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Das Auge fühlt mit - die Poesie der Haptik

Das Auge fühlt mit – die Poesie der Haptik

Mit den Händen sehen, mit den Augen fühlen.”                  Johann Wolf­gang von Goethe Was haben hand­ge­ar­bei­tete Kera­mik­be­cher, Waffel­­­piqué-Hand­tü­cher und hand­ge­schöpftes Papier gemeinsam? Genau, man muss sie nur anschauen und kann sie schon fühlen. Manchmal sind es solche Dinge, die kleinen Augen­bli­cken Tiefe verleihen, man spürt sie und  entgeht für einen Moment dem Über­fluss an visu­ellen Reizen und der Flut an Kurz­bot­schaften. Ich finde Produkte fantas­tisch, die mehrere unserer Sinne anspre­chen. Die Körper­lich­keit, das Begreif­bare, die Haptik werden hoffent­lich niemals an Bedeu­tung verlieren. Viel zu oft nehmen die Augen am Bild­schirm den Händen die Arbeit ab. Dabei tut es so gut, sich mit den Händen zu verge­wis­sern, dass die Welt noch real ist. Es liegt doch in unserer Natur, Dinge zu begreifen, etwas fassen zu können. Haptik – Sinn und Sinn­lich­keit In eine sinn­lich erfahr­bare Welt gehören für mich unbe­dingt Werk­stoffe und Hand­werks­be­rufe. Hand­werk­lich gefer­tigte Produkte aus Natur­ma­te­ria­lien, wie z.B. Holz, Natur­fa­sern oder Ton geben uns Halt. Authen­ti­zität ist gefragt – und wo finden wir sie mehr als bei hand­ge­ar­bei­teten …

Skulpturen aus Naturmaterialien . Ein DIY.

DIY: Skulp­turen aus Natur­ma­te­ria­lien

 „Das Unbe­weg­liche beein­druckt mich. Diese Flasche, dieses Glas, ein großer Stein an einem verlas­senen Strand, diese Dinge bewegen sich nicht, aber meine Phan­tasie bewegen sie sehr.“ Joan Miró (1893–1983) Ddieses Zitat des gren­zenlos krea­tiven spani­schen Künst­lers kam mir bei einem unserer zahl­rei­chen Fami­­lien-Wald­­s­pa­­zier­­gänge in den Sinn, als wir mal wieder eine Menge Natur­ma­te­rial gesam­melt hatten – Dinge, die unsere “Fantasie bewegen”. Es ist so schön zu sehen, wie unglaub­lich viele gran­diose Schöp­fungen die Natur für uns bereit­hält. Man muss sie nur entde­cken. Wurzel­holz, das aussieht wie ein Vogel. Inter­es­sante Rinden­stücke, die sich wie Stalag­miten zuspitzen. Ein Hölz­chen, das  einem Pfer­de­kopf ähnelt… All diese Sammel­ob­jekte haben uns auf die Idee gebracht, daraus Skulp­turen zu bauen. Gerade für unsere Kinder finde ich es so wichtig, die Natur mit Neugier, Aben­teu­er­lust  und natür­lich mit Respekt zu durch­streifen. Jetzt, während der Corona-Krise, sehe ich hier im Norden Deutsch­lands viele Fami­lien durch die Wälder laufen. Viel mehr als sonst. Kinder spielen in flachen Bach­läufen, klet­tern über umge­stürzte Bäume, balan­cieren über Gräben, flitzen über Stock und Stein. Das habe ich in den …

Marmelade und Streuselbrot – eine wahre Liebe. Rezept und Interview mit den Gründern der Marmondo-Marmeladenmanufaktur

Unwi­der­steh­lich: Marme­lade & Streu­sel­brot

Mögen Sie auch so gerne Marme­lade? Auf selbst­ge­ba­ckenem Weiß­brot, mit streich­zarter Butter und herr­lich duftendem Kaffee. Dazu die druck­fri­sche Zeitung – mehr geht nicht! Manchmal denke ich sehn­süchtig an ein Weiß­brot mit Streu­seln zurück, das ich in meiner Kind­heit so geliebt habe – natür­lich mit Marme­lade. Ich habe das Rezept für dieses Streu­sel­brot einmal versucht zu rekon­stru­ieren. Sie finden es weiter unten. Lecker! Und als ich vor kurzem einfach so durchs Netz “flanierte”, habe ich den Eingang in  ein regel­rechtes Marme­la­den­pa­ra­dies gefunden. Marmóndo. Auch davon möchte ich erzählen… Sonne im Glas Marmóndo – das Angebot der kleinen Marme­la­den­ma­nu­faktur mit 8 Mitar­bei­te­rinnen  aus Wald­bröl in  Nord­rhein-West­­falen klingt verlo­ckend, kreativ und über­ra­schend – einfach anders. Nächte in spani­schen Gärten, Le Gout des Merveilles, Hello Sunshine … meine Neugier ist geweckt. Und tatsäch­lich – hinter diesen klang­vollen Namen verbergen sich so außer­ge­wöhn­liche Kompo­si­tionen, dass ich mir direkt einige Gläser bestellte.  Und was soll ich sagen? Ich bin begeis­tert und will wissen: Wer steckt dahinter? Das Ehepaar Helgard Busch­­mann-Ehrlich und Ralf Ehrlich grün­dete die Manu­faktur 2009.  Warum gerade Marme­lade? Und was macht …

Von Gartenblumen und Osterschachteln

Von Garten­blumen und Oster­schach­teln…

Früh­ling – die Zeit des Neuan­fangs, der Hoff­nung, der Leich­tig­keit. “Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.” So heißt es in Hermann Hesses  Gedicht “Stufen”.  Dieses Jahr fällt es mir schwer, den Zauber zu spüren. Dieses Jahr ist es anders. Für uns alle. Und doch möchte ich zuver­sicht­lich sein. Ich finde Trost, Kraft und innere Ruhe im Garten und in der Natur. Mit den Händen entferne ich das letzte Winter­laub zwischen den Garten­blumen, schneide Rosen und unter­halte mich mit dem Rotkehl­chen, das sich neben mir nieder­lässt. Man könnte meinen, die Sonne möchte sich mit ihren schönsten Strahlen entschul­digen für diese üble Laune der Natur, die uns Menschen momentan in Sorge versetzt. Ich spüre gerade – noch mehr als sonst – wie wert­voll all die vermeint­li­chen  Selbst­ver­ständ­lich­keiten sind. Mal eben einkaufen, kurz zum Bäcker, eine liebe­volle Umar­mung der Freundin, der man unter­wegs begegnet. Ein Besuch zum Kaffee bei den Eltern, natür­lich mit den Kindern und einem Strauß Tulpen im Arm. Dieser Tage müssen wir Verbun­den­heit über andere …

Trüffelkäse, Blätterteig und Birnen…

Von Blät­ter­teig, Trüf­fel­käse und Birnen…

Manchmal darf es gerne etwas mehr sein. Für mich zumin­dest. Da plane ich einen Abend oder Nach­mittag mit Gästen, über­lege, backe, koche, deko­riere und habe Spaß an einer beson­deren Insze­nie­rung. Aber manchmal ist weniger auch mehr! Dann möchte ich einfach nur liebe Menschen um mich haben, sehne mich nach einem guten Gespräch, nach Gesel­lig­keit und einem unkom­pli­zierten Abend ohne Planung und Groß­ein­kauf. Zuhause ist der perfekte Ort für diese Abende. Frei von Hektik und Abhän­gig­keiten, ein Ort der Entspan­nung. Ob um einen großen Tisch oder dicht gedrängt um einen kleinen – ganz egal wie – Platz ist in der kleinsten Hütte. Das Handy aus, die Hände frei für das Glas und diese köst­li­chen Blät­ter­tei­gröll­chen mit Trüf­fel­kä­se­fül­lung. Die übri­gens über­haupt keine Arbeit machen und trotzdem etwas ganz Beson­deres sind, aber dazu unten mehr… Wein, Wasser, Weis­heiten Wie schön ist es, immer mal wieder mit Freunden die Welt neu zu ordnen. Eine gute Flasche Wein und ein paar Klei­nig­keiten kommen auf den Tisch. Es braucht nicht viel, um einen Platz einla­dend und gemüt­lich zu gestalten. Kerzen, natür­lich, Blumen …

100 Jahre lenkbares Licht – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

100 Jahre lenk­bares Licht – ein Austel­lungs­tipp

Mit welchen Dingen du dich auch beschäf­tigst, du wirst immer merken, dass den guten und nütz­li­chen auch Schön­heit gegeben ist.” (Baldas­sare Castiglione, 1478 – 1529, ital. Schrift­steller)  So manche Anti­quität und viele Vintage-Klas­­siker verbergen unter ihrer Patina eine span­nende Geschichte. Viel­leicht handelt es sich um das Ergebnis einer außer­ge­wöhn­li­chen Vision oder einer lang­wie­rigen Tüftelei? Viel­leicht handelt es sich um etwas damals Revo­lu­tio­näres, gar eine tech­ni­sche Inno­va­tion? Einst als Novum gefeiert, haben wir vieles mitt­ler­weile in die Kate­gorie der “zeit­losen Klas­siker” einge­ordnet. Ich mag diese Objekte, die eine Geschichte in sich tragen und umgebe mich gerne mit ihnen. Sie sind mehr als die Summe all ihrer Teile. Manchmal, wenn mein Blick sie streift, frage ich mich: Wo kommst du eigent­lich her? Was hast du erlebt? Wer hat dich geschaffen? Woher stammt die Delle? Ganz selbst­ver­ständ­lich richte ich die Vintage-Leuchte – auch so ein zeit­loser Klas­siker – auf mein Buch aus. Und wenn ich einen Knopf annähen möchte, drehe ich den Schirm so, dass meine Arbeit optimal ins Licht gerückt ist. Selbst­ver­ständ­lich, oder? Die Leuchte stammt etwa …

Weihnachten – Willkommen zu Hause

Weih­nachten – Will­kommen zu Hause!

Mein Lieb­­lings-Weih­­nachts­­re­­zept? Zeit! Denn nichts ist kost­barer als Zeit. Zeit, die wir mit lieben Menschen  verbringen, in der fest­li­chen Atmo­sphäre des weih­nacht­lich geschmückten Hauses.Wie schön, wenn wir abends beim Essen zusam­men­sitzen und meine Eltern die Geschichten meiner Kind­heit erzählen. Ich habe sie schon so oft gehört und kann nie genug davon bekommen. Wenn mein Bruder und ich darüber lachen, dass wir früher die Kartof­fel­chips abge­zählt haben, damit es keinen Streit gibt. Und heute sitzen wir gemeinsam mit unseren eigenen Kindern um den Tisch und spüren die Kraft der Familie. “Driving home for christmas, with a thousand memo­ries…” singt Chris Rea. Mir geht es genauso. Es sind die Erin­ne­rungen an den ganz beson­deren Zauber der Weih­nachts­zeit, die ich niemals missen möchte. An den Duft von selbst­ge­ba­ckenen Plätz­chen mit Streu­seln, an Schnee (der früher immer dicker lag), an das 24. Türchen des Advents­ka­len­ders, an den Gottes­dienst, dessen Ende man vor Aufre­gung kaum erwarten konnte. Erin­ne­rungen  an die Lieder und die flackernden Kerzen  am Weih­nachts­baum, den ich  zur Besche­rung das erste Mal sah. Ach ja, die Besche­rung – …

Tragt mehr Hut! Zu Besuch bei Modistin Ulla Machalett

Tragt mehr Hut! Zu Besuch bei “Rotkäpp­chen designs.”

Es gibt viele gute Gründe, einen Hut zu tragen – warum tun es nur so wenige? Hüte werden oft da als Requisit einge­setzt, wo es witzig oder cool werden soll. Klar, setz einem kugel­runden Mann eine Melone auf und alle fangen an zu grölen. Und wenn ein Kerl in Jeans und Karo­hemd einen Cowboyhut trägt, rufen ihm alle fröh­lich  “Howdy” entgegen. Der Hut – noch bis in die 60er Jahre ein Mode-Acces­­soire, das einfach dazu­ge­hörte – wirkt heute auf viele von uns wie eine Verklei­dung. Wir bewun­dern Hüte viel­leicht in Filmen,  und trägt mal eine  charis­ma­ti­sche Person einen Hut, denken wir: “Wow!” Aber das reicht offen­sicht­lich nicht, um den Hut mit einer gewissen Ernst­haf­tig­keit und Selbst­ver­ständ­lich­keit in unsere Garde­robe zu inte­grieren. Oder doch? Kann ein guter Hut nicht dafür sorgen, dass wir besser aussehen? Uns besser fühlen? Ein Hut, der so gut zu uns passt, dass er wie das i‑Tüpfelchen unsere Persön­lich­keit krönt. Natür­lich müssen wir mit einem Hut den Kopf oben tragen. Ein Hut braucht Haltung und Persön­lich­keit – auch, weil wir mit Hut …

Novemberinspiration: Kekse und Papeterie

Novem­be­rin­spi­ra­tion: Kekse & Pape­terie

November – wenn draußen das Wetter vor sich hin grault, das gefal­lene Laub aufge­klaubt und Garten oder Balkon winter­fest gemacht sind, können wir unsere Frei­zeit ruhig und gemüt­lich gestalten. Die eine oder andere Einla­dung zu Freunden trudelt ein, und es beginnt die Zeit der kleinen Aufmerk­sam­keiten und Mitbringsel. Viel­leicht schreiben wir schon einmal ein paar Gruß­karten an liebe Menschen und wünschen ihnen eine schöne Vorweih­nachts­zeit? Oder wir backen die ersten Kekse. Hübsch verziert in kleinen Beuteln oder Schach­teln sind sie ein süßes, ganz persön­li­ches Mitbringsel. Wir können sie natür­lich auch selber naschen… zu einer guten Tasse Tee. Setzen wir doch dem Grau draußen etwas Glanz entgegen! Dann wirken sogar die Regen­tropfen, die die Scheibe hinun­ter­rinnen, poetisch ‚und der Wind, der durch die kahlen Wipfel saust, klingt wie Musik. Gruß­karten  Ich habe in Hamburg auf einem kleinen feinen Markt diese wunder­schönen Gruß­karten entdeckt. Der Papagei mit seinem leuch­tenden Gefieder hat es mir sofort angetan. Dazu ein geprägter Gold­stern (Dresdner Pappen, siehe unten) – wunder­schön! Eigent­lich machen meine Kinder und ich Gruß­karten gerne selber (siehe  hier), aber …

Farbpigmente - Aufmacher

Die Geschichte der Farb­pig­mente – faszi­nie­rend und inspi­rie­rend

Farbe ist eine Kraft, die die Seele direkt beein­flusst” Wassily Kandinsky (1866–1944) Herbst- und Winter­nach­mit­tage  sind wie gemacht für einen Besuch in einer Kunst­aus­stel­lung. Zeit, einmal wieder in Ruhe die Gemälde der alten Meister zu studieren und zu  bestaunen. Die faszi­nie­renden Details, die Licht­stim­mungen und natür­lich die betö­renden Farb­welten. Ich habe vor einiger Zeit ein Buch über Farb­pig­mente entdeckt, das ich hierzu einmal empfehlen möchte. Es hat meinen Blick auf die zum Teil jahr­hun­der­te­alten Meis­ter­werke noch einmal geweitet. Und es hat mich nach­haltig inspi­riert… “Farb­pig­mente – 50 Farben und ihre Geschichte” Autor des Buches ist David Coles –  Gründer  der austra­li­schen Firma Langridge Artist Colors – einer der welt­weit renom­mier­testen Hersteller von Ölfarben für Künstler. Coles hat mich mit seinen kompakten Texten  auf eine Reise durch die Welt der Farben mitge­nommen. Denn schließ­lich sind es die Farb­pig­mente, winzige Farb­teil­chen, die den gran­diosen Male­reien zu Grunde liegen. Die berau­schendes Rot, bestechend schönes Blau und so viele Farben mehr entstehen lassen. Ich finde, sie sind es wert, dass wir mal einen Blick auf ihre Geschichte werfen. Im …