Kreative Köpfe, Lifestyle
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Zu Besuch im Atelier…

Stanislava Maryskova, Atelier Detail

Für mich ist es immer wieder faszi­nie­rend, Einblicke in die Arbeit krea­tiver Menschen zu bekommen. Es ist so wichtig, dass wir in der heutigen Zeit der Massen­pro­duk­tion und 3D-Drucker das Hand­werk nicht aus den Augen verlieren.
Stanis­lava Maryš­ková, Keramik-Künst­lerin aus Hamburg, hat mich in ihr Atelier einge­laden.

Stanislava Maryskova, Skulptur

Von krea­tivem Chaos ist hier nichts zu sehen. Dafür schmü­cken Zeich­nungen, Drucke und Male­reien die Wände des Ateliers.  Auf den Schränken stehen Skulp­turen, Arbeits­ma­te­ria­lien und Werk­zeuge. Kleine Still­leben, die von krea­tivem Schaffen flüs­tern…

Stanislava Maryskova

Atelier von Stanislava Maryskova

Stillleben aus dem Atelier

Atelier Stanislava Maryskova

Wandkeramik Stanislava Maryskova

Stanislava Maryskova, Schale

Stanislava Maryskova, Skulptur

Frau­en­leben…

– so heißt das jüngste Projekt der Künst­lerin, das sie im Kera­mik­for­schungs­zen­trum Guld­ager­gaard in Skaelskor in Däne­mark geschaffen hat.Vier Wochen hat sie hier mit einer Gruppe inter­na­tio­naler Künstler gear­beitet und  wunder­schöne Skulp­turen geschaffen.

Stanislava Maryskova, Skulptur

Stanislava Maryskova, Skulptur

Akt-Skulp­turen

Wenn Stanis­lava Maryš­ková ihr Atelier verlässt und durch ihren Garten streift, ist sie niemals alleine. Rapunzel, Katha­rina, die kleine Meer­jung­frau leisten ihr Gesell­schaft.
Schöne Frauen, alle auf ihre Art ganz einzig­artig. Figuren aus Ton, manche berei­chert mit einer Patina, an der das Wetter über Jahre gear­beitet hat.
Man muss einen Blick für Formen und Situa­tionen haben, um solche Figuren zu schaffen.

Stanislava Maryskova, Frauenbüste

Rapunzel am See, Stanislava Maryskova, Keramik-Künstlerin aus Hamburg

Die Akt-Skulp­turen von Stanis­lava Maryš­ková sind kleine Persön­lich­keiten, und jede Figur erzählt ihre Geschichte: Frauen, stolz und erhaben, schön und kurvig, vom Leben akzep­tiert, so wie sie sind. Frauen, wie sie um uns sind, reich in ihrer Viel­falt.
“Meine Frauen verste­cken sich nicht hinter Klei­dern. Ich lasse die Hüllen weg, mich inter­es­siert der Kern”,
 erzählt sie.

Stanislava Maryskova, Paar

 

Rauch­brand­ke­ramik

Die gebür­tige Tsche­chin brennt nicht alle, aber viele ihrer Kunst­werke auf ganz archai­sche Art und Weise. Umgeben von räuchernden, schmau­chenden Ästen und Holz­stü­cken, werden die Tonob­jekte 2 Tage in einer Tonne gebrannt. Rauch­brand – eine uralte kelti­sche Methode.

Das Objekt wird aus Ton geformt und getrocknet. Skulptur aus dem RauchbrandNach dem ersten Schrüh­brand im Elek­tro­ofen  belegt Stanis­lava ihre Schalen, Teller und Figuren behutsam mit Pflanzen, Federn, Natur­ma­te­ria­lien, deren Formen die Künst­lerin inspi­rieren. Nachdem sie dann all diese Teile fest in Baum­woll­tü­cher gewi­ckelt und verschnürt hat, schichtet sie die bunten Päck­chen mit Holz und Geäst in ihre Brenn­tonne. Sobald das Brenn­ma­te­rial schön durch­ge­glüht  ist, verschließt Stanis­lava die Tonne – den weiteren Verlauf des künst­le­ri­schen Prozesses über­nimmt nun die Natur.  Zusammen mit der Luft bemalt die Glut die Kera­miken und schafft einzig­ar­tige Unikate.

Rauchbrand Vorbereitungen

Rauchbrand Vorgang

Fotos: Stanis­lava Maryš­ková

Es entstehen beson­dere Farb­schat­tie­rungen und Muster­ab­drücke der Natur­ma­te­ria­lien. “Das Öffnen der Tonne ist ein span­nender Augen­blick”, erzählt die Künst­lerin. “Man weiß vorher nie, wie die Objekte sich während des Bren­nens entwi­ckeln.”
Das anschlie­ßende Polieren der Objekte schafft eine wunder­voll glatte Ober­fläche.

Keramik-Austeilung

Die Ton-Schnei­derin

Wie entsteht die Torso, Stanislava MaryskovaForm einer Skulptur? Formen Sie sie aus dem Tonklumpen heraus?” möchte ich wissen. “Ich setze meine Figuren aus Platten zusammen”, erklärt mir Stanis­lava Maryš­ková. “Wie beim Schnei­dern mache ich mir ein Konzept, fertige Skizzen und danach ein ‘Schnitt­muster’ an. Ich habe die Form im Kopf und setze sie dann ins Zwei­di­men­sio­nale um. Nach den Schnitt­mus­tern fertige ich die Platten, setze sie zusammen und die Figur entsteht.” Sie zeigt mir ihre Schnitt­muster.” So ist es mir möglich, auch sehr große Figuren zu fertigen.”

Wenn ich mit Ton arbeite, kann ich die Zeit vergessen, es ist abso­lute Entspan­nung. Kein Well­nessur­laub könnte dieses Gefühl je ersetzen…”

 

Skulptur, Stanislava Maryskova

Stanislava Maryskova, Büste

Stanis­lavas Frauen, in liebe­voller Hand­ar­beit herge­stellt, besitzen eine Präsenz und  Ästhetik, die neugierig machen, die es schaffen, einen Raum oder Garten zum Leben zu erwe­cken.

Stanis­lava Maryš­ková öffnet gerne ihr Atelier für Besu­cher.
Weitere Infor­ma­tionen gibt es hier: Stanis­lava Maryš­ková
 hier https://www.kunstspuren.net

Tipp: Wer  Inter­esse hat, Ateliers in seiner Umge­bung zu besu­chen, kann den “Tag des offenen Ateliers” nutzen, den es übers ganze Land verteilt gibt (Termine und Veran­stal­tungs­orte findet man im Netz).

Stanislava Maryskova-Sitzende

Stanislava Maryskova

4 Kommentare

  1. Markus Schäfermeier sagt

    hallo Larissa,
    Bilder und Text sind wirk­lich außer­ge­wöhn­lich gut gemacht! Vielen Dank und herz­li­chen Glück­wunsch!

    • Larissa sagt

      Lieber Markus, vielen Dank für das tolle Kompli­ment. Das moti­viert mich sehr, den einge­schla­genen Weg fort­zu­setzen. Stanis­lava Maryš­kovás Arbeiten haben mich aber auch außer­or­dent­lich inspi­riert. Herz­liche Grüße! Larissa Wasser­ziehr

  2. Sabina Doumbia sagt

    Eine sehr inspi­rie­render Beitrag über die Küns­terlin und ihre Skulp­turen. Für mich ist es immer wieder ein Genuss, durch den Garten und das Atelier von Stanis­lava zu streifen. Dann über­rascht das Neue zu entde­cken, das sich immer uner­wartet anders präsen­tiert.

    • Larissa sagt

      Oh ja, vielen Dank! Ich finde auch, dass Stanis­lava Maryš­kovás Art, die Skulp­turen in ihrem Garten zu insze­nieren, ganz wunderbar ist. Manchmal versonnen, mal stolz, mal mit einem Augen­zwin­kern, oft über­ra­schend. Ich freue mich sehr, wenn der Beitrag inspi­riert. Viele Grüße! Larissa Wasser­ziehr

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