Autor: Larissa

Esel - von Charakterköpfen mit Charme, Eselwanderungen und gutem Lesestoff

ESEL, gehst du ein Stück mit mir?

Das Leben ist eine Anein­an­der­rei­hung von Augen­bli­cken. Oft sind es kleine Augen­blicke, die uns in neue Rich­tungen führen oder uns Erleb­nisse, Erfah­rungen und Begeg­nungen bescheren. Augen­blicke, die uns nach­haltig inspi­rieren, beein­flussen und somit prägen. Meine heutige Geschichte beginnt in einer Buch­hand­lung, in der ich einen kleinen Augen­blick länger blieb als eigent­lich geplant. Die enga­gierte Buch­händ­lerin drückte mir mit einem Strahlen im Gesicht ein Buch in die Hand und empfahl voller Begeis­te­rung: “Das müssen Sie lesen, es hinter­lässt ein so schönes Gefühl. Ein beson­deres kleines Buch…”. Auf dem Cover sind ein junger Esel und ein Herr mit einem Regen­schirm abge­bildet. Pawlowa – oder Wie man eine Eselin um die halbe Welt schmug­gelt von Brian Sewell. Und siehe da – wie es Bücher so  oft an sich haben, öffnete auch die Lektüre dieses Buches eine Tür in eine kleine, ganz freund­liche Welt…. Esel – Rendez­vous mit wunder­baren Geschöpfen Brian Sewell war ein renom­mierter briti­scher Kunst­kri­tiker, Kolum­nist und Beob­achter des kleinen Moments. Er hat die Geschichte über Mister B, der auf einer Reise mit einem Fern­seh­team nach Paki­stan …

Käsekuchen mit Beeren und Blüten

Käse­ku­chen mit Beeren und Blüten

Googelt man Käse­ku­chen, stößt man auf unzäh­lige Rezepte für den “besten Käse­ku­chen”, den “aller­besten”, den “welt­besten” oder gar den “welt­besten Käse­ku­chen ever”. Fest steht auf alle Fälle: ein guter Käse­ku­chen gehört in jede Rezept­samm­lung. Und das gilt übri­gens welt­weit, denn Käse­ku­chen ist vieler­orts beliebt. Denken wir nur an den New York Chees­e­cake, der mit Frisch­käse auf einem Keks­krü­mel­boden geba­cken wird oder an Japani­schen Käse­ku­chen, der eher wie ein Soufflé anmutet. Schon die alten Römer wussten einen Käse­ku­chen aus Sauer­rahm und Quark offenbar zu schätzen – wie man aus einem 150 Jahre v. Chr. verfassten Buch in latei­ni­scher Schrift  des Feld­herrn und Schrift­stel­lers  Marcus Porcius Cato dem Älteren weiß. Aller­dings versteht bei Käse­ku­chen so mancher keinen Spaß. Ich übri­gens auch nicht, denn ist er zu fest oder zu trocken, stellt sich eben nicht dieses beson­dere Glücks­ge­fühl beim Verzehr ein. Ich möchte Ihnen heute mein neues Lieb­­lings-Käse­­­ku­chen­­re­­zept zeigen, an dem ich für die Kaffee­tafel zur Konfir­ma­tion meiner Tochter getüf­telt habe. Leicht, zart und cremig sollte er schme­cken – und natür­lich hübsch aussehen. Deshalb habe ich meinen Käse­ku­chen nach …

Septemberleuchten – Blumenkränze selbermachen

Septem­ber­leuchten: Blumen­kränze selbst binden

Septem­ber­morgen Im Nebel ruhet noch die Welt. Noch träumen Wald und Wiesen. Bald siehst du, wenn der Schleier fällt, den blauen Himmel unver­stellt, herbst­kräftig die gedämpfte Welt in warmem Golde fließen. Eduard Mörike (1804 – 1875) Lassen Sie uns einmal schwärmen! Von diesem Monat mit seinen pracht­vollen Farben. Wie herr­lich alles leuchtet unter den Strahlen der Herbst­sonne. Der Duft von Früchten, Kräu­tern und feuchter Erde würzt die Luft. Auf den Gemü­se­beeten glühen Tomaten, Mangold und Kürbisse zwischen den Blät­tern. Der Blick schweift über üppig behängte Apfel- und Pflau­men­bäume. Über Blumen, leicht vom Wind gewiegt. Über ein Farben­meer aus Grün und Gelb, Dunkelrot und Violett… Es ist das melan­cho­lisch wunder­schöne Licht der tiefer stehenden Sonne, das die Welt um uns herum mit einem goldenen Schein über­gießt. Dieses inten­sive Spiel von Licht und Farben ist so inspi­rie­rend. Ich wollte es einfangen und habe Blumen­kränze gebunden. Blumen­kränze, so bunt wie das Leben. Und wie ein exoti­scher Vogel seinen Feder­schweif, tragen manche Kränze flat­ternde, feder­leichte Seiden­schleifen. Blumen für die Seele Die Blüten für meine Blumen­kränze habe ich fast alle …

Streifen- frisch aufgetragen

Streifen – frisch aufge­tragen

Wer kennt das nicht: ein Haus oder eine Wohnung  ist nie fertig. Immer wieder hat man Ideen für Verän­de­rungen. Immer wieder fallen einem kleine Acces­soires ein, mit denen man seine Umge­bung noch schöner oder einfach mal anders gestalten könnte. Wand­farben ändern sich, Möbel werden ausge­tauscht, ein neues Bild kommt hinzu. Viel­leicht wagt man sich an eine beson­dere Tapete… Expe­ri­men­tier­freude und auch Fehler gehören dazu. Unser Inte­rieur wandelt sich mit uns, und genau das ist doch eigent­lich gerade so span­nend. Die besten Inspi­ra­tionen finde ich, wenn ich einfach so herum­streife, beob­achte, den Blick flanieren lasse, Bücher wälze. So wird Begeis­te­rung geweckt, Ideen entstehen und nehmen Gestalt an. Zuletzt bin ich immer wieder an einem der wohl belieb­testen Muster hängen geblieben: Streifen!  Kleine Streif­züge Überall tauchen sie auf. In der Natur, in der Mode, als Schatten an der Wand. Meine Blicke sammeln Streifen. Ein frisch gepflügter Acker, der Schatten eines Garten­tores, das Gefieder eines Vogels, die Blätter einer Pflanze, der wunder­schöne Rock meiner Schwä­gerin, der in schwarzen und weißen Streifen um ihre Beine schwingt. Streifen sind so …

Buchbinden – Seiten für Gedankenfischer

Buch­binden: Seiten für Gedan­ken­fi­scher

Wo können die Gedanken besser schweifen als am Meer? Zu meinem neuen Blog­bei­trag haben mich die Sommer­tage inspi­riert, die ich gerade mit meiner Familie an der Nordsee auf der Insel Föhr verbracht habe. Schon lange wollte ich mich mal dem Thema “Buch­binden” widmen. Beson­ders im Urlaub schätze ich kleine Notiz­bü­cher, die Platz für Gedanken, Erlebtes und Entdecktes bieten. Die Nordsee Nirgendwo vari­iert die Stim­mung so schnell wie dort. Gegen­sätze treffen unmit­telbar aufein­ander. Lieb­lich schwel­ge­ri­sche Szene­rien wech­seln sich mit gnaden­losem Grau ab, das alles skiz­zen­haft erscheinen lässt. Unbarm­herzig pfeift der Wind sein wildes Forte, manchmal sein noch wilderes Fortis­simo. Die thea­tra­lisch wilden Gesten der Natur berühren mich immer wieder. Das Murmeln und Gurgeln des Meeres, als sängen all seine Bewohner einen drama­ti­schen Choral.  Und von oben beob­achten die zeternden Möwen das furiose Schau­spiel. Und dann kommt die Sonne und der Wind lässt nach. Ein Wunder­mo­ment. Piano… Mut zur Stille, zur Fläche, zur Leere ist gefragt. Die Natur ist von ange­nehmer Schlicht­heit. Hier ist nichts über­tüncht. Das Relief des Watten­meeres glit­zert und funkelt in der Sonne. Die Luft …

Windbeutel mit Thymian-Lavendel-Früchten

Wind­beutel mit Thymian-Lavendel-Früchten

Aus dem Ofen strömt ein betö­render Duft. Manchmal wird meine Küche zum Atelier, zu einem Ort der Inspi­ra­tion. Kennen Sie das? Man kann sich herr­lich in Gedanken verlieren, expe­ri­men­tieren und Neues entsteht. Das Mischen von Farben, Formen und Aromen versetzt mich nahezu in Verzü­ckung. Manchmal wird mir bewusst, wieviel Erfah­rung und Wissen hinter vielen Rezepten stehen – das ist doch beein­dru­ckend. Und ist es nicht fantas­tisch, aus welcher Fülle an Obst, Gemüse und Kräu­tern wir schöpfen können? Diesmal kompo­niere ich Früchte – Erdbeeren, Brom­beeren und Apri­kosen – mit frischen Kräu­tern vom Wochen­markt. Lavendel, blühenden Thymian, Zitro­nen­thy­mian und Oran­gen­schale. Dazu flüs­sigen Honig und bunten Pfeffer. Alles zusammen wird im Ofen zu einem Festival der Aromen. Neben mir ein altes Rezept­buch mit Esels­ohren und Flecken. Ein Kompli­ment für so ein Rezept­buch, oder? Die Seite  mit dem Rezept für Brand­teig ist aufge­schlagen. Es soll Wind­beutel geben. Ich finde, die kleinen luftigen Hügel passen mit ihrer leichten Atti­tüde so gut in diese Jahres­zeit! Der Hügel Wie wundersam ist doch ein Hügel, der sich ans Herz der Sonne legt,  indes des …

Das Auge fühlt mit - die Poesie der Haptik

Das Auge fühlt mit – die Poesie der Haptik

Mit den Händen sehen, mit den Augen fühlen.”                  Johann Wolf­gang von Goethe Was haben hand­ge­ar­bei­tete Kera­mik­be­cher, Waffel­­­piqué-Hand­tü­cher und hand­ge­schöpftes Papier gemeinsam? Genau, man muss sie nur anschauen und kann sie schon fühlen. Manchmal sind es solche Dinge, die kleinen Augen­bli­cken Tiefe verleihen, man spürt sie und  entgeht für einen Moment dem Über­fluss an visu­ellen Reizen und der Flut an Kurz­bot­schaften. Ich finde Produkte fantas­tisch, die mehrere unserer Sinne anspre­chen. Die Körper­lich­keit, das Begreif­bare, die Haptik werden hoffent­lich niemals an Bedeu­tung verlieren. Viel zu oft nehmen die Augen am Bild­schirm den Händen die Arbeit ab. Dabei tut es so gut, sich mit den Händen zu verge­wis­sern, dass die Welt noch real ist. Es liegt doch in unserer Natur, Dinge zu begreifen, etwas fassen zu können. Haptik – Sinn und Sinn­lich­keit In eine sinn­lich erfahr­bare Welt gehören für mich unbe­dingt Werk­stoffe und Hand­werks­be­rufe. Hand­werk­lich gefer­tigte Produkte aus Natur­ma­te­ria­lien, wie z.B. Holz, Natur­fa­sern oder Ton geben uns Halt. Authen­ti­zität ist gefragt – und wo finden wir sie mehr als bei hand­ge­ar­bei­teten …

Skulpturen aus Naturmaterialien . Ein DIY.

DIY: Skulp­turen aus Natur­ma­te­ria­lien

 „Das Unbe­weg­liche beein­druckt mich. Diese Flasche, dieses Glas, ein großer Stein an einem verlas­senen Strand, diese Dinge bewegen sich nicht, aber meine Phan­tasie bewegen sie sehr.“ Joan Miró (1893–1983) Ddieses Zitat des gren­zenlos krea­tiven spani­schen Künst­lers kam mir bei einem unserer zahl­rei­chen Fami­­lien-Wald­­s­pa­­zier­­gänge in den Sinn, als wir mal wieder eine Menge Natur­ma­te­rial gesam­melt hatten – Dinge, die unsere “Fantasie bewegen”. Es ist so schön zu sehen, wie unglaub­lich viele gran­diose Schöp­fungen die Natur für uns bereit­hält. Man muss sie nur entde­cken. Wurzel­holz, das aussieht wie ein Vogel. Inter­es­sante Rinden­stücke, die sich wie Stalag­miten zuspitzen. Ein Hölz­chen, das  einem Pfer­de­kopf ähnelt… All diese Sammel­ob­jekte haben uns auf die Idee gebracht, daraus Skulp­turen zu bauen. Gerade für unsere Kinder finde ich es so wichtig, die Natur mit Neugier, Aben­teu­er­lust  und natür­lich mit Respekt zu durch­streifen. Jetzt, während der Corona-Krise, sehe ich hier im Norden Deutsch­lands viele Fami­lien durch die Wälder laufen. Viel mehr als sonst. Kinder spielen in flachen Bach­läufen, klet­tern über umge­stürzte Bäume, balan­cieren über Gräben, flitzen über Stock und Stein. Das habe ich in den …

Marmelade und Streuselbrot – eine wahre Liebe. Rezept und Interview mit den Gründern der Marmondo-Marmeladenmanufaktur

Unwi­der­steh­lich: Marme­lade & Streu­sel­brot

Mögen Sie auch so gerne Marme­lade? Auf selbst­ge­ba­ckenem Weiß­brot, mit streich­zarter Butter und herr­lich duftendem Kaffee. Dazu die druck­fri­sche Zeitung – mehr geht nicht! Manchmal denke ich sehn­süchtig an ein Weiß­brot mit Streu­seln zurück, das ich in meiner Kind­heit so geliebt habe – natür­lich mit Marme­lade. Ich habe das Rezept für dieses Streu­sel­brot einmal versucht zu rekon­stru­ieren. Sie finden es weiter unten. Lecker! Und als ich vor kurzem einfach so durchs Netz “flanierte”, habe ich den Eingang in  ein regel­rechtes Marme­la­den­pa­ra­dies gefunden. Marmóndo. Auch davon möchte ich erzählen… Sonne im Glas Marmóndo – das Angebot der kleinen Marme­la­den­ma­nu­faktur mit 8 Mitar­bei­te­rinnen  aus Wald­bröl in  Nord­rhein-West­­falen klingt verlo­ckend, kreativ und über­ra­schend – einfach anders. Nächte in spani­schen Gärten, Le Gout des Merveilles, Hello Sunshine … meine Neugier ist geweckt. Und tatsäch­lich – hinter diesen klang­vollen Namen verbergen sich so außer­ge­wöhn­liche Kompo­si­tionen, dass ich mir direkt einige Gläser bestellte.  Und was soll ich sagen? Ich bin begeis­tert und will wissen: Wer steckt dahinter? Das Ehepaar Helgard Busch­­mann-Ehrlich und Ralf Ehrlich grün­dete die Manu­faktur 2009.  Warum gerade Marme­lade? Und was macht …

Von Gartenblumen und Osterschachteln

Von Garten­blumen und Oster­schach­teln…

Früh­ling – die Zeit des Neuan­fangs, der Hoff­nung, der Leich­tig­keit. “Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.” So heißt es in Hermann Hesses  Gedicht “Stufen”.  Dieses Jahr fällt es mir schwer, den Zauber zu spüren. Dieses Jahr ist es anders. Für uns alle. Und doch möchte ich zuver­sicht­lich sein. Ich finde Trost, Kraft und innere Ruhe im Garten und in der Natur. Mit den Händen entferne ich das letzte Winter­laub zwischen den Garten­blumen, schneide Rosen und unter­halte mich mit dem Rotkehl­chen, das sich neben mir nieder­lässt. Man könnte meinen, die Sonne möchte sich mit ihren schönsten Strahlen entschul­digen für diese üble Laune der Natur, die uns Menschen momentan in Sorge versetzt. Ich spüre gerade – noch mehr als sonst – wie wert­voll all die vermeint­li­chen  Selbst­ver­ständ­lich­keiten sind. Mal eben einkaufen, kurz zum Bäcker, eine liebe­volle Umar­mung der Freundin, der man unter­wegs begegnet. Ein Besuch zum Kaffee bei den Eltern, natür­lich mit den Kindern und einem Strauß Tulpen im Arm. Dieser Tage müssen wir Verbun­den­heit über andere …