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Waxprints: Starke Muster, fröh­liche XL-Taschen

Waxprints – ein XL-Taschen DIY

Raus aus der Grau­zone! Es ist Sommer! Zeit für Eyecat­cher im Ethno-Stil, die unser Fernweh stillen. Zeit für Taschen, so bunt wie das Leben, mit viel Platz für unsere Sommer­träume. XL-Taschen aus Waxprints. Das sind farben­frohe Baum­woll­stoffe, deren Muster durch aufwen­digen Batik­druck entstehen. In Afrika tragen Frauen und Männer die Wax-Stoffe als Tücher oder als geschnei­derte Kleidungsstücke.

Waxprints - die bunten Stoffe Afrikas.

Stoff­händler auf dem Markt von Braz­z­a­ville, Repu­blik Kongo, 2004. Foto: Bernard Collet, aus “WAX-Die Farben Afrikas”/Gerstenberg (siehe unten)

Holländer brachten im späten 16. Jahr­hun­dert die  java­ni­sche Batik aus Indo­ne­sien nach Europa. Ende des 19. Jahr­hun­derts begann man in Holland mit der Produk­tion von Waxprints und verkaufte diese vor allem nach West­afrika. Dort gehören die bunt gemus­terten Waxprints zu den belieb­testen Stoffen. Sie sind fester Bestand­teil sowohl des alltäg­li­chen als auch des kultu­rellen und zere­mo­ni­ellen Lebens geworden. Oft erzählen die Muster eine Geschichte oder tragen Botschaften in sich.
Neben afri­ka­ni­schen Produ­zenten gibt es noch heute die tradi­tio­nellen Produk­ti­ons­stätten in den Nieder­landen.  Daher stammen auch die Waxprints, aus denen ich meine XL-Taschen genäht habe.

DIY-Taschen aus Waxprintstoffen. Inspired by Africa

Warum WAXprints?

Der Name “Waxprints” leitet sich aus dem Herstel­lungs­ver­fahren der Stoffe ab. Durch Auftragen von Bienen­wachs oder Harz werden Muster auf die gewebten Stoffe aufge­bracht. Beim anschlie­ßenden Färben bleiben diese Stellen frei, man nennt das Reser­ve­fär­bung. Anschlie­ßend wird das Gewebe gewa­schen und das Wachs entfernt. Um verschie­dene Farben zu erhalten, kann dieser Vorgang mehr­mals wieder­holt werden. Durch kleine Risse und Blasen, die im Wachs entstehen können, bilden sich unvor­her­seh­bare feine Linien oder Bläs­chen­muster auf dem Stoff, die das eigent­liche Muster nochmal berei­chern. So hat jede Stoff­bahn eine ganz eigene Anmutung.
Beson­ders schön finde ich, dass das Muster und die Farb­bril­lanz bei dieser Technik auf beiden Seiten des Stoffes glei­cher­maßen zu sehen ist.
Ursprüng­lich dauerte es sehr lange, die Stoff­bahnen in Hand­ar­beit herzu­stellen. Mitt­ler­weile werden die Stoffe maschi­nell bedruckt.

Waxprints – Stoffe in den Farben Afrikas. Ein DIY

Waxprints - kunterbunte Baumwollstoffe, die für Sommerlaune sorgen. Ein DIY

Ein Fest der Farben und Muster

Ich habe die leuch­tenden Stoffe auf einem Markt in Hamburg entdeckt. Die Muster fallen auf! Dem Sog an Farben, Mustern und Eindrü­cken kann man kaum entgehen. Die Stoffe sind hinrei­ßend lebendig.  Genau richtig für große, unkom­pli­zierte Taschen, die wir für einen Tag am Strand, ein Pick­nick auf der Wiese, einen Bummel durch die Stadt oder ein Yoga­wo­chen­ende packen können. Bei der Muster­viel­falt ist es gar nicht so leicht, sich zu entscheiden. Ich habe mir drei Waxprints herausgepickt.

Sommerliche Taschen aus Waxprints. Ein DIY

Waxprints: welt­offen, opti­mis­tisch und fröhlich

Der Grund­schnitt der Tasche ist einfach und kann durch fanta­sie­volle Details ergänzt werden. Fran­sen­borten, Zier­bor­düren, aufbü­gel­bare Schrift­züge, Perlen oder Pail­letten. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Ich verwende gerne Vinta­ge­stoffe für diese kleinen Projekte. Ein Stück meiner alten Lieb­lings­jeans, ein Rest Leinen von einem Sesselbezug.
Für die erste Tasche habe ich ein Stück einer alten Jeans recht­eckig zuge­schnitten, die Kanten ausge­franst und mit einem Schriftzug versehen. Die nächste Tasche habe ich mit einer leuch­tenden Fran­sen­borte versehen. So entstehen kunter­bunte Unikate. Eine Tasche macht zwar noch keinen Sommer – aber eine tragende Rolle kann sie trotzdem spielen!

Paillettenschriftzüge für XL-Taschen aus Waxprints

Bonheur – Glück – mit Pail­letten auf ein Stück Leinen gestickt.

DIY-Taschen aus Waxprintstoffen. Inspired by Africa

les fleurs – Blumen – mit Bügel-Flick­stoff auf die Tasche gebracht.

Waxprint-Taschen

Der Stoff liegt ca. 120 cm breit. Ich habe für jede Tasche 2 m Stoff gekauft und den Stoff   zuvor gewa­schen und gebügelt.

Zuschnitt inkl. 1 cm Nahtzugabe:

4 x Front­teil à 50 cm x 45 cm

4 x Seiten­teil à  15 cm x 45 cm

2 x Boden à  15 cm x 50 cm

2 x Taschen­henkel à 12 cm x 80 cm

Maße der fertigen Tasche: ca. 48 cm breit, 43 cm hoch und 13 cm tief

Mate­rial:

Passendes Nähgarn, Steck­na­deln, Nähmaschine
… und nach Lust und Laune: Paspel­band, Zier­borten, Fran­sen­borten, Pail­letten, Bügel-Flick­stoff aus Baum­wolle für Schrift­züge, Vinta­ge­stoffe (z.B. von einer alten Jeans, ein Rest Leinen)

 Und so gehts:

Es werden zwei Taschen­beutel genäht. Die eine dient später als Innenfutter.

1.  Die Seiten­teile rechts auf rechts an die kurzen Kanten des Front­teils legen, zusam­men­ste­cken und 1 cm vom Rand steppen. Nun das zweite Front­teil an die anderen Kanten der Seiten­teile rechts auf rechts stecken und eben­falls absteppen. Die Nähte ausein­an­der­bü­geln. Jetzt haben wir eine Tasche ohne Boden, die rechte Stoff­seite liegt innen. Wer Paspel­band mit einar­beiten möchte, muss es mit der geschlos­senen Kante nach innen zwischen Front­teil und Seiten­teil mit fest­ste­cken. Je nach Breite des Paspel­bandes nur 0,5 cm vom Rand steppen.

Der Boden wird nun eben­falls mit der rechten Stoff­seite innen an die untere Öffnung gesteckt und 0,5 cm vom Rand rund­herum abge­steppt. Dabei immer nur von einer bis zur nächsten Ecke steppen und stets so, dass die Nahtenden aneinanderstoßen.

Genauso wird der nächste Taschen­beutel genäht.

2. Für die Taschen­henkel werden beide Stoff­streifen  jeweils rechts auf rechts längs zusam­men­ge­klappt und 1 cm vom Rand zusam­men­ge­steppt. Die Naht mit dem Finger­nagel ausein­an­der­strei­chen. Nun die entstan­denen Schläuche umstülpen, sodass die rechte Stoff­seite außen liegt und die Naht an der Seite. Die Henkel bügeln und nochmal je 0,5 cm von beiden Rändern absteppen.

Waxprints, Pailletten und Borten: sommerliche Taschen im XL-Format. Ein DIY

Jetzt der fanta­sie­volle Part…

3. Wollen wir die Taschen­fronten verzieren, müssen wir das nun tun. Borten oder Fran­sen­kanten können an belie­bigen Stellen fest­ge­steckt und aufge­näht werden. Aus Bügel-Flick­stoff habe ich Buch­staben ausge­schnitten und auf die Taschen­front aufge­bü­gelt. Alter­nativ können wir sie auf ein Stück Jeans­stoff bügeln und mit Pail­letten besti­cken. Das beschrif­tete Jeans­stück wird dann auf die Taschen­front gesteppt.
Sind die Fronten fertig verziert, kann die Futter­ta­sche einge­näht werden.

4. Dazu die oberen Kanten beider Taschen ca. 2 cm umbü­geln (links auf links). Die Futter­ta­sche nun in die Außen­ta­sche stecken (links auf links, so dass man außen und innen die rechte Seite des Stoffes sieht).
An den Enden der Taschen­henkel jeweils eine Markie­rungs­linie 3 cm vom Rand einzeichnen.
Die umge­bü­gelten Kanten der Innen- und Außen­ta­sche nun exakt aufein­an­der­ste­cken. Dabei jeweils ca. 11 cm vom Rand die Taschen­henkel zwischen Futter- und Außen­ta­sche fest­ste­cken (Markie­rungs­linie auf Kante). Die Kante 0.5 cm vom Rand absteppen.
Die Henkel noch einmal mit einer zusätz­li­chen Naht fixieren.

Die Anlei­tung mit Skizzen und Bildern zum Ausdru­cken gibt es hier!

 

Na, Lust bekommen? Es bereitet gute Laune, mit den Waxprints zu arbeiten. Im selben Stil könnten wir farb­starke Kissen­hüllen nähen – toll z.B.für die Terrasse. Wir könnten den Sitz­pols­tern unserer Stühle einen frischen  Look verpassen.
Lassen Sie uns den Sommer feiern! Egal ob zu Hause oder irgendwo anders auf der Welt. Die Tasche für meine Sommer­träume kann gar nicht groß genug sein. Und wie geht es Ihnen?

Wenn du gehen kannst,
kannst du auch tanzen.
Wenn du reden kannst,
kannst du auch singen.
Wenn du denken kannst, 
kannst du auch träumen.

Aus Afrika

Waxprints - die bunten Stoffe Afrikas.

Stühle mit Wax-Stoffen. Design und Foto von Sandrine Alouf für das Projekt “Wax going on”. Aus aus “WAX-Die Farben Afrikas”/Gerstenberg (siehe unten)

Und wo bekommt man Waxprints?

Norma­ler­weise werden Waxprints in 12 yards „full piece“ (ca. 11 m) oder 6 yards „half piece“ (ca. 5,5 m) verkauft. Aber manchmal bekommt man sie auch per Meter.

Die wohl schönsten Stoffe gibt es beim Tradi­ti­ons­un­ter­nehmen Vlisco aus Helmond/Niederlande. Ein Besuch auf der Home­page lohnt sich. Sie ist so bunt und kreativ! Beson­ders unter der Rubrik Fashion Inspi­ra­tion.
 www.vlisco.com

Sommerliche Taschen aus Waxprints. Ein DIY

Buch­emp­feh­lung: 

WAX – die Farbe Afrikas von Anne-Marie Bout­tiaux, Gers­ten­berg Verlag.

WAX – Die Farben Afrikas. Ein BuchtippDie inter­es­sante Kultur­ge­schichte der Waxprints in einem wunder­schönen Einband. Die Anthro­po­login und Kunst­his­to­ri­kerin Anne-Marie Bout­tiaux erklärt die Entste­hung und Bedeu­tung der knall­bunten Baum­woll­stoffe. Woher stammt diese Batik­technik, wie hat sie sich entwi­ckelt, und wie haben die Wax-Stoffe ihren Platz in der afri­ka­ni­schen Kultur einge­nommen? Welche Rolle spielte die Kolo­nia­li­sie­rung und welche Probleme entstehen durch die Globa­li­sie­rung? Die schön bebil­derte, viel­schich­tige Betrach­tung  regt zum Nach­denken an und zeigt beson­dere Aspekte und Bedeu­tungen von Farben und Mustern auf.
Ein Buch für alle, die gerne über den Teller­rand schauen und die Lust haben, die Geschichte hinter den Dingen kennenzulernen.

Waxprints - die bunten Stoffe Afrikas.

192 Seiten, Hard­cover, über­setzt von Julia Pavian Nunes, ca. 32 Euro.

Hotel-Tipp:

25hours Hotel Paris. Ein Interieur mit Waxprints

Wie wir die Waxprints im Inte­rieur einsetzen können, macht uns das 25hours Hotel “Terminus Nord” in Paris vor. Die einla­denden Zimmer des zentral am Gare du Nord liegenden Hotels sind üppig mit Tages­de­cken und Kissen aus Wax-Stoffen gestaltet. Ich finde diesen eklek­ti­schen Look sehr kreativ und inspirierend.
Aus einigen Zimmern hat man einen fantas­ti­schen Blick auf die neoklas­si­zis­ti­sche Fassade des Gare du Nord und die Basi­lika Sacré-Cœur de Mont­martre. Wer mag, kann sich eines der hotel­ei­genen E‑Bikes leihen und die Stadt der Liebe auf dem Rücken eines Draht­esels erkunden. Ich finde, das klingt auch nach so einem Sommer­traum… also ab damit in die Tasche!

25hours Hotel Paris. Ein Interieur mit Waxprints

25hours Hotel Terminus Nord Paris
12 Boule­vard de Derain
75010 Paris

www.25hours-hotels.com/hotels/paris/terminus-nord

Strea­ming-Tipps:

Das Haus Chris­tian Dior hat für die Cruise-Kollek­tion 2020 diese tradi­tio­nelle Färbe­me­thode aufge­griffen und in Koope­ra­tion mit dem Was-Hersteller Unifax von der Elfen­bein­küste eine Kollek­tion aus Waxprints gezeigt.  Ich habe Ihnen hier einmal zwei sehens­werte und inspi­rie­rende YouTube-Videos dazu verlinkt:

Wer einen Einblick in die Wax-Print-Produk­tion bekommen möchte, kann sich dieses  YouTube-Video anschauen:  UNIWAX – Manu­fac­tu­ring of African Fabric

 

Sommerliche Taschen aus Waxprints. Ein DIY

 

Sommerliche Taschen aus Waxprints. Ein DIY

Liberté – Frei­heit – mit Pail­letten auf Vintage-Jeans gestickt.

 

XL-Taschen aus afrikanisch inspiriertem Waxprint. Ein DIYWeitere Krea­tiv­themen auf dem Blog:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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