Alle Artikel in: DIY

Buchbinden – Seiten für Gedankenfischer

Buch­binden: Seiten für Gedan­ken­fi­scher

Wo können die Gedanken besser schweifen als am Meer? Zu meinem neuen Blog­bei­trag haben mich die Sommer­tage inspi­riert, die ich gerade mit meiner Familie an der Nordsee auf der Insel Föhr verbracht habe. Schon lange wollte ich mich mal dem Thema “Buch­binden” widmen. Beson­ders im Urlaub schätze ich kleine Notiz­bü­cher, die Platz für Gedanken, Erlebtes und Entdecktes bieten. Die Nordsee Nirgendwo vari­iert die Stim­mung so schnell wie dort. Gegen­sätze treffen unmit­telbar aufein­ander. Lieb­lich schwel­ge­ri­sche Szene­rien wech­seln sich mit gnaden­losem Grau ab, das alles skiz­zen­haft erscheinen lässt. Unbarm­herzig pfeift der Wind sein wildes Forte, manchmal sein noch wilderes Fortis­simo. Die thea­tra­lisch wilden Gesten der Natur berühren mich immer wieder. Das Murmeln und Gurgeln des Meeres, als sängen all seine Bewohner einen drama­ti­schen Choral.  Und von oben beob­achten die zeternden Möwen das furiose Schau­spiel. Und dann kommt die Sonne und der Wind lässt nach. Ein Wunder­mo­ment. Piano… Mut zur Stille, zur Fläche, zur Leere ist gefragt. Die Natur ist von ange­nehmer Schlicht­heit. Hier ist nichts über­tüncht. Das Relief des Watten­meeres glit­zert und funkelt in der Sonne. Die Luft …

Skulpturen aus Naturmaterialien . Ein DIY.

DIY: Skulp­turen aus Natur­ma­te­ria­lien

 „Das Unbe­weg­liche beein­druckt mich. Diese Flasche, dieses Glas, ein großer Stein an einem verlas­senen Strand, diese Dinge bewegen sich nicht, aber meine Phan­tasie bewegen sie sehr.“ Joan Miró (1893–1983) Ddieses Zitat des gren­zenlos krea­tiven spani­schen Künst­lers kam mir bei einem unserer zahl­rei­chen Fami­­lien-Wald­­s­pa­­zier­­gänge in den Sinn, als wir mal wieder eine Menge Natur­ma­te­rial gesam­melt hatten – Dinge, die unsere “Fantasie bewegen”. Es ist so schön zu sehen, wie unglaub­lich viele gran­diose Schöp­fungen die Natur für uns bereit­hält. Man muss sie nur entde­cken. Wurzel­holz, das aussieht wie ein Vogel. Inter­es­sante Rinden­stücke, die sich wie Stalag­miten zuspitzen. Ein Hölz­chen, das  einem Pfer­de­kopf ähnelt… All diese Sammel­ob­jekte haben uns auf die Idee gebracht, daraus Skulp­turen zu bauen. Gerade für unsere Kinder finde ich es so wichtig, die Natur mit Neugier, Aben­teu­er­lust  und natür­lich mit Respekt zu durch­streifen. Jetzt, während der Corona-Krise, sehe ich hier im Norden Deutsch­lands viele Fami­lien durch die Wälder laufen. Viel mehr als sonst. Kinder spielen in flachen Bach­läufen, klet­tern über umge­stürzte Bäume, balan­cieren über Gräben, flitzen über Stock und Stein. Das habe ich in den …

Von Gartenblumen und Osterschachteln

Von Garten­blumen und Oster­schach­teln…

Früh­ling – die Zeit des Neuan­fangs, der Hoff­nung, der Leich­tig­keit. “Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.” So heißt es in Hermann Hesses  Gedicht “Stufen”.  Dieses Jahr fällt es mir schwer, den Zauber zu spüren. Dieses Jahr ist es anders. Für uns alle. Und doch möchte ich zuver­sicht­lich sein. Ich finde Trost, Kraft und innere Ruhe im Garten und in der Natur. Mit den Händen entferne ich das letzte Winter­laub zwischen den Garten­blumen, schneide Rosen und unter­halte mich mit dem Rotkehl­chen, das sich neben mir nieder­lässt. Man könnte meinen, die Sonne möchte sich mit ihren schönsten Strahlen entschul­digen für diese üble Laune der Natur, die uns Menschen momentan in Sorge versetzt. Ich spüre gerade – noch mehr als sonst – wie wert­voll all die vermeint­li­chen  Selbst­ver­ständ­lich­keiten sind. Mal eben einkaufen, kurz zum Bäcker, eine liebe­volle Umar­mung der Freundin, der man unter­wegs begegnet. Ein Besuch zum Kaffee bei den Eltern, natür­lich mit den Kindern und einem Strauß Tulpen im Arm. Dieser Tage müssen wir Verbun­den­heit über andere …

DIY: gefärbte Leinenschürze

DIY: Leinen­schürze – in Blau gebadet

Wer gele­gent­lich zurück­blickt, kann dabei durchaus die Trends von morgen entde­cken. Denn die Wunder­kammer der Vergan­gen­heit inspi­riert Künstler und Desi­gner immer wieder zu neuen Ideen. Ich musste zum Beispiel schmun­zeln, als ich auf den Lauf­stegen die dies­jäh­rigen Früh­­jahr-/Sommer-Kolle­k­­tionen sah. Ein großes Thema: Batik! “Oh, das hatten wir doch in den 70ern schon hoch und runter”, lacht meine Tante. Und auch in den 90ern ging nichts ohne kunter­buntes Batik-Shirt – am besten selbst­ge­macht. Die gefärbten Teile  sorgten für sommer­li­ches Hippie-Feeling. So mancher hat viel­leicht für immer genug davon, für andere wiederum ist es viel­leicht neu oder bleibt span­nend. So ist es eben mit den Trends. Textil­fär­be­tech­niken wie Batik – ein aus Indo­ne­sien stam­mendes Färbe­ver­fahren mit Wachs –oder Shibori – eine Technik aus Japan, bei der durch Falten, Wickeln, Pressen und Abbinden unzäh­lige Muster entstehen – sind bereits viele  Jahr­hun­derte alt. Aus dem flachen Stoff kreieren Shibori-Künstler  drei­di­men­sio­nale Formen. Die Spuren dieser Vorbe­hand­lung zeigen sich später in den Mustern. Die faszi­nie­rende Shibori-Technik hat mich zu diesem DIY-Projekt inspi­riert: Leinen­schürze – in Blau gebadet… und zwar in der …

Von der Kinderzeichnung zum Stofftier. Ein DIY.

DIY: Von der Kinder­zeich­nung zum Stoff­tier

Manchmal entstehen die großen Ideen aus den kleinen Alltags­si­tua­tionen. Meine elfjäh­rigen Söhne waren auf der Suche nach einem Geburts­tags­ge­schenk für ihre große Schwester.  Sie wollten etwas kaufen, Dusch­schaum oder so. “Macht doch lieber etwas selber”, schlug ich vor. Aber was? Viel­leicht ein Stoff­tier? “Das können wir doch nicht selber­ma­chen!” kam es wie aus einem Munde. Aber da halte ich es mit Pippi Lang­strumpf: “Das haben wir noch nie probiert, also geht es sicher gut.” Wir haben Stoff­reste, Woll­reste, etwas Füll­wolle, Nadel, Faden und Stick­garn. Mehr braucht man nicht, um einen kleinen Gefährten aus Stoff selber zu nähen. Ach doch – natür­lich einen Entwurf! Meine Söhne zeichnen  Tiere. Einfache Formen eignen sich gut für unser Projekt und lassen der Fantasie viel Spiel­raum. Von der Zeich­nung zum Stoff­tier Wir über­tragen die Silhou­ette mit 1 cm Naht­zu­gabe auf ein doppelt gelegtes Stück Leinen. Meine Jungs zwei­feln – noch nie haben sie etwas genäht. Aber das lasse ich nicht gelten, man muss es einfach mal probieren! Perfek­tion ist nicht wichtig, wohl aber die Fantasie und Leiden­schaft, mit der so …

Kranz aus Naturmaterialien aus dem Wald

DIY-Herbst­de­ko­ra­tion: Wald­kranz

Ist der Wald nicht herr­lich? Gerade jetzt im Herbst, wenn schwe­bend leichte Nebel vom Boden aufsteigen und Krähen­schwärme mit ihren Rufen über die dunkel­bunten Wipfel kreisen. Hier ein Knacken, dort ein Rascheln – eine Wald­maus? Oder doch die Elfen und Wald­trolle aus unseren Kinder­ge­schichten?  Knub­be­lige Pilz­köpfe sitzen wie Wich­tel­mützen auf ihren Stän­geln und knor­rige Äste recken sich wie Arme eines Wald­riesen aus der bunten Laub­schicht. Erste Fröste über­ziehen die Natur mit einem Hauch von feinem Glitzer und die kühle Luft duftet wunderbar modrig. Es ist märchen­haft und geheim­nis­voll im Wald… im Herbst! Auf einem unserer Wald­spa­zier­gänge haben meine Kinder und ich allerlei Schätze im Wald gesam­melt und sie zuhause zu einem Kranz gewunden – einem echten Wald­kranz. Die Poesie des Waldes  Mit federnden Schritten geht es über den Wald­boden, über Stock und Stein, Wurzel und Baum­stumpf, vorbei an Bach und See. Bei der Suche nach deko­ra­tiven Zutaten für unseren Wald­kranz wird der Blick geschärft. Wir sammeln trockenes, bieg­sames Geäst von Tannen und  mit Moos und Flechten besetzte Zweige. Rinden­stücke von Eichen und Birken werden auch …

Buchhüllen aus Leder – DIY

Buch­hüllen aus Leder zum Selber­ma­chen

Lesen Sie auch gerne Bücher?  Es gibt ja Menschen, die man eigent­lich  immer mit einem Buch in der Hand sieht. Menschen, die überall, wo sie gerade gehen oder stehen, ihre Nase in ein Buch stecken. Vertieft, gefes­selt, inter­es­siert. Ich mag den Anblick dieser Leute, die ihre Bücher hungrig verschlingen. In der U‑Bahn, im Flug­zeug, im Café, auf Reisen…überall. Denn die Welt wird größer durch Lite­ratur und  Zeit und Raum werden über­windbar…! Wenn Sie zu den Menschen gehören, die ihre Bücher gerne mit durchs Leben tragen, kommt Ihnen meine Anlei­tung für Buch­hüllen aus Leder viel­leicht gelegen. Überall den Lese­hunger stillen Mögli­cher­weise ist ein Buch ausge­liehen? Aus der Bücherei oder von einem Freund oder einer Freundin? Einge­schlagen in eine Hülle aus weichem Leder wird das Buch jeden Ausflug in Taschen oder Beuteln und jede Pause auf Café-Tischen, in Bahn­wag­gons oder auf  Park­bänken makellos und sicher umarmt über­stehen. Meine Eltern z.B. stecken ihre Bücher schon seit langem in lederne Buch­hüllen. Zum Schutze der Bücher, aber auch weil ein Buch,  in Leder gewandet, schmeich­le­risch in der Hand liegt. Ich …

Tillandsien – bizarre Schönheiten kunstvoll inszeniert

Tilland­sien – Auftritt bizarrer Schön­heiten

Als ich Tilland­sien zum ersten Mal sah, haben sie mich an skur­rile Haute Couture-Frisuren erin­nert,  manche sahen aus wie die Schlan­gen­haare der Medusa, andere wiederum  erin­nern an aufse­hen­er­re­gende Roben tanzender Damen, oder an langes, lockiges Engels­haar  – irgendwie inspi­rie­rend… diese grazilen Gewächse… Was sind Tilland­sien? Tillan­disen (Tillandsia)  – mit deut­schem Namen “Luft­nelken” gehören zu der Familie der Brome­lien, auch Ananas­ge­wächse genannt. Ihre Heimat erstreckt sich vom Süden der Verei­nigten Staaten bis Südame­rika. Einige der extra­va­ganten Gewächse leben in den Tropen, andere in trockenen Sand­wüsten. Welt­weit gibt es über 500 Tillan­d­­sien-Arten verschie­dener Größe. In den 80er Jahren waren die Luft­pflanzen schon einmal sehr ange­sagt. Heute, im Zuge des “Urban Jungle”-Trends, erleben sie ein Revival. Ich habe Tilland­sien auf einem Krea­tiv­markt entdeckt, wo sie in kleinen Glas­ku­geln saßen…ohne Erde…ohne Substrat.…komisch!   Meine Recher­chen ergaben, dass viele Tilland­sien ‑Arten in der Tat weder Erde noch Substrat zum Leben brau­chen. Als Aufsitz­pflanzen halten sich ihre vom Winde verwehten Samen an Baum­rinden und Felsen fest und beginnen dort Wurzeln zu bilden und zu wachsen. Nähr­stoffe und Feuch­tig­keit nehmen die Blätter …

DIY-Ostereier. Ostereier in pudrig matten Farbtönen werden mit kleinen Goldketten und Golddrahtdetails zu echten Schmuckstücken.

DIY – Oster­eier

In den letzten Tagen sind so einige Oster­eier durch meine Hände gegangen. Auspusten, ausspülen, aufspießen, anmalen, verzieren, aufhängen…. Die Familie hat sich über “Rührei” satt gefreut und mir ist einmal mehr aufge­fallen, wie perfekt und wunder­schön so ein Ei ist. Design, Funk­tion, Statik: Danke liebe Natur! Die Form und die matte Ober­fläche des Eis sind von einer bestechenden Harmonie. Und wenn man bedenkt, wie stabil die Schale ist, obwohl sie nur etwa 0,4 Milli­meter dick ist, kann man schon von einem kleinen Wunder spre­chen. Die Stabi­lität ist durch die Biegung der Ober­fläche bedingt. Ein auf die Schale ausge­übter Druck verteilt sich gleich­mäßig über das ganze Ei und so kann das liebens­werte Oval so einiges aushalten. Nicht umsonst haben sich Archi­tekten und Inge­nieure auch bei der Konstruk­tion vieler Gebäude von der Form des Eis inspi­rieren lassen, wenn wir nur an Kuppeln denken. An Ostern steht das Ei für Neuan­fang, Wachstum, den Ursprung des Lebens. Wie mögen Sie Ihr Ei?  Bei uns kommen die Oster­eier in diesem Jahr an die Kette. Inspi­riert von der matten Schale, habe …

DIY-Schachbrett-Bilder. Neugierig sein, mit Farben experimentieren, Pflanzenfragmente einarbeiten - mit Acrylfarbe kann man tolle Wanddekorationen herstellen. Und es muss nicht kompliziert sein.

DIY: Schach­brett-Bilder

Haben Sie manchmal Lange­weile? Tun Sie nichts, schauen nur so vor sich hin und plötz­lich: BÄM! ist da eine Idee. Eine Idee, was man tun könnte, eine Lösung für eine Frage­stel­lung oder einfach ein richtig guter Einfall. Ich erlebe dieses Phänomen häufiger, beson­ders bei meinen Kindern. Erst stapfen sie unschlüssig herum und wissen nichts zu tun… laaang­weilig. Und dann, ganz plötz­lich, geschäf­tiges Gewusel. Auf diesem Nähr­boden der Ruhe und des Nichts­tuns sprießen die wunder­vollsten und krea­tivsten Ideen wie Blumen hervor. Lange­weile zu haben bedeutet auch, die Frei­heit für etwas zu haben. Viel­leicht blät­tert man in einem Buch, einem Magazin oder hört Musik und plötz­lich verknüpfen sich die Gedanken mit dem Gese­henen oder Gehörten – und ein guter Einfall ist geboren. Unmög­lich in der Hektik, die uns umgibt? Ich denke, wir sollten unsere Lebens­zeit mehr wert­schätzen und uns bewusst für etwas, aber auch mal gegen etwas entscheiden. Stellen wir uns die Frage “Was ist mir wirk­lich wichtig”, bringen wir viel­leicht etwas Ruhe in unser Leben und verzet­teln uns nicht andau­ernd. Meine Familie und ich entscheiden uns …