Autor: Larissa

Künstlerhäuser: Junkerhaus in Lemgo

Das Junker­haus in Lemgo

Häuser – Hüllen, die Lebens­ge­schichten umgeben, sie prägen. Manchmal Bühnen für Schick­sale, glück­liche, trau­rige, aufre­gende, ziel­lose, hoff­nungs­volle… Es gibt unzäh­lige Häuser, an denen wir vorüber­ziehen, ohne ihre Geschichten zu kennen. An manchen Häusern bleibt unser Blick jedoch hängen. Neugierig schauen wir über den Garten­zaun, versu­chen einen Blick in ein Fenster zu erha­schen. Wer mag hier wohnen? Was hat es mit diesem Haus auf sich? Karl Junker – ein Haus, ein Leben Wenn ich an alle Häuser denke, die ich kenne, so ist das Junker­haus das wohl unge­wöhn­lichste. Bereits als Kind habe ich es während unserer Urlaube im Lipper­land mit meinen Eltern oft neugierig und faszi­niert erforscht. In diesem Sommer habe ich es besucht, um es meinen Kindern zu zeigen. Das Haus des Künst­lers, Archi­tekten und Holz­bild­hauers Karl Junker steht etwas erhöht am Rande der Alten Hanse­stadt Lemgo. 1889 begann Karl Junker mit dem Bau seines Hauses. Viel­leicht inspi­rierte ihn die Vision von einer intakten Familie, einer glück­li­chen Kind­heit? Es würde mich nicht wundern, begann doch sein Leben  düster. 1850 wurde Karl Fried­rich Junker in Lemgo …

Gemüsegarten zum Mieten

Freude ernten: Gemü­se­garten zum Mieten

So ein Gemü­se­garten hat eine ganz eigene Melodie. Das Summen der Bienen, das den stillen Tanz der Schmet­ter­linge begleitet. Vogel­ge­zwit­scher. Das Rascheln und Rauschen der Blätter. Der Ruf der Krähen, die sich aufschwingen, nachdem sie einige Samen der Sonnen­blumen vernascht haben. Hier und da der Rhythmus einer Garten­hacke, die die Erde durch­zieht. Eine Melodie, an der ich schnell Gefallen finde… Ich bin zu Besuch auf einem Gemü­se­feld in Schleswig-Holstein. Das nahe­ge­le­gene Gut Wulfs­dorf, ein Demeter-Hof am Rande Hamburgs, vermietet Gemü­se­gärten. 50 oder 100 Quadrat­meter große  Flächen kann man hier ergat­tern und das eigene Gemüse hegen, pflegen und ernten. Sabine Berg­mann ist Mieterin eines solchen Gemü­se­gar­tens, 50 Quadrat­meter. Sie hat mich einge­laden, den idyl­li­schen Ort einmal zu besu­chen. Die Hände voll kühler Erde, den Duft von frischer Peter­silie in der Nase, blicke ich über das Areal. 80 Garten­stücke werden hier vermietet. Ein Herr mit Strohhut begrüßt uns freund­lich. Van Gogh hätte seine Freude an ihm als bele­bendes Motiv inmitten dieser Pflan­zen­pracht gehabt. Auch die leuch­tenden Sonnen­blumen wären sicher nach seinem Geschmack gewesen. Es ist Vormittag und …

Mangold: Lasagne oder Quiche? Beides lecker!

Lasagne oder Quiche? Aber bitte mit Mangold

Von meinem Besuch in Sabine Berg­manns Gemü­se­garten bin ich glück­lich und mit reich­lich Mangold auf dem Arm nach Hause gekommen. Sabine erntet Unmengen frischen Mangolds und eines ihrer Lieb­lings­re­zepte ist Mangold-Lasagne. Sie hat mir das Rezept verraten und ich habe es natür­lich sofort auspro­biert… nachdem ich noch ein paar Fotos von dem hübschen Gemüse gemacht haben. Toll, diese bunten Stiele und dazu die saftig dunkel­grünen Blätter! Vielen Dank, liebe Sabine! Als Alter­na­tive – und um dem üppigen Blatt­werk Herr zu werden – habe ich noch eine Quiche geba­cken. Mit Walnüssen und Gorgon­zola… lecker!   Sabines Mangold-Lasagne   Zutaten: ca. 800 g  Mangold Scha­lotte oder Zwiebel etwas braunen Zucker Knob­lauch­zehe falls gewünscht ca. 200g Schafs­kä­se­würfel mit Chili (gibt es im Super­markt) Nudel­platten für Lasagne 60 g Butter 50 g Weizen­mehl 600 ml Milch 200 ml Gemü­se­brühe Salz, Pfeffer, Muskat­nuss ca. 200 gerie­benen Gouda Zube­rei­tung: Den Mangold waschen und klein hacken. In einer Pfanne mit etwas Butter und braunem Zucker die  gehackte Zwiebel und den Knob­lauch kurz anbraten. Den Mangold hinzu­geben und kurz schwenken, bis er leicht zusam­men­fällt. …

flat six - eine Schatzkammer für Vintage- und Antiquitätenfans

Zu Besuch bei “flat six – selected anti­ques”

Ein großer Back­steinbau voll mit alten Schätzen, ein junger Tischler mit einem beson­deren Faible und ein nach­hal­tiges Konzept – das ist flat six. Ich traf Inhaber Janosch Rosche­witz an seinem inspi­rie­renden Arbeits­platz… Es war schon immer so – mich faszi­nieren Orte, an denen ich planlos umher­schlen­dern und eine Fülle von Eindrü­cken sammeln kann. Immer her mit allem, was mich anzu­regen vermag.  Orte, an denen die Fantasie beflü­gelt wird und sich Ideen­ketten bilden… Einen solchen Ort möchte ich hier vorstellen. flat six Janosch Rosche­witz sitzt mir im Lichte einer betagten Fabrik­leuchte an einem alten Holz­tisch gegen­über. “Eigent­lich wollte ich Fischer werden”, verrät  mir der Sohn eines Anti­qui­tä­ten­händ­lers, während seine Hand über die urige Tisch­platte fährt. Fischer? Ist er das nicht auch? Für mich ist er so eine Art Perlen­fi­scher. Aus tiefsten Kellern, aus versteck­testen Lager­hallen, von kleinsten Märkten irgendwo im Nirgendwo fischt er die aller­schönsten Inte­­rior-Perlen hervor. Zwar glänzen die Schätze, die er hebt, nicht perl­mutten, dafür haben sie etwas mindes­tens genauso Wert­volles:  eine einzig­ar­tige Patina, unter der sich eine Geschichte verbirgt. flat six – klingt …

Vanilleparfait mit Olivenöl und Flur de Sel, garniert mit essbaren Blüten

Vanil­le­par­fait … ein Lieb­lings­re­zept

Schließen Sie doch einmal kurz die Augen und stellen Sie sich folgende Szenerie vor: Der Himmel leuchtet Blau über dem glit­zernden Meer. Ein Geschmack von Salz liegt Ihnen auf den Lippen. Der Wind rauscht durch die silber­blätt­rigen Oliven­bäume und umschmei­chelt sanft die Haut… Lässt sich dieses wunder­bare Gefühl vom Sommer im Süden in einem Dessert einfangen? Oh ja! Vanil­le­par­fait mit Olivenöl und Fleur de Sel Die Kompo­si­tion mag unge­wöhn­lich klingen, aber der Geschmack auf der Zunge ist ganz wunderbar. Das cremig kühle Vanil­le­par­fait, dazu das goldene Olivenöl mit seinem fruchtig herben Aroma und dann… das Salz… .Nicht zu viel auf den Löffel, ein wenig genügt, um der Süßspeise dieses beson­dere Etwas zu verleihen. So schmeckt der Süden! Viel­leicht haben Sie sich ein Olivenöl aus Italien mitge­bracht? Oder Fleur de Sel aus Ibiza? Natür­lich bekommt man auch alle Zutaten für dieses Dessert  in hiesigen Fein­kost­ge­schäften. Wichtig ist nur, das alle Ingre­di­en­zien  von erle­sener Qualität sind.   Zutaten (für 10–12 Personen/1 Muffin­blech):  6 Eigelb von ganz frischen Bioeiern 120 g Zucker 3 Päck­chen Bio-Bourbon-Vanil­­le­zu­­­cker Mark von 2 Vanil­le­schoten 1 …

Tillandsien – bizarre Schönheiten kunstvoll inszeniert

Tilland­sien – Auftritt bizarrer Schön­heiten

Als ich Tilland­sien zum ersten Mal sah, haben sie mich an skur­rile Haute Couture-Frisuren erin­nert,  manche sahen aus wie die Schlan­gen­haare der Medusa, andere wiederum  erin­nern an aufse­hen­er­re­gende Roben tanzender Damen, oder an langes, lockiges Engels­haar  – irgendwie inspi­rie­rend… diese grazilen Gewächse… Was sind Tilland­sien? Tillan­disen (Tillandsia)  – mit deut­schem Namen “Luft­nelken” gehören zu der Familie der Brome­lien, auch Ananas­ge­wächse genannt. Ihre Heimat erstreckt sich vom Süden der Verei­nigten Staaten bis Südame­rika. Einige der extra­va­ganten Gewächse leben in den Tropen, andere in trockenen Sand­wüsten. Welt­weit gibt es über 500 Tillan­d­­sien-Arten verschie­dener Größe. In den 80er Jahren waren die Luft­pflanzen schon einmal sehr ange­sagt. Heute, im Zuge des “Urban Jungle”-Trends, erleben sie ein Revival. Ich habe Tilland­sien auf einem Krea­tiv­markt entdeckt, wo sie in kleinen Glas­ku­geln saßen…ohne Erde…ohne Substrat.…komisch!   Meine Recher­chen ergaben, dass viele Tilland­sien ‑Arten in der Tat weder Erde noch Substrat zum Leben brau­chen. Als Aufsitz­pflanzen halten sich ihre vom Winde verwehten Samen an Baum­rinden und Felsen fest und beginnen dort Wurzeln zu bilden und zu wachsen. Nähr­stoffe und Feuch­tig­keit nehmen die Blätter …

Crêpes für Crespelle alla giardino mit Giersch oder Spinat und Sommersalat

Cres­pelle alla giar­dino …

mit Spinat… oder mit Giersch! Oh nein, ist das nicht dieses gräss­liche, hart­nä­ckige Grün­zeug? Das man nie los wird? Und das keiner mag? – Genau, das ist Giersch. Laut Brock­haus-Lexikon: Giersch (Geißfuß, Aero­po­dium podgraria), …, lästiges Garten­un­kraut. Und ja, es macht seinem Ruf alle Ehre und auch unser Garten, da wir am Wald­rand liegen, ist an mancher Stelle fest in den Händen – oder besser – Wurzeln – dieses Krautes. Und genau deshalb nutze ich die Vorzüge des Gier­sches statt mich andau­ernd  zu ärgern. Wird es zu viel, wird es gegessen! z.B. als schmack­hafte “Cres­pelle alla giar­dino”. Oder als Salat, oder als Süpp­chen… Denn Giersch ist essbar und sogar sehr gesund. Er enthält Spuren­ele­mente, mehr Mine­ral­stoffe als Grün­kohl und viel mehr Vitamin C als Zitronen! Zwischen März und September kann man Giersch ernten. Die jungen Blätter schme­cken am besten, haben ein mildes Aroma. Aber auch die zarten Blüten sind essbar und sehen toll als Deko­ra­tion auf Salaten aus. Gene­rell kann man alles “Ober­ir­di­sche” des Gier­sches verar­beiten.  Und überhaupt…eigentlich ist Giersch eine echtes “Super­food”! Früher wurde …

Vilhelm-Hammershoi-"Im Licht des Nordens" - Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle

Vilhelm Hammershøi – sicht­bare Stille

  “Sich zu sehr an die Fakten zu halten kann die Essenz der Dinge verderben. Das innere Auge erkennt oft mehr.” Karl Lager­feld   Ich lebe in einem alten Haus mit wunder­schönen Holz­türen, einem honig­gelben Dielen­boden und Spros­sen­fens­tern. Manchmal, wenn das Sonnen­licht durch eines der Spros­sen­fenster dringt, verharre ich beinahe ehrfürchtig und beob­achte das Schat­ten­spiel, das das Licht auf Wände und Boden zaubert. Die Linien, die durch Hell und Dunkel entstehen. Durch die Spros­sen­un­ter­tei­lung wird das Licht in einzelne Bündel gespalten – die Sonnen­strahlen werden durch den feinen Staub in der Luft sichtbar, gerade so, als brächen sie durch die lichten Baum­kronen eines Laub­waldes. Vor einigen Jahren stieß ich auf ein Bild, auf dem eine solche Stim­mung auf faszi­nie­rende Weise darge­stellt ist. “Tanz der Staub­körn­chen in den Sonnen­strahlen (Strand­gade 30), 1900. Der Maler des Ölbildes ist der Däne Vilhelm Hammersøi (1864 – 1916), einer der wohl bedeu­tendsten Künstler Däne­marks des ausge­henden 19. und begin­nenden 20. Jahr­hun­derts. Nichts auf dem Bild lenkt von der Schön­heit des Augen­blicks ab. Viel­mehr lässt das Bild Raum für Empfin­dungen und …

Aprikosen-Tarte mit Thymian, super saftig und köstlich

Apri­kosen-Tarte mit Thymian

Kann ein Kuchen glück­lich machen? Ja, diese Apri­­kosen-Tarte defi­nitiv! Wie lauter kleine Sonnen leuchten uns derzeit auf Markt­ständen die Apri­kosen entgegen. Manche tragen ein wenig Rouge auf den Bäck­chen. Ihr samtenes Kleid umschließt das saftige Innere…hmmm! Optik und Aroma sind unver­wech­selbar. Ca. 1 Kilo­gramm der süßen Früchte braucht man für diese vorzüg­liche Apri­­kosen-Tarte.  Und dazu: etwas frischen Thymian. Einge­bettet in einen Guss aus Creme fraîche entfalten die Sonnen­früchte ihren ganzen Charme. Oh ihr kleinen Gaumen­schmeichler…! Es war nicht leicht die Apri­kosen für die Tarte zu vertei­digen – meine Kinder lieben sie. “Warum?” habe ich sie gefragt. “Sie sind so schön klein. Man kann sie so gut wegna­schen und sie schme­cken so süßlich­sauer. Der Kern geht gut raus und… die sind einfach so lecker!!” erklärt mir mein Sohn.  Recht hat er! Apri­kosen sind toll! Mal sehen, ob den Kindern auch die Apri­­kosen-Tarte schmeckt. Zutaten: Ein gutes Kilo Apri­kosen  4–5 Stile frischen Thymians 100 g kalte Butter 75 g Zucker 1 Prise Salz 1 Ei 2 EL Wasser 250 g Mehl 1/2 gestr. Teelöffel Back­pulver   200 …

Farbinspiration - Blau, du Schöne. Wohnen mit Farbe: 3 Blautöne, die eine friedvolle ruhige und gar nicht langweilige Stimmung schaffen.

Farbin­spi­ra­tion: BLAUDU SCHÖNE!

(dieser Beitrag enthält unver­gü­tete Produkt­emp­feh­lungen und Verlin­kungen) Blau – das Spek­trum dieser Farbe ist fantas­tisch! Von zarten bis zu tief­dunklen Tönungen, von sanften Akzenten bis zu extra­va­ganten, lauten Vari­anten. Das Blau des Himmels, der sich über uns wölbt, das Blau des Meeres, das unsere Sehn­sucht nach Weite weckt, die viel­schich­tigen Blau­töne, in die sich manche Blüten kleiden… Unsere Umwelt hält unend­liche viele Blau­töne bereit. Es klingt es rauscht es hallt es wider­hallt es sprüht es duftet und wird andächtig singendes Blau. Das Blau verblüht zu Licht (Hans Arp, aus “Das singende Blau”) Blau im Inte­rieur Mit Farbe lässt sich ein Raum auf die einfachste Art verän­dern. Da jeder Mensch unter­schied­lich und sehr emotional auf Farben reagiert, ist die Auswahl des rich­tigen Tons eine ganz persön­liche Ange­le­gen­heit. Moden und Trends kann man bei der Auswahl berück­sich­tigen, aber viel wich­tiger ist, wie das eigene Auge und die Intui­tion auf Farbe reagieren. Hierzu sind eigene Beob­ach­tungen und genaues Hinsehen wichtig. Farbin­spi­ra­tion findet man überall: Unsere Umwelt ist voll von wunder­baren Farb­kom­bi­na­tionen – Flora, Fauna, Städte, Kunst. Manche Eindrücke …