einen Tag am Strand, ein Pick­nick auf der Wiese, einen Bummel durch die Stadt oder ein Yoga­wo­chen­ende packen können. Bei der Muster­viel­falt ist es gar nicht so leicht, sich zu entscheiden. Ich habe mir drei Waxprints herausgepickt.

Sommerliche Taschen aus Waxprints. Ein DIY

Waxprints: welt­offen, opti­mis­tisch und fröhlich

Der Grund­schnitt der Tasche ist einfach und kann durch fanta­sie­volle Details ergänzt werden. Fran­sen­borten, Zier­bor­düren, aufbü­gel­bare Schrift­züge, Perlen oder Pail­letten. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich verwende gerne Vinta­ge­stoffe für diese kleinen Projekte. Ein Stück meiner alten Lieb­lings­jeans, ein Rest Leinen von einem Sesselbezug.
Für die erste Tasche habe ich ein Stück einer alten Jeans recht­eckig zuge­schnitten, die Kanten ausge­franst und mit einem Schriftzug versehen. Die nächste Tasche habe ich mit einer leuch­tenden Fran­sen­borte versehen. So entstehen kunter­bunte Unikate. Eine Tasche macht zwar noch keinen Sommer – aber eine tragende Rolle kann sie trotzdem spielen!

Paillettenschriftzüge für XL-Taschen aus Waxprints

Bonheur – Glück – mit Pail­letten auf ein Stück Leinen gestickt.

DIY-Taschen aus Waxprintstoffen. Inspired by Africa

les fleurs – Blumen – mit Bügel-Flick­stoff auf die Tasche gebracht.

Waxprint-Taschen

Der Stoff liegt ca. 120 cm breit. Ich habe für jede Tasche 2 m Stoff gekauft und den Stoff   zuvor gewa­schen und gebügelt.

Zuschnitt inkl. 1 cm Nahtzugabe:

4 x Front­teil à 50 cm x 45 cm

4 x Seiten­teil à  15 cm x 45 cm

2 x Boden à  15 cm x 50 cm

2 x Taschen­henkel à 12 cm x 80 cm

Maße der fertigen Tasche: ca. 48 cm breit, 43 cm hoch und 13 cm tief

Mate­rial:

Passendes Nähgarn, Steck­na­deln, Nähmaschine
… und nach Lust und Laune: Paspel­band, Zier­borten, Fran­sen­borten, Pail­letten, Bügel-Flick­stoff aus Baum­wolle für Schrift­züge, Vinta­ge­stoffe (z.B. von einer alten Jeans, ein Rest Leinen)

 Und so gehts:

Es werden zwei Taschen­beutel genäht. Die eine dient später als Innenfutter.

1.  Die Seiten­teile rechts auf rechts an die kurzen Kanten des Front­teils legen, zusam­men­ste­cken und 1 cm vom Rand steppen. Nun das zweite Front­teil an die anderen Kanten der Seiten­teile rechts auf rechts stecken und eben­falls absteppen. Die Nähte ausein­an­der­bü­geln. Jetzt haben wir eine Tasche ohne Boden, die rechte Stoff­seite liegt innen. Wer Paspel­band mit einar­beiten möchte, muss es mit der geschlos­senen Kante nach innen zwischen Front­teil und Seiten­teil mit fest­ste­cken. Je nach Breite des Paspel­bandes nur 0,5 cm vom Rand steppen.

Der Boden wird nun eben­falls mit der rechten Stoff­seite innen an die untere Öffnung gesteckt und 0,5 cm vom Rand rund­herum abge­steppt. Dabei immer nur von einer bis zur nächsten Ecke steppen und stets so, dass die Nahtenden aneinanderstoßen.

Genauso wird der nächste Taschen­beutel genäht.

2. Für die Taschen­henkel werden beide Stoff­streifen  jeweils rechts auf rechts längs zusam­men­ge­klappt und 1 cm vom Rand zusam­men­ge­steppt. Die Naht mit dem Finger­nagel ausein­an­der­strei­chen. Nun die entstan­denen Schläuche umstülpen, sodass die rechte Stoff­seite außen liegt und die Naht an der Seite. Die Henkel bügeln und nochmal je 0,5 cm von beiden Rändern absteppen.

Waxprints, Pailletten und Borten: sommerliche Taschen im XL-Format. Ein DIY

Jetzt der fanta­sie­volle Part…

3. Wollen wir die Taschen­fronten verzieren, müssen wir das nun tun. Borten oder Fran­sen­kanten können an belie­bigen Stellen fest­ge­steckt und aufge­näht werden. Aus Bügel-Flick­stoff habe ich Buch­staben ausge­schnitten und auf die Taschen­front aufge­bü­gelt. Alter­nativ können wir sie auf ein Stück Jeans­stoff bügeln und mit Pail­letten besti­cken. Das beschrif­tete Jeans­stück wird dann auf die Taschen­front gesteppt.
Sind die Fronten fertig verziert, kann die Futter­ta­sche einge­näht werden.

4. Dazu die oberen Kanten beider Taschen ca. 2 cm umbü­geln (links auf links). Die Futter­ta­sche nun in die Außen­ta­sche stecken (links auf links, so dass man außen und innen die rechte Seite des Stoffes sieht).
An den Enden der Taschen­henkel jeweils eine Markie­rungs­linie 3 cm vom Rand einzeichnen.
Die umge­bü­gelten Kanten der Innen- und Außen­ta­sche nun exakt aufein­an­der­ste­cken. Dabei jeweils ca. 11 cm vom Rand die Taschen­henkel zwischen Futter- und Außen­ta­sche fest­ste­cken (Markie­rungs­linie auf Kante). Die Kante 0.5 cm vom Rand absteppen.
Die Henkel noch einmal mit einer zusätz­li­chen Naht fixieren.

Die Anlei­tung mit Skizzen und Bildern zum Ausdru­cken gibt es hier!

 

Na, Lust bekommen? Es bereitet gute Laune, mit den Waxprints zu arbeiten. Im selben Stil könnten wir farb­starke Kissen­hüllen nähen – toll z.B.für die Terrasse. Wir könnten den Sitz­pols­tern unserer Stühle einen frischen  Look verpassen.
Lassen Sie uns den Sommer feiern! Egal ob zu Hause oder irgendwo anders auf der Welt. Die Tasche für meine Sommer­träume kann gar nicht groß genug sein. Und wie geht es Ihnen?

Wenn du gehen kannst,
kannst du auch tanzen.
Wenn du reden kannst,
kannst du auch singen.
Wenn du denken kannst, 
kannst du auch träumen.

Aus Afrika

Waxprints - die bunten Stoffe Afrikas.

Stühle mit Wax-Stoffen. Design und Foto von Sandrine Alouf für das Projekt “Wax going on”. Aus aus “WAX-Die Farben Afrikas”/Gerstenberg (siehe unten)

Und wo bekommt man Waxprints?

Norma­ler­weise werden Waxprints in 12 yards „full piece“ (ca. 11 m) oder 6 yards „half piece“ (ca. 5,5 m) verkauft. Aber manchmal bekommt man sie auch per Meter.

Die wohl schönsten Stoffe gibt es beim Tradi­ti­ons­un­ter­nehmen Vlisco aus Helmond/Niederlande. Ein Besuch auf der Home­page lohnt sich. Sie ist so bunt und kreativ! Beson­ders unter der Rubrik Fashion Inspi­ra­tion.
 www.vlisco.com

Sommerliche Taschen aus Waxprints. Ein DIY

Buch­emp­feh­lung: 

WAX – die Farbe Afrikas von Anne-Marie Bout­tiaux, Gers­ten­berg Verlag.

WAX – Die Farben Afrikas. Ein BuchtippDie inter­es­sante Kultur­ge­schichte der Waxprints in einem wunder­schönen Einband. Die Anthro­po­login und Kunst­his­to­ri­kerin Anne-Marie Bout­tiaux erklärt die Entste­hung und Bedeu­tung der knall­bunten Baum­woll­stoffe. Woher stammt diese Batik­technik, wie hat sie sich entwi­ckelt, und wie haben die Wax-Stoffe ihren Platz in der afri­ka­ni­schen Kultur einge­nommen? Welche Rolle spielte die Kolo­nia­li­sie­rung und welche Probleme entstehen durch die Globa­li­sie­rung? Die schön bebil­derte, viel­schich­tige Betrach­tung  regt zum Nach­denken an und zeigt beson­dere Aspekte und Bedeu­tungen von Farben und Mustern auf.
Ein Buch für alle, die gerne über den Teller­rand schauen und die Lust haben, die Geschichte hinter den Dingen kennenzulernen.

Waxprints - die bunten Stoffe Afrikas.

192 Seiten, Hard­cover, über­setzt von Julia Pavian Nunes, ca. 32 Euro.

Hotel-Tipp:

25hours Hotel Paris. Ein Interieur mit Waxprints

Wie wir die Waxprints im Inte­rieur einsetzen können, macht uns das 25hours Hotel “Terminus Nord” in Paris vor. Die einla­denden Zimmer des zentral am Gare du Nord liegenden Hotels sind üppig mit Tages­de­cken und Kissen aus Wax-Stoffen gestaltet. Ich finde diesen eklek­ti­schen Look sehr kreativ und inspirierend.
Aus einigen Zimmern hat man einen fantas­ti­schen Blick auf die neoklas­si­zis­ti­sche Fassade des Gare du Nord und die Basi­lika Sacré-Cœur de Mont­martre. Wer mag, kann sich eines der hotel­ei­genen E‑Bikes leihen und die Stadt der Liebe auf dem Rücken eines Draht­esels erkunden. Ich finde, das klingt auch nach so einem Sommer­traum… also ab damit in die Tasche!

25hours Hotel Paris. Ein Interieur mit Waxprints

25hours Hotel Terminus Nord Paris
12 Boule­vard de Derain
75010 Paris

www.25hours-hotels.com/hotels/paris/terminus-nord

Strea­ming-Tipps:

Das Haus Chris­tian Dior hat für die Cruise-Kollek­tion 2020 diese tradi­tio­nelle Färbe­me­thode aufge­griffen und in Koope­ra­tion mit dem Was-Hersteller Unifax von der Elfen­bein­küste eine Kollek­tion aus Waxprints gezeigt.  Ich habe Ihnen hier einmal zwei sehens­werte und inspi­rie­rende YouTube-Videos dazu verlinkt:

Wer einen Einblick in die Wax-Print-Produk­tion bekommen möchte, kann sich dieses  YouTube-Video anschauen:  UNIWAX – Manu­fac­tu­ring of African Fabric

 

Sommerliche Taschen aus Waxprints. Ein DIY

 

Sommerliche Taschen aus Waxprints. Ein DIY

Liberté – Frei­heit – mit Pail­letten auf Vintage-Jeans gestickt.

 

XL-Taschen aus afrikanisch inspiriertem Waxprint. Ein DIYWeitere Krea­tiv­themen auf dem Blog:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Stoff­druck: Sommer­tisch­decke “Schmet­ter­lings­wiese”

Wie geht es Ihnen, wenn Sie den ersten Schmet­ter­ling des Jahres vorbei­flat­tern sehen? Wenn ich den ersten  Zitro­nen­falter in unserem Garten entdecke, macht mein Herz immer einen kleinen Freu­den­hüpfer. Jedes Jahr aufs Neue.
In einer Betrach­tung des Dich­ters und Schrift­stel­lers Hermann Hesse “Über Schmet­ter­linge” von 1935 heißt es:

…Die Schmet­ter­linge nun, von denen hier die Rede sein soll, sind gleich den Blumen für viele Menschen ein sehr bevor­zugtes Stück­chen Schöp­fung, ein beson­ders geschätztes und wirk­sames Objekt jenes Erstau­nens, ein beson­ders lieb­li­cher Anlass zum Erlebnis, zum Ahnen des großen Wunders, zur Vereh­rung des Lebens. Sie scheinen, gleich den Blumen, recht eigens als Zierde, als Schmuck und Juwel, als kleine funkelnde Kunst­werke und Loblieder von höchst freund­li­chen, anmu­tigen und witzigen Genien erfunden und mit zärt­li­cher Schöp­fer­wol­lust ausge­dacht worden zu sein.…”

Und genau diese kleinen Wunder­werke der Natur mit ihren Farben und der orna­men­talen Viel­falt ihrer Flügel haben mich zu meinem Stoff­druck inspi­riert. Zu einer sommer­li­chen Leinen­tisch­decke, die die verspielte Leich­tig­keit einer Sommer­wiese einfängt.

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Ein Spazier­gang…

Die Luft ist erfüllt vom satten Duft frischen Grüns und über mir wölbt sich die üppige Krone einer Kastanie. Am Weges­rand und auf den Wiesen wiegen sich die langen schlanken Gräser in zitternder Schön­heit im Wind. Wie leicht fallen die Schritte zu dieser Jahres­zeit! Auf der jungen Blüte eines Wiesen­ker­bels lässt sich ein Aurora-Falter nieder. Weiß sind seine zarten Flügel, nur die Spitzen hat er in Orange getaucht. Ein zweiter flat­tert heran. Sein Flug hat etwas Kind­li­ches, mal hier, mal dort, mal hinauf, mal hinab, unbe­darft und schwe­relos umkreist der Flat­ter­hafte eine Blüte. Klappt er nach der Landung seine Flügel zusammen, scheint er mit der Blüte zu verschmelzen.

Auf dem Feld tanzen Hasen umein­ander und aus der Ferne ruft der Kuckuck. Wie in einem Gedicht wandle ich durch die Natur. Über dem glit­zernden Wasser des Baches tanzen die Mücken, schnell und wild, als wollten sie jede Sekunde ausnutzen. Die Natur ist so schön – wahr­haftig – es sind nicht nur leere, bunt­ge­schmückte Worte…

Augen­blick verweile doch!

Ich pflücke ein paar Gräser und Wiesen­blumen und beob­achte das Pas de deux zweier Kohl­weiß­linge. Die hellen Flügel sind um ein Viel­fa­ches größer als ihre Körper und bewegen sich rasch in der Luft. Die Falter faszi­nieren mich mit ihrer unschul­digen Anmut. Waren sie nicht noch eben unschein­bare Raupen? Wer kennt nicht die kleine hung­rige Raupe Nimmer­satt aus dem berühmten Kinder­buch von Eric Carle. Sie frisst und frisst. Kann nicht genug bekommen und dann? Gut geschützt in ihrem Kokon macht sie ihre Verwand­lung durch, um sich alsbald in abso­luter Voll­kom­men­heit zu entfalten.
Die Natur hält solche Wunder bereit. Wir können sie überall entdecken.

DIY: Mit Schmetterlingsstempel und Gräsern eine sommerliche Tischdecke gestalten

DIY: Sommerliche Tischdecke

Gräser und Schmet­ter­linge auf Stoff gedruckt 

Große Stern­miere, Hahnenfuß, Wiesen­schaum­kraut, aller­hand Gräser, Wiesen­kerbel – all diese Pflanzen möchte ich auf eine sommer­liche Tisch­decke drucken. Und dazu natür­lich Schmetterlinge!
Meinen Strauß stelle ich zu Hause ins Wasser. Die Idee ist, den Abdruck der Pflanzen mit Textil­farbe direkt auf den Stoff zu bringen.
Für die Schmet­ter­linge gibt es ein großes Angebot an hübschen Stem­peln. Für die großen Schmet­ter­linge in der Mitte meiner Tisch­decke fertige ich aller­dings selber einen Stempel aus Stem­pel­gummi an. Nach einer Vorlage oder frei­hand zeichne ich den Schmet­ter­ling auf das Stem­pel­gummi und schneide mit dem Schnitz­werk­zeug mein Motiv aus. Bei der Arbeit mit dem weichen Stem­pel­gummi können auch Kinder sehr gut mitmachen.

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Stempel für Stoffdruck selbermachen

Farbe und Fantasie

Ich liebe hand­ge­webtes Leinen und habe auch diese Tisch­decke aus einem großen Vinta­gelaken gefer­tigt. Aber natür­lich kann man auch einen Baum­woll­stoff oder eine fertige Leinen- oder Baum­woll­tisch­decke nehmen. Wichtig ist, dass der Stoff gewa­schen, trocken und gebü­gelt ist.
Ich habe die langen Seiten der Decke zuerst einmal mit den Gräsern bedruckt.

Stoff mit Gräsern bedrucken

Auf einer Unter­lage betupfe ich die Pflanzen mit grüner Textilfarbe.

Wich­tige Utensilien:
  • Tisch­decke, Kissen­hülle, Servietten
  • Stoffmal- und Druckfarbe
  • Pinsel und Schwäm­m­chen zum Betupfen der Stempel
  • Stempel Schmet­ter­ling (z.B. Sili­kon­stempel mit Acryl­blog oder Holz­s­tempel aus dem Bastel- oder Kreativmarkt)
  • Unter­lage (z.B. altes Kunstoff-Tischset)
  • Küchen­pa­pier
  • Stick­garn in passender Farbe, Sticknadel

optional:

  • Stem­pel­matte als Unter­lage für schöne Stem­pel­er­geb­nisse (Bastel­ge­schäft)
  • Stem­pel­gummi (Bastel­ge­schäft)
  • Schnitz­werk­zeug (Bastel­ge­schäft)
  • Nudel­holz

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Wilde Blumen und Gräser als Stempel

Ich habe meinen Arbeits­tisch mit Pack­pa­pier ausge­legt und den Stoff glatt darauf ausge­richtet. Die Stem­pel­matte wird immer dort unter dem Stoff posi­tio­niert, wo gerade gestem­pelt werden soll.
Gräser und Blumen können mit dem Nudel­holz etwas geplättet werden. Nun können  sie auf einer Seite mit Textil­farbe einge­pin­selt werden.  Anschlie­ßend hebe ich sie vorsichtig an und plat­ziere sie mit der Farb­seite auf den Stoff. Darüber lege ich ein Küchen­pa­pier und  rolle mit dem Nudel­holz über das Gras oder die Blume. So gibt es einen  schönen Abdruck. Küchen­pa­pier und “Natur­stempel” vorsichtig entfernen. Ich habe immer einige Blätter Küchen­pa­pier in Gebrauch, sobald die Farbe trocken ist, können sie im Wechsel immer wieder aufge­legt werden.
Stück für Stück können wir uns so vorar­beiten und eine wilde Wiese aus verschie­denen Grün­tönen drucken.

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Tanz der Schmetterlinge

Ist die Wiese gedruckt, folgen die Schmet­ter­linge. Ich habe mit Schwäm­m­chen die Textil­farbe auf die Stempel aufge­tupft und die kleinen Falter dann auf den Stoff gedruckt.

In die Mitte der Tisch­decke habe ich sechs große Schmet­ter­linge gedruckt, jeweils umrahmt von einem Kreis aus einfa­chen Stick­sti­chen (Vorstich). Ein Kreis aus Papier in der passenden Größe hilft, den Rahmen zu sticken. Ich habe das Papier einfach mit Steck­na­deln auf dem Stoff fixiert und umstickt, so spare ich mir aufge­zeich­nete Linien auf dem Stoff.
Als Zierde setze ich noch acht Knöt­chen­stiche um den Rahmen.
Mit den Knöt­chen­sti­chen können auch die Gräser und Blumen noch ein wenig verziert werden.

Knöt­chen­stich: Die Nadel wird von links durch den Stoff gesto­chen. Direkt nach dem Ausstich den Faden einige Male um die Nadel wickeln. Knapp neben dem Ausstich die Nadel wieder einste­chen. Dabei den um die Nadel gewi­ckelten Faden fest­ziehen. Nun den Faden ganz durch­ziehen. Das Knöt­chen dabei etwas fest­halten. Die Größe des Knöt­chens hängt davon ab, wie oft der Faden um die Nadel gewi­ckelt wurde (eine Video-Anlei­tung habe ich hier verlinkt).

Abschlie­ßend muss die Textil­farbe nach Packungs­an­lei­tung fixiert werden. Meis­tens wird hierzu der bedruckte Stoff durch ein Tuch einige Minuten bei Baum­woll­tem­pe­ratur gebügelt.

 

Sommertischdecke mit Schmetterlingen und Gräsern bedrucken. Ein DIY

Sommertischdecke mit Schmetterlingen und Gräsern bedrucken. Ein DIY

Und weil das alles großen Spaß macht, habe ich gleich noch Leinenser­vi­etten und Leinen­kissen verziert.
Die wunder­schönen zarten Leinen­kissen mit Fran­sen­kante habe ich übri­gens bei Vossberg gefunden.

DIY: Mit Schmetterlingsstempel und Gräsern eine sommerliche Tischdecke gestalten

Stoffdruck: Leinenkissen "Schmetterling". Ein DIY

Blumen, Falter, Sommerlaune

Und so breite ich meine Sommer­tisch­decke über meinem Garten­tisch unterm Apfel­baum aus. Um mich herum eine verschwen­de­ri­sche Fülle an Gänse­blüm­chen, auf dem Tisch eine Terrine mit Gräsern, Butter­blumen und Kräu­tern. Es schwirrt und surrt, flat­tert und singt. Der Klang der Natur unter­malt meine kleine Szenerie – und wer landet neben mir auf der Stuhl­lehne? Mein kleiner Freund, das Rotkehlchen!

Blauer Schmet­ter­ling

Flügelt ein kleiner blauer
Falter vom Wind geweht,
Ein perl­mut­terner Schauer, 
Glit­zert, flim­mert, vergeht.
So mit Augenblicksblinken, 
So im Vorüberwehn
Sah ich das Glück mir winken,
Glit­zern, flim­mern, vergehn.

Hermann Hesse

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Tipp: 

Schmet­ter­linge gehören mit rund 170 000 Arten zu den belieb­testen Insekten. In Deutsch­land leben ca. 3500 Arten, davon sind aller­dings nur etwa 180 Arten Tagfalter, weit mehr sind Nachtfalter.
Leider sind immer mehr Schmet­ter­lings­arten vom Aussterben bedroht und verschwinden. Ihr Lebens­raum und ihr Nahrungs­an­gebot schrumpft durch die Bebauung vieler Wiesen, Natur­flä­chen und den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
Ich lasse in meinem Garten bewusst einige Ecken ganz natür­lich. Raupen lieben Brenn­nes­seln, Klee und Brom­beer­sträu­cher, und ich mag es, wenn die Tiere sich in unserem Garten wohl­fühlen, sich am Nektar der Blüten erfreuen und Unter­schlupf finden. Ein kleines Schla­raf­fen­land für die Tiere…

Brauner Bär,   Foto: BUND/Tim Laumann

Der NABU und der BUND e. V. haben einige Tipps zur Gestal­tung eines schmet­ter­lings­freund­li­chen Gartens zusammengestellt.

Übri­gens: Der Schmet­ter­ling des Jahres 2021 ist der “Braune Bär”, ein Nacht­falter. Die ältere Raupe hat eine dichte braune Behaa­rung gleich einem Bären­fell – daher der Name.

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

 

Empfeh­lung:

Ich denke, es ist ein Buch über Hoff­nung. Kinder brau­chen Hoffnung.”

Eric Carle

Die kleine Raupe NimmersattEric Carles wunder­bares Buch “Die kleine Raupe Nimmer­satt” ist ein echter Klas­siker. Das liebens­werte Bilder­buch über die kleine hung­rige Raupe, die sich durch aller­hand Lecke­reien futtert, habe ich als Kind geliebt und auch meine Kinder hatten ihre Freude an der Geschichte und den Bildern. Dieser einzig­ar­tige Moment, wenn aus der kleinen, unschein­baren Raupe ein wunder­schöner Schmet­ter­ling wird! Dieses Wunder der Natur stimmt doch wirk­lich hoffnungsvoll.
Kinder­buch­autor Eric Carle hat all seine Bücher mit einer faszi­nie­renden Colla­ge­technik illustriert.
Gerade während der Arbeit an diesem Beitrag erreichte mich nun leider die Meldung, dass Eric Carle am 23. Mai in Nort­hampton, Massa­chu­setts (USA) mit 91 Jahren verstorben ist. Er hat uns einen wert­vollen Schatz an Kinder­bü­chern hinterlassen.

Ich habe Ihnen hier ein Inter­view mit Eric Carle und einen kleinen Film über sein krea­tives Schaffen verlinkt. Beide Filme hat der Gers­ten­berg Verlag auf YouTube veröffentlicht:

Das Buch “Die kleine Raupe Nimmer­satt” ist im Gers­ten­berg Verlag erschienen.

www.eric-carle.com

 

Weitere Themen rund um Leinen, Stem­pel­druck und Schmet­ter­linge auf dem Blog:

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

Stoffdruck: Sommertischdecke "Schmetterlingswiese". Ein DIY

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fjarill_Poesi_c_AnneDeWolff-01

FJARILL – wenn Poesie zu Musik wird – ein Interview

Vor einiger Zeit habe ich im Radio ein Live-Konzert des schwe­disch-südafri­ka­ni­schen Duos FJARILL aus Hamburg gehört. Ich blieb hängen, war über­rascht, spürte aber gleich­zeitig etwas Vertrautes – das war wunderbar. Geige, Klavier, Gesang. Die Musik der Schwedin Aino Löwen­mark und der Südafri­ka­nerin Hanmarie Spiegel klang ruhig und klar, traum­haft schön und doch greifbar. Ich genoß das Tempo, die Wärme, die Leiden­schaft – mal lebhaft, mal farben­froh, mal hauch­zart und immer ein biss­chen geheim­nis­voll, mit einer märchen­haften Aura.
2004 haben sich die beiden Musi­ke­rinnen in Hamburg kennen­ge­lernt und in ihrem Schaffen unter dem Namen FJARILL zusam­men­getan. Seitdem  haben sie neun Alben veröf­fent­licht und ihr Publikum bei zahl­rei­chen Live­kon­zerten verzaubert.
Mich hat die Musik neugierig gemacht auf dieses Duo mit dem beson­deren Namen –und sie hat mich zu stillen, sanften Foto­gra­fien inspi­riert, die Raum für Gefühle und Gedanken lassen…

Fjarill - Das neue Album POËSI – ein Interview

POËSI – das neue Album 

Heute, am 30. April, erscheint  das neue Album von FJARILL. Und der Name ist Programm: POËSI. Es ist zwei Lite­ratur-Nobel­preis­trä­gern gewidmet, dem Schweden Pär Lagerk­vist und der deutsch-jüdi­schen Schrift­stel­lerin Nelly Sachs. Beide sind 1891 geboren.
Nelly Sachs schrieb bereits mit 17 Jahren Gedichte. Ihre Bestim­mung zum Schreiben wurde aber erst durch  die Vernich­tung des jüdi­schen Volkes durch die Nazis ausge­löst. 1940 floh sie von Berlin nach Stock­holm. Ihre dich­te­ri­sche Absicht war, das Leiden der Menschen ihrer Zeit sichtbar zu machen, das Marty­rium des jüdi­schen Volkes ins Wort zu setzen. Das Schreiben war für sie die einzige Möglich­keit, das Grauen zu verar­beiten. In ihren Gedichten stehen schmer­zende Wahr­heiten neben zärt­lich roman­ti­schen Worten – was die Inhalte noch tiefer dringen lässt.

Auch den schwe­di­schen Schrift­steller Pär Lagerk­vist haben die zwei erlebten Welt­kriege geprägt. Die Angst, die Frage nach dem Sinn des Lebens, der Vergäng­lich­keit und dem Glauben, die Sehn­sucht und die Liebe sind zentrale Themen seiner Gedichte. Themen, die uns gerade in Zeiten der Pandemie noch einmal verstärkt beschäftigen.

VÅR ÄR HIMMELN… unser ist der Himmel…
Aber diese Welt, die zerbrech­lichste von allen, 
ist in ihrer Schwäche unvergänglich…

(Pär Lagerk­vist, Titel aus dem CD-Booklet POËSI)

FJARILL hat den Worten – den hoff­nungs­vol­leren und den trau­rigen – Melo­dien gegeben und sie ins Jetzt getragen.

Hier nehme ich euch gefangen 
ihr Worte
Wie ihr mich buch­sta­bie­rend bis aufs Blut
gefangen nehmt
ihr seid meine Herzschläge
zählt meine Zeit
diese mit Namen bezeich­nete Leere

Laßt mich den Vogel sehen
der singt
sonst glaube ich die Liebe gleicht dem Tod -

Nelly Sachs

Mit Worten und Klängen Welten erschaffen

Nadja Küchen­meister, deut­sche Lyri­kerin der Gegen­wart, hat einmal gesagt: “Alles, was in der Welt ist, hat Platz im Gedicht. Alles, was fehlt, erst recht.”
Auf kleinem Raum können die Worte so groß, irri­tie­rend, trös­tend oder so beglü­ckend wirken. Manchmal auch unbe­stimmt, offen und rätsel­haft – und gemeinsam mit Musik entstehen wunder­volle Klangbilder.

Die Musik auf dem Album POËSI bewegt sich zwischen Folk, Pop, Jazz und Klassik. Die Pianistin Aino Löwen­mark schafft gemeinsam mit der Violi­nistin Hanmarie Spiegel – ergänzt durch Bass, Gitarre, Akkor­deon und Percus­sion – magi­sche Klang­farben. Gesungen wird auf Schwe­disch und – neu für FJARILL – auf Deutsch.

FJARILL – Krea­ti­vität und Musikalität

In Zeiten der Pandemie musste auch FJARILL sich etwas gegen Still­stand und Stille einfallen lassen. Mutig star­teten die beiden Musi­ke­rinnen zur Finan­zie­rung des neuen Albums eine Crowdfunding-Kampagne.

Ich habe mich mit Aino Löwen­mark und Hanmarie Spiegel über ihre Musik, das neue Album und die Poesie unterhalten…

FJARILLdas klingt sehr poetisch. Was bedeutet es genau?

Fjarill ist ein Phan­ta­sie­name, mit Asso­zia­tionen zu dem schwe­di­schen Wort „fjäril“ … was Schmet­ter­ling bedeutet. Wir haben uns diesen Namen im Jahr 2005 gegeben, weil wir „leicht“ und „elegant“ klingen wollten. Mit der Zeit sind aber noch viele andere Bedeu­tungen hinzu­ge­kommen. Bevor ein Schmet­ter­ling fliegen kann, muss er eine Meta­mor­phose durch­leben. Aus einem relativ häss­li­chen Würm­chen wird ein bunter Falter.
Die Frage ist, ob das Bewusst­sein eines Schmet­ter­lings auch immer noch die Erin­ne­rung an das Raupen-Dasein in sich trägt? Sollten wir mal die Gele­gen­heit bekommen, einen rich­tigen Schmet­ter­ling zu fragen, wäre das sehr inter­es­sant zu erfahren. Denn auch wir Menschen leben nicht nur mit unserem aktu­ellen Bewusst­sein, sondern schöpfen aus den Erfah­rungen unserer Herkunft, unserer Heimat und aus unseren Vorfahren.

Was haben Krea­ti­vität und Musik für Sie als Kinder bedeutet? … und heute?

Musik lässt andere Welten entstehen, in die man rein­steigen kann. Schon als Kind war Musik ein Eintreten in eine andere Dimen­sion. Heute ist es genauso. Obwohl wir an zwei völlig verschie­denen Orten dieser Erde aufge­wachsen sind, hat uns die Musik in unseren Fami­lien immer begleitet. Es wurde sowohl in Schweden als auch in Südafrika immer viel gesungen und Haus­musik gemacht. Ein Fami­li­en­treffen ohne Musik war und ist für uns undenkbar. Das haben wir in unseren eigenen Fami­lien fort­ge­führt, denn wir beide haben sehr musi­ka­li­sche Ehepartner gehei­ratet und auch unsere Kinder machen heute schon viel Musik. 

Wie haben Sie es denn geschafft, einen eigenen Weg zu finden, einen eigenen Stil, eine Form des Ausdrucks?

Durch prak­ti­sche Erfah­rung, durch viele Konzerte, durch viel Live-Spielen. Erst durch das eigene Tun entwi­ckelt man den eigenen Stil. Sicher­lich war er vorher schon ange­legt, musste aber erst aufge­weckt werden und hat sich in den Jahren verfei­nert und fokus­siert. Wichtig ist, sich selbst treu zu beleiben und nicht einem Produkt nach­zu­ei­fern. Dann ist der Weg authen­tisch und gehaltvoll.

Wo finden Sie Inspiration?

In der Natur, in der Philo­so­phie, in der Poesie, im authen­ti­schen Ausdruck anderer Musiker, in Kompo­si­tionen, in Kunst­werken, in Bezie­hungen … eigent­lich überall im Leben, wo man mit etwas oder jemandem in Kontakt ist.

Inwie­weit prägen Ihre Herkunfts­länder Ihre Kunst? Spielen Tradi­tionen dabei auch eine Rolle?

Ja absolut, die Herkunft sitzt in jeder Zelle … die schwe­di­sche Sprache und die Melo­dien der schwe­di­schen Volks­lieder haben eine starke Prägung. Wenn wir einen Text auf Afri­kaans schreiben, klingt auch unsere Musik etwas anders. Wir beide haben auch einen inten­siven Chor-Hinter­grund, was einen Einfluss auf die Harmo­nien bei uns beiden hat. Deswegen lieben wir es, zwei­stimmig zu singen.

Auf Ihrer neuen CD POËSI lassen Sie Gedichte von Nelly Sachs und Pär Lagerk­vist zu Musik werden. Worin lag die Herausforderung?

Bei Nelly Sachs fanden wir, dass die Gedichte schwer zu vertonen waren, da das Metrum sehr unre­gel­mäßig ist. Die Melo­dien haben sich Zeit gelassen, waren aber dann plötz­lich da. Wir haben versucht, einfache Melo­dien zu schweren Gedichten zu schaffen, auch um sie zugäng­li­cher zu machen. Die Schwie­rig­keit ist immer, dass es mühelos klingen muss und so natür­lich wie möglich.

Wie gelingt das genau?

Genau durch die einfa­chen Melo­dien wird es leichter. Wenn man eine schwere, komplexe Musik einem schweren, komplexen Text hinzu­fügt, wird alles sehr schwer verdau­lich. Komple­xität soll auch verstanden werden, da hilft die Musik!
Die Gedichte von Pär Lagerk­vist waren etwas leicht­gän­giger – viel­leicht liegt es aber auch daran, dass sie auf Schwe­disch waren.

Was hat Sie bei der Verwand­lung der Gedichte in Musik am meisten bewegt? Gab es beson­dere Momente?

Ja, sehr viele … bei einem Text von Nelly Sachs („Für Nelly Sachs“) tanzt sie für ihren Vater. Diesen Tanz haben wir versucht, in ein Musik­video umzu­setzen („Hier nehme ich euch gefangen/ihr Worte“). Bei Pär Lagerk­vist ist der Text von „Glömma Glömma“ so passend zu diser Pande­mie­zeit … Projekte, die sterben, Konzerte, die nicht gespielt werden. Das hat uns zwischen­durch auch traurig gestimmt. Die Musik war ein gutes Medium, verschie­denste Gefühle auszudrücken.

Gibt es denn Titel, die Sie ganz beson­ders berühren?

Alle  … jedes Gedicht ist ein Wesen für sich und die sind alle so besonders.

Wir leben in einer sehr schnellen, durch­ge­tak­teten Zeit. Wieviel Raum ist da für Gedichte und Poesie?

Skulptur auf dem Friedhof Ohlsdorf, HamburgDie Zeit sollte man sich unbe­dingt nehmen, sonst geht die Seele kaputt! Wir hatten das Glück, dass wir uns fast acht Monate Zeit lassen mussten (konnten) mit der Produk­tion des Albums. Wegen der Kontakt­be­schrän­kungen haben wir mit unserem Produ­zenten Stephan Gade nur digital kommu­ni­ziert, obwohl er auch in Hamburg lebt. Dadurch hat alles etwas länger gedauert. Aber wir sind froh, denn so konnten wir uns sehr intensiv mit den Texten und den Melo­dien beschäf­tigen. Das hat tatsäch­lich noch mal vieles verän­dert und poeti­scher werden lassen. Die Lyrik von Nelly Sachs und Pär Lagerk­vist ist nicht immer leicht­gängig. Sie fordert Zeit, sie reift, je öfter man die Gedichte liest und am Ende sinkt sie ganz tief in das Bewusst­sein ein. Das ist der Zauber richtig guter Lyrik. Der Nobel­preis für Lite­ratur wurde den beiden ja nicht umsonst verliehen.

Woran erkennen Sie eigent­lich, ob eine Kompo­si­tion fertig ist?

Das spürt man einfach … und doch wird sie nie fertig … In all den Jahren haben wir unsere Lieder immer und immer wieder gespielt – und sie haben sich mit uns weiter entwi­ckelt. Manchmal, mitten im Konzert, verlieren wir uns darin. Dann fangen wir an zu impro­vi­sieren, ab und zu verweben wir zwei Lieder von uns inein­ander. Eigent­lich weiß man nie, wie sich ein Konzert entwi­ckelt. Und so kompo­nieren wir auch. Nichts ist fest­ge­schrieben, alles ist erlaubt. Das ist unsere Frei­heit. 

Worin liegt die Schön­heit eines Liedes?

In dem Moment, in dem etwas berührt wird. Manchmal ist es wie ein Gewit­ter­sturm, der die Seele durch­rüt­telt und manchmal ist es eben der leise Flügel­schlag eines Schmet­ter­lings – der aber dieselbe Wirkung erzielt.

Krea­ti­vität entsteht ja häufig aus Mangel, aus Krise. Inwie­fern könnte die Pandemie vor diesem Hinter­grund die Musik und die Kunst verändern?

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Foto: Anne De Wolff

Aus der Leere entstehen neue Welten und somit können neue Sachen wachsen. Die Pandemie ist auch eine Möglich­keit für eine posi­tive Verän­de­rung und neue Formate … Wir haben den Kontakt zu unserem Publikum verloren, das hat weh getan und es tut immer noch weh. Deswegen haben wir unser Publikum gefragt, ob wir ein Album mit vertonten Gedichten produ­zieren sollen und ob alle mithelfen wollen, es zu finanzieren.
Die Reak­tion war atem­be­rau­bend. Unser Crowd­fun­ding-Ziel war in kürzester Zeit erreicht. Das hat gut getan und hat uns ganz viel Kraft gegeben. Ohne die Not wären wir diesen Weg viel­leicht gar nicht gegangen. Das sagen wir uns, wenn wir das absolut Posi­tive daraus ziehen möchten, aber dieser Zustand ohne Konzerte soll nicht sein! Wir brau­chen keine Pandemie, um unsere Krea­ti­vität zu erhöhen. 

Nicht alle Menschen verstehen die schwe­di­schen Texte. Welchen Effekt hat das?

Die Menschen dürfen ihr analy­ti­sches Gehirn in die Ferien schi­cken und eigene Bilder entstehen lassen. Das gibt uns viel Frei­heit, bedeutet aber auch für das Publikum frei zuzu­hören. Wir über­setzen in unseren CD Book­lets auch nur so sinn­gemäß wie möglich und in Konzerten erzählen wir natür­lich viel über die Lieder. Aber uns ist es am liebsten, wenn jeder sich von seiner eigenen Fantasie treiben lässt.

Ermög­licht hat das neue Album eine Crowd­fun­ding-Kampagne. Wie hat sich das angefühlt?

Wunderbar! So viele tolle, treue Menschen, die mit offenen Herzen an uns glauben! Ohne die übli­chen Konzert­ein­nahmen waren wir zunächst etwas ratlos. Dann dieser Zuspruch. Wir haben ja nicht nur Geld bekommen, sondern auch viele E‑Mails mit unglaub­lich ermu­ti­genden Worten. Jeder, der uns unter­stützt hat, hat das Album schon vor Wochen per Post bekommen. Auch daraufhin haben wir so viele tolle Reak­tionen erhalten. Das fühlt sich einfach unglaub­lich gut an.

Bald werden hoffent­lich wieder Konzerte statt­finden. Wissen Sie vor einem Konzert, wohin es Sie trägt?

Jedes Konzert ist unique. Man kann nicht wirk­lich wissen, wo die Reise hingeht. Die Inter­ak­tion mit dem Publikum, der Klang im Raum – das alles spielt eine große Rolle.

Was haben Sie in der Pandemie über sich selbst gelernt?

Zu viel auf dem Sofa sitzen macht Ischias!

Der wohl schönste Ort für ein Livekonzert?

Das Barden­treffen in Nürn­berg! Es fand in einer alten Ruine statt und war einfach groß­artig. In Hamburg spielen wir am aller­liebsten in der St. Katha­ri­nen­kirche. Dort herrscht immer eine ganz beson­dere Stimmung.

Haben Sie schon ein neues Projekt im Kopf?

… viel­leicht irgend­wann eine ganze Platte mit Gedichten von Nelly Sachs…!

Herz­li­chen Dank!

Fjarill - ein Interview mit dem Musikerinnen-Duo

Fjarill – wenn Poesie zu Musik wird

Die Musik von FJARILL ist eine Einla­dung, immer wieder aufs Neue genau hinzu­hören, hinzu­schauen und jenseits des Offen­sicht­li­chen etwas aufzuspüren.
Musik – sie heitert uns auf, rührt uns zu Tränen, bewegt uns. Musik ist der Schlüssel zu einer Welt voller beson­derer Momente und ein unschätzbar wert­voller Teil unserer Kulturen.
Und auch wenn wir eigent­lich nichts besäßen – die Schön­heit der Natur, der Worte und der Musik stünden uns immer zur Verfügung.

Die Engel sind stark in den Schwachen”

Nelly Sachs

Das Album POËSI erscheint am 30.4. 2021 auf dem Label “Butter & Fly Records” im Vertrieb von “Indigo”. Es ist als CD, Down­load & Stream erhältlich.

Die Fotos von Aino Löwen­mark und Hanmarie Spiegel stammen von der Foto­grafin Anne De Wolff .

Weitere Infor­ma­tionen zu FJARILL, Tour­daten und Work­shop­an­ge­bote finden Sie unter www.fjarill.de

Zu dem vertonten Gedicht “Hier nehme ich euch gefangen / ihr Worte” von Nelly Sachs gibt es ein Video auf  YouTube .

Fjarill – das neue Album POËSI

Fjarill - ein Interview mit dem Musikerinnen-Duo

 

Die weiteren Fotos, die diesen Beitrag illus­trieren, habe ich auf dem größten Park­friedhof der Welt, dem Ohls­dorfer Friedhof, gemacht. Mit seinen 389 Hektar liegt er mitten in Hamburg. Der 1877 eröff­nete Friedhof mit seinen zahl­rei­chen Skulp­turen, dem gewal­tigen Baum­be­stand, den Seen und der eindrucks­vollen Garten­ar­chi­tektur ist ein Gesamt­kunst­werk und beein­dru­ckendes Kultur­denkmal. Inspi­riert hat mich das Lebens­thema “werden, sein, vergehen”, das in den Gedichten von Nelly Sachs und Pär Lagerk­vist eine zentrale Rolle spielt.
Weitere Infor­ma­tionen: Friedhof Ohls­dorf

 

Weitere Empfeh­lung:

 

 

 

 

 

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Zitronencreme

Rübli­torte mit Zitro­nen­creme und kandierten Blüten

Mit Torte lässt sich die Welt nicht retten – aber eine gute Torte kann uns ein glück­li­ches Lächeln aufs Gesicht zaubern. Und ich finde, das ist nicht zu unter­schätzen! Ein lächelndes Gesicht ist doch so viel schöner als ein sorgenvolles.
Mit meiner Rübli­torte habe ich versucht, ganz viel Opti­mismus auf den Tisch zu zaubern.
Sehn­sucht, Hoff­nung und Zuver­sicht sind drei enge Vertraute. Und welche Jahres­zeit könnte besser zu ihnen passen als der Früh­ling? Spüren Sie nicht auch diese tiefe Sehn­sucht nach Sonnen­licht, das uns umhüllt? Nach Farben, die unsere Seelen wärmen? Nach Düften, die uns schwelgen lassen? Der Früh­ling ist die Zeit des Neuan­fangs. Und gerade dieses Jahr ist die Sehn­sucht nach besseren Tagen wohl so groß wie lange nicht mehr.

Früh­lings­glaube

Die linden Lüfte sind erwacht,
sie säuseln und weben Tag und Nacht,
sie schaffen an allen Enden.
O frischer Duft, o neuer Klang!
Nun, armes Herze, sei nicht bang!
Nun muß sich alles, alles wenden.

Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
man weiß nicht, was noch werden mag, 
das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste tiefste Tal:
nun armes Herz vergiß der Qual!
Nun muß sich alles, alles wenden!

Ludwig Uhland (1787 – 1862), deut­scher Lyriker 

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Zitronencreme

Die Stimme der Natur

Ich finde es wunderbar, wie man überall in der Natur die Verspre­chen auf leich­tere Tage entde­cken kann. Es spricht aus jeder einzelnen Knospe, die sich schon bald zu einem Meis­ter­werk entfalten wird. Es klingt aus dem heiteren Früh­lings­ge­sang der Vögel, der bis in unsere Herzen dringt. Auch im Kunter­bunt der Früh­lings­blumen, die ihre Köpfe keck aus der grauen Erde recken, erkennen wir Zuver­sicht. Seht her, da sind wir  wieder! Wie wohl­tuend sind die Tage, die länger werden und die mildere Luft, die uns umweht.
So hoffen wir auf üppige Blumen in unseren Gärten und eine reiche Ernte auf unseren Beeten. Wir hoffen auf helle Tage, die unend­lich scheinen und uns Flügel verleihen können.

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Zitronencreme

Oster­torte mit Veil­chen und Kräutern

All das hat mich zu diesem Rezept inspi­riert: Die große Freude über die Blüten­pracht zu den kandierten Veil­chen und Kräu­tern. Die Hoff­nung auf eine gute Ernte zu den saftigen Möhren und den Mandeln im Teig.  Und die Zuver­sicht auf die Frische und Leich­tig­keit des Sommers zu der Creme mit ihrem Zitronen-Orangen-Aroma.

Nicht nur zu Ostern passt die Rübli­torte – auch zu den anderen Früh­lings­festen ist sie ein Gaumen- und Augen­schmaus. Auf der Kaffee­tafel zur Konfir­ma­tion viel­leicht oder als Über­ra­schung zum Muttertag.
Bei der Wahl der Blüten können wir aus dem Vollen schöpfen. Veil­chen, Horn­veil­chen, Schlüs­sel­blume, Vergiss­mein­nicht, Ringel­blume, Gänse­blüm­chen und viele mehr sehen nicht nur zauber­haft aus – sie schme­cken auch ganz köstlich.

Kandierte Veilchen und Kräuter machen die Rüblitorte zu m Augenschmaus

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Zitronencreme

Rübli­torte mit Zitro­nen­creme und kandierten Veilchen

Zutaten für eine Spring­form mit Ø 26 cm (zwei­stö­ckig) oder Ø 18cm (vier­stö­ckig):
  • essbare Blüten und Kräuter (z.B. Horn­veil­chen in Bioqua­lität, Zitro­nen­me­lisse, Minze, Thymian)
  • feiner Zucker
  • 1 Eiweiß

 

  • 300 g Karotten
  • etwas gerie­bene Zitronen- und Orangenschale 
  • 2 EL Zitronensaft
  • 2 EL Orangensaft
  • 100 g gemah­lene Mandeln
  • 150 g weiche Butter
  • 150 g Zucker
  • 5 Eier
  • 3 EL Milch
  • 150 g Mehl
  • 1 gestri­chener Teelöffel Backpulver
  • ca. 30–40 g gehackter kandierter Ingwer (optional)

 

  • 200 ml Zitro­nen­saft (kann auch mit Oran­gen­saft gemischt werden)
  • 200 ml Wasser
  • 150 g Zucker (oder 100 g Zucker und 50 g flüs­siger Honig)
  • gerie­bene Zitronen- und Orangenschale
  • 30 g Speisestärke
  • 200 g Frischkäse
  • 300 ml Schlagsahne
  • 2 Päck­chen Sahnesteif
  • 1 Päck­chen Vanillezucker
Zube­rei­tung:
Kandierte Blüten und Kräuter

Die Blüten ausschüt­teln und von Sand befreien. Das Eiweiß verquirlen und mit einem Back­pinsel  auf die ganze Blüte oder das ganze Blatt auftragen. Blüte oder Blatt rund­herum mit Zucker bestreuen und zum Trocknen auf ein mit Back­pa­pier belegtes Rost legen. Das Rost für eine Nacht auf die Heizung stellen.

Teig

Die Karotten schälen und fein raspeln und mit den gemah­lenen Mandeln mischen. Die abge­rie­bene Zitronen- und Oran­gen­schale sowie den Zitronen- und Oran­gen­saft hinzu­geben. Wer mag, kann nun den gehackten Ingwer untermischen.
Die Butter und 50g Zucker schaumig rühren. Die Eier trennen und die Eigelbe nach und nach unter die Butter­mi­schung rühren. Die Milch dazugeben. 
Das Mehl sieben und mit dem Back­pulver mischen. 
Den Back­ofen auf 175° C (Umluft) vorheizen. 
Eiweiß und rest­li­chen Zucker zu einem cremigen Schnee schlagen. 
Die Karot­ten­mi­schung unter die Butter­mi­schung rühren und erst den Eischnee und dann die Mehl­mi­schung vorsichtig unterheben.

Eine Spring­form fetten und mehlen. In einer Ø 26 cm großen Spring­form wird ein Rübli­ku­chen geba­cken und nach dem Abkühlen einmal quer geteilt. In einer Ø 18cm großen Spring­form wird der Teig in zwei Hälften geteilt und nach­ein­ander geba­cken. Jeder Rübli­ku­chen wird dann einmal quer geteilt, so dass man 4 Böden erhält.

Die Teig­massse in die Form füllen und ca. 35 – 40 Minuten backen. Die Ø 18 cm Böden brau­chen nur 30 – 35 Minuten Backzeit.
Anschlie­ßend gut auskühlen lassen und dann quer teilen.

Rüblitorte mit Zitronencreme und kandierten Veilchen

Zitro­nen­creme

Die Spei­se­stärke in einigen Esslöf­feln des Wassers auflösen. Das rest­liche Wasser, den Zitro­nen­saft, den Zitronen- und Oran­gen­ab­rieb und den Zucker in einen Topf geben und die aufge­löste Stärke hinzu­fügen. Gut verrühren und aufko­chen lassen. So entsteht ein Zitro­nen­pud­ding. Den Pudding gut abkühlen lassen. 

Die Zitro­nen­creme mit dem Frisch­käse verrühren. Die Sahne mit Sahnesteif und Vanil­le­zu­cker schlagen. Die Schlag­sahne unter die Pudding­creme heben. 

Nun die Torte zusam­men­setzen. Bei zwei Böden mittig Zitro­nen­creme auftragen, anschlie­ßend die Torte mit der Creme rund­herum einstrei­chen. Bei vier Böden immer abwech­selnd einen Boden und Creme schichten und die Torte mit der Creme umgeben. Nun können die kandierten Blüten und Kräuter aufge­setzt werden. 

Die Torte lässt sich gut am Vortag vorbe­reiten. Sie zieht dann im Kühl­schrank schön durch. Die Blüten dann aber erst vor dem Servieren aufsetzten! Sie mögen die Feuch­tig­keit im Kühl­schrank nicht.

Hier gibt es das Rezept zum Ausdrucken

Rüblitorte mit kandierten Blüten und Kräutern

Tipp:

Es gibt sehr hübsche Poster im Din A2-Format mit einer Über­sicht der belieb­testen essbaren Blumen, Wild­pflanzen oder Kräuter aus dem däni­schen Kous­trup & Co-Verlag. 
In Deutsch­land gibt es die Poster z.B. über www.kinderpostershop.de 
oder bei Schnur & Staps in Berlin Weißensee.

Frühlingstorte mit kandierten Blüten - ein Rezept

Ich wünsche Ihnen viel Freude beim Backen und wunder­schöne erste Frühlingstage!

Die Kinder haben die Veil­chen gepflückt, 
all, all, die da blühten im Mühlengraben. 
Der Lenz ist da; sie wollen ihn fest
in ihren kleinen Fäusten haben.

Theodor Storm (1817 – 1888), deut­scher Dichter

Kandierte Veilchen und Kräuter machen die Rüblitorte zu m Augenschmaus

 

Weitere Früh­lings­themen auf dem Blog:

 

Rüblitorte mit Zitronencreme und kandierten Veilchen

 

 

 

 

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Blüte­zeit: Leder­ta­schen mit Perlblumen

Wissen Sie, was mir in diesen Zeiten oft hilft, nicht allzu trüb­sinnig zu werden? Die Begeis­te­rungs­fä­hig­keit meiner Kinder. Sie sitzen so da und plötz­lich haben sie eine Idee, der sie sich mit kind­li­chem Enthu­si­asmus widmen. Sie machen einfach. Ange­trieben von Leiden­schaft und Fantasie, gehen sie ihre Projekte an, sind offen für alles und entwi­ckeln eine unglaub­lich posi­tive Energie.
Ich finde diese Begeis­te­rungs­fä­hig­keit fantas­tisch und ich habe mich anste­cken lassen. Mich hat der begin­nende Früh­ling zu einem farben­frohen Krea­tiv­pro­jekt inspi­riert: Aus Leder­resten, alten Jeans und bunten Rocail­le­perlen habe ich kleine Leder­ta­schen mit funkelnden Stoff­blüten hergestellt.

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Farbe bekennen

Ich finde, der Früh­ling ist die beste Zeit, Neues auszu­pro­bieren. Die Natur atmet auf und packt langsam ihre Farben aus.  Überall sprießt es und scheinbar aus dem Nichts entstehen fanta­sie­volle kleine Wunder­werke. Es beginnt die Zeit der Blumen und Düfte, der Vögel, Schmet­ter­linge und Bienen. Jedes Jahr wieder faszi­niert mich die erwa­chende Natur. Eben noch domi­nierten die stillen Farben, doch bald schon ist alles in hoff­nungs­volles Bunt getaucht. Ich freue mich darauf!

Wind betört uns
sinn­liche Düfte
das Meer glitzert
mit tausend Perlen bestickt
der Himmel zaubert
ein magi­sches Leuchten
wir geben uns ganz
diesem Augen­blick
hin

Hans-Chris­toph Neubert (1958 – 2011), deut­scher Apho­ris­tiker und Lyriker

Blumen inspirieren zu kreativen DIY-Projekten

Upcycling: Blüten aus Jeans und Taschen aus Leder - ein DIY

In neuem Glanz

Wie schön, für ein DIY-Projekt Mate­rial nutzen zu können, das sonst viel­leicht in den Müll gewan­dert wäre. Ich bewahre immer einige aufge­tra­genen Jeans auf. Der Stoff ist von stabiler Qualität und eigent­lich unverwüstlich.
Für meine Leder­ta­schen habe ich üppige Stoff­blüten aus den abge­trennten Hosen­beinen gefer­tigt, verziert mit einem bestickten Medaillon aus bunten Perlen.
Ob für Schmuck, für Visiten- oder Kredit­karten, fürs Handy oder die Power­bank – so ein blumiges Leder­täsch­chen ist immer eine schöne Begleitung.

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Wie das perlt!

Gegen Alltags­grau hilft ein bißchen Glitzer! Sie glauben gar nicht, wieviel Spaß es macht, die kleinen bunten Mittel­punkte der Stoff­blumen mit Perlen zu besti­cken. Immer neue Farb­kom­bi­na­tionen, immer neue Muster. Das stimmt wirk­lich fröh­lich!  Gehen Sie einfach mit offenen Augen durch die Natur, einen Garten oder Park. Lassen Sie die Farb­kom­po­si­tionen auf sich wirken und verwan­deln Sie sie in kleine Stick­bilder oder bunte Farb­muster. Die Perlen funkeln in der Früh­lings­sonne und  die Laune steigt.

(…) es geht auch ums Nicht­denken. Wir brau­chen alle immer mal wieder Beschäf­ti­gungen, die uns eine Pause von uns selbst gönnen.”

(Zitat des Glöck­ners Arthur Knight aus dem Roman “Violet” von Tracy Cheva­lier, S. 263, siehe Buch­emp­feh­lung unten)

Beim Hand­ar­beiten geht es um reine Freude, man braucht nur etwas Zeit und Muße. Wunder­schöne Klei­nig­keiten aus der eigenen Manu­faktur – das klingt doch gut, oder? Und mit der Hand­ar­beit leisten wir einen kleinen Wider­stand gegen die Leere, das Trübe, das Sinn­lose, die Zerstreut­heit. Es tut einfach gut, so vor sich hin zu werkeln. Ruhe und Konzen­tra­tion machen den Kopf frei – und plötz­lich hält man ein hübsches Ergebnis in den Händen. Na, bekommen Sie Lust?

DIY: Perlenmedaillons für selbstgemachte Ledertaschen

Leder­ta­schen mit Perl­blumen – die Anleitung

Mate­rial:
  • Leder (z.B. in DIN A4), weich, ca. 2mm stark (gibt es z.B. bei   shop.leder-kurzwaren.de)
  • festes Poly­es­ter­garn in der passenden Farbe
  • Leder­kleber
  • Leder­nadel für die Nähmaschine
  • Magnet­ver­schlüsse (gibt es z.B. bei snaply.de oder bei pepilinchen.de) oder Knopf­nieten (gibt es z.B. bei leder-hobby.de)
  • bei Verwen­dung der Knopf­niete ist eine Loch­zange nötig

 

  • Jeans­stoff (ca. 40 – 60 cm lang und 7 cm breit), je nachdem, wie groß man die Blüte haben möchte. Kleiner oder größer geht natür­lich auch!
  • even­tuell Stoffmalfarbe
  • Filz (ca. 3 mm dick)
  • Rocail­le­perlen, Pail­letten, etc.
  • Perl­na­deln (sie sind sehr schlank, damit sie durch die kleinen Löcher der Perlen passen)
  • Spitze Stick­nadel
  • even­tuell bunte Webbänder (ich habe sehr hübsches gewebtes Inka­band aus Peru gefunden: www.pinklama.de)

Ledertaschen mit Perublumen – ein DIY

Inkabänder zum Verzieren selbstgemachter Ledertaschen

Anlei­tung:

Leder­ta­sche

Das Leder nach dem Schnitt­muster (siehe Foto) zuschneiden. Die Größe lässt sich natür­lich beliebig vari­ieren. Ich habe eine etwas größere Leder­ta­sche  genäht und eine kleine Tasche für Visitenkarten.

Schnittmuster für Ledertaschen mit Perlblumen

An den Markie­rungen die Magnet­ver­schlüsse anbringen. Hierfür mit den Metall­laschen der Verschlüsse Markie­rungen ins Leder drücken und mit dem Cutter kleine Schlitze schneiden. DIY: Perlenmedaillons für selbstgemachte LedertaschenDie Metall­laschen hindurch­ste­cken, das Gegen­stück aufste­cken und die Laschen zur Seite biegen. Aus Leder ein passendes Quadrat schneiden und von hinten auf den Verschluss an der Taschen­front kleben (es liegt später im Inneren der Tasche und ist nicht zu sehen). Der Verschluss am Taschen­de­ckel wird später durch die Blüte verdeckt.
Haben Sie eine Knopf­niete gewählt, wird diese durch ein Loch in der Taschen­front mit dem Gegen­stück verschraubt. Achtung: das Loch darf nur knapp den Durch­messer der Schraube haben, damit sie schön fest sitzt. In den Taschen­de­ckel wird nun ein ebenso großes Loch gestanzt und mit dem Cutter ein kleiner Schlitz nach oben geschnitten. So passt die Knopf­niete hindurch.

Die Seiten mit Leder­kleber zusam­men­kleben und mit Klam­mern fixieren. Trocknen lassen. Nun die Seiten jeweils ca. 5 mm vom Rand mit der Nähma­schine zusam­men­steppen (man kann das kurze Stück auch mit der Hand nähen, hierzu finden Sie hier eine Anleitung).
Nun ist die Tasche schon fertig.

DIY_ Aus Leder ganz einfach Taschen mit tollen Blüten nähen

Stoffblüten mit Perlenmedaillons einfach selbermachen

Das Perlen­muster kann auch auf einen Kreuz­stich­stoff gestickt werden. Anschlie­ßend mit 2 mm Rand ausschneiden und auf den Filz aufnähen. Die Kanten mit weiteren Perlen besticken.

Perlen­me­daillon

Aus dem Filz Kreise mit ca. 4 cm Durch­messer schneiden. Die Kreise nun mit den Rocail­le­perlen besti­cken. Die Perlen können einzeln aufge­näht werden, oder Sie ziehen mehrere Perlen auf den Faden und fixieren die Perlen­schnur dann mit einigen Stichen.
Die Kante des Medail­lons mit zwei Perlen pro Stich von unten nach oben bedecken.

Übri­gens: Sehr schöne Vintage-Perlen­me­dail­lons (Kuchi-Tribal­me­dail­lons) aus Paki­stan oder Afgha­ni­stan gibt es bei hier.

DIY: Perlenmedaillons für selbstgemachte Ledertaschen

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Taschen aus Leder nähen und mit bunten Perlblumen verzieren

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Stoff­blüten

Eine Scha­blone nach dem Schnitt­muster (siehe Foto) herstellen. Die Scha­blonen auf den Stoff auflegen und die Form über­tragen. Ausschneiden. Für einige Blüten habe ich die Blüten­blätter mit Stoff­mal­farbe gefärbt, betupft oder bestempelt.
Mit einer Nadel einen Faden in je ca. 1 cm langen Stichen durch die Blüten­blät­ter­gir­lande ziehen. Die Blüten­blätter auf dem Faden raffen, bis eine runde Blüte entsteht. Mit dem Faden die Blüte mit einigen Stichen fixieren und das Perlen­me­daillon in die Mitte nähen.

Schnittmuster für Ledertaschen mit Perlblumen

Jetzt kann die Blüte mit einigen Stichen (am besten mit einer spitzen Stick­nadel) auf der Leder­ta­sche fixiert werden. Die Stiche sollten klein sein, damit sie an der Unter­seite des Taschen­de­ckels so wenig wie möglich zu sehen sind.

Bei einigen Taschen habe ich auf die Stoff­blüte verzichtet und das Perlen­me­daillon mit bunten Webbän­dern auf die Leder­ta­sche genäht. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt!
Übri­gens: Sitzt die Blüte seit­lich am Taschen­de­ckel, habe ich eine Knopf­niete als Verschluss gewählt.

DIY: Blüten aus alten Jeans + Ledertaschen

DIY: Blüten aus alten Jeans + Ledertaschen

Upcycling: Blüten aus Jeans und Taschen aus Leder - ein DIY

Perlen­me­daillon mit Fransen

Hierfür habe ich einen Ring aus Pappe geschnitten (etwas größer als das Perlen­me­daillon). Der Ring wird nun mit Wolle oder Stick­garn umwi­ckelt, sodass die Pappe nicht mehr sichtbar ist. Erin­nern Sie sich? Früher haben wir so Pompons herge­stellt. Die  Fäden an der klei­neren Öffnung mit Garn zusam­men­nähen. An der äußeren Kante die Wolle aufschneiden, den Pappring entfernen und den Fran­sen­kranz von unten mit einigen Hand­sti­chen gegen das Perlen­me­daillon nähen.

 

Die schönsten, ange­nehmsten Tage sind nicht die, an denen groß­ar­tige, aufre­gende Dinge passieren, sondern die mit den einfa­chen, netten Augen­bli­cken, die sich anein­an­der­reihen wie Perlen auf einer Schnur.”

Lucy Maud Mont­go­mery (1874 – 1942), kana­di­sche Schrift­stel­lerin (“Anne of Green Gables”)

 

DIY:Aus Leder ganz einfach Taschen mit tollen Blüten nähen

Ledertaschen mit Perlblumen – ein DIY

Buch­emp­feh­lung:

Violet” von Tracy Cheva­lier, über­setzt von Anne Rader­ma­cher, 352 Seiten, Atlantik Verlag.

Parallel zu meiner Arbeit an den Stick­blüten habe ich diesen Roman gerne gelesen.

Die 38 jährige Violet Speed­well lebt im England der 30er Jahre. Ihr geliebter Bruder und ihr Verlobter sind auf den Schlacht­fel­dern des 1. Welt­krieges gefallen. Als allein­ste­hende Frau hat sie den Ehrgeiz, auf eigenen Füßen zu stehen. Die Alter­na­tive, bei ihrer verbit­terten, nörgelnden Mutter zu leben, kommt für die selbst­be­wusste junge Frau nicht in Frage.
Farbe und Sinn­lich­keit bekommt ihr Leben, als sie in der Kathe­drale von Winchester wunder­schöne Stick­ar­beiten entdeckt und sich den Sticke­rinnen von Winchester anschließt. Die Gruppe der teils sehr eigen­wil­ligen Frauen um Louisa Pesel stickt mit großer Hingabe Kissen für das Chor­ge­stühl der Kathe­drale (die Dame hat es tatsäch­lich gegeben, so wie auch die bestickten Knie- und Sitz­kissen in der Kathedrale).

Der Gedanke, etwas Blei­bendes zu schaffen, spornt die junge Frau an. Dabei schließt sie wahre Freund­schaften, lernt mit ihren schwer­wie­genden Verlusten zu leben und spürt eine unge­wöhn­liche Bande zwischen sich und einem der Glöckner der Kathe­drale – dem verhei­ra­teten, deut­lich älteren Arthur Knight…

Ich mochte die Charak­tere in diesem Buch sehr und hatte viele wunder­schöne Bilder im Kopf.
“Violet” ist ein zartes Buch, eine leise Liebes­ge­schichte, die Geschichte eines Neuan­fangs. Violets Leben ist nicht spek­ta­kulär und doch war es mir eine Freude, die junge eman­zi­pierte Frau kennen­zu­lernen und mit ihr die Schön­heit des  Stickens und die Ästhetik des Glocken­läu­tens zu entde­cken.  Die Geschichte zeigt, dass die Leiden­schaft für etwas uns Menschen hilft, zuver­sicht­lich nach vorne zu blicken. Ein wunder­bares Buch für einen Sonntagnachmittag!

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Vogelfutter selber machen. So kommt der Chor der Gartenvögel gut über den Winter.

Winter­küche: Vogel­futter selber machen

Der Winter ist ein vortreff­li­cher Maler. Unter dem tiefen zart­grauen Himmel wirbeln die Flocken zu Tausenden. Das reine, glit­zernde Weiß legt sich still wie eine flau­schige Decke über die Land­schaft. Farben scheinen zu verschwinden. Schnee und dunkle Baum­sil­hou­etten. Eine ruhige Farbpalette…
Doch kaum ist das Flocken­spiel beendet, beginnt ein neuer Tanz. Ein Tanz zwischen Himmel und Erde. Ein blaues Häub­chen, ein rotes Kehl­chen, ein gelbes Bäuch­lein und grüne Flügel beleben das Bild. Die Winter­vögel kommen aus ihren Verste­cken und flat­tern auf der Suche nach Futter durch die Lüfte.
Ich rufe meine Kinder zusammen. Es ist Zeit, Vogel­futter selber zu machen. Wenn wir schon zur Zeit nicht für unsere Freunde kochen und backen können, so lasst uns doch die gefie­derten Gour­mets im Garten oder auf dem Balkon mit Köst­lich­keiten aus der Eigen­pro­duk­tion bewirten. Die quir­ligen Luft­akro­baten werden es uns danken!

Winterküche: Wir bereiten Vogelfutter für die Wintervögel zu

Vogel­futter – zube­reitet mit einer Prise Liebe

Was wäre unsere Natur ohne die Vögel? Einen Garten, in dem keine Spatzen schwatzen oder Amseln zetern, möchte ich mir gar nicht vorstellen. Das viel­stim­mige Konzert der Vögel gehört einfach dazu. Damit der Chor der Gefie­derten auch im Winter volle Klang­stärke entfalten kann, unter­stützen wir ihn mit Super­food aus der eigenen Küche. Es ist gar nicht schwer, Vogel­futter schmack­haft zuzu­be­reiten. Die Mini­gu­gel­hupfe aus Kernen und Früchten sehen sogar so lecker aus, dass meine Söhne sie am liebsten selber verputzen würden. Wäre auch kein Problem, denn in unserer Futter­mi­schung stecken nur gute Zutaten. Rosinen, Sonnen­blu­men­kerne, Hafer­flo­cken, Lein­samen, Hirse und Erdnuss­kerne, gebettet in Kokos­fett – wem läuft da nicht das Wasser im Schnabel zusammen?

Winterküche: Wir bereiten Vogelfutter für die Wintervögel zu

 

Winterküche: Wir bereiten Vogelfutter für die Wintervögel zu

Vogelfutter selber machen

Winter – Zeit für Knödel

Während Semmel­knödel und Kartof­fel­knödel unsere Herzen erfreuen, lassen Körner­knödel die Herz­chen der Meisen höher schlagen. Blau­meisen, Kohl­meisen und Schwanz­meisen tummeln sich um die verlo­ckenden Kugeln. Der bunte Körnermix enthält wert­volle Nähr­stoffe, die vielen  Vögeln gut über den Winter helfen.
Wir haben in einige Vogel­fut­ter­knödel gleich einen kleinen Zweig einge­ar­beitet, damit die Vögel bequem Platz nehmen können.
Knödel lassen sich mit den Händen formen oder man füllt die Masse aus Körnern und geschmol­zenem Kokos­fett in Muffin- oder Gugel­förm­chen. Extra für unseren Apfel­baum haben wir einige Äpfel ausge­höhlt und mit der Körner­masse gefüllt. Das sieht ganz nebenbei auch noch sehr nett aus!

DIY: Vogelfutter in ausgehöhlten Äpfeln

Vogelfutter selber machen. Eine Inspiration

Winterküche: Wir bereiten Vogelfutter für die Wintervögel zu

Jedem Tier­chen sein Plaisierchen

Einige Vögel – wie z.B. Amseln, Rotkehl­chen, Zaun­kö­nige und Hecken­brau­nellen – bevor­zugen Weich­futter. Für die Weich­fut­ter­fresser mischen wir Hafer­flo­cken, Weizen­kleie und Rosinen. Amseln freuen sich beson­ders über die Rosinen! Wenn ich morgens in die Küche komme, sitzt immer schon ein Amsel­männ­chen  vor der Tür zur Küchenter­rasse und wartet auf sein Rosinenfrühstück.
Wichtig ist, dass wir die Stellen, an denen wir Futter auslegen, immer wieder gut reinigen.

Auch der Bunt­specht, der hübsche Eichel­häher, der Kleiber und das Ehepaar Gimpel kommen gerne an die Futter­stellen und picken sich das Passende heraus. Und mitten­drin sitzt – auch wenn es nicht zu den gefie­derten Freunden zählt – das Eich­hörn­chen. Einige der Mini-Körner­muf­fins, die wir über die Zweige eines Busches gesteckt haben, hat sich das freche Eichorn geholt. Obwohl wir doch extra Walnüsse im Garten ausge­legt haben. Aber Eich­hörn­chen haben ganz offen­sicht­lich einen gesunden Appetit.

Nüsse helfen Eichhörnchen über den Winter

Nüsse helfen Eichhörnchen über den Winter

Vogelfutter selber machen: Nahrhafte Körnermischung in Kokosöl

Vogelfutter aus eigener Produktion. Für glückliche Wintervögel

Vogel­futter – für ein Pick­nick im Schnee

In der Küche schlägt das Herz des Hauses. Hier wird gerührt, gegossen, geformt. All die Körner sehen so appe­tit­lich aus, und bereitet man das Vogel­futter eigens zu, weiß man wenigs­tens, was drin ist… und es ist meis­tens auch noch güns­tiger. Aber vor allem macht es viel Spaß!

Mengen­emp­feh­lung:
  • 600 g Kokos­fett (oder Kokosöl, oder Rinder­talg vom Schlachter)
  • ca. 4 Esslöffel Sonnenblumenöl
  • 600 g Körner und Rosinen

In einem Topf erwärmen wir das Fett  bei nied­riger Tempe­ratur, bis es flüssig wird. Die Hinzu­gabe des Öls verhin­dert später ein Bröckeln der Masse. Nun geben wir den Körner-Mix hinzu.

Für die, die Körner lieben (Fink, Sper­ling, Gimpel, Zeisig, Meise, Specht und Kleiber): z.B. Sonnen­blu­men­kerne, Hanf­saat, gehackte Nüsse

Für die, die es etwas weicher mögen (Amsel, Star, Zaun­könig, Rotkehl­chen, Hecken­brau­nelle): z.B. Rosinen, Hafer­flo­cken, Kleie, Apfelstückchen

Die Masse abkühlen lassen, bis sie wieder etwas fester wird, und z.B. in Formen füllen. Beson­ders gut eignen sich Sili­kon­förm­chen oder Keks-Ausstech­formen. Bevor die Masse ganz fest ist, sollte man noch ein Loch für die Aufhän­gung hindurch stechen. Ist die Masse erkaltet, können wir sie aus den Formen lösen.
Oder die Masse mit den Händen zu Kugeln formen. Ein Band zum Aufhängen und einen Zweig als Sitz­platz kann man gleich mit einar­beiten. An der frischen Luft wird die Masse sehr schnell fest.

 

Vogelfutter selber machen: Nahrhafte Körnermischung in Kokosöl

Vogelfutter selber machen: Nahrhafte Körnermischung in Kokosöl

Vogelfutter selber machen: Nahrhafte Körnermischung in Kokosöl

Wintervögel freuen sich über selbstgerechtes Futter

Die nied­liche, geschnitzte Hauben­meise ist von “Wild­life Garden”.

Für Vögel ist immer Tag des offenen Gartens!

Gemeinsam mit den Kindern habe ich alle Köst­lich­keiten im Garten verteilt. Und oh, wie schön ist es zu beob­achten, wie sich die Vögel nach einiger Zeit an den selbst­ge­machten Snacks  gütlich tun.
Natür­lich habe ich versucht,  die Szenerie mit der Kamera einzu­fangen. Aber schwups fliegen alle davon. Woraufhin einer meiner Söhne mich schel­misch tröstet: “Mama, die schönsten Bilder hat man doch im Herzen!” (ein Spruch, den er schon oft von mir gehört hat…)
Ach, was wäre die Welt ohne Vögel? Und ohne Kinder? In ihrer quir­ligen Leich­tig­keit haben sie etwas gemeinsam – und sie schaffen es immer wieder, mir ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern…

Vogelfutter selber machen. Eine Inspiration

Vogelfutter aus eigener Produktion. Für glückliche Wintervögel

Vogelfutter aus eigener Produktion. Für glückliche Wintervögel

Übri­gens:

Seit 1971 ernennt der NABU jedes  Jahr einen Vogel zum “Vogel des Jahres”. Bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2021 können Sie teil­nehmen. Bis zum 19. März kann jeder seine Stimme für einen der zehn Vögel abgeben, die bereits bei einer Vorent­schei­dung im Dezember in die engere Wahl gekommen sind. Unter den Kandi­daten sind sowohl bedrohte als auch unge­fähr­dete Vogel­arten – aber alle habe eine Botschaft für uns, die wir sehr ernst nehmen sollten!
Hier geht es zur Wahl…

 

Und wer von den gefie­derten Schön­heiten nicht genug bekommen kann, kann sie

 

Vogelfutter aus eigener Produktion. Für glückliche WintervögelWinterküche: Vogelfutter kann man leicht und lecker selber machen

 

Orangen-Zitronenkuchen mit Safransahne – super saftig!

Orangen-Zitro­nen­ku­chen mit Safransahne

Wie schmeckt die Farbe GELB? Diese Frage habe ich mir gestellt, als ich mich mit den neuen Trend­farben für dieses Jahr des renom­mierten Pantone-Farb­in­sti­tuts beschäf­tigt habe. Ein solides Grau und ein sonniges Gelb sind gekürt worden. Das Gelb steht dabei für Hoff­nung und Zuver­sicht. Sofort hatte ich den Geschmack einer meiner Lieb­lings­ku­chen im Munde. Ein sonnen­gelber, saftig fruch­tiger Kuchen, den meine Groß­mutter gerne geba­cken hat und der ein beliebter Klas­siker in der Familie geworden ist: Orangen-Zitronenkuchen.

Wie in meinem Beitrag über die Pantone-Trend­farben 2021 verspro­chen, möchte ich Ihnen hier das Rezept verraten. Es ist herr­lich unkom­pli­ziert und zu jeder Zeit im Jahr ein Genuss. Der Kuchen ist wunderbar saftig und fruchtig.
Die Safran­sahne gehört eigent­lich nicht zu dem Rezept meiner Groß­mutter. Aber das Topping sieht so sonnig aus und schmeckt auch ganz köst­lich. Sie können es aber auch weglassen und den Kuchen einfach mit frisch geschla­gener Sahne genießen.

Orangen-Zitronenkuchen – so saftig und fruchtig frisch

 

Und nun zum Rezept…

Super saftiger Kuchen mit vielen Vitaminen

Zutaten:

  • 3 Eier
  • 180 g weiche Butter
  • 160 g Zucker
  • 1 Päck­chen Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 180 g Mehl
  • 50 g Stärke
  • 2 TL Backpulver
  • optional: 50 – 100 g gehackte Mandeln
  • Saft von 2–3 Bio-Orangen, Saft einer Zitrone, etwas Orangen- und Zitronenschale

 

  • 120 g Zucker
  • 300 ml Sahne
  • ca. 2–3 gute EL Mascarpone
  • Saft einer Bio-Orange, Saft einer halben Zitrone
  • 2 EL Zucker
  • einige Safran­fäden

Zube­rei­tung:

Den Ofen auf 160° Umluft vorheizen. Eine Spring­form mit Back­pa­pier auslegen.

Die Eier und die Butter schaumig rühren. 160 g Zucker und Vanil­le­zu­cker und Salz hinein­rie­seln lassen.
Mehl, Stärke und Back­pulver mischen und hinzu­geben. Alles gut verrühren. Nach Belieben gehackte Mandeln hinzufügen.
Den Teig in die vorbe­rei­tete Form geben und ca. 35 Minuten backen. Anschlie­ßend abkühlen lassen.

Mit einem Spieß oder einer Gabel feine Löcher in den Kuchen stechen. 
Den Orangen- und Zitro­nen­saft mit der Orangen- und Zitro­nen­schale und dem Zucker in einen Topf geben und erwärmen, bis sich der Zucker ganz aufge­löst hat. Mit einem Esslöffel über den Kuchen geben, so dass der Saft gleich­mäßig einziehen kann.

Wir mögen den Orangen-Zitro­nen­ku­chen am liebsten, wenn er eine Nacht im Kühl­schrank verbracht hat! Am nächsten Tag dann die Safran­sahne anfertigen.

Für die Safransahne:

Zitronen-Orangenkuchen mit SafransahneDie Safran­fäden in einem Mörser zerstoßen und in etwas warmem Wasser auflösen.
Den Saft der Orange und der halben Zitrone mit der Orangen- und Zitro­nen­schale und dem Zucker in einen kleinen Topf geben und 6 Minuten kochen lassen, damit ein Sirup entsteht. Gegen Ende Safran hinzu­geben. Abkühlen lassen.

Die Sahne steif schlagen und den Mascar­pone-Frisch­käse unter­rühren. Die Sahne­mi­schung wolkig auf dem Kuchen verteilen. Den Sirup spiral­förmig über die Sahne gießen und mit einem Stäb­chen in Kreisen etwas einziehen.

Alter­nativ können Sie den Sirup auch unter die Sahne heben und die Safran­sahne dann erst auf dem Kuchen verteilen.

 

Der saftige Orangen-Zitro­nen­ku­chen schmeckt natür­lich auch fruchtig frisch ohne Sahne.

Falls Sie nicht den ganzen Sirup über dem Kuchen verteilen möchten, können Sie ihn auch sehr gut zu grie­chi­schem Joghurt genießen.

Hier gibt es das Rezept zum Ausdrucken

Orangen-Zitronenkuchen – so saftig und fruchtig frisch

Tipp:

Es ist eigent­lich zu schade, die Schalen von unbe­han­delten Orangen und Zitronen wegzu­werfen. Abge­rie­bene Orangen- und Zitro­nen­schale können Sie z.B. im Verhältnis 1:1 mit Zucker mischen, zum Trocknen auf die Heizung stellen und in einem Schraub­glas im Kühl­schrank bis zum nächsten Backen oder Kochen aufbewahren.
Man kann die Zesten auch einfrieren und wunderbar zum Verfei­nern herz­hafter Gerichte nutzen.

Safransahne macht den Zitronen-Orangenkuchen so besonders.

 

 

Leontine Hagoorts Liebling: ZitronenmohnkuchenMögen Sie auch so gerne Kuchen?

Der Zitronen-Mohn­ku­chen, den die nieder­län­di­sche Desi­gnerin Leon­tine Hagoort ganz zu Beginn auf meinem Blog empfohlen hat, ist auch sehr köst­lich! Bitte hier entlang…

 

 

 

Pantone-Trendfarben 2021 - eine Betrachtung

Pantone-Trend­farben 2021 – eine Betrachtung

Wie finden Sie dieses Farbduo? Gelb und Grau…
Seit über 20 Jahren küren die Experten des renom­mierten “Pantone Color Insti­tute” jedes Jahr eine Farbe zur Trend­farbe. Die “Color of the Year” beein­flusst die gesamte Krea­tiv­branche und soll die Stim­mung des kommenden Jahres einfangen und spie­geln. Dieses Jahr haben die Farb­ex­perten sogar zwei Pantone-Trend­farben ernannt: “Ulti­mate-Gray” und “Illu­mi­na­ting”.

Ich gebe zu, ich war über­rascht. Sieht man Farben als eine Art Nahrung für die Augen, so wollte mir diese Kompo­si­tion spontan nicht so recht schmecken.
Ich weiß, die Wirkung von Farben ist sehr subjektiv. Der Mensch reagiert auf Farben eher emotional als rational. Das macht die Farb­aus­wahl zu einer ganz persön­li­chen Sache.

Leatrice Eiseman, Execu­tive Director des “Pantone Color Insti­tute”, begründet die Wahl der Pantone-Trend­farben 2021 so:

Zusammen vermit­teln das solide Ulti­mate Gray und das strah­lende Illu­mi­nai­ting eine posi­tive Botschaft der inneren Kraft. Prak­tisch und robust, doch auch erwär­mend und opti­mis­tisch – das ist eine Farb­kom­bi­na­tion für Hoff­nung und Resi­lienz. Kraft und Zuver­sicht sind Nahrung für die mensch­liche Seele.”

Diese beiden Farben – eine Kraft­quelle? Es hat mich nicht losge­lassen und ich bin einmal eingetaucht…

Pantone-Trendfarben 2021 - eine Betrachtung

Ein einziger Ton ist nichts als Farbe; zwei Töne sind ein Akkord, sind Leben.”

Henri Matisse (franz. Maler und Bild­hauer, 1869 – 1954)

Farb­klänge

Farben setzen Ener­gien frei. Sie sind das Zusam­men­spiel von Licht, Ober­fläche und unserem eigenen Sehen. Stellen wir zwei Farben zusammen, ändert sich alles. Etwas Neues beginnt. Die Farb­klänge agieren mitein­ander – wie Instru­mente in einem Duett.
Sehe ich die Pantone-Trend­farben 2021 als Farb­felder neben­ein­ander auf dem Papier oder auf dem Bild­schirm, berühren sie mich nicht unbe­dingt. Sie müssen wohl mit Leben gefüllt werden. Durch die Mate­ria­lität der Dinge, die Texturen, die Hand­werk­lich­keit, die Spuren fängt das Farbduo viel­leicht  an, leben­diger zu werden.

Goldhähnchen in Gelb und Grau

Gold­hähn­chen

Und wie immer dient auch hier die Natur als uner­schöpf­liche Quelle der Inspi­ra­tion. Betrachten wir einmal den kleinsten Vogel Europas: das Winter­gold­hähn­chen. Mit nur 8,5 cm Länge ist er leicht zu über­sehen und sein hoher Fiepston macht auch nicht unbe­dingt auf ihn aufmerksam. Aber oh, wie süß er doch ist! Wahrer Charme liegt in den kleinen Dingen. Ein winziger grauer Feder­ball mit einem leuch­tend gelben Schei­tel­streif auf dem Kopf. Dazu zwei kecke schwarze Knopf­augen und ein schwarzer Schnabel. Fertig ist ein kleines bezau­berndes Meis­ter­stück der Natur. Von den Farb­kom­bi­na­tionen, die die Natur zusam­men­stellt, können wir viel lernen.

Pantone-Trendfarben 2021 - eine Betrachtung

Gelb – die Farbe der Sonne

Ich mag Gelb. Gelb ist die Farbe mit der stärksten Leucht­kraft und sie zieht sofort die Aufmerk­sam­keit auf sich. In der grie­chi­schen Mytho­logie trug der Sonnen­gott Helios wohl ein gelbes Gewand, wenn er mit seinem goldenen Wagen über den Himmel zog.
Ja, das frische gelbe Licht der aufge­henden Sonne – immer wieder wie ein Verspre­chen, dass es weiter­geht, dass es gut wird. Gelb, die Farbe der Hoff­nung, der Energie und des Optimismus.

Gelb beflü­gelt den Geist. Auf den Werken zahl­rei­cher Künstler wie z.B. Vincent van Gogh, Henri Matisse, Piet Mondrian, Andy Warhol und Mark Rothko spielt die Farbe Gelb eine zentrale Rolle. Und der Impres­sio­nist Claude Monet muss Gelb beson­ders geliebt haben, schaut man sich sein Haus in Giverny, Frank­reich, einmal an (hier geht es zum virtu­ellen Rund­gang auf der Seiter der Funda­tion Claude Monet). Aller­dings hat er das opti­mis­ti­sche Gelb mit einem Meer anderer, fröh­li­cher Farben kombiniert.

Pantone-Trendfarben 2021 – eine Betrachtung. Gelb und Grau als starkes Duo?

Blumen und Krüge in den Pantone-Trend­farben 2021

Stim­mungs­ma­cher

Aktuell ziehen immer wieder die Inte­ri­eurs, Stoffe, Kera­miken und Illus­tra­tionen des briti­schen Desi­gners und Künst­lers Luke Edward Hall meine Blicke auf sich. Auch er setzt die Farbe Gelb gerne ein. Er hat “Ringel­blu­m­en­gelb” sogar gerade bei “Finan­cial Times House & Home” zu seiner Farbe des Jahres 2021 erklärt – zusammen mit “Apfel­grün”!
Gelb verleiht seinen Arbeiten ein freund­li­ches Strahlen. Abseits der Trends hat er einen ausge­prägten eigenen Stil, inspi­riert von der Antike und dem Theater, klas­sisch, ein wenig verrückt und offen­sicht­lich mit viel Fantasie und Spaß. Geht es nicht darum? Das wir uns in unserem Umfeld durch das ausdrü­cken, womit wir uns umgeben und mit dem wir leben? Im Privat­be­reich geht es nicht um das Umsetzen von Trends, nicht um Perfek­tion – viel­mehr schafft Atmo­sphäre, was gefällt! Farben sind dabei ein wich­tiger Bestand­teil unserer Identität. 

Pantone-Trendfarben2021- Keramik aus dem Atelier Quellental/Gundi Bindernagel

In ihrem Hamburger “Atelier im Quellental” fertigt die Kera­mi­kerin Gundi Binder­nagel in tradi­tio­neller Hand­ar­beit Geschirr. Aus Stein­zeugton formt sie Becher, Kannen, Schüssel, Teller und vieles mehr. Bei 1250°C gebrannt, ist die Keramik für den alltäg­li­chen Gebrauch geeignet. Stabil, ungiftig und spül­ma­schi­nen­fest. Weitere Infor­ma­tionen am Ende des Beitrags. Foto: Gundi Bindernagel

"Illuminating" Gelb...wie Ginster. Eine Inspiration.

Auf dem Wochen­markt habe ich Ginster bekommen. Ich mag die fili­granen gelben Blüten, und er hält sich sehr gut in der Vase.

Sonnengelb und Grau – die Farben des Jahres 2021

Octagon Yellow” heißt die Wand­farbe, die diesen Raum in so ein heime­liges Licht taucht. Das Bücher­regal in Grau bildet einen ruhigen Hinter­grund für all die bunten Buch­rü­cken. Wer möchte sich da nicht auf dem gelben Samt­sofa nieder­lassen und ein wenig schmö­kern? Nur leider ist es besetzt… Foto: James Merrell und Robin Kitchen; aus “Glück­lich wohnen mit Farbe”. Mehr dazu am Ende des Beitrags.

Pantone-Trend­farbe “Illu­mi­na­ting”

Gelb ist lebens­be­ja­hend und wärmend wie die Sonne. Das gelbe Schar­bocks­kraut, das im zeitigen Früh­jahr durch die welke Blät­ter­decke des Wald­bo­dens bricht. Ein Mädchen mit einem gelben, schwin­genden Rock wird uns sicher ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Ein gelber Vorhang im Schlaf­zimmer, der vor dem offenen Fenster tanzt, fängt die Strahlen der Morgen­sonne auf eine herr­lich über­schwäng­liche Art ein. Viel­leicht reicht es auch, die Fens­ter­lai­bung gelb zu strei­chen. Der graue Himmel hinter den Scheiben wirkt doch gleich viel freundlicher.
Eine gelbe Tisch­lampe auf dem Schreib­tisch sorgt für ein wenig Sonnen­schein im Homeoffice.

Pantone Trendfarben 2021 – Tischleuchte "London" von Original BTC

Der Schirm der Retro-Schreib­tisch­leuchte “London” des briti­schen Fami­li­en­un­ter­neh­mens ORIGINAL BTC wird in Druck­technik aus Alumi­nium herge­stellt. Der massive Sockel und der geschwun­gene Arm sind aus verchromtem Stahl. Weitere Infor­ma­tionen am Ende des Beitrags. Foto: Original BTC

"Illuminating"-Gelb und "Ultimate Gray" sind die colours of the year. Ein schönes Duo?

Mund­ge­bla­sene Vintage-Gläser in den Pantone-Trend­farben Grau und Gelb.

Ein kleiner Trick: Die Fens­ter­ni­sche ist in einem frischen Gelb, “Babouche” von Farrow & Ball, gestri­chen. Das sorgt für ein fröh­li­ches, freund­li­ches Raum­ge­fühl. Foto: James Merrell und Robin Kitchen; aus “Glück­lich wohnen mit Farbe”. Mehr Infor­ma­tionen am Ende des Beitrags.

Wie schmeckt GELB?

Ich hatte sofort eine Asso­zia­tion! Gelb – das ist der Geschmack von Zitronen und Orangen, der Geschmack leichter Sommer­tage, der Geschmack von Kind­heit. Meine Groß­mutter hat immer einen vorzüg­li­chen Orangen-Zitro­nen­ku­chen geba­cken. Oft gab und gibt es diesen saftigen, vitamin­rei­chen Kuchen, wenn wir mit der Familie in lustiger Runde zusam­men­sitzen. Ein Geschmack nach abso­luter Gebor­gen­heit und Zuver­sicht. Natür­lich verrate ich Ihnen hier das Rezept. Ich habe es mit ein wenig Safran noch ein biss­chen gelber gezaubert.

Saftiger Orangen-Zitronenkuchen.

Pantone-Trend­farbe “Ulti­mate Gray”

Ist es nicht inter­es­sant, dass der Mix aller Farben so unbunt ist? Grau. Dunkler als Weiß, heller als Schwarz und in der Bedeu­tung so viel­schichtig. Ein trister Wohn­block aus Beton, gesichtslos und betrü­bend – grau­en­haft und ausdruckslos. Wir spre­chen von der “grauen Maus” – unscheinbar und nichts­sa­gend. Farblos und ohne Charakter. Grau kann so leer und unheil­ver­kün­dend sein.

Aber nein, wenn wir nur  mal an das Grau der dicken furchigen Elefan­ten­haut oder an das wunder­schöne graue Fell eines Esels denken. Das facet­ten­reiche Grau eines lockigen Schaf­fells. Das unglaub­liche Spek­trum der Grau­töne gesam­melter Steine. Das verwa­schene Grau eines Stücks Treib­holz. Die tiefe Ruhe eines nebligen Janu­ar­mor­gens am See. Bestän­dig­keit. Grau kann andere Farben zum Klingen bringen.

Pantone-Trendfarbe: Das ruhige Grau von Little Greene sorgt für einen natürlichen frischen Look in der Küche.

Ruhe und Frische – die Kombi­na­tion von dem Grau “Lead Colour” und “China Clay” an den Wänden verleiht dieser Küche eine unge­zwunge, natür­liche Atmo­sphäre. Foto: Little Greene

Inspiration Pantone-Trendfarben 2021

Vintage-Leinen­stoffe lassen sich hervor­ra­gend in der Wasch­ma­schine färben. Sie eignen sich z.B. sehr gut für Tisch­wä­sche oder Kissenhüllen.

 

Vogeltapete von Little Greene.

Exoti­sche Vögel und Blumen – das Tape­ten­muster “Crowe Hall Lane” aus der Kollek­tion “Archive Trails” stammt aus dem späten 19. Jahr­hun­dert. Wie hübsch wäre es, eine Nische oder die Rück­wand eines Vitri­nen­schrankes mit dieser Tapete zu schmü­cken. Fotos: Little Greene

Verfüh­re­risch schlicht

Ich mag Grau! Irdenes Geschirr, hand­ge­formt. Grobes Bauern­leinen, in seiner Farb­stille so beru­hi­gend, so fried­lich und sinn­lich. Ein alter Zinn­teller – so wunderbar grau – lässt meinen Zitronen-Oran­gen­ku­chen fantas­tisch leuchten. Die Ruhe dieser Farbe setzt einen Gegenpol zu all dem hekti­schen Treiben unserer Zeit. Seit Beginn des 21. Jahr­hun­derts stehen neutrale Farben an der Spitze der Beliebt­heits­skala. Ihre klare Anmu­tung verbreiten zeit­ge­nös­si­sches Flair. Grau kann archi­tek­to­nisch, modern wirken. Es steht aber auch für einen natur­ver­bun­denen, rusti­kalen Look. Grau geht immer! Denken Sie nur an einen grauen Strick­pull­over – wem stünde er nicht?

Natür­lich wunderbar

Pantone-trendfarben 2021-A.Melzer©/henne-gans-co-derblauedistelfink

Karin Falter von “Henne, Gans & Co” hält auf ihrem Hof in Nieder­sachsen gotlän­di­sche Pelz­schafe. Aus der Wolle dieser und anderer Schafe der Region stellt sie in Hand­ar­beit mit Wasser und Oliven­seife wunder­schöne “Veggie-Felle” und Sitz­kissen (Bild) her. Jedes dieser natür­li­chen Produkte ist ein Unikat mit einer beson­deren Haptik – und die Schafe leben glück­lich auf ihrer Weide weiter. Die silbrig-grauen Farb­schat­tie­rungen finde ich fantas­tisch. Mehr Infor­ma­tionen finden Sie am Ende des Beitrages. Foto: Annett Melzer

Die Pantone-Trend­farben 2021 – doppelt stark?

Grau nimmt sich zurück und doch kann es stark und kräftig sein – aber niemals laut. Das würde uns manchmal auch guttun. Uns ein biss­chen zurück­zu­nehmen, leiser werden, damit wir mehr hören. Das hohe Fiepen des Gold­hähn­chens zum Beispiel. Oder das Rascheln einer kleinen Wald­maus. So unbe­deu­tend ist sie doch gar nicht. Alles ist Schöp­fung, und Grau und Gelb sind tatsäch­lich wich­tige  Farben im Großen und Ganzen. Es macht doch Spaß, sich einmal mit neuen Farbre­zepten ausein­an­der­zu­setzen. Ich habe jeden­falls Appetit bekom­menen und werde kleine Still­leben kreieren und zu meiner grauen Bluse einen leuch­tend gelben Schal um den Hals schlingen. Viel­leicht streiche ich einen Garten­stuhl gelb. Das sieht gewiss schön zu meinem grauen Stein­tisch aus…

Pantone-Trendfarben 2021 – eine Betrachtung

Pantone-Trendfarben 2021 – eine Betrachtung

Leinen­stoffe für Tisch­wä­sche, Servi­etten oder Kissen­be­züge kann man sehr schön selber in den Pantone-Trend­farben färben. Ich habe zum Färben Textil­farbe (Simplicol) in Grau für die Wasch­ma­schine und in Gelb für das Färben in einer Schüssel genutzt. Das Färben in der Schüssel ermög­licht eine Steue­rung der Farb­in­ten­sität und das Färben klei­nerer Stoffmengen.

Die Zusam­men­stel­lung von Farben ist wie das Kompo­nieren einer Melodie. Probieren Sie es doch einmal aus!

Die meisten Menschen haben, wenn es um Farben geht, einen ausge­prägten Geschmack. Es ist wichtig, dem eigenen Farb­emp­finden zu vertrauen und sich darauf zu verlassen. Aber Expe­ri­mente sind auch eine Heraus­for­de­rung, aus der sich viel krea­tive Energie schöpfen lässt.”

Tricia Guild, briti­sche Interiordesignerin

 

Pantone-Trendfarben 2021 im Stilwerk-Hotel Heimhude in Hamburg

Die Wände des Früh­stücks­raums des frisch eröff­neten “Stil­werk-Hotels Heim­hude” in Hamburg sind in einem verwa­schenen, dezenten Grau gestri­chen (“NO 62 STONEWASHED von CAPAROL ICONS). Die Polster und Kissen der Sitz­bänke tragen honig­gelbe Bezüge der däni­schen Firma KVADRAT und sorgen auch bei typi­schem Hamburger Wetter für sonnige Morgen­stunden. Foto: Stilwerk/T. Baermann

Alle Adressen und Informationen:

Original BTC
Pantone Trendfarben 2021 – Tischleuchte "London" von Original BTC

Fotos: Original BTC

Alle Leuchten des briti­schen Fami­li­en­un­ter­neh­mens werden in Manu­fak­turen in England gefer­tigt. Zum Marken­zei­chen sind mitt­ler­weile die zarten Lampen­schirme aus Bone China, einem beson­ders festen Porzellan, geworden. Aber auch eine Glas­blä­serei und ein Metall­werk nennt die Firma ihr eigen. Der Lampen­schirm der Tisch­lampe “London” wird in Druck­technik aus Alumi­nium herge­stellt. Das stoff­be­zo­gene Kabel wird durch Öffnungen im Arm gefä­delt. Der Schirm ist auch in anderen Farben erhält­lich. Ca. 660 Euro.

www.originalbtc.com

Henne, Gans & Co

Ein Hof von 1894 bietet Karin Falter Platz für ihre Arbeit und Leiden­schaft. Aus der Wolle ihrer Gotland­pelz­schafe fertigt sie wunder­schöne “Veggie-Felle” und flau­schige Kissen. Das Beson­dere: die Felle und Kissen gestaltet sie mit einer Filz­technik ausschließ­lich aus gescho­rener Wolle. Die Schafe leben glück­lich auf der Weide weiter!
Außerdem kann man bei ihr auf der Wiese in zwei hübschen Wohn­wagen über­nachten. Mehr zu dem char­manten Bed & Break­fast, den Veggi­e­fellen und weitere Infor­ma­tionen  gibt es unter

Henne, Gans & Co.
www.hennegansundco.de

Keramik im Quellental
Pantone-Trendfarben: Handgearbeitete Krüge, Schalen und Becher von Keramik imd Quellental

Foto: Gundi Bindernagel

Gundi Binder­nagel hat ursprüng­lich Freie Kunst studiert und sah sich als Malerin. Aber in ihr schlum­merte das tiefe Bedürfnis, mit den Händen zu werken, zu formen, zu schaffen. Im Töpfer­hand­werk hat sie ihre Bestim­mung gefunden. An der Töpfer­scheibe dreht sie in ihrem Atelier im Hamburger Westen schlichtes, wunder­schönes Alltags­ge­schirr, das benutzt werden möchte.  Bei Anfragen oder Wünschen:

Gundi Binder­nagel

www.atelierimquellental.de

SoSUE Hamburg

Das Mode­label aus Hamburg gibt es seit 2016. Grün­derin Sue Giers und ihr Team möchten gute Mode und gute Geschichten verbinden. Deswegen gibt es bei ihnen nicht nur tolle Blusen mit super­schönen Ärmeln, Kleider, Pullis und vieles mehr, sondern in ihrem Blog­zine auch Repor­tagen, Inter­views, Tipps und Rezepte. Die Bluse “Antonia” kostet übri­gens ca. 169 Euro.

www.so-sue.com

Little Greene

Der engli­sche Farben­her­steller blickt auf eine lange Tradi­tion bis ins Jahr 1773 zurück. Es ist eine Freude aus der großen  Farb­pa­lette und der umfang­rei­chen Tape­ten­kol­lek­tion zu schöpfen. Die Farben und Lacke über­zeugen durch ihren hohen Pigment­an­teil und die dadurch entste­hende Farb­tiefe. Die Tapeten – teil­weise Muster, die in verges­senen Archiven gefunden wurden – werden in einem spezi­ellen Druck­ver­fahren auf hoch­wer­tigsten Papieren herge­stellt, sind robust und lang­lebig. Weitere Informationen:

www.littlegreene.de

 

Stil­werk-Hotel Heim­hude Hamburg

Foto: T. Baermann

In einer 150 Jahre alten Jugend­stil­villa im Stadt­teil Pösel­dorf nahe Alster und Innen­stadt ist im vergan­genen Mai das erste Stil­werk-Hotel in Hamburg eröffnet worden. Eigent­lich ist es ein Mix aus Show­room und Hotel – denn wer Gefallen an der Einrich­tung des hübschen Hauses findet, kann Inte­rieur-Stücke, von den Thonet­stühlen, über die Wand­farbe von ” Caparol Icons”  bis zu den Boden­fliesen direkt im Stil­werk Hamburg oder über den Online­shop zu sich nach Hause ordern.


www.stilwerkhotels.com

 

Buch­tipp:

Glücklich wohnen mit FarbeDie Frage, mit welchen Farben wir uns in unserem Wohn­um­feld umgeben, ist so span­nend. Unzäh­lige schöne Möglich­keiten machen die Entschei­dung nicht leichter und so manche Farb­kom­bi­na­tion können wir uns viel­leicht auch nicht so gut vor unserem inneren Auge vorstellen.
Joa Stud­holme ist Farb­ku­ra­torin bei Farrow & Ball und zeigt in dem Buch “Glück­lich wohnen mit Farbe” zahl­reiche Gestal­tungs­mög­lich­keiten mit Farben auf. Verschieden Stile und Raum­si­tua­tionen sind nicht nur schön anzu­schauen – sie setzen Denk­an­stöße und machen Lust darauf, auch den eigenen vier Wänden einmal ein neues Farb­kleid zu verpassen. Und ich kann aus eigener Erfah­rung sagen, es lohnt sich, einmal etwas auszuprobieren!

Farrow & Ball –  Glück­lich wohnen mit Farbe” von Joa Stud­holme. Gebun­dene Ausgabe mit 268 Seiten, ca. 49 Euro. Erschienen bei Callwey.

 

Hinweis: Alle Fotos, die keinen anderen Vermerk haben, sind von mir.

 

Marmeladenplätzchen, Marzipan und eine Tasse Tee

Marme­la­den­plätz­chen, Marzipan und eine Tasse Tee

Die Wangen rot, die Nase kalt – es geht doch nichts über einen ausgie­bigen Winter­spa­zier­gang. In der Natur spüre ich, Teil von etwas Größerem zu sein. Ich finde Halt, Trost und Zuver­sicht. Wie Säulen einer Kathe­drale streben die Baum­stämme um mich herum gen Himmel. Wie groß­artig die Natur doch ist!  Zuhause ange­kommen, setze ich mich mit Tee und Marme­la­den­plätz­chen in meinen Lieb­lings­sessel. Bald ist Weihnachten.
Aber diesmal ist alles anders.
“So ein Weih­nachten hatten wir noch nie!”, schimpft meine Tochter und ist wütend auf dieses Corona-Jahr. Und da fällt es mir ein – das geliebte Bilder­buch von Sven Nord­q­vist, das wir unseren Kindern immer so gerne zur Weih­nachts­zeit vorge­lesen haben. “Petterson kriegt Weih­nachts­be­such”. Oh, wie wir die fanta­sie­vollen Bücher über den alten Petterson und seinen Kater Findus geliebt haben! Und dieses ganz besonders…

Marmeladenplätzchen, Marzipan und eine Tasse Tee

Eine Weih­nachts­ge­schichte

Es ist der 23. Dezember. Der alte Pettersson und sein Kater Findus haben noch so viel für das Weih­nachts­fest vorzu­be­reiten. Einkaufen, einen Tannen­baum aus dem Wald holen, Schnee schippen… Nur leider verletzt sich Pettersson im Wald am Fuß und ihre Pläne sind durch­kreuzt. Dieses Weih­nachts­fest droht das trübste Fest über­haupt zu werden. Sie haben nichts zu essen im Haus, keinen Weih­nachts­baum und geputzt ist auch noch nicht. Ledig­lich ein wenig Pfef­fer­ku­chenteig ist noch übrig.  Und die beiden tun etwas sehr Schlaues: sie backen erst einmal Pfefferkuchen.

(…) Später tranken sie Kaffee und aßen Pfef­fer­ku­chen. Still saßen sie da und betrach­teten ihre Spie­gel­bilder in der Fens­ter­scheibe. Am Tag vor Heilig­abend hatten sie sonst immer so viel Spaß mit all dem, was noch vor Weih­nachten erle­digt werden musste: backen, kochen und alles hübsch machen. Und jetzt konnten sie nichts anderes tun als still sitzen und darauf warten, dass die Schmerzen im Fuß aufhörten. (…)”

Beide sind traurig und wütend.  Aber dann fangen sie an – wie es so ihre unver­gleich­liche Art ist – zu impro­vi­sieren. Und was soll ich sagen? Es wird ein schönes Weih­nachts­fest. Anders – aber schön!  Die beiden bauen sich sogar einen Weih­nachts­baum, der bei meinen Kindern Begeis­te­rung ausge­löst hat. Und der Heilig­abend wird durch Hilfs­be­reit­schaft, Nächs­ten­liebe und Freund­lich­keit unver­gess­lich. Mehr will ich nicht verraten. Sie sollten einmal einen Blick in dieses wunder­bare Buch werfen!

Marmeladenplätzchen, Marzipan und eine Tasse Tee

Kekse & Tee – machen wir eine Pause!

Dieses Jahr passt diese Geschichte besser denn je zu unserem Weih­nachts­fest. Es droht trübe zu werden? Tun wir etwas dagegen! Impro­vi­sieren wir! Am besten machen wir es wie der alte Pettersson und sein Kater Findus: Backen wir erst einmal Plätz­chen, genießen den Duft im Haus und halten bei einer Tasse Tee kurz inne…
Und wie wir alle wissen, ist eine Tasse Tee viel mehr als ein Heiß­ge­tränk. Sie verspricht einen Augen­blick lang Gemüt­lich­keit, Ruhe und Wärme. Einfach mal zusehen, wie es so läuft – für einen kleinen, aber wich­tigen Moment.

Natür­lich löst eine Tasse Tee nicht alle Probleme. Aber das, was sie bewirkt, das kurze Pausieren und Reflek­tieren, hilft oftmals, den rich­tigen Weg zu finden. Wenn wir manchmal das Gefühl haben, die Welt dreht sich zu schnell, tut es gut, die Tasse zu halten und die Wärme zu genießen. Geben uns solche kleinen Rituale nicht Halt?

Marmeladenplätzchen mit Granatapfelgelee

Inspi­ra­ti­ons­quelle: Ein Rezept­heft aus den 20er Jahren mit 99 Back­ideen aus dem Ullstein-Verlag.

Kleine Fluchten

Krea­ti­vität hilft, aus fast jeder Situa­tion das Beste zu machen, opti­mis­tisch und erfin­de­risch zu sein. Ja, Krea­ti­vität kann sogar aus nega­tiven Gefühlen und Stim­mungen etwas Schönes werden lassen. Also backen wir viel­leicht diesmal beson­ders hübsche Kekse! Bringen wir köst­liche Aromen zusammen, kochen Gelee und formen Pralinen – all das eignet sich dann auch gleich als Präsent, das wir unseren Nach­barn als kleine Über­ra­schung  vor die Tür legen können.
Beim Backen kann man so fantas­tisch entspannen. Schöne Musik unter­malt viel­leicht die Szenerie, Kerzen­licht flackert, der Duft von Butter und Vanille füllt den Raum.
Lassen Sie uns opti­mis­tisch bleiben – und freund­lich! Auch wenn es mal eng und unge­müt­lich wird…

Marmeladenplätzchen mit selbstgerechtem Granatapfelgelee

Ich habe diesmal zwei Rezepte für Sie. Marme­la­den­plätz­chen  gehören von jeher zu meinen Lieb­lings­keksen. Dieses Jahr habe ich sie mit einem selbst­ge­machten Granat­apfel-Gelee gefüllt. Und von den Feigen-Marzi­pan­pra­linen kann man nur schwer die Finger lassen…

Marme­la­den­plätz­chen mit Granatapfel-Gelee 

 

Zutaten für das Granatapfel-Gelee: 
  • 2 Granat­äpfel
  • 3–4 Pflaumen
  • Saft einer Orange
  • Saft  einer Limette
  • 250 g Gelier­zu­cker 2:1
  • 4 Nelken
  • 1/2 Vanil­le­schote
  • 4 El Cassis-Likör
  • Saft einer 1/2 Zitrone
Zube­rei­tung:

Den Saft und die Kerne der Granat­äpfel sowie die klein geschnit­tenen Pflaumen in eine ofen­feste Form geben. Die Vanil­le­schote öffnen, auskratzen und dazu­legen. Orangen- und Limet­ten­saft hinzu­geben und die Nelken so in die Form legen, dass man sie später wieder­findet. Den Cassis-Likör hinüber­träu­feln. Die Früchte nun im Ofen bei 100 °C 45 Minuten ziehen lassen. Hmm..das duftet so köstlich!
Anschlie­ßend die Nelken und die Vanil­le­schote entfernen. Frucht­saft und Früchte in einen hohen Rühr­be­cher geben und mit dem Pürier­stab zerklei­nern. Die Frucht­masse nun durch ein feines Sieb in einen Topf gießen. Sorg­fältig ausdrü­cken, so dass nur die Kerne und Scha­len­stücke  im Sieb bleiben. Den Frucht­saft (380 ml abmessen, sollte es etwas zu wenig sein, einfach mit Oran­gen­saft auffüllen) nun mit dem Gelier­zu­cker und dem Saft einer halben Zitrone mischen und nach Packungs­an­lei­tung kochen und in Gläser (ca. 2 Gläser) füllen.
Das Gelee schmeckt natür­lich auch als Brot­auf­strich sehr lecker.

Die Marme­la­den­plätz­chen können natür­lich auch mit gekauftem Frucht­gelee ange­fer­tigt werden. Aber selbst­ge­macht schmeckt immer am besten, oder?

Scho­ko­la­den­man­deln:

Zart­bit­ter­ku­ver­türe im Wasserbad erhitzen und blan­chierte Mandeln einzeln mit der Spitze hineintunken.Vielleicht mit einem kleinen Streu­deko-Gold­stern (gibt es im Back­regal oder z.B. hier) Die Mandeln auf Back­pa­pier trocknen lassen.

Marmeladenplätzchen mit Schokomandeln

Teig­zu­taten:
  • 175 g Mehl
  • 50 g gemah­lene Mandeln
  • 50 g Puderzucker
  • 1 Päck­chen Vanillezucker
  • 125 g kalte Butter
  • Prise Salz
Zube­rei­tung der Marmeladenplätzchen:

Mehl und Puder­zu­cker in eine Schüssel sieben. Die Mandeln, die Prise Salz sowie den Vanil­le­zu­cker hinzu­geben und alles mischen. Die Butter in Flöck­chen dazu­geben und alles zu einem glatten Teig verkneten. Abge­deckt mindes­tens 1 Stunde kalt stellen.

Den Back­ofen auf 160° Umluft vorheizen. Den Teig zu einer etwa 3 cm dicken Rolle formen und in ca. 2 cm dicke Stücke schneiden. Die Stücke zu Kugeln formen und mit einem Koch­löf­fel­stiel oder dem Finger eine Vertie­fung in die Mitte drücken. Die Plätz­chen ca. 15 – 20 Minuten (bis sie hell­braun sind) backen. Abkühlen lassen. Die Plätz­chen­ränder mit Puder­zu­cker bestäuben.

Etwas Gelee in einem kleinen Topf erhitzen und mit einem kleinen Löffel die Mulden der Plätz­chen mit Frucht­gelee füllen. Und die Scho­ko­man­deln in die Marme­la­den­plätz­chen hinein­ste­cken. Die Plätz­chen eine Weile trocknen lassen, damit das Gelee wieder fest wird und in einer Keks­dose aufbewahren.

Alter­na­tive: Linzer Plätzchen

Teig und Gelee eignen sich auch zur Herstel­lung von Linzer Plätz­chen. Einfach Plätz­chen ausste­chen und bei der Hälfte der Plätz­chen mittig ein Loch ausste­chen. Ca. 8–10 Minuten bei 160° backen, abkühlen lassen. Das Gelee erhitzen und auf die Plätz­chen ohne Loch strei­chen. Plätz­chen mit Loch mit Puder­zu­cker bestreuen,  aufsetzen und leicht andrü­cken, trocknen lassen.

Marmeladenplätzchen mit selbstgerechtem Granatapfelgelee

 

Marmeladenplätzchen und Feigenmarzipan-Pralinen

Feigen­mar­zipan-Pralinen

Zutaten:
  • 2 Feigen
  • 200 g Marzipanrohmasse
  • 60 g Puderzucker
  • 2 – 3 EL Mandel­likör (wer mag)
  • 180 g gemah­lene Mandeln
  • 200 g Zartbitterkuvertüre
  • Streu­deko Gold­sterne oder Gold­pulver (gibt es im Back­regal oder z.B. hier)
Zube­rei­tung:

Die Feigen waschen und in Stücke schneiden. In einem Topf kurz zu weichem Püree kochen und mit einem Pürier­stab pürieren, abkühlen lassen.
Marzipan, Puder­zu­cker, Mandel­likör, Mandeln und 100 g Feigen­püree mit dem Knet­haken verkneten. Kleine Kugeln formen und diese kalt stellen.
Die Kuver­türe im Wasserbad schmelzen und die Pralinen eintau­chen (mit Prali­nen­be­steck oder zwei Spießen). Auf ein Back­pa­pier legen, mit Stern­chen verzieren und trocknen lassen. Danach in den Kühl­schrank stellen, damit sie fest werden. Im Kühl­schrank lagern und inner­halb von ca. 2 Wochen verzehren.
Die fertigen Pralinen sollten kühl genossen werden. Dann ist die Hülle knackig und die aroma­ti­sche Marzi­pan­fül­lung zergeht auf der Zunge.

Marmeladenplätzchen und Feigenmarzipan-Pralinen

Marmeladenplätzchen und Feigenmarzipan-Pralinen

Marmeladenplätzchen und Feigenmarzipan-Pralinen

Ich wünsche Ihnen ein geseg­netes schönes Weih­nachts­fest und dass Sie und all Ihre Lieben gesund bleiben!

Riesen und Zwerge
Auch wenn uns Zuver­sicht und Lebens­freude manchmal so klein wie Zwerge vorkommen: Sie sind schla­fende Riesen, die wir wecken können.

Jochen Mariss (Autor und Fotograf)

 

Weitere Ideen und Empfehlungen:

 

Bezau­bernde Glückspilze

Die hübschen nost­al­gi­schen Flie­gen­pilze werden in Hand­ar­beit wie vor 100 Jahren von einem Fami­li­en­be­trieb in Deutsch­land gefer­tigt. Sie bestehen aus  Watte/Zellstoff, ihre Köpfe werden in rote Gela­tine getaucht und per Hand mit weißen Tupfen versehen.
Es gibt sie in zwei Größen (5cm und 6,5 cm Höhe). Mehr Infor­ma­tionen finden Sie unter
www.dresdner-pappen.de

 

Bastel­tipp: Granat­äpfel-Anhänger aus Ton

Mit meinen Kindern habe ich aus gut durch­ge­kne­tetem, an der Luft trock­nendem Ton kleine Kugeln geformt. Ein wenig Ton flach ausrollen, für jeden Granat­apfel 6 kleine Drei­ecke ausschneiden und mit ange­feuch­teten Fingern an die Kugel blüten­förmig anstrei­chen. Aus Draht eine Öse drehen und die Enden zwischen die Blüten in den Ton stecken. Trocknen lassen und die Äpfel mit Acryl­farbe anmalen. Etwas Gold­farbe hier und da sorgt für ein hübsches Schim­mern. Die Granat­äpfel mit dünnem Gold­draht oder Band aufhängen.

Marmeladenplätzchen, Marzipan und eine Tasse TeeBuch­tipp:

Pettersson kriegt Weih­nachts­be­such” von Sven Nord­q­vist ist in der Verlags­gruppe Oettinger erschienen.

Mehr weih­nacht­liche Themen auf dem Blog: 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Krea­tive Geschenke: Färben mit Avocado

Je dunkler und kälter es draußen wird, desto wärmer leuchtet es in den Fens­tern. Es ist wieder Zeit, dass ein Meer von Kerzen Licht ins Dunkel bringt. Zeit für ein biss­chen Magie, für die alten Lieder und Geschichten, die süßen Düfte und das geheim­nis­volle Getu­schel im Haus. Zeit für Wünsche und Zeit für liebe­volle Geschenke.

Tausende von Kerzen kann man am Licht einer Kerze anzünden, ohne dass ihr Licht schwä­cher wird. Freude nimmt nicht ab, wenn sie geteilt wird.”

Buddha (560 – 480 v. Chr.)

Es ist Advent, die Zeit des Inne­hal­tens. In diesem Jahr gelingt das – notge­drungen – manchmal viel­leicht sogar besser als in den vergan­genen Jahren. Es ist eine merk­wür­dige, für viele Menschen auch einsame Zeit.
Umso wich­tiger ist es doch, dass wir es uns trotzdem schön machen und unseren Lieben eine ganz persön­liche Freude bereiten. Eine gedank­liche Umar­mung aus der Ferne sozu­sagen. Viel­leicht wollten Sie schon längst einmal wieder kreativ werden?

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Geschenke zum Dahinschmelzen

Schenken Sie Kerzen! Denn es ist Zeit für Kerzen und jeder freut sich über diese zutiefst analogen Leucht­mittel, deren Charme und Atmo­sphäre bisher von elek­tri­schen Alter­na­tiven uner­reicht ist. Der Blick in eine Kerzen­flamme hat – ähnlich wie der Blick zum Mond, in die Sterne oder in ein Lager­feuer – etwas Verbin­dendes. Die tänzelnden Flammen regen zum Träumen an. Das Licht der Flamme ist hinter­gründig. Nicht alles wird hell erleuchtet. Schatten bewegen sich und in den Augen der Betrachter entsteht ein Funkeln.
Licht steht von jeher für Hoff­nung. Und Hoff­nung, Stärke und ein leben­diges Funkeln in den Augen sind zur Zeit so wichtig.

Kreative Geschenke: Färben mit Avocado

Doch was wäre ein gutes Geschenk ohne eine schöne, nach­hal­tige Verpa­ckung? Schließ­lich steckt doch der Zauber im Detail.
Ich habe aus alten Leinen-Geschirr­tü­chern kleine Säck­chen für die Kerzen, die ich verschenken möchte, genäht und mit bedruckten Anhän­gern aus hand­ge­schöpftem Papier versehen. Das Beson­dere: das Leinen und das Papier habe ich ganz natür­lich mit der Schale und den Kernen der Avocado gefärbt. Rosa! Ja, tatsäch­lich. Die rubbe­lige grün­braune Schale der Frucht und ihr Kern färben – kocht man sie – das Wasser tief rot. Mit diesem Sud, der an Glüh­wein erin­nert, lassen sich Natur­stoffe wie Leinen und Baum­wolle ganz unkom­pli­ziert in wunder­schönen Zartrosa‑, Altrosa- und Rosen­holz­tönen färben. Ein kleines Wunder! Und es könnte doch nicht besser passen, dass Rosa nun in der Farb­deu­tung auch noch die Farbe der Nächs­ten­liebe ist.

Geschenke: Färben mit Avocado.

Geschenke: Färben mit Avocado.

Kreative Geschenke: Färben mit Avocado

Rosa­roter Advent 

Typisch Natur – sie trifft mal wieder genau den Ton. Das Rosa, das beim Färben mit Avoca­do­schalen und ‑kernen entsteht, ist fantas­tisch. Nicht kitschig, nicht künst­lich, nicht aufdring­lich – perfekt! Und zwar in jeder Nuance. Das Ergebnis hängt von der Länge des Bades in dem roten Sud ab. Je länger, desto intensiver.
Wichtig ist, die Avoca­do­schalen gut auszu­löf­feln und anschlie­ßend mit Wasser zu reinigen, damit kein Frucht­fleisch mehr daran haftet. Ich habe Schalen und Kerne in einem Gefrier­beutel im Tief­kühl­fach gesam­melt – man kann ja nicht so viele Avocados auf einmal essen.

Anlei­tung:

Meine fertigen Säck­chen haben die Maße 15 cm x 23 cm. Das passt für lange Stab­kerzen ganz gut. Aus einem alten Geschirr­hand­tuch konnte ich so genau 5 Säck­chen nähen.

 

Sie brau­chen für die Säckchen:
  • Leinen- oder Baum­woll­stoff, gewaschen
  • Avoca­do­schalen und ‑kerne (ca. 300 g/ca. 4–5 Avocados)
  • Stoff­rest (z.B. Stück eines Bett­la­kens), idea­ler­weise weiß, ca. 70 cm x 70 cm
  • einen großen Topf (er kann nach gründ­li­cher Reini­gung wieder zum Kochen genutzt werden)
  • ca. 6 Liter heißes Wasser

Wer nur ein kleines Stoff­stück färben möchte, kann die Mengen auch halbieren.

  1. Einen Streifen (ca. 4 cm) vom Stoff­rest abschneiden. Gerei­nigte Avoca­do­schalen und ‑kerne mittig auf dem Stoff­rest plat­zieren und ein Bündel bilden. Mit dem Stoff­streifen fest zubinden.
  2. Das Bündel in den Koch­topf legen und mit kochendem Wasser aus dem Wasser­ko­cher über­gießen. Mit heißem Wasser aufgießen (auf ca. 6 Liter) und zum Kochen bringen.
    Nun wird das Bündel mindes­tens 1 Stunde gekocht, damit der Farb­stoff frei­ge­setzt wird. Das Bündel vorsichtig aus dem Wasser nehmen. Im Wasch­be­cken abkühlen lassen.
  3. Den Stoff für die Säck­chen nun unter kaltem Wasser gut durch­nässen und in das Farbbad geben. Unter stän­digem Rühren den Stoff färben, bis die gewünschte Inten­sität erreicht ist. Ich hatte mehrere Geschirr­tü­cher und habe etwas experimentiert.
  4. Den Stoff mit einer Zange aus dem Farbbad nehmen und unter kaltem Wasser ausspülen. Hierbei verän­dert sich die Farb­in­ten­si­vität noch mal. Wer mehr Farbe möchte, kann das Bad dann beliebig fortsetzten.
  5. Den Stoff  am besten liegend trocknen und im Anschluss bügeln.
Säck­chen nähen

Aus dem gefärbten Stoff nun kleine Säck­chen in der gewünschten Größe nähen. Ich habe die Geschirr­tü­cher (46 cm x 85 cm) längs mittig gefaltet, zuge­schnitten und dann nur die Seiten der Säck­chen aufein­ander gesteppt und versäu­bert. Die Webkante liegt so an der Öffnung. Im Falle einer offenen Kante empfiehlt sich ein geket­telter Abschluss oder ein kleiner Saum.

Tipp: Das große weiße Baum­woll­tuch, mit dem das Bündel geschnürt wurde, unbe­dingt anschauen. Meines hatte eine ganz hübsche Batik­optik, und ich habe Schlei­fen­bänder daraus geschnitten und knapp­kantig umsteppt.

Geschenke: Färben mit Avocado.

Die Avoca­do­schalen und Kerne werden in einem Bündel gekocht. So erhalten wir einen Sud für eine gleich­mä­ßige Färbung der Textilien.

Geschenketipp: Kerzensäckchen mit Avocado gefärbt.

Der Sud, der beim Kochen der Avoca­do­schalen und- kerne entsteht ist tiefrot.

Geschenkanhänger aus Bütten, mit Avocadoschalen gefärbt

Anhänger aus hand­ge­schöpftem Papier

Hand­ge­schöpftes Papier (ca. 180 – 300 g/m²) bekommen Sie überall, wo es Künst­ler­ma­te­rial gibt. Um die hübschen Ränder zu erhalten, reißt man es an einem Metall­li­neal entlang auf das rich­tige Maß zu (vorher die Linien zur Vorbe­rei­tung gut knicken).
Ich habe Recht­ecke und Rauten gewählt und teil­weise in die Mitte eine farbige Fläche mit Acryl­farbe gesetzt. Nach dem Trocknen kann mit einem Stempel und Gold­farbe ein Motiv aufge­druckt werden.
Ich habe meinen Vogel-Stempel selber aus Stem­pel­gummi geschnitzt (wie schon beim Thema Buch­binden). Auch aus Moos­gummi oder Kartof­feln lassen sich Stempel fertigen. Vorlagen findet man in Büchern oder man nimmt eine Keks-Ausstech­form zur Hilfe.
Einige Papiere habe ich auf die Größe einer Streich­holz­schachtel zuge­schnitten und bedruckt. Klebt man sie auf die Schachtel auf, sieht die Streich­holz­schachtel auf dem Tisch gleich viel hübscher aus.

DIY-Geschenke: Färben mit Avocado

Tipp: Beson­dere Stempel gibt es bei Stempel Jazz, einer Hand­druck­ma­nu­faktur in der Lüne­burger Heide.

Geschenke selber machen: Vögel aus Softton

Kreativ beflü­gelt

Eine weitere Idee, die man auch sehr schön mit Kindern umsetzen kann, ist das Ausste­chen von Anhän­gern aus luft­trock­nendem Softton. Er lässt sich sehr gut kneten, wird sehr fest und kann nach dem Trocknen bemalt werden. Wir haben den Ton geknetet, ausge­rollt und mit Keks­förm­chen Vögel ausge­sto­chen. Mit einem Zahn­sto­cher kann man ein kleines Loch hinein­ste­chen und die Anhänger dann gut trocknen lassen. Wir haben die Vögel mit Acryl­farbe in Rosa angemalt.
Und da es so einen Spaß macht zu kneten und zu formen, haben wir aus dem Ton noch kleine Kerzen­leuchter geformt und nach dem Trocknen angemalt.

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Kost­bare Momente

Jetzt geht es ans Verpa­cken! Die Kerzen in das Säck­chen stecken, mit einer hübschen Schleife, einem Jute­band oder dicker Wolle zusam­men­binden und mit einem Papier­an­hänger oder einem Tonan­hänger schmücken.
Die Säck­chen eignen sich natür­lich auch wunderbar zum Verpa­cken von Nüssen, Tee oder kleinen Kosme­tik­pro­dukten und sie können immer weiter benutzt werden, z.B. zum sicheren Verstauen von Schmuck.

Die Zeit, in der solche selbst­ge­machten Präsente entstehen, ist kostbar. Die Arbeit mit ästhe­ti­schen Mate­ria­lien inspi­riert und beru­higt. Und viel­leicht duftet nebenbei ein Tee und es brennt eine Kerze…

Licht

Licht breitet sich aus

Eine Kerze
Entzündet in der Dunkelheit
Gibt Licht
Sie erleuchtet
Läßt erkennen
Gibt Hoff­nung

Eine Kerze

Auch Du
Kannst
So eine Kerze sein

Es ist Advent

(Gudrun Kropp, *1955, Lyri­kerin, Aphoristikerin)

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado

Weitere Geschenke zum Selbermachen:

 

Kreative Geschenke - Färben mit Avocado