Alle Artikel mit dem Schlagwort: Ausstellung

100 Jahre lenkbares Licht – Ausstellung im Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg

100 Jahre lenk­bares Licht – ein Austellungstipp

Mit welchen Dingen du dich auch beschäf­tigst, du wirst immer merken, dass den guten und nütz­li­chen auch Schön­heit gegeben ist.” (Bald­as­sare Castig­lione, 1478 – 1529, ital. Schrift­steller)  So manche Anti­quität und viele Vintage-Klas­­siker verbergen unter ihrer Patina eine span­nende Geschichte. Viel­leicht handelt es sich um das Ergebnis einer außer­ge­wöhn­li­chen Vision oder einer lang­wie­rigen Tüftelei? Viel­leicht handelt es sich um etwas damals Revo­lu­tio­näres, gar eine tech­ni­sche Inno­va­tion? Einst als Novum gefeiert, haben wir vieles mitt­ler­weile in die Kate­gorie der “zeit­losen Klas­siker” einge­ordnet. Ich mag diese Objekte, die eine Geschichte in sich tragen und umgebe mich gerne mit ihnen. Sie sind mehr als die Summe all ihrer Teile. Manchmal, wenn mein Blick sie streift, frage ich mich: Wo kommst du eigent­lich her? Was hast du erlebt? Wer hat dich geschaffen? Woher stammt die Delle? Ganz selbst­ver­ständ­lich richte ich die Vintage-Leuchte – auch so ein zeit­loser Klas­siker – auf mein Buch aus. Und wenn ich einen Knopf annähen möchte, drehe ich den Schirm so, dass meine Arbeit optimal ins Licht gerückt ist. Selbst­ver­ständ­lich, oder? Die Leuchte stammt etwa aus den …

Vilhelm-Hammershoi-"Im Licht des Nordens" - Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle

Vilhelm Hammershøi – sicht­bare Stille

  “Sich zu sehr an die Fakten zu halten kann die Essenz der Dinge verderben. Das innere Auge erkennt oft mehr.” Karl Lager­feld   Ich lebe in einem alten Haus mit wunder­schönen Holz­türen, einem honig­gelben Dielen­boden und Spros­sen­fens­tern. Manchmal, wenn das Sonnen­licht durch eines der Spros­sen­fenster dringt, verharre ich beinahe ehrfürchtig und beob­achte das Schat­ten­spiel, das das Licht auf Wände und Boden zaubert. Die Linien, die durch Hell und Dunkel entstehen. Durch die Spros­sen­un­ter­tei­lung wird das Licht in einzelne Bündel gespalten – die Sonnen­strahlen werden durch den feinen Staub in der Luft sichtbar, gerade so, als brächen sie durch die lichten Baum­kronen eines Laub­waldes. Vor einigen Jahren stieß ich auf ein Bild, auf dem eine solche Stim­mung auf faszi­nie­rende Weise darge­stellt ist. “Tanz der Staub­körn­chen in den Sonnen­strahlen (Strand­gade 30), 1900. Der Maler des Ölbildes ist der Däne Vilhelm Hammersøi (1864 – 1916), einer der wohl bedeu­tendsten Künstler Däne­marks des ausge­henden 19. und begin­nenden 20. Jahr­hun­derts. Nichts auf dem Bild lenkt von der Schön­heit des Augen­blicks ab. Viel­mehr lässt das Bild Raum für Empfin­dungen und Einbil­dungs­kraft. Das …