Alle Artikel in: Inte­rior

Homestory – Lebe lieber einzigartig. Ein Plädoyer für Handwirklichkeit, Nachhaltigkeit und Möbel mit Geschichte.

Lebe lieber einzig­artig… eine Home­story

Wer beim Einrichten seines Zuhauses auf sein Bauch­ge­fühl hört, den begleitet das Inte­rieur ein ganzes Leben. Wer nur den Trends folgt, den ermüdet irgend­wann, was er hat.” Rossana Orlandi (Design­ga­le­ristin aus Mailand) Sind Sie schon einmal in eine Wohnung gekommen und haben sich gewun­dert, wie sehr die Einrich­tung die Persön­lich­keit der Bewohner wider­spie­gelt? Gegen­stände und Deko­ra­tionen – mit Leiden­schaft zusam­men­ge­tragen – die auf ganz wunder­volle Art und Weise den Charakter des Arran­geurs verkör­pern? Es ist wie ein Eintau­chen in eine andere, sehr persön­liche Welt. Für mich immer wieder eine span­nende und inspi­rie­rende Erfah­rung. In der Einrich­tung kann man oft sehr viel lesen über den Geschmack, die Inter­essen, Erfah­rungen, über den Humor und die Träume der Bewohner. Ein Zuhause, das sich über einen langen Zeit­raum entwi­ckelt hat, liebens­wert, unper­fekt an manchen Stellen, voll­kommen an anderen. Globa­li­sie­rung, moderne Massen­pro­duk­tion und güns­ti­gere Preise haben Design demo­kra­tisch gemacht. Schön einer­seits, die trau­rige Seite aber ist, dass diese Tatsache mehr und mehr zu einer Verein­heit­li­chung, einem kollek­tiven Massen­ge­schmack führt. Innen­ein­rich­tungen werden zuneh­mend “austauschbar”. Es entwi­ckeln sich weniger einzig­ar­tige Stile, regio­nale …

Frühstück im Bett: Endlich Zeit zum Entspannen - mit selbstgebackenem Brot und toller Bettwäsche. Die herrliche Zeit zwischen den Feiertagen.

Zeit für Entspan­nung: Früh­stück im Bett

Das Schönste am Winter? Schnee und ganz viel Gemüt­lich­keit! Der Schnee hatte im Norden bisher nur einen kurzen Auftritt. Aber gemüt­lich machen können wir es uns dennoch. Weih­nachten ist die Zeit der Besin­nung, man lässt den Alltag hinter sich, schaut auf das Große und Ganze, versucht die kleinen und großen Sorgen einmal zu vergessen oder genießt, dass einfach alles gut ist. Ich finde, das Zur-Ruhe-Kommen gelingt beson­ders gut an den Tagen zwischen Heilig­abend und Neujahr. Wecker aus, den Super­markt links liegen lassen, den Winter nur durchs Fenster herein­blin­zeln lassen und mit einem feinen Früh­stück den Vormittag an dem wohl gebor­gensten Ort der Welt verbringen: im Bett. Mit diesem groß­ar­tigen Gefühl, zu Hause zu sein! Egal ob es draußen schneit oder nicht, ich hole mir das Winter­weiß mit strah­lender Bett­wä­sche ins Schlaf­zimmer. Die zarten blauen Ranken erin­nern mich jetzt einfach mal an Eisblumen. Ein flau­schiges Fell wärmt die Füße. Das Früh­stück passt auf ein Tablett, und ein biss­chen hübsche Deko­ra­tion darf natür­lich nicht fehlen. Die winzigen Blüten des Schlei­er­krauts tanzen wie Schnee­flo­cken um meine dicke weiße …

DIY Adventsdekoration: Waldweihnacht. Winterwald statt Adventskranz + Apfellichter

Advents­de­ko­ra­tion: Wald­weih­nacht

Was bedeutet Ihnen die Advents­zeit? Stress, Hektik und viel Arbeit? Oder finden Sie die Ruhe, den Dezember zu genießen? Für mich ist es immer auch eine Erin­ne­rung an die eigene Kind­heit. Dieses krib­be­lige Gefühl, dass bald etwas Beson­deres kommt. Kerzen­schein und Lich­ter­glanz überall, gemüt­liche Advents­nach­mit­tage mit Lebku­chen, die süßen Düfte aus der Küche, das heim­liche Werkeln der Eltern hinter verschlos­senen Türen. Vor der Haustür Kälte und Schnee. Schlitt­schuh­laufen bis einem die kalten Nasen und Füße fast abfielen und dann abends glück­lich und müde mit einer Wärm­fla­sche ins Bett sinken… Als Kinder haben wir uns um volle Kauf­häuser, Anfahrts­staus vor Park­häu­sern und Schlangen an den Kassen nicht geschert. Dankbar haben wir gebas­telt, geba­cken, Geschichten gelauscht und die Vorfreude genossen. Wenn ich durch die Weih­nachts­ab­tei­lung der Kauf­häuser mit Kitsch und Kram laufe, wird es mir schnell zu viel. Reden wir nicht über eine besinn­liche Zeit? Dann besinnen wir uns doch mal! Auf das Wenige, was wir brau­chen, um in fest­liche Stim­mung zu kommen. Und auf das Wich­tigste über­haupt…  gemein­same Zeit mit Familie und Freunden! Zeit zum Basteln, …

Das 7. Zimmer - französisches Brocante-Flair in Hamburg – ein Porträt

Das 7. Zimmer – ein Porträt

Schon der Klang des Namens macht neugierig: Das 7. Zimmer. Ich denke an eine verwun­schene alte Villa in einem geheim­nis­vollen Garten, durch die man von Zimmer zu Zimmer streift. Bis man plötz­lich vor diesem einen steht– dem 7. Zimmer, in der Hoff­nung verhar­rend, dass sich hinter dieser Tür etwas Beson­deres verbirgt. Eine Samm­lung kost­barer kleiner Schätze etwa? Tatsäch­lich geht es mir immer so, wenn ich durch den schönen Hamburger Stadt­teil Eppen­dorf  schlen­dere und plötz­lich durch eine hohe Torein­fahrt über Kopf­stein­pflaster  den Innenhof einer ehema­ligen Brot­fa­brik betrete. Die kleine unschein­bare Tür mit dem hand­ge­malten Schild darüber und die noncha­lante Deko­ra­tion davor haben es mir angetan. Wenn ich die steile Holz­stiege hinter der Tür empor­steige, tauche ich ein in eine kleine fran­zö­si­sche Welt der schönen Dinge. Brocante (frz. Trödel, Anti­qui­täten) – fran­zö­si­sche Gebrauchs­ge­gen­stände, Länd­li­ches, Mobi­liar, Antikes – alles mit einer herr­li­chen Patina der letzten Jahr­zehnte. Für mich, als passio­nierte Schatz­su­cherin, ist es ein Para­dies. Geschaffen vor 20 Jahren auf dem Dach­boden des Pfer­de­stalls einer alten Brot­fa­brik. “Noch in den 40er Jahren wurde in der Fabrik Brot geba­cken und …

Letter aus Blei

Zu Besuch in der Druckerei…

Immer nur nach vorne blicken? Das kommt für mich nicht in Frage. Tradi­tion und Geschichte sind das Funda­ment, auf dem neue Ideen wachsen.  Ein Blick zurück kann sehr inspi­rie­rend sein. Und deshalb möchte ich von einem Besuch in einer Hamburger Druckerei erzählen: Schwarze Kunst “Schwarz­künstler”, “Jünger der Schwarzen Kunst” oder “Jünger Guten­bergs” – so nannte man einst die Buch­dru­cker und Schrift­setzer, deren kunst­volles Hand­werk es war, mit schwarzer Druck­farbe Texte und Bilder zu verviel­fäl­tigen. Im 15. Jahr­hun­dert eine revo­lu­tio­näre Erfin­dung von Johannes Guten­berg, die die demo­kra­ti­sche Verbrei­tung von Infor­ma­tionen ermög­lichte. Für unsere Kultur eine der wohl bedeu­tendsten Erfin­dungen. Heute, 550 Jahre  nach dem Tode Johannes Guten­bergs, im Zeit­alter der Digi­ta­li­sie­rung, gibt es sicher­lich fort­schritt­li­chere und einfa­chere Print-Methoden. Das mag stimmen. Dennoch sind die Druck­sa­chen, die mit histo­ri­schen Druck­tie­geln entstehen, so beson­ders und einzig­artig in Optik und Haptik, dass sie sich wieder größter Beliebt­heit erfreuen. “Man ist jung, solange man sich für das Schöne begeis­tern kann und nicht zulässt, dass es vom Nütz­li­chen erdrückt wird.” Jean Paul Ich habe das selber erlebt. Auf der Suche nach einer …

DIY-Kunst Farbkreise

Farbe auf den Punkt gebracht – DIY-Kunst

Bilder an den Wänden sorgen für Atmo­sphäre und Span­nung. Das Auge blickt, das Auge entdeckt. Bilder können uns in die Ferne tragen, in Stim­mungen versetzen oder einfach nur durch ihre Farbig­keit erfreuen. Mit Bildern kann man Kontraste schaffen, die einem Raum das gewisse Etwas verleihen, sie zum Klingen bringen. Will oder kann man nicht gerade in Kunst inves­tieren, gibt es die char­mante Möglich­keit, selber etwas zu kreieren, “DIY-Kunst” sozu­sagen. Selber schöne Rahmen zu füllen und Deko­ra­tives zu schaffen. “Ich kann das nicht” lass ich an dieser Stelle nicht gelten! Diese Idee ist so kinder­leicht umsetzbar, dass ich sie direkt von meinen Kindern habe verwirk­li­chen lassen. Und ich kann verspre­chen: Es macht sehr viel Spaß. Das Ergebnis? Abstrakt, bunt, deko­rativ! Farb­kreis-Kunst Mate­rial: Weißes Rund­fil­ter­pa­pier, Ø ca. 125 mm (gibts z.B. hier). Man kann auch runde Kaffee­filter (1) benutzen oder aus Teefil­ter­beu­teln für losen Tee (fein)  Kreise zuschneiden. Das Filter­pa­pier liegt dann doppelt, da es sonst zu dünn ist. Ganz einfache Filz­stifte (die güns­tigen funk­tio­nieren tatsäch­lich am besten!) Eine Pipette (gibt es im Bastel­laden, in der Apotheke oder hier) …

Tierskulpturen aus Pappmache, schwarz bemalt

Drei mal schwarzer Kater

Wer meinen Blog bereits ein wenig durch­stö­bert hat, ist viel­leicht auf die vergol­deten DIY-Tier­­skul­p­­turen aus Papp­maché gestoßen. Sie eignen sich wunderbar, um kleine Still­leben zu insze­nieren oder eine Fens­ter­bank zu deko­rieren. Bevor ich mit meinen Kindern die vergol­deten Figuren gefer­tigt habe, haben sie mit der glei­chen Methode drei Kater kreiert. Die drei Skulp­turen haben wir aller­dings mit mattem Acryl­lack schwarz ange­malt. Meine Kinder haben die drei Kater den Groß­el­tern geschenkt. Dort bewa­chen sie nun einen alten, rusti­kalen Eichen­schrank. Aber die schwarzen Figuren sehen auch toll auf der Fens­ter­bank, auf Side­boards oder Tisch­chen aus. Der Voll­stän­dig­keits­halber habe ich die drei Kater auch noch mal foto­gra­fiert.  Zur DIY-Anlei­­tung geht es hier entlang… Nur wird statt des Blatt­goldes ein Töpf­chen schwarzer, matter Acryl­lack gebraucht, der in zwei Schichten auf die Papp­ma­ché­tiere aufge­tragen wird. Wichtig: Die Figuren sind nicht für den Outdoor-Bereich geeignet – zwischen üppigen Zimmer­pflanzen kann ich sie mir aller­dings sehr gut vorstellen!

Inspiration: Pflaumen in schwarzer Schale

Die Magie der dunklen Farben

Was mich an dunklen Farben im Inte­­rior-Design faszi­niert? Die Tiefe, die Ausge­gli­chen­heit und Ruhe, die von den dunklen Tönen ausgeht. Sie lassen die Farben in ihrem Umfeld leuchten, sie schaffen eine Ruhe, vor der Muster sich wunderbar entfalten können. Wie eine Bühne verhelfen sie Möbeln, Acces­soires und Bildern zu einem wirkungs­vollen Auftritt. Beson­ders in licht­är­meren Räumen greift man oft zu hellen Tönen, um Weite und Groß­zü­gig­keit  zu schaffen. Auch ich bin dieser Theorie gefolgt und habe unsere Küche bei Einzug ganz in Weiß gestaltet. Die Wände, die Holz­ele­mente, die Küchen­zeile, den Küchen­schrank und -Tisch. Auch das hatte eine wunder­bare Wirkung, aber mit der Zeit ist mir aufge­fallen, dass das Weiß wie ein Passe­par­tout für all die kleinen und großen Acces­soires in der Küche wirkt. Ein Gewimmel an Uten­si­lien, kleinen Kunst­werken, Lebens­mit­teln… Natür­lich, schließ­lich wird in unserer Küche gekocht, gegessen, gebas­telt, Schul­ar­beiten werden erle­digt  – es wird gelebt und sieht daher auch belebt aus. Für unser Fami­li­en­leben ist sie zentral! Gegen das kleine tägliche Chaos hilft auch keine Farbe, aber dennoch vermag die rich­tige Farbe für …

Küchenschrank in "Black Blue" von Farrow & Ball

Mein Küchen­schrank trägt Blau

Im Zuge unserer Reno­vie­rung habe ich mir unseren Küchen­schrank, einen alten Buffet­schrank, einmal vorge­knöpft. Er wohnt schon länger in unserem Haus als wir, hat uns als Natur­holz­schrank begrüßt, wurde zunächst mal weiß gestri­chen und hat sich jetzt in eine tief­dunkle Schön­heit verwan­delt. Nach reif­li­cher Über­le­gung und 10 bewegten “Mutter­jahren” wünschte ich mir etwas mehr Ruhe und Kontrast in der Küche. In einer Fami­li­en­küche wird es ganz von selber bunt. Um dem Raum mehr Tiefe zu verleihen, habe ich sowohl die Küchen­zeile als auch den Küchen­schrank in “Black Blue” von Farrow & Ball (www.farrow-ball.com) gestri­chen. Ein viel­schich­tiges dunkles Blau, das zuweilen Schwarz, manchmal aber auch wie ein dunkles Petrolgrün anmutet. Je nach Licht­ein­fall. Gerade den oberen Teil des Schrankes, den man durch zwei verglaste Türen einsehen kann, wünschte ich mir außen dunkler, damit das weiße Geschirr im Inneren zum Strahlen gebracht würde. Nach gründ­li­cher Vorbe­hand­lung  hat der Schrank erst einen Voran­strich erhalten und wurde dann in zwei Schichten mit dem “Estate Eggshell”-Lack in “Black Blue” lackiert. Der Innen­raum des Schrankes wurde in Weiß, “Poin­ting”, gestri­chen. Er hebt …

Kinderkunst inszenieren auf einer Platte

Wohnen mit Kunst aus Kinder­hand

In jedem von uns steckt ein Künstler – man muss sich nur trauen. Bei Kindern kann man das beson­ders gut beob­achten. Meine Tochter hat bereits von klein auf gerne und viel gezeichnet. Ich habe immer faszi­niert beob­achtet, wie ener­gisch und entschlossen sie mit dem Stift etwas zu Papier gebracht hat. Ohne Maßstäbe und ohne zu über­legen, ob es gut ist, wie es wirkt, was es bedeutet. Diese Frei­heit geht mit dem Älter­werden leider oft verloren. Aber die “Kunst”, die entsteht, wenn Kinder kreativ werden, ist für mich ein Augen­schmaus! Ich halte es für wichtig und schön, Kindern zu zeigen, dass das, was sie schaffen, schön und wert­voll ist. Sie sollen wissen, dass es nicht darum geht, die Realität natur­ge­treu abzu­bilden, sondern der Fantasie freien Lauf zu lassen. “Ich kann das nicht” gibt es bei uns nicht! Denn wo es kein FALSCH gibt, kann man sich mutig und frei an Formen und Farben heran­wagen. Deshalb ist in unserem Haus immer Platz für die “Kunst­werke” unserer Kinder. Natür­lich packe auch ich irgend­wann Bilder in Erin­ne­rungs­kisten in den …